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selbst in den Besitz gesetzt haben, wenn nur die possessio keine viliosa ist. l^. 8. 0. K. t. Ward eine nicht legirte Sache vom Erben irrthümlich als eine legirte tradirt, so erfolgt die vsuospi« auf den 'Mulus pro su« hin. l^. 4. §. L. v. pro su« (41. 10.)

8 41.

6. Vitulusproliot«.

Vig. XI^I. 9. ?r« 6«te. O«u. Vlil. S8. De usuospiove pro ckote.

Auf diesen Titel hin ersitzt der wirkliche, nicht blos vermeintliche Ehemann 1^. 1. z. 4. 0. K. t, 3. 0. cie iur« u«t. (S3. 3.) nach eingegangener Ehe die llotis oausa erhaltenen Sachen, gleichviel ob bewegliche oder unbewegliche wenn er nicht sofort Eigenthum daran erlangt hat. 1^. 1. 8. 1. 3. v. K. t. UebertrSgt die Braut auf ihren Bräutigam einzelne (nicht ästimirte S. v. K. t.) VermögenStheile in der Absicht, ut statin, res eius ösnt, so kann, sollten dies Kes »lien»« sein, auch schon vor Abschluß der Ehe Usukapion erfolgen, indessen nur nicht auf den Vitulus pr« ckote, sondern auf den pr« su« hin. l^. I. §. S. i. f. v. K. t. DaS Letztere findet auch beim putativen Ehemanne in Betreff der v«tis nomine erhaltenen Sachen Statt, insofern« er sich in einem entschuldbaren Jrrthume befindet, l^. «7. 0. 6s iur« «j«t. (23.j 3.) Mit Auflösung der Ehe hört auch die vsuvspi« pr« u«t« auf. l^. 1. S. 3. 0. K. t.

§ 4S.

7. Vitulus pr« tr»os»«t«.

l^ock VII. L6. De usucspione pr« en>pt«re vel transaotioue l^. 8. O. d. t. ?Kilippus: Lx causa transaetiouis Kabeutes iustam «susam possessionis usuvapore possunt. 1^. LS. i. 5. 0. 6v usurp. (41. 3.) re^ö. si von ex lransavtiove iä factum kuerit.

Dieser Titel kann in doppelter Weise zur Anwendung kommen, einmal, indem der Transigent dem Gegner zur Ausgleichung deS Streites

Q. l. <?. «Ie uslio. pr« ckote (7. LS.) spricht zwar nur von Ke» mobiles io «lots,» ckscae, indessen die« ist ein Reskript Alerander SevcrS, welche«, in dem Falle einer au« Mobil! en bestehenden vos erlassen, nicht ausschließt, daß auch bei Immobilien die vsuesviv pro ckote eintritt.

eine andere als die Streitsache abtritt, und dann, indem die eine Parthei transactSweise ihre Ansprüche an das Streitobjekt zu Gunsten der anderen aufgiebt. Zur Erläuterung deS Letzteren nehme man beispielsweise folgenden Fall. Die zwei streitenden Theile kommen überein, das von beiden angesprochene Eigenthum solle dem Einen oder dem Anderen gehören, wenn er dasselbe beschwöre. Hier ist die Ersitzung dadurch möglich, 1^. 13. §. 1.0. cks iure iur. (S. S.), daß der Schwörende folgerichtig also reflectiren muß, sollte auch der Gegner in dem Streite um dag Eigenthum der Sache Recht gehabt haben, so bin ich doch jetzt ganz sicherlich Eigenthümer, da ich die von ihm gestellte Bedingung der Abtretung seiner Rechte an die Sache mit Ableistung deS EideS erfüllt habe.

8 43.

8. Vituluspro Kerscie.

ViS. XI^I. S. pro Kersä« vgl pro possessor«. Lock. VlI. SV. II« usuo»pi«ne pro Kereck«.

Resultat für da« j u st i» i a n eisch e Recht.

Der 1'itulu» pro Kereck« ist im justinianeischen Rechte mir noch da begründet, wo Jemand factisch irrend auf eine an und für sich Erbrecht verleihende Thatsache hin glaubt Erbe zu sein, wiewohl er dies wegen eintretender Hindernisse nicht wirklich ist; z. B. der Intestaterbe weiß nichts vom Vorhandensein eines Testamentes, der TestamentSerbe nichts von der Nichtigkeit deS letzten Willens. I.. 33. §. 1. v. cke usurp. (41. 3.) lulikllus: Ickem Kie, si » ckomiuo Keres iustitutus tuerit, v«I bonorum «ius possessiouem sooeperit, iuvipist funckum pro Kereck« possickere. Uo« »mplius, si iustam causam Kadusrit existimancki, se Kereckem vel bonorum possessorem liomiuo extitisse, kuuckum pro Kerecke possickebit. WaS die Wirksamkeit der auf einen solchen Vitulus pro Kereck« gegründeten Usucapion betrifft, so erstreckt sich dieselbe nur gegen Dritte, nicht auch gegen den mit der Uersckitslis petilio auftretenden Erben. Ii. 4. O «uib. ous. «essst l, t. praesvr. (7. 34.) 7. 0. cke pet. Ker. (.3. 31.)

8

Fortsetzung.

S. Historische EntWickelung obigen Resultate« deSjustinianeischen

Rechts.

Das vorjustinianeische Recht kennt der Vituli pro Kereo'e mehrere, deren geschichtliche Darstellung zeigen soll, wie sich der obige Zustand des neuesten Rechtes daraus entwickelt hat.

Der älteste 'ritulus pro Kerrie führt zur:

Lehre von der ?r« Kereäo usuospio.

Arndts, Beitrage zu verschied. Lehren deS CivilrechtS und Civil« processeS. S. 1—1l2. H nschke, Ueber die usuospio pro Kerea'e, lZ6uei»« und ex prsoa'iätur»; in der Zeitschr. f. gesch. R. W. XIV. Rro. VII. S. 145-229.

I. Begriff. In frühester Zeit war einem jeden erbfähigen Römer die Möglichkeit gegeben, sich nach dem Tode eineS zu Beerbenden in den Besitz von dessen Erbschaftssachen zu setzen, und dann durch einjährige Fortsetzung dieses Besitzes selbst ohne bo„» «lies Anfangs das Erbrecht alö 8u««essor per uoiversitsteni, später die einzelnen Erbschaftssachen, gleichviel ob bewegliche oder unbewegliche, zu erwerben. Die Ersitzung, durch welche dieS geschah, war die pro Kereo'e usuvspio. tZsius II. SL—SS.

II. Gründe der Einführung der pro Korea'« usuoapio und ihr Einfluß aufder letzteren Unanwendbarkeit beim »uns und auf deren Zulassung beim lle««ss»riusk«res.— Als Grunde der Einführung dieses auffallenden ErsitzungS»JnftituteS giebt Gaius sehr bestimmt folgende zwei an, einmal die Sorge der Legislation, den Creditoren deS Erblassers baldmöglichst einen Repräsentan« ten deS letzteren zu verschaffen, um durch ihn Befriedigung zu erhalten, und dann das Streben der alten Römer, die l8»or» deS Verstorbenen nicht vernachlässigt zu sehen *), welche Cicero zufolge **) zuerst auf den

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Erben übergiengen, dann auf den, der mortis esuss, z. B. als Legatar, soviel wie die Erben zusammen erhalten, in dritter Reihe auf den, welcher von dem Vermögen deS Verstorbenen am Meisten durch Usukapion erworben, in vierter auf den, der im Concurse den Creditoren am Meisten von ihren Forderungen gerettet, also auf den bei der Venltitio bonorum Meistbietenden 5), und zuletzt, wenn kein Ueres oder Konorum possessar vorhanden war, Niemand aus der Erbschaft etwas usucapirt hatte, und auch kein Concurs Statt gefunden, auf die Schuldner des Verstorbenen, weil sie von ihren Schulden frei wurden.

Faßt man diese ursprünglichen Einführungsgründe der vsuvspio pro Kerecie*5) ins Auge, so leuchtet ein, daß sie alle zwei nicht zutra« fen bei den suis Koreciibus, die im Momente des Todes ihres Erb« lasscrS ipso iure Erben wurden und als solche sowohl dessen Saeru zu erfüllen, als die. Creditoren zu befriedigen hatten. lZaius kl. 136. Kein Wunder also, daß bei den suis Kereciibus die Usuoupi« pro Kerecke außer Anwendung blieb. 1^ S. O. K. t. viool. et Al»x. Xibil pro bereite posse usuvspi suis Kereclibus existeutibus msgis odliuuit.^^).

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— Ganz anders wie bei den suis stellte sich dagegen die Sache beiden neoossarüs noreäibus, in Betreff deren zwiefach verbürgt ist, daß bei ihnen die pro Kere,ie usuespio Platz griff. (Zsius II. 58.: «t uooes»srio t»m«li nervo'« extsnte, ipso iure pro Kereile usu«»pi polest.*) lli. III. 801. Nsm ue«esssrio I>ere6e exluiit« pl««u!t, ut pro Kerelis usuospi possit. Die neoesssrii Kerelie» wurden zwar auch ipso iurs Erben, <Z»ius ll. 153, kamen aber in der Regel nur in Fällen des Eon» curses vor, um die mit der Vei,<iilio bonorum verbundene IZnomiu!» Hominis von dem Erblasser auf den eingesetzten Sclaven abzulenken. (Zaius ll. 154**). Ein Interesse, daß gerade dieser letztere Erbe blieb, konnten die

serzeit nicht unbestritten, ob suis Kereäibus existentibus pro derecke usueupi» Statt sinken sollte oder nicht. Daß diese Coutroverse nicht von Anfang an vorhanden war, schließe ich aus dem Nichizutreffen der sehr bestimmt hervorgehobenen Einführungsgründe der pru derecke usuespi« bei suis KsrsiliKu». Erst später, als die Rücksicht auf die S»or» mehr zurücktrat, mag die Reflerion der Juristen, nicht da< bloße Erbe-Sein des suus entspreche ven Interessen der Ereditorcn, sondern da« thätige Besorgen der Erbschaftsangelegenhcitcn Einige zu der indessen nicht durchdringenden Ansicht geführt haben, dem noch nicht im Besihe der Erbschaft besindliche« suus gegenüber (vergl. S»ius III. 20t,) sinde pr« Kerecke iisnospi« Statt. Daß die Statthaftigkeit der pro Kereile usuväpin bei nevess»rii» Kersclidus jemals ein Gegenstand des Streite« gewesen, davon sagen unsre Quellen nichts. — Ueber eine andere ErklüruugSweise des Unterschiede« der Behandlung der pro bereite iisuvsoio gegenüber dem suus und oeeesssrius, welche von deren Entstehungsgründen absehend sich theils auf die römische Auffassung der sui Kerecies mehr als Fortfeßer des väterlichen Eigenthums, denn als eigentliche «srerles, Q. ll. 8. ll. v. cke lid. et nost. («8. S.), theils ,mf den Schulstreit in Betreff der l« iure cessio einer Erbschaft von Seiten des suus und oeoess»rlu» sS»iu, II. 37. III. S7.Z stützt, und auch in unserer Frage einen Schulstreit annimmt, vergl. Huschke a. a. O. S. 168. ff, 5) Neber die hier gewählre Interpunktion vergl. Huschke a. a. O. S. lS7. Note 26.

55) S»Iu» ll. lSS. kiecess»rius Keres est servus o»m IiKert»te Keres instl» tutus; ilien »io »ppell»tus^ qui» sive velit sivs oolit, »molmoä« post n,«rtem testittoris protious über et Keres est. Z. IS4. uncks qui f«oult»te» süss »us?ect»s K»Ket, solet servum prlnin »ut ssenocku vel eti«m ulteriore gr»cku liberum et Kereclem ivstltuere, ut si oreckitoribu» sstis ono Kst, putiu» Kuiu, Kereclis quam ipsius te«t»t«ris doli» veoe»vt, icl est, ut igonmioi» gu»e »oolclit ei veu<jit!ove dnvnrum, dun« pvtius Kereckem au»,» lpsum testutorem ovotiog»t. eet.

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