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(S. 6.). Was aber noch wichtiger, als alle die angegebenen objektiven Eremtionen, war, daß auch prsecli» provinoislia durch Usu» capion nicht erworben werden konnten, von ausdrücklichen Ouellcuzeugmssen abgesehen, (Zsius II. 46. k>r. I. lie usuo. (S. 6.) u«. O. «'s usu«. trsusform. (7. 31), schon deshalb nicht, weil kein vomiuium ex iure yuirilium an ihnen möglich war. (Zsius ll. 7. Vergl. oben S.33.

Unstreitig ist in diesen engen Schranken der Usuospio, und namentlich in der Unanwendbarkeit derselben auf Peregrinen und Prov inci a l grnn d st ü cke die Ursache zu suchen, warum sie bei der immer häufiger werdenden commerciellen Berührung mit Peregrinen*) und bei der stets sich mehrenden Zahl der Provinzen**), nicht ferner ausreichte, und warum sich daher, wahrscheinlich durch Vermittclung des prätorischen Rechtes und nachhcriger kaiserlicher Constitutionen***) noch ein zweites, zur Ergänzung der vsucspi« dienendes-j-) Institut der Verjährung in der I^onAi lemporis prsesoriptio 8. possessio bildete 55), in Folge dessen diejenigen, welche per lonAiim tempus, d. h., wie es sich nach und nach feststellte, zehn Jahre iuter prsesentes und zwanzig Jahre inter «bseiiles 555) den rechtmäßig (iusto titulo und Kon« g«1e) erworbenen Besitz einer Sache fortgesetzt hatten, in demselben auch für die Zukunft, sowohl gegen den Eigenthümer als dinglich Berechtigten an

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fremder Sache, zunächst freilich nur durch eine Erceptio, geschützt wurden,

Q. IS. v. lle lliv. temp. pruesor. (44.3) Paulus: Oemt«r> qui prsesvription e loogse possessionis « possessore piAiioris summoveri possit, piKnus llistrsxit: Huuero, »« possessori «»Iva «it exevptio »tlversn» emptorem? psulu» respovclit etism süversus vmptorem euuclem exveptiouem «ompetere.

bis ihnen später sogar eine Klage zustand, um durch sie die aus

ihrem Besitze gekommenen Sacken wieder zu erlangen.

1^. 8. pr. (?. cle prseser. XXX vel Xl^ »imorum (7.39.) lusliuisu: Ki, quis empliovis vel tioiislioni» vel »Iterius «uius«uittzue «ontruetu» titulo rem «liqusm bona Kcie per tleoem vel vi^inti »onos possederit, etlovgi temporis exoeptionem ooutr» 6omi»os eius, vel «rellilores K)p«llie«sm eius prseteniientes siki s^izuisierit, p»slea<zue tortuitu «»su posses» siouem eius rei periliilerit: posse eum etiam »otiuuem ack virillioaullsm rem eurillem Ksbere saueimu»! Ko« enim et veteres leZes ssi quis ess revtv inspexerit) ssoviebäiit.

Durch diese letztere Aenderung mußte die I^ongi temporis praesvriptio den Character einer erwerbenden Ersitzung annehmen, den die vsuospio von jeher hatte, nur mit dem wesentlichen Unterschiede, daß durch diese immer Dominium ex iure Huiritium entstand, tZsius II. 41. 46., während jene einem Peregrinen nur peregrinisches Eigenthum iZsius II. 40. und an Provincialgrundstücken selbst dem Römer nur die Art des Eigenthums verlieh, welche ein Privater überhaupt an solchen haben konnte*). Anfangs litt die I^ougi temporis prsosoripti« als

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bloßeö Ergänzungs-Jnftitut der vsuvspio nur auf unbewegliche Sachen Anwendung, da Mobilien, Kes msucipi wie nev msnvipi, nicht nur in Italien, sondern auch in den Provinzen usucapirt werden konnten*), also zur I^onAi temporis pr»e««ripti« in dieser Ausdehnung für den römischen Bürger zunächst kein Bedürfniß vorlag. Wohl aber war dicS der Fall für den Peregrinen, der, völlig ausgeschlossen von der vsuoapi» und allein fähig der l^onAi tomporis praescripti«, bei deren Unanwendbarkeit auf Mobilien, an diesen im römischen Reiche selbst durch noch so lange» Besitz nicht einmal percgrinischcs Eigcnthum erwerben konnte. Aber auch für den römischen Bürger erschien die Ausdehnung der l^onZi tvmporis prsosoripti» auf Mobilien wenigstens wünschenswerth, da der hier dargebotene Vortheil, sich den gehörig qualificirten Besitz seines Borgängers mit anrechnen zu dürfen, (^««es8i« tempori« in gar nicht seltenen Fällen den bei der Ilsucspi« eintretenden Vorzug einer kürzeren, aber nvthwendig in derselben Person ablaufenden Verjährungszeit noch überboten haben mag. Dazu kam, daß bei der Ilsuospio das II«mivium ox iur« yuiritium ganz so auf den Usucapienten übergieng, wie es bisher gewesen; also namentlich auch mit der Beschränkung eines Iu8 in r« slivns, wenn eine solche bisher bestanden, 1^. 44. §. S. v. g« „surp. (4l. 3.) 1^. s. pr. 0. pro Ker. (4>. 5.) 1^. 7. O. 6e pißn. (8. 14.), während derjenige, dem die I^onZi temporis prsesoripti« zur Seite stand, zugleich gegen dingliche Rechte an fremder Sache geschützt erschien, 8. vr. «it.

Die angedeuteten Gründe mögen eö gewesen sein, welche zunächst den Kaiser Antoninus Caracalla bewogen zu rescribiren, die ^.«ugi

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temporis praesoriptio solle auch aufMobilien Anwendung finden,

1^. V. II. 6e cliv. lemp. prsescr. (44. 3.) Nsroisn. Kesoriptis quibusllsm Oivi lUu^ni ^iitoni», oavetur, ut in rebus mobilibus ?Ior.) loou» sit, pruesoriptioui diutiuse possessionis.

Vergl. r.. 8. U»s. 3. (^leermsnn. 1'Kes. V. p. 86.) und seitdem steht denn die gedachte Ausdehnung derselben auch ganz unbedenklich fest.

1^. 3. O. e«6. Klodestin. I^onAse possessionis prsesoriptionein tsm in prsediis quam in manoipiis Io«um Kabere manifestum «st. I.. 1. ll« serv. fug. («. 1.) 1^. 3. U«s. l^l. 3. Wie schon aus der bisherigen Darstellung hervorgeht*), waren Anfangs die beiden nebeneinander bestehenden Institute der Verjährung, die Usuvspio und l^ongi lemporis praescriptio, nach der Quelle ihrer Entstehung, nach Voraussetzungen und Wirkungen gar sehr verschieden. Erst im Laufe der Zeit sind die betreffenden Gegensätze mehr und mehr zur Ausgleichung gekommen, und zwar vorzugsweise unter Einwirkung nachstehender Thatsachen.

1. Dadurch, daß Kaiser Caracalla allen damaligen Unterthanen des römischen Reichs die römische Civität ertheilt hat, 1^. 17. 0. <le stat. Kom. (1. S.), ist der Personal-Unterschied zwischen römischen Bürgern und Peregrinen zwar nicht aus dem Dasein verschwunden, wohl aber hat er seine bisherige wesentliche Bedeutung verloren, indem sich die Zahl der Peregrinen natürlich hierdurch sehr plötzlich verminderte.

2. Nachdem unter Hadrian die beiden Edicte deö praetor urbsnus und pere^rinus vereinigt worden waren, Lutrop. VIII. 17. Loust. '1'sntk (S.) §. 18. 0. ue vet. iur. enuvl. (1. 17.) Ooust. 0e<lit. (3.) 18. 6. eoa'., mußte der Unterschied der civilen und naturalen Eigenthumserwerbarten seinem bisherigen juristischen Gewichte nach aufhören zu bestehen, vergl. oben S. 42. SV., und die Aufhebung des Orä« iuäioiorum priv»t,«rum unter Diocletian 1^. ?. 6« peci. iuck. (3. 3.) S. 8. I. 6e iolerll. (4. 15.) vergl. 47. S. 1. 0. 6« neS. Avsl,. (3. S.) stellte die ttei vindicatio alö Ausfluß des Dominium ex iure yuirilium, die ^«ti« in rem ?ubli«ianu, welche zum Schutze des In bovis

5) Jnwieferne die vsuosxio und l>«ogi temporis pr»«cr!pti« auch noch in Berechnung der Ersitzungszeit und in Betreff der Unterbrechung der Ersitzung abgewichen find, wird sich im Laufe der dogmatischen Darstellung ergeben.

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