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dieser Ausgabe über Gebühr verzögert. Catull und Tibull waren bereits fertig ausgearbeitet, als die Auswahl von K. P. Schulze erschien, die ich natürlich mit benutzt habe. Auf eine Angabe der benutzten Hilfsmittel verzichte ich; der Kundige wird erkennen, dass ich namentlich für Catull möglichst viele Schriften berücksichtigt habe, obwohl es am hiesigen Orte oft sehr schwer hielt, die erschienene Litteratur zu erlangen.

Der Zweck dieses Buches ist nach dem Gesagten von selbst klar; in erster Linie soll die Lektüre der Elegiker auf der Schule dadurch gefördert werden, da sie es verdienen, mehr als bisher gelesen zu werden; ferner sollen schwierige Stellen dem Schüler und auch dem Lehrer erklärt werden, da es nicht wohl möglich ist, dafs sich jeder eingehender mit diesen Dichtern beschäftigt hat.

Erst während des Druckes schien eine Teilung in zwei Hefte wünschenswert, und so erscheint in diesem ersten Bändchen Ovid und Catull; Tibull und Properz folgen in ganz kurzer Zeit nach.

Danzig, im Dezember 1881.

Carl Jacoby.

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Einleitung.

Auf vielen Gebieten haben die Römer den Griechen nachgeahmt, ohne sie jedoch zu erreichen, nachgeahmt und übertroffen haben sie ihre Vorbilder in der Elegie. Freilich waren es nur die alexandrinischen Dichter, die Vermittler zwischen den antiken Originalen und dem römischen Kunstfleifse, wie man sie treffend genannt hat1), die sie sich zum Muster nahmen, welche aber ihrerseits wiederum selbst auf den griechischen Elegikern der zwei vorangehenden Epochen fufsten. So sehen wir also auch hier wieder einen Zusammenhang zwischen Griechen und Römern und einen Einfluss der ersteren auf die letzteren, weshalb wir einen kurzen Abrifs der Entwickelung der griechischen Elegie hier voranzuschicken für nötig halten. Fragen wir zuvörderst nach dem Ursprung des Wortes Elegie', so finden wir eine Unzahl etymologischer Erklärungsversuche2), die aber, wie man bald einsieht, alle zu verwerfen sind. Auszugehen ist bei dieser Frage von dem Worte ὁ ἔλεγος, das meist nur im Plural οἱ ἔλεγοι vorkommend klagende Weisen' bedeutet und sich in diesem Sinne schon bei Aristophanes (Aves 213 ff: ἐλελιζομένης δ ̓ ἱεροῖς μέλεσιν γένυος ξουθῆς καθαρὰ χωρεῖ διὰ φυλλοκόμου σμίλακος ἠχὼ πρὸς Διὸς ἕδρας, ἵν ̓ ὁ χρυσοκόμας Φοῖβος ἀκούων τοῖς σοῖς ἐλέγοις ἀντιψάλλων ἐλεφαντόδετον φόρμιγγα θεῶν ἵστησι χορούς) und bei Euripides (Iphig. Taur. 143ff: ἰὼ, δμωαί, δυσθρηνήτοις ὡς θρήνοις ἔγκειμαι, τὰν οὐκ εὔμουσον μέλπουσα βοὰν ἀλύροις ἐλέγοις, Hel. 185: ἔκλυον ἄλυρον ἔλεγον, Troad. 119: ἐπὶ τοὺς ἀεὶ δακρύων ἐλέγους), nie bei Aeschylus und Sophokles findet. Die Alten selbst haben das Wort meistenteils von * * λέγειν, zuweilen von ἔλεος und ähnlichem mehr abgeleitet; sie vereinigen sich in dem von Orion p. 58 angegebenen Begriff: ἔλεγος. ὁ θρῆνος, διὰ τὸ δι ̓ αὐτοῦ τοῦ θρήνου εὖ λέγειν τοὺς κατοιχομένους. οὕτω Δίδυμος ἐν τῷ περὶ ποιητῶν. Mit dieser Erklärung stimmt im wesent

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1) Bernhardy, Grundrifs der röm. Litteratur S. 270.

2) Welcker, kleine Schriften zur griech. Litteraturgeschichte. Bd. I,

S. 56 ff.

Jacoby, Anthologie.

1

lichen das Zeugnis der römischen Grammatiker überein, und in diesem Sinne hat auch Horaz die Worte (a. p. 75. 76)

Versibus impariter iunctis querimonia primum,
post etiam inclusa est voti sententia compos

gefasst.

Neuere Forscher, wie G. Hermann1), nehmen einen klagenden Refrain ề ề Aéy' ề ề λéyɛ an, der sich einem längern Vortrage anhängte, wie Ailinos (von at Aivos), Iobakchos (von là Bánɣe), und auch Welcker geht bei der Erklärung von leyos auf das Trauerlied zurück und sieht darin die Formel léye, welche zum Substantiv erhoben worden sei. Aber alle Erklärungen so müfste so müfste es ja nach den Gesetzen der griechischen Sprache 2oyos heifsen, wenn Welckers Annahme richtig wäre enthalten des Unwahrscheinlichen soviel, dafs wohl diejenigen das Richtige treffen, welche, wie O. Müller2), sowohl den Namen, als auch die Herkunft für ungriechisch erklären. Da Karer und Lyder bei den Griechen im Rufe standen, in klagenden Weisen und threnetischen Texten ausgezeichnet zu sein, so wird man nicht irre gehen, wenn man in Kleinasien den Ursprung von leyos sucht. Für die Richtigkeit dieser Annahme spricht auch der Umstand, dafs im Armenischen eleg das Rohr, die Flöte heifst3). Demnach werden lɛyou wohl traurige Melodieen auf der Flöte sein, die die ionischen Griechen aus Asien empfingen. Wie dem aber auch sei, soviel ist sicher, dafs zwischen hɛyɛtov (mit zu ergänzendem μέτρον oder ποίημα) und ἔλεγος ein Zusammenhang besteht, ebenso, dafs to heyetov nur eine formelle Bedeutung hat und die Verbindung eines Hexameters und eines Pentameters bezeichnet. Man verstand also unter tò lɛyεïov ein Distichon oder eine distichische Reihe nach Art des Epigramms, unter dem erst später gebildeten Worten λeyeía (noinois) jedes aus Distichen bestehende Gedicht ohne Rücksicht auf den Inhalt. Im römischen Gebrauche stehen sich nur die Worte elegi und elegia gegenüber. Man mufs bei der Ableitung des Wortes leyeía von hayos ganz vom Inhalte absehen und sich nur an die Form halten. Inwieweit Musik und Flötenspiel an der Elegie Anteil hatten, ist unbekannt. Die Elegie ist die erste Stufe vom Epos zur Lyrik. Durch das Hinzufügen des Pentameters zum Hexameter, der dem Epos eigen ist, war der erste Schritt zur lyrischen Strophe geschehen. So fällt also der Ursprung der Elegie mit der

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1) Zeitschr. f. Alterth.-Wissensch. 1836 S. 531.

2) O. Müller, griech. Litteraturgeschichte I3, S. 175 ff.

3) Böttiger, Zeitschr. f. Alterth.-W. 1853 S. 88d; Arica S. 34.

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