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v. Pangerow Leitfaden I. S. 141. auch noch das Erbrecht zu den dinglichen Nechten zählen, so ist dies, mag man nun an das lus succedendi, oder an das Universum ius defuncti nach Stattgehabtem Erbschaftserwerbe denfen, wenigstens für diejenigen nicht zu billigen, welive, wie hier geldjehen, das charakteristische Merkmal der dingliden Rechte in der unmittelbaren Einwirfungsbefugniß auf eine förperlidie Saite finden, da der Gegenstand des Erbrechts gar keine förperliche Sache ist, sondern eine Universitas iuris, die nur in der Idee als Einheit ersdeint, L. 24. 178. S. 1. L. 208. D. de V. S. (50. 16.)*) L. 62. D. de R. I. (50. 17.) vgl. mit §. 2. I. de reb. corp. (2. 2.), und in ihre Theile zerlegt, aus dinglichen und Forderung so rechten besteht. – Aber auch nicht einmal dadurch läßt sich dem Erbs rechte unter den dingliden Rechten eine Stellung anweisen, daß man es mit Gaius II. 97. 98. und s. 6. I. per quas personas cuique adquir. (2. 9.) als eine per universitatem adquisitio rerum ansieht, weil diese Auffassung, indem ja nicht nur dinglidie Rechte, sondern auch Forderungsrechte, durch dasselbe übergehen, L. 3. pr. §. 1. D. de bon. poss. (37. 1.), einseitig und somit zu verwerfen sein würde. In der Lehre von den dinglichen Rechten verdient das Erbrecht nur beiläufig der Erwähnung, daß durd, dasselbe lura in re auch per universitatem er. worben werden können.

S. 3.

III. Entstehung der Dinglichen Rechte.

Sprach man früher in Bezug auf Entstehung dinglicher Rechte von Titulus und Modus adquirendi,

Höpfner Commentar der Institutionen S. 293. so war dies, insofern darunter die bloße Möglichkeit und Wirts lichkeit des Erwerbes verstanden murde, völlig nußlos und nid)ts den diriglichen Rechten Eigenthümliches. Legte man aber dem Titulus die Bedeutung eines besonderen Erwerbgrunde 8, dem Modus den

*) L. 178. S. 1. D. cit. Ulp. Hereditas iuris nomen est. L. 208. D. cit. afric. Bo

norum appellatio, sicut hereditatis, universitatem quandam ac ius successionis, et non singulares res demonstrat. §. 2. I. cit. Incorporales autem sunt, quae tangi non possunt; qualia sunt ea, quae in iure consistunt, sicut hereditas.

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Was den Verlust dinglicher Rechte im Allgemeinen betrifft, so sind hier, unter Verweisung auf den speciellen Verlust jedes einzelnen, passend nur folgende Fragen zu beantworten :

A. Inwiefern ist der Saß wahr: Resoluto iure concedentis resolvitur etiam ius concessum?

Geht man bei Beantwortung dieser Frage von dem Grundsaße aus, daß Niemand mehr Rechte auf einen Andern übertragen kann, als er selbst hat,

L. 54. D. de R. I. (50. 17.) Ulp. Nemo plus iuris ad alium transferre potest, quam ipse haberet. L. 160. S. 2. L. 175. S. 1. D. cod. Paulus. Non debeo melioris conditionis esse, quam auctor meus, a quo ius in me transit. L. 20. S. 1. D. de adq. rer. dom. (41. 1.) Ulp. Quotiens dominium transfertur, ad

eum, qui accipit, tale transfertur, quale fuit apud eum, qui tradit. so bietet sie keine weiteren Schwierigkeiten dar, weil sich die hier einschlagenden Dogmen des römischen Redites sämmtlich aus dem gedachten Principe erklären lassen.

1. Von den Fällen, in denen der Eigenthủ mer dinge liche Rechte conftituirt hat.

a. Hört das Recht des Eigenthümers, welcher dingliche Rechte an feiner Sache constituirt hat, dadurch auf, daß er es auf einen Andern freiwillig überträgt, oder darauf verzichtet, so dauern die dinglichen Rechte ohne Anstand fort. Denn da vor dieser Uebertragung und Verzichtleistung bereits Theile des Eigenthums auf den dinglich Berechtigten rechtsgültig übergegangen waren, so müssen diese aud nadıber in den Händen ihrer

Inhaber verbleiben, weil dem Eigenthümer darüber die Disposition ents zogen war, z. B. A verpfändet sein Haus und verkauft es darauf an B; hier besteht das Pfandrecht unverändert fort.

L. 15. C. de pign. (8. 14.).

b. Hört das Eigenthum des Constituenten dinglicher Rechte nicht durch freiwillige Uebertragung auf Andere oder durch Verzicht, sondern wider seinen Willen auf, so muß man unterscheiden:

aa. Das Eigenthum des Constituenten ist im Momente der Ertheis lung des dinglichen Rechtes gar nicht unwiderruflid) begründet, sondern seiner Dauer nach insofern beschränkt, als es durch den Eintritt irgend eines Umstandes ipso iure wieder aufgehoben werden kann, z. B. es ist einem Kaufcontracte die Les commissoria oder Addictio in diem beigefügt; der Erbe bestellt dingliche Rechte an einer Sache, die einem Anderen unter einer noch schwebenden Suspensivbedingung legirt ist. — In solchen Fällen erlischt das lus in re aliena mit dem Eintritte des das Eigenthum des Constituenten ipso iure aufhebenden Umstandes aus dem natürlichen Grunde, weil Niemand dingliche Rechte als Theile des Eigenthums unwiderruflich in der Person eines Dritten begründen kann, sofern fein Eigenthum selbst den Seim in fich trägt, sich mit dein Eintritte eines bestimmten Thatumstandes wieder aufzulösen.

L. 4. §. 3. D. de in diem add. (18. 2.) Ulp. Sed et Marcellus lib. 5. Dig. scribit, pure vendito et in diem addicto fundo, si melior conditio allata sit, rem pignori esse desinere, si emptor eum fundum pignori dedisset. L. 105. D. de condit. (35. 1.) L. 11: 8. 1. D. quemadm. serv. (8.6.) L. 3. $. 3 C. comm. de leg. (6.43.).

bb. Das Eigenthum des Sonstituenten hört zwar auf, geht aber nicht ipso iure auf einen Andern über, sondern in Folge eines vorerst geltend zu machenden Obligationsgrundes. --- Hier erscheint der dingliche Rechte constituirende Eigenthümer vor Geltendmachung dieses Obligatis vnsgrundes vollkommen dispositionsfähig, und die von ihm bestellten dinglichen Rechte werden daher auch nachher aufrecht erhalten; z. B. es hat der Verkäufer dem Käufer das Pacturn displicentiae beizufügen ges ftattet; der legtere verpfändet die Sache und bekommt nun später Reue. In diesem Falle besteht das Pfandrecht fort.

L. 3. i. f. D. quib. mod. pign. (20. 6.) Ulp. verb. quamquam ubi

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Vergl. Friß im Archiv für civ. Praris VIII. Nro. 11.
Delfen Erläuterungen zu Wening-Ingenheim. Heft II. S. 265–273.

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