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pro su« (4l. 10.), d« sich auf das Factum der Occupatio« stützt, mittelst Qollgl temporis prsesoriptio ersitzen. — Glaubt der Finder, er ersitze die gefundene, nicht derelinquirte Sache als solche durch Ablauf einer gewissen Zeit, so schließt sein Rechtsirrthum jegliche Ersitzung »US; und, besitzt er endlich die Sache buo» Lös als seine eigene, ohne daß ihm gegenwärtig ist, daß er sie gefunden, so liegt zwar von»« Lclei possessio, aber keine titulirte vor, und folglich kann ihm nur die Iivngissimi temporis prseseriptio Eigenthum verleihen. Ii. «. 8. I. L. cke priieser. XXX vel XQ. soll. (7. SS.) «an. IS. l)»us. I». gasest. 4. — Daß daneben der Finder, wenn er in null» temporis parte rei K»bed,tt cooseieolism »liense, O»p. s«. X. ^e prsesoript. (S. Lg.), den gerichtlich auftretenden Eigenthümer nach vollendeter Klageverjährung durch die Lxoepti« temporis zurück? weisen kann, versteht sich von selbst. Vergl- W. Sell, Versuche im Gebiete de« Civilrecht« i. Abh. III. 88- w. l«- IV. 8- 6.

qua« ex «onsuetudiue »Kire et redire selent, veluti ««lumbse, (puvoues^ 1^. 5. §. ö. v. e«d.) et »pes, item oervi, qui i» silvss ire et redire solent. Lsius II. K8. §. IS. I. de rer. div. (S. 1.) Denn an diesen geht das Eigenthum erst dann verloren, wenn sie die Gewohnheit der Wiederkehr aufgegeben haben. Xsm si revertendi »uiinum Kaders desiermt, etism tu» esse desinunt, et öu»t ooeiipuntium. Z. 16. I. «it. l^. 5. 0. de adq. rer. dem. (41. I.) — An zahmen Thieren, Hausthieren, (^„imslia mansue t»), wie an Hüh« nern, Gänsen, u. s. w., Q. 5. §. 6. 0. e«dgeht das Eigenthum dadurch, daß sie sich verlaufen, daß sie wegfliegen, also mit dem Besitze, noch nicht verloren. Hua de «aus« turti nokis teiiebitur, <zui ^uid eorum luorsndi a„i,u« adprekenderit. 1^. 5. §. 7. v. de sdq. rer dem. (41. 1.) §. IS. I. de rer. div. (2. I )

ö. von Sachen, die zwar im Eigenthume Jemandes sind, aber in einem solchen, das rechtlich nicht anerkannt wird, wie bei der Beute im Kriege der Fall. Z. 17.1. eod.1^. 5. §. 7. H. de adq. rer. dem. (41. I.) <Zsius: Item es, quse ex Koslidus espimu,^ iure gentium ststim noslrs öuut.

o. Gehörige Willensbestimmung und Willensäußerung. Der Occupant muß den ^uimus possideudi, die Absicht haben, für sich (als Stellvertreter eines Andern für diesen) den juristischen Besitz der Sache zu erwerben. Zur Besitzergreifung selbst erscheint hier aber nicht, wie bei der Tradition, schon die bloße Möglichkeit der factischen Einwirkung auf die Sache hinreichend, sondern eö ist auch noch wirkliche Apprehension unerläßlich. S. 13. I. de rer. äiv. (1. S.) 1^. S. §. 1. 0. de adq. rer. 6«m. (41. 1.) 1^. 3. 8. 3. Q. 44. 0. de sdq. vel am. poss. (41. S.) 1^. 15. 0. »6 exkid. (10. 4.)

2. Von den einzelnen Gestaltungen der OooupäU« insbesondere.

Die Occupatio« kann nur nach ihrem Objecte verschieden sein, und in dieser Beziehung hat man denn die Jagd i. w. S., das Finden (Inventio) und das Erbeuten im Kriege getrennt von einander zu betrachten*). Schließlich wird dann auch noch etwas über den ^S«r desertus der Römer zu sagen sein.

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A. Bon der Jagd i. w. S.

Unter Jagd i. w. S. versteht man jedes Ergreifen eines Herrnlosen lebenden ThiereS in der Absicht, Eigenthnm daran zu haben. Dieselbe umfaßt die Jagd i. e. S. (Venstio), Fischerei (?ise»tio), und den Vogelfang (^uoupium). l^. S. §. ö. 0. lle usulr. (7. l). l,. lS. S. Is. 13- 1^. 17. §. I. 0. li« instru«.. . (33. 7.)

Da das römische Recht, abweichend von der neueren Zeit, nichts von einem Regale der Jagd und Fischerei weiß, so kommen ihm zufolge fämmtliche wilde, bisher noch nicht gefangene, oder aus der Gefangenschaft, oder aus dem Zustande der Gezähmtheit in die frühere Freiheit zurückgekehrte Thiere als Kes nullius zwar nicht sofort in das Eigenthum dessen, der sie verwundet, wohl aber dessen, der wirklichen Besitz an ihnen ergreift*). §. 13. I. äe rer. lliv. (S. 1.) l^. S. §. !. v. <l« sgq. rer. 6om. (41. I.) Und zwar ist eS für diesen Eigenthumserwerb

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ganz gleichgültig, ob dag Thier auf eigenem oder fremdem Grund und Boden occupirt wird; ob die Occupatio» mit oder ohne Willen deS EigenthümerS des letzteren geschieht. §. IS. I. äe rer. cliv. (S. l.) 3. pr. §. l. L. 0. äe »öq. rer. clom. (4l. l.) Dagegen hat der Eigen-'' thümer daS Recht, den Dritten von Betretung seines Grundes und Bodens abzuhalten, 8. 12. I. «it. l^. 3. pr. §. I. 0. «it., und unter Um» ständen kann ohne Zweifel auch gegen den Occupanten eine Schadensersatz- und Jnjurienklagc begründet werden.

Haben diese Principien deS römischen Rechtes schon durch Ausbildung deS Jagd-Regals in Deutschland nicht zur Anwendung kommen können, so betrachtet man heut zu Tage doch auch da, wo Jagd und Fischerei keine Regalien sind, das Recht sie auszuüben, als ein Annerum des Grundeigenthums; und insofern« ist eS denn einem Jeden verboten, auf fremdem Gebiete zu jagen, oder in fremden Gewässern zu fischen. Eichhorn, Einleitung in das deutsche Privatrecht. §. 269. 284.

B. Von dem Finden, Ivveotio^).

Darunter hat man die Occupatio« lebloser, beweglicher Kes nullius zu verstehen. Um die Occupatio« unbeweglicher Sachen zu bezeichnen, haben wir keinen technischen Ausdruck. Die wichtigste Specieö deS FindenS ist unstreitig das Finden eines Schatzes, wovon deshalb jetzt noch näher die Rede sein soll.

esse äesiiset, et avtwoem miki in kaotum <t»r! «portere, veluti resoovsum est, quum qu!cl»m pnculum »Iterius ex vave eieeisset. *) Puchta Eursus der Infi. II. S. SSS. Note i (Vorlesungen 8- lS4. S. 300.) «klärt sich gegen den Ausdruck: Finden, luv evtl«, weil die« kein juristischer Act sei, und nicht der Finder als solcher Eigenthümer werde, sondern nur, wenn er zugleich Occupant sei, wa« nicht immer zusammentreffe. Wie wahr auch das Letztere ist, so liegt doch hierin noch kein Grund, dem Finden die Eigenschaft eines juristischen Actes abzusprechen, da die Römer gerade wie wir heut zu Tage unter Ivvenire, Ftnden einer Sache ohne Weitere« das Entdecken einer Sache verbunden mit deren Ergreifung verstehen. 8 18, I. de rer. äiv. (S. I.) Item liipilli et Aemm»e et caetera, «use in litore in v eni»v tur, iure vlitursli statin, inveolaris kiuot. Ii. 31. 8. I. 0. cke »<tq. rer. ck«m. (41. 1.) Erst da, wo Mehrere dieselbe Sache zugleich entdecken, macht sich der allerdings mögliche Gegensatz des Inventar und I«, qui primus vnssessiooeni vanvtu, est, geltend, unter denen dann der letztere den Vorzug hat. l^. 1. 8» 1» ^- ^ »ckg. rer. sm. pos». (41. S.)

Schatzfindungstheorie der Römer. (?«ll. X. 15. De tkessuri«; ^Iieod. Oolj. X. l8. Oe tkessur!«. 8.3U. I. II« rer. ^iv. (S. I.) Köch y, Civilistische Erörterungen. I. Nro. 7. OrtIoff Lomment. iur. K«m. <Ie lnessur. LrlsvA. 1818. W. Sell Versuche I. 3. 4: Ueber das Finden der in beweglichen Gegenständen befindlichen Sachen, und: Auf welche Weise erwirbt der Finder ein Recht an der gefundenen Sache, namentlich an dem Schatz, und welches Recht erlangt er an derselben? Unter einem Schatze, 'rkesuurus (im prägnanten Sinne), versteht man in einem Grundstücke") vor langer Zeit verborgene oder vergrabene bewegliche Sachen von Werth, deren Eigenthümer sich nicht mehr ermitteln läßt, oder, wie PauluS in 1^. 31. Z. 1. O. cle ällq. rer. liiv. (41. 1.) sagt: 1'Kessurus est vetus «zuaecism öeoositi« peeunise, «uius no» extst memori», ut ism dominum non Ksbest 1^. u«. tü. K. t. (10. lö.) verb.: tkessurum, i<l est, ««»6itu sb iZnotis 6omi«is tempore vetustiori mvbili«. <ük. VirA. ^en. I. 359. 'I'Iiesuuros, iAriotum »rAenti pon6us et suri**).

Die älteste Auffassungsweise der Römer in Betreff gefundener Schätze scheint die gewesen zu sein, daß sie dem Eigenthümer des Grundes und Bodnes gehörten, in dem sie verborgen. Vergl. risutus^) ^„lul. II. L. «3.'I'riliumm. I. s. 113. ff. üorälius-j-r) 8at. II. 6. 10. Unter den auf Bereicherung des Fiscus ausgehenden Kaisern kam der Grundsatz auf,

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