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Es fragt sich nur, in welchem Momente dieser Rückfall des Eigenthums der I'ruvtus oxtsntes vom Loose Lllei possessor der Hauptache an den Eigenthümer der letzteren Statt findet? Und dies ist denn kein anderer, als der Moment des Verlustes der von» öo'es, der Grundlage des interimistischen EigenthnmS an den k'ruvtus extsntes. Ausdrücklich sprechen dies unsere Quellen zwar nicht aus, wohl aber weist der Umstand darauf hin, daß das: l?ru«lus snos tseere und das: k'ruvtus «onsumplos suos fs«ere ganz in gleicher Weise an die Voraussetzung der Uons Lcle» geknüpft sind.

1^. 4O. v. 6e »lZq. rer. 6om. (41. I.) ^friosvus: Husesitum «st: si is, «ui über Komo dou» ticke serviret, ckevesserit, eiljue is beres extiterit, qui liberum eum es«e seist: s« sliquick per eum sckquirst? Xon esse sit, ut Kiv bona Kcke possessor vickestur, qusucko svieus liberum possickere ««eperitz quis, et si funckum suum quis leZsverit, Keres, qui eum legstum ess« ««ist, pro«u> ckubio 5ru«tus ex eo snos nou f««iet, et multo ms^is si teststor enm slienum bona ticke emptum posseckit; . . . etvuim simul Kseo kere «eckere, ut «zu« «ssu fruotus prseckiorum «ousumptos suos fseist bona ficke possessor, eockem per servum exoper» et ex re ipsius ei sck<zuir»tur. 1^. 4. g. IS. 0. cke usurp. (41. 3.)

Denn das heißt nichts anders alS: Wie der Uonse Sckei possessor nur Eigenthümer der Früchte wird, wenn er sich im Momente der jedesmaligen Separation in gutem Glauben befindet, 1^. 83. 8- l- ll. cke »ckq. rer. ckom. (41. l.), ebenso erscheint er auch nur als Eon« sument seiner eigenen Früchte, wenn er im Augenblicke derConsumtion die Ueberzeugnng seines Eigen thums hat. Hat er diese nicht, so consumirt er fre mde Früchte, und muß sie deshalb ersetzen. — Sind die Früchte nicht consumirt, sondern k'ruvtus extsntes, so tritt die »Isla lickes, resp. der Rückfall des Eigenthums jener spätestens im Momente der LitiScontestation ein, wenn der Eigenthümer der Haupt

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fache die noch vorhandenen Früchte mit der Kei vin6i««ti« herausverlangt, weil mit derLitiScontestation alle Besitzer Aslse Sck«i p«88«ss«re8 werden.

l^. SS. S. 7. 0, ä« Ker. pvt. (5. 3.) VIp. Post litem «ont«8ta

tam omnes invipiunt mslae Kcioi p«88«88«re8 «88«. 1^. 4s. O.

ge rei vin6. (6. 1.) 1^. 22. « e«6. (3. 32.) »asil. XXIII. 3.

I.. 25. 8«K«I. »<Z K. I. IVr«. 5. Lll. Usimd. II. p. 70S. Und daher macht sich denn auch, von der hier vertheidigten Ansicht ausgegangen, eine Collision des Eigenthums an den k'ruvtus, «xt«„t«8, wie die Gegner wollen, in keiner Weise geltend. Denn wenn durch den Verlust der Uon» Käes nicht schon früher, hat vom Momente des festgestellten Streitpunktes, von dem der l^is «ontvststa an der bisherige Eigenthümer der k'ruotus «xtsutes aufgehört dieS zu sein, und der Eigenthümer der Hauptsache angefangen, an den vorhandenen Früchten Eigenthum zu haben.

HD. Vom Fruchterwerbe des Emphytheuta und antichretischen Pfandgläubigers.

Wie aus l^. 2S. §. 1. i. f. 0. li« usur. (22. 1.) hervorgeht, steht dem Uonuo tidei po88«88«r in dem Erwerbe deö Eigenthums der Früchte durch bloße Separation der Emphyteuta gleich, (qui vevtiAälom fu„6um dabet,) welcher bekanntlich juristischen Besitz an dem Emphyteutgute hat. Gerade weil dies auch bei dem antichretiscken Pfandgläubiger der Fall, ist anzunehmen, daß auch dieser, wiewohl eö auS den Quellen nicht nachgewiesen werden kann, durch bloße Separation das Eigenthum an den Früchten erwirbt, v. Savignv Besitz. Z. 22. a. E. (Sechste Aufl. S.32«) Bachofen, daö römische Pfandrecht S. 141 ff. A. M. ist v. Vangerow Leitfaden I. S. 5Zl).

§.19.

BB. EigenthumS-Erwerb durch einseitige Handlungen deö Erwerbenden.

^ Von der 0o«up»ti«.

I. Im Allgemeinen.

Der leb- und vernunftlosen Natur gegenüber erscheint der Mensch in der Berechtigung, sich derselben für seine Willkührzwecke zu bemächtigen, an und für sich ganz unbeschränkt. Erst dadurch erwächst für ihn hierin eine Schranke, daß ein Wesen gleicher Gattung bereits Rechte an dem betreffenden Gegenstande erworben und dieselben noch nicht wieder auf« gegeben oder sonst verloren hat. Stehen daher an einer Sache im Augenblicke Niemandem Rechte zu, so braucht man nur seinen Willen, sich dieselbe vollständig zu unterwerfen, durch äußere Bemachtigung zu bethätigen, und der Erfolg ist die Begründung des Eigenthums auf dem Wege der Occupatio«, unter der man demnach die einseitige Besitzergreifung einer Herrnlosen, beweglichen wie unbeweglichen Sache in der Absicht, Eigenthum daran zu erwerben, zu verstehen bat. yuo<I nullius est, ig rstione natursli «ovup»uti ooneerlitur. 1^. 3. pr. v. <le s«ic>. rer. g«m. (41. l.) §. 1s. I. «Ze rer. <1iv. (2. I.).

Voraussetzungen einer jeden rechtsgültigen Occupatio,! sind: ».Fähigkeit des SubsectS. Occupiren kann ein Jeder, der im Stande ist durch seine Willenöthätigkeit (für sich oder Andere) Besitz und Eigenthum zu erwerben. lZsius II. 87. Inst. II. 9. ?er quss pers. omuue saq.; inöb. §. 3. 1^. 10. 0. lle a<Zq. rer. ckom. (41. I.) 1^. l. 0. 6e sclq. v. »m. poss. (41. S.)

b. Fähigkeit des Objects. Gegenstand der Occupatio« ist eine jede Herrnlose Sache, Kes nullius i. jur. S. d. W. Mit ihr sind nicht die Sachen zu verwechseln, von denen die Gesetze gleich« falls sagen: Nullius in bovis sunt, weil sie zu den lies exlr» «ommervium gehören, Q. I. pr. 0. g« 6iv. rer. (l. 8.); denn diese letzte« ren geben gar kein fähiges Object für die Occupatio« ab*). Vielmehr gilt dieS nur:

«. von solchen Sachen, die sich noch in Niemandes Eigenthum befunden haben, wie Steine, Perlen, Muscheln, die das Meer ausgespült hat, u. s. w.

§. 18. I. g« rer. ll!v. (L. 1 ) Item Ispilli et Aemmse, ei «aeter», rzuse in liltere m»ris iuveniuutur, iure natursli »tutim invenloris öunt.

*) Daß auch die Sache, welche in Niemandes vommium ex iure Yuiritium stand, wohl aber in bovis sliouiu« war, s. oben S. 40. a. E„ kein Gegen» stand der Okkupation gewesen, bedarf wohl kaum noch einer besonderen Be» merkung.

ferner wilde Thiere, Vögel, Fische, die man im Freien, im Meere fängt, 1^. I. §. I. 0. 6s udq. rer. dom. (41. 1.) (Z»ius: Omni» tur »nimslia, quae^err», m»ri^ ooelo «apiuntur, id est, fers« boslise et voluore», pisoes espieQtium Lunt. Llsius II. öS. S7. §. IS—16. I. I. o.

Inseln, die sich im Meere bilden,

z. L2. I. I. «. Insuls, quae in msri nat» est, (quod r»ro KV«idit,) «ooupsntis Lt. Nullius enim esse «reditur.

überhaupt Grundstücke, die von andern Menschen noch nicht in Beschlag

genommen sind, z. B. in neuentdcckten Ländern; u. dergl.

von rechtsgültig derelinquirten Sachen, Kos pro derelioto K 6a»

min« Ksbilse. (S. unten die Lehre von der Dereliction.)

g. 47. l. de rer. div. (s. 1.) gu» rstione verius esse videtur, si rem pro derelioto s, domino Kaditam oooupaverit quis, stätim eum dominum ekkvi; pro derelioto sutem Ksbetur, «zuod dominus e» mente »bieverit, ut id rerum «u»rum ess« »«Uetz ideoque stutim dominus esse desiit. Q. I. S. 0. pro dvrel. (41. 7.)

Blos verlorene, irrthümlich stehen oder liegen gebliebene Sachen (peouniu körte perditu vel per errorem »b e«, »d «zuem portiuebst, non »bIst») bilden keinen Gegenstand der Occupatio«, 1^. 67. 0. de rei vind. (6. I.); vielmehr begründet deren Wegnahme in gewinnsüchtiger Absicht, auch wenn man den Eigenthümer nicht kennt, ein römisches turtum, 1^. 43. S- 4. v. de kurt. (47. S.), vor dessen Verdacht sich schon die Römer eintretenden Falls durch die öffentliche Erklärung zu wahren pflegten, daß sie bereit seien, dem sich als Eigenthümer Ausweisenden die gefundenen Sachen wieder herauszugeben *). 1^ 43. 8- 8. 0. «od. Einen

Bleiben die Bemühungen des Finders, den Eigenthümer der verlorenen Sache zu ermitteln, ohne Erfolg, so kann sich jener diese mit Fug und Recht euistweilen vollständig aneignen, bis sich der Eigenthümer meldet, und als solcher ausweist. Die Frage, ob der Finder einer verlorenen, nicht derelinquirten Sache dieselbe durch Ersitzung ins unwiderrufliche Eigentbum erwerben könne, ist je nach den Umständen verschieden zu beantworten. Hält er die verlorene Sache irrthümlich für derelin« quirt, so kann er, wenn die Umstände diesen Glauben unterstütze», «der seine Soo» K«Ies besonders nachgewiesen wird, zwar nicht auf den Vitulu« pro «lereliot«, Q. 6. v. pro Serel. (41. 7.Z, wohl aber auf den Litulu» pro ,uo hin, l..S. pr. 0.

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