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werden kann. Lsius. II 63. l^. I. 0. pro «lote (41. S.) Vielmehr bezieht sich das ErsitzungSverbot dotalcr Grundstücke nur auf Dritte, denen vom Manne resp. Bräutigame, l^. 4. 0. tle fuiict. «Zot. (23 .5.) vergl. m. 1^. 7. K. 8. 0. <te iure clot. l^L3. 3.) 1^.. 1. g. 2. 0. pro clote (41. 9), seien sie nun wirkliche Eigenthümer oder bloße öonse llciei posses««res, srK. 1^. s. K. 2. I> <Ie reb. eor. (27. 9.)^ das prsellium <jotsle durch ^lioustio voluutsriu 1. «Z. pr. v. 6e tun«'. <t«t (23. 5.) veräußert worden ist, und auf deren juristische Successoren. Ja selbst nicht einmal auf die Genannten unter allen Verhaltnissen, sondern nur dann, wann die Frau nach altem Dotalrechte die ^«tio lle «lote hatte, 1^. 3. §. l. v. eoä., weil das ganze Vcräußerungsverbot der l^ex lulia ge sllulteriis lediglich zur Ergänzung dieser Klage, d. h. also dazu dienen sollte, der Frau die Immobilien als Restitutionsobjecte der vos nicht durch den Mann entziehen zu lassen. Vergl. Bachofen, das Veräußerungsverbot des ^uiiitus ttolslis, in s. Lehren des röm. Eivilr. S. 90. Nur eine Folge davon ist z. B., daß, wenn der Mann ein Kon» örle besessenes Dvtalgrundstück veräußert hat, und die Frau darauf stirbt, der Käufer den ?un<jus «iotslis ersitzt, weil eben in diesem Falle die ^eti« ge «tot« Wegfiel, ^rg. Q. 42. v. cle usurp. et usue. (41. 3.) 1^. 17. 0. lis kuu6. äot. (23. 5.) Und steht nun gar eine ^lienstio nou voluutsri» in Frage, z. B. eine Alissio iu possessiouem funäi dotulis lismni infecti esusa, so wird dadurch die I^ex luli» gar nicht berührt, und daher kann unbedenklich das betreffende Grundstück, das der Mann bisher bona Lcle besessen, von dem Eingewiesenen usucapirt werden, ^r^. Q. I. pr. 0. ««6. Vergl. l.. 13. v. f»m. er«. (10.2.) Hatte die Usucapion deS ^uutlus ciotslis von Seiten eines Dritten schon vor Bestellung der vos ihren Anfang genommen, so läuft jene trotz dieser ununterbrochen fort, wenn der Mann, in der Lage daö Grundstück herauszuverlangen, dies unterlassen hat, was freilich auf seine Gefahr geschieht; rem peri«uli sui tsoit. 1^. 16. I). eod.

2. Die regulären Adv entitisn der Haussöhne während der väterlichen Gewalt. 1^. 1. O. 6e doo. mut. (6. 60.) 1^. 4. O. cie Kon. quse lib. (6.61.) 1^. 1. §. 2. <?. äe »vn. ex«. (7.40.) Hat diese aufgehört zu bestehen, so tritt regelmäßig die Verjährbarkeit derselben wieder ein. 1^. 4. i. f. O. «it. re^ö. M8i forte «et. 1^. 1. §. 2. (5. «it. Nur in Betreff derjenigen Vermögenstheile, welche von den zur zweiten Ehe schreitenden Ascendenten an die Haussöhne gefallen, (l^ucra uuolisli»), macht sich in Folge X«v. LS. «. 24. eine nicht weiter auszudehnende Ausnahme*) geltend, indem sie der ordentlichen Ersitzung selbst noch nach aufgelöster väterlichen Gewalt entzogen bleiben.

8 S8.

Fortsetzung!
3. Von den Sachen der Pupillen und Minderjährigen,

3. Ob die Sache» derPupillen und Minderjährigen der ordentlichen Verjährung entzogen sind, oder nicht, darüber herrschen unter den Juristen sehr verschiedene Ansichten. Vergl. Daniels, Ile usuosp. el prsesor. «civ. pup. et minor. Sonn. 1827.8. Die bejahende Antwort dürfte sich indessen^aus folgender historischer Betrachtung als die einzig richtige ergeben.

A. Vorjustinianeisches Recht.

AA. Von der vsuvspio der Mündelssachen.

». Veräußerungsverbot der Pupillen und Minderjährigen. Theils zum Schutze der gesetzlichen Vormünder als der bei Zusammenhaltung des Mündelsvermögens wegen ihrer künftigen Erbfolge amMeisten Jnteressirten, auf deren Vortheil das Institut der Vormundschaft im alten römischen Rechte bei Weitem mehr berechnet war, wie zu dem der darunter Stehenden, Llsius. l. 1<Z5.192. 1^. 1. pr. v. 6« leg. tut. (S6. 4.) v. Lohr in dessen u. v. Grolman'S Magazin IN. S. I. ff., theils aber auch zum Schutze der Mündel selbst war den in Vutel» legitima befindlichen Frauen von frühster Zeit her lies msnoipi, und den Pupillen Kes mÄovipi wie ne« msncipi sine tntore suotore zu veräußern verboten. lZsius II 8«. 84. III«. Xl. 27. Vst. frsgm. ß. 45. Und als natürliche Folge hiervon erscheint denn, daß gegen dieses Verbot veräußerte Sachen auch nicht durch vsucapi« von Seiten

A. A. ist Puchta Pandekten §, lö8. Note t., indem er diese Ausnahme generalisirt, und folgeweise alle vom Vater veräußerten Adventitien auch noch nach aufgelöster väterlichen Gewalt der ordentlichen Ersitzung entzogen sein läßt, in> dem kein Grund vorhanden sei, die Vorschrift der «ov. ss. «. L4. auf den darin enthaltenen speciellcn Fall zu beschränken. Allein hierbei ist übersehen, daß l^. 4. I. f. O. vit. verö. vis! forte est. und Ii. I. §. L. O. o!t, ausdrücklich die Usucapionsfähigkeit der Adventitien nach aufgelöster väterlicher Gewalt anerkannt haben, die Novelle LS. «. S4., wenn sie daran etwas ändert, demnach ein eorrectorisches Gesetz und als solches stritt zu interpretiren ist.

eines Dritten erworben werden konnten. <?i«. »6 ^lr. l. S. tZaius. II. 47. V»t. frsKm. §. I. 159. l.. 9. «. pro «mpt. (7. 26 ) l^. 10. pr. 0. quemsclm. sorv. sm. (8. 6.) l^. 48. pr. v. tis rsr. <l«m. (41.

t.) l^. 13. S. 2. 0. .1« publ. i. r. »ot. (6. 2.) Q. 5. 8- 8. 0. go reb. vor. (27. 9 ) Bei den Minderjährigen war nur die Berücksichtigung ihres Vortheils entscheidend für die Bestimmung der Gesetze, daß auch sie wenigstens Immobilien ohne Dazwischenkunft der Obrigkeit rechtsgültig zu veräußern und folgeweise auch durch Usukapion Dritter zu verlieren außer Stande sein sollten, l^. 4. <ü. cl« pr»eck. «t »I. rek. min. (5. 7l.) vergl. m. l^. 7. §. I. v. cls min. (4. 4.)

d. Veräußerungsverbot der Vormünder. So lange das Institut der Vormundschaft in ihrer wohl häufigsten E, scheinung als ge« setzliche 'Pute!» und Our» vorzugsweise auf den Vortheil der Vormünder berechnet war, weiß die Legislation von einer Beschränkung der Vcräußerungsbefugiiiß derselben nichts. Indessen mit der Zeit verlor sich dieser bei der Our» miuorum nie zur Geltung gekommene Gesichtspunkt auch bei den andern Arten der Vormundschaft, und daher finden wir denn bereits unter Scptimius Severus a. d. I. 195. n. Ehr. für Vormünder, Tutoren wie Curatorcn, das Verbot, (Oratio Soveri), ohne obrigkeitliche Mitwirkung ?rsecli» rustio» vel sudurd»,,» zu veräußern, l^. 1. pr. §. l. S. I). tl« rvd. «or. qui »ub. tut. (27. 9.), Bachofen, das 5 Veräußerungsverbot der oratio »vvsri; a. a. O. S. 119 ff., welches Verbot später mit wenigen Ausnahmen l^. 28. §. 5. ci« »clm. tut. (5. 37.) l^. 4. O. yusncl« cleorst« opus non est. (5. 72.) auf alle Sachen ausgedehnt wurde. 1^. 22. O. 6o »<lm. tut. (5. 37.) — Wird da, wo ein obrigkeitliches Decret erforderlich war, ohne ein solches vom Vormunde veräußert, so ist soviel gewiß, daß darauf keine vsuospi« gegründet werden kann. Q. 9. 8. 5. vergl. m. l^. 12. §. 4.0. äe?ubl. i. r. »ot. (K. 2.)

«. Resulta t für u n sere Leh re. Wie die bisherige Darstellung ergaben, sind es der Gründe zwei, welche im vorjustinianeischen Rechte der vsuospi« der Sachen der Pupillen und Minderjährigen entgegenstanden, das Veräußerungsverbot für die Mündel und das für die Vormünder. So oft sich keiner dieser beiden Gründe geltend machte, kamen die ganz gewöhnlichen Grundsätze der Usucapionslehre zur Anwendung und eine Folge davon ist: «. daß, wenn ein Anderer, als der Tutor oder Curator, eine Mündelssache veräußerte, diese wie jede andere usucapirt werden konnte, weil Hierseins der gesetzlichen Verbote im Wege stand. Hieraus erklären sich ^ L. 0. 6s so nui pro tut. (27. «.) und I>. 4. S. 24. v. 6e clol. m. exo. (44. 4.) — /?. daß, wenn der Vormund oder ein Dritter eine Mündclsfache entwendet hat, diese usucapirt wurde, sobald sie i„ potestatem des Mündels re«p. Vormundes revertirt war. Daraus erklären sich I.. 4. S. II. v. 6e usurp. et usu«. (41. 3.) 1^. 7. 8- 3. U. pro empt. (41. 4.) 1^. 33. 0. ne turt. (47. 2.).— ^. daß, wenn der Pnpill ohne Vormund die Sache eines Dritten veräußert, und der Käufer ihn für mündig hält, derselbe ersitzen kann. DieS ist die richtige Interpretation der Paulus'schen 1^. 2. S. 15. 0. pro empt. (41. 4); vergl. Unterholzner a. a. O. I. S. 128. 129. — <?. daß, wenn unter sonstiger Beobachtung der gesetzlichen Erfordernisse vom Vormunde eine Kes msvcipi, bewegliche oder unbewegliche, bloS tradirt worden ist, das daran entstandene In bovis durch vsuvspio in Ilominium ex iure Huiritium verwandelt wurde. (Zains. II. S. 41. vergl. m. 8- 47. — Da unter der letzteren Voraussetzung durch die vsuospio dem Mündel kein juristischer Schaden erwuchs, so war natürlich an ein Dagegenaufkommen von seiner Seite nicht zu denken. Ganz anders verhielt sich dies aber in den übrigen Fällen, und daher half denn in diesen , der Prätor auf außerordentlichem Wege durch Kestitulio in integrum. 1^. 45^ pr. 0. 6s min. (4. 4.) 1^. uu. si aäv. usu«. (2. 36.) Viool. et Aax. Oontra eos, «ui res minorum tenent, s! usu«»pione clominium uuuuisisrint, restitutionis auxilium vis lieosriii 6ebet.

BB. Von der l^ougi temporis praesvriptio der Mündelssachen.

Wie erwähnt, bildete sich diese erst durch den Einfluß des prätorischen Rechtes und kaiserlicher Constitutionen, also zu einer Zeit aus, in der bereits das Wohl der Mündel die vorwaltende Rücksicht bei Bestellung der Vormünder geworden war. Ganz natürlich also, daß man den bei der Usucanio als einem altcivilrechtlichen Institute für Wahrung der MündelSinteresse» nothwendigen Ausweg resp. Umweg der prätorischen Kestitulio in integrum nicht bedurfte, sondern daß man den Mündel gleich von vorneherein gegen jeden nachtheiligen Einfluß der Qongi temporis prsescriplio zu schützen suchte, indem man aussprach, sie solle erst vom Momente der erreichten >Isior selas zu laufen anfangen. 1^. 3. (Z. quid. n. obiiv. I. t. praesor. (7. 3ö.) Oiool. st Aax. Xon est inooguitum iä temporis, cjuoä in minore »etste trsnsmissum est, long! tem Poris praesoriptioni non imputari: e» vuim tun« «urrere inoipit, ausudo »6 msiorem setatem dominus rei pervenerit. ». 290.

B. JustinianeischeS Recht. In vorgeschilderter Weise verhielten sich in Bezug auf MündelSsachen die vsuk!apio und I^oiiAi temporis prsesoripti«, als Justinian die beiden Institute im Jahre 53 l zu Einem verschmolz, 1^. un. 0. de usu«. trsnsf. (7. 31), und es entsteht daher die Frage, welches von beiden gerade in dem uns hier interessirenden Puncte das entscheidende ist? ^ Zweifelhast erscheint die Antwort im ersten^Augenblicke deshalb, weil sowohl die oben angeführten Zeugnisse der Ilsucspw von Mündelssachen, als auch die jede Präscription daran während der Minderjährigkeit ausschließende IlV 3. O. «it. nebeneinander in die justinianeische Compilati"« übergegangen sind. Allein dieser Zweifel wird gehoben durch die gleichzeitige Aufnahme einer justinianeischen Constitution, l^. S. l). in quid. «ans. i. i. rest. n. e. neo. (2. 41), die also lautet: 8sueimus fävore imperfeolse aetälis exeeplioilem nou numerstue pe^ «uniaesb initio miuoribus nou ourrere; ne^ dum in integrum restitulionem exspvetamus, vel »liouod emerAst obstsvulum, per «uod Kuinsmodi den«««!« minor uti non possit, vel sudstsntia eius subvertatur. 8ed liumsnius est, Istius esndem leAis interpretstionem exten der«, in «mnibu» v » siduin quidu« veter» iura «urrere <^uidem temporales praesoriptiones »dversus minores «ouoesseruut; per in inteKrum aiitem restitutiouem eis su b ven ieda n t, es» ipso iure nou eurrere. Klelius enim iutaets eorum iura serv»ri, <zusm pust «ausam vulneratam remedium <zu»erere: videli«t?t exoeptionibus triZiot» vel qusdrsAinta uunorum in suo ststu remÄnentibus.

Deutlicher, wie hier geschehen, kann nicht wohl ausgesprochen werden, daß eine jede bisher gegen Minderjährige laufende, durch Ke»tilut!o in integrum rücklings zu rescindirende Verjährung unter dreißig und vierzig Jahren, also auch die vsueapio, um den angedeuteten Ausweg zu umgehen, für die Zukunft gar nicht mehr zu laufen anfangen, d. h. aber, daß der von der I^on»! temporis prsesoriptio angeführte Rechtssatz durchweg Geltung haben solle. Zwar glauben einige Juristen, z. B. Göschen Vorlesungen II. l. S. 105.106.

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