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die ursprüngliche Form wieder hergestellt werden kann; z. B. ich fertige aus einem Goldbarren ein Bild. IV 7. 8. 7. II. eock. ve/^ö. ut evve vss eooilstum «<i ruäem mssssm »uri vel »r>s«nti v«I »eris reverti polest. Ist dies dagegen unmöglich, z, B. ich bereite aus fremden Trauben Wein, aus fremdem Saamen Oel, aus fremder Wolle Kleider u. dergl., so steht das Eigenthum der neuen Species dem Specificanlen zu, vorausgesetzt, daß hier, wie im Falle der Verwendung theilS eigenen, theilS fremden Stoffes, (»,,b wr«. s.),

«. eine wirklich neue Species hervorgebracht worden ist, «sius II. 79. S. SS. I. 6« rer. <iiv. (S. I.) 1^. 7. g. 7. ». «it., was übrigens bei bloßem Zerstören, in Theile Zerlegen, Anstreichen und Färben einer Sache, sollte auch der Erfolg dieser Thätigkeiten nicht wieder rückgängig gemacht werden können, sowenig anzunehmen ist, 1^. S5. S. 3. 0. e«6., wie bei der bloßen Hinwegnahme einer Hülle. Unter den letzteren Gesichtspunkt gehört auch das Ausdreschen von Früchten, l^. 7. §. 7. i. f. v. «it Viclviitur tsmeu mihi (tüsio) revte quiclam liixisse, n«u hebere 6uKit«ri, quin »lieiiis «pi«is exoussum frumeulum eiu» sit, vuius et spiese sueruut; «um enim Aisna, quse spiois eoutiiieiitur, perkevtum Kubeunt susm spe«iem, q»i exvussit spiess, no» novam speeiem taeit, seä esm qiiue est detegit. — Zwar scheint 8. Ts. I. eil. einer anderen Ansicht zu huldigen, yuseri solet, ulrum is (llomivus sit), qui feverit, »n potius ille, <zui muleri»« «ioniiuu» fuerit? ut ee«e si quis ex sliouis . . spi«is . . . frumeutum feeorit. Allein gleichwohl unterliegt die hier vertheidigte Auffassung keinem ernstlichen Bedenken, wenn man erwägt, daß derselbe GaiuS, welcher in seinen Evmmentarien (II. 79.) des Ausdreschens als eines Falles der Specification beispielsweise gedenkt, und in der Form in die Institutionen a. a. O. übergegangen ist, in den oben angeführten Worten der aus dem zweiten Bücke der lies quolidisuse entnommenen 1^,. 7. §. 7. 0. «it. die angeregte Frage ex prvlesso behandelt und hierbei denjenigen beistimmen zu müssen erklärt, die es für unbezweifelbar halten, daß die auSgedroschenen Früchte dem Eigenthümer der Garben verbleiben, weil jene nicht als neue SpecieS von diesen betrachtet werden könnten.— Ein ähnlicher Widerspruch der Quellen findet sich in Betreff deS Falles vor, in dem Jemand aus fremden Brettern ein Schiff, einen Schrank (.^rivsrium), eine Bank (Subsellium) fertigt. Während die Institutionen §. SS. oit. und PauluS, ver übrigens zunächst nur vom Schiffe redet, 1^. L6. pr. v. lle «6q. rer. 6om. (41. 1.), darin, und mit Recht, FcMe einer den EigenthumSerwerb begründenden Specification erkennen, spricht Julian in IS. II. 6e rei vincl. («. 1.) das auS fremdem Material« gefertigte Schiff, folgeweisc auch den Schrank,' die Bank u. s. w. dem Eigenthümer des Materials zu. Allein auch dieser Widerspruch erledigt sich durch die Annahme, daß die Entscheidung Julian's, der darin als Sabinianer (lZsius II. S18. vcrgl. m. 217.) seiner Parthei treu geblieben, nur aus Versehen der Compilatoren in die Pandekten aufgenommen worden ist, was auch noch in anderen, für die entgegengesetzte Ansicht zeugenden Stellen Bestätigung findet*). — Ob der zur Specification verwendete Stoff bereits verarbeitet oder ein Rohstoff war, erscheint für den Eigenthumserwerb gleichgültig. S. SS. l. äe rer. 6iv. (S. 1.) 1^. S6. pr. U. cle uliq. rer. clom. (4l. I.).wissentlich fremdem Stoffe, also rn»la tide bewerkstelligten Specification keine in gewinnsüchlig-r Absicht vorgenommene L'vntrectation dieses Stof

/S. Die neue Species muß aber auch für sich bestehen können. Dcnn ini Gegcnfalle folgt sie^nre «<!«essionis der Hauptsache; z. B ich mache aus fremdem Holze einen neuen Boden, neues Tafelwerk in daö Schiff, einen neuen Fuß an den Tisch eines »Dritten. 83. S. 3.5. l^. 61. v. rle rei vincl. (6. 1.) 1^. 7. g. 1s. 1^. S«. S. I. 0. rle »<iq. rvr. llom. (4l. 1.).

Die Specification muß, damit der Specificant daö Eigenthum an der neuen Species erwerbe, »uo nomine d. h. von ihm für sich, nicht »livn« nomine, für einen Anderen bewerkstelligt sein. l^. 7. G. 7. v. eoä. L»m quis ex «lien» msleri» speviem «liquum su« »o» mine feverit «et. l^. S7. S. I. v. eocl. yusre votissimum ex!stim»ri, «uin« nomine factum sit, eins esse.

6. So»» firies deS Specificanten erscheint im Allgemeinen zu dessen EigenthumS-Erwerbe nicht erforderlich **). Nur muß seiner mit

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b»ek pimck. rit. de »du. rer. d„m. §. «?.; von den neueren vorzugsweise W.Sell Versuche I. «r„.s.) unbedingt bejahet, verneinen sie andere — darunter namentlich neuere, lWestphal, Glück, Gesterding, Tbibaut, Seuffert, Mühlenbruch, v. Wen ing - Jugenheim, Schilling, v. Vangerow, A. Ch. I. Schmid,) — mit derselben Bestimmtheit. Und doch liegt die Wahrheit in der Mitte, indem die »»»1» «des allein allerdings dem Eigentbnms'Uebergange nicht hinderlich ist, wohl aber dann, wenn sie sich mit einem turtum riicksichtlich des Stoffes verbindet. — Die folgende Darstellung soll diese Ansicht, auf welche, ohne sie auszuführen, zuerst Puchta Institut, il. z, L4S, Note m, Pandekten §. >S4. Note i>. aufmerksam macht, und zu der sich bereits Sintenis Gemeines Civilrecht l. §. so. s> Note 47. bekannt hat, näher begründen.

Faßt man zunächst den juristischen Grund des hier in Frage stehenden Eigenthums-Erwerbcs ins Auge, der, wie erwähnt, der Untergang der alten Sache

9. K. S. 0, »d exkid. (lU.4.) verd, mut»t» form» prupe iuteremit sudst»vti»,„ rei;^ und die Entstehung einer neuen Herrnlosen ist, die dem Fertiger als Okkupanten zufällt, (I,. ?. H. 7. o. de »dq. rer. d«m. 4l. t. verd. Kuo« dominum esse, yui keoerit: gui» quock Klvtuin est, »nie» nullius tuerst), so leuchtet von selbst ein, daß die Konsequenz darauf hinführt, keinen Unterschied zwischen der »««» und ««I» «de vorgenommenen Specisication zu machen, weil sich gedachter Grund bei beiden in gleicher Weise wirksam zeigt. Und damit stimmt denn auch der Umstand übercin, daß die Quellen nicht nur nirgends zur Specisication 0»v» «de« als nothwendig bezeichnen, vergl. §. LS. I. de rer. div. (L. 4.1 Q. 7. §, 7. 0. Vit,, sondern im Gegentheile den EigenthumsErwerb in Fällen bestätigen, in welchen der Spccisicant den Mangel seines Eigenthums gekannt haben mußte, wollte er sich nicht eines Lrror iuris schuldig machen. I>. L8. §. I. 0. de d«o. i. v. et ux. (L4. l ) pump««. Si vir »xori I»v»iu dnnsvit et ex e» I»o» vestiment» sibi vollfecir: uxoris esse v«stiment», liiide« »It. Vergl. Q. 3. § t«. II. S. §. IS. Ii. 33. §. I. v. du da», i. V. et ux. (24. >.). Gleichwohl ist es unrichtig, sich durch vorstehende Gründe zu der Annahme bestimmen zu lassen, daß in jedwedem Falle mnl» Sds vorgenommener Specisication, in dem keine Neduction des Stoffes möglich, ein Eigenthums-Erwerb von Seiten des Specisicantcn Statt finde. Denn wir besitzen Stellen, welche, wie dargethan werden wird, ganz entschieden für das Gegentheil zeugen. Nur verfällt freilich der Theil der Juristen, welcher hierdurch bewogen wird, eine jede .«»I» tldes als dem Eigenthums-Erwerbe hinderlich anzusehen, wieder in dasselbe Ertrem, wie die Gegner. Denn damit find ja die obigen, dieser Ansicht entgegenstehenden Gründe noch nicht überwunden. — Die Lösung des Widerspruches ist vielmehr in dem Unterschiede zwischen einfacher feg d. h. kein Furtum vorhergegangen sein, denn ein solches hindert den Erwerb des Eigenthums an der neuen Spezies allerdings. z. Rechtsmittel des Eigenthümers des Stoffes wider den Specificanten. ^ Daß der ^igiiilhiimcr deö Stoffes einen Entschädigungs-Anspruch habe gegen denjenigen, der daraus als einem wissentlich

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der dem Eigenthums-Erwerbe in allen übrigen SvecisicationS-Fällen unterliegt. Verius est, drückt sich Paulus in l.. 4, §. S. v. «it. in Betreff jener aus, ut sud«t»oti»m »peciemus. Indessen ist denn die abnorme Behandlung des r»rtum an sich etwas Auffallendes? Hat nicht auch das römische Recht «<ii« turum dem Eigenthümer der »?» furiivse eine Klage gestattet, die ihrer Gattung nach sonst nur der Nichteigenthümer anstellen kann, — die Lovckitio fürtivn? §. >4. I. cke »ct. (4. «.), —

Der eigentliche Beweis der bisher ausgeführten Ansicht liegt in den nunmehr näher zu betrachtenden Stellen, welche aus dem Wege zu räumen die VertheidigerdesEigenthums-Erwerbes füralleFälle der Sp'ecification vergeblich bemüht gewesen sind. Daß die meisten derselben von Paulus herrühren, darf uns nicht bestimmen, darin mit Schilling Jnft.il. § 159. Note d. eine singulare Auffassung dieses Classikers zu finden, die als solche nicht maaßgebend sei. Einmal streitet dagegen schon die Reccption dieser Ansicht in die Digesten; dann aber steht Paulus auch nicht einmal, wie sich zeigen wird, in seiner Anficht allein da. (Vergl. die Stellen unten sud3.)

>. Q. 4. z, Ltt. v. 6e u«urp. (41. g ) Paulus: Si ex furtiv» vestinievtum feeeri», veriu» est, ut su d» t»n t i»m speetemus: et !<Ieo vesti» surtlv» est. Hiernach soll also der Specisicant, welcher sich aus ^»v» rurtiv» ein Kleid fertigt, kein Eigenthum an diesem Kleide erwerben; vielmehr dasselbe bleiben, was die Wolle war, Ues rurtiv» und als solche auch nicht ersessen werden. — Ueber vorstehende Stelle des Paulus hinwegzukommen, sind manichfache Versuche gemacht worden. Der handgreiflichst unrichtige darunter erkennt in ihr den Ausspruch eines Sabinianers, den die Compilatoren nur aus Versehen aufgenommen. Vergl, Fritz in s. Erläuterungen zu Wening I. 2. S. 3l9. Denn Paulus ist ja gerade Hauptvertreter der oben besprochenen, von Juftinian bestätigten Mitteltheorie. Nicht viel mehr dürste indessen der andere Weg, die Q, 4. «it. zu beseitigen, für sich haben, den Schmid Handb. des gem. deutschen bürgert. Rechtes I. §. lt. S. 174, einschlägt, indem er zwar zugiebt, daß das aus gestohlener Wolle gefertigte Kleid »e» turtiv» und als solche der Usukapion entzogen sei, trotzdem aber dem Fertiger das Sigenthum daran zuspricht, den hierin liegenden Widerspruch durch die Annahme lösen zu können vermeinend, Paulus habe in obigen Worten nur andeuten wollen, falls eine Usukapion in besonderen Ausnahmsfällen, wie sie sich allerdings denken ließe», nöthig sein sollte, erscheine sie durch die Eigenschaft des Kleides als einer »e« turtiv» ausgeschlossen. Diese Interpretation trifft vor allen Dingen der Vorwurf der Willkühr. Paulus bezeichnet in Ii. 4. «it. vom fünften Paragraphe an die der Usukapion entzogenen Sachen, darunter in erster Reihe die »es turlivue, und als solche unter andern das von Jeman»

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