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DIE

ODEN UND EPODEN

DES

Q. HORATIUS FLACCUS.

FÜR DEN SCHULGEBRAUCH

ERKLÄRT

VON

DR. EMIL ROSENBERG,
KÖNIGL. GYMNASIAL-PROREKTOR UND PROFESSOR IN HIRSCHBERG IN SCHL.

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C2 1898 MAIN

VORWORT
zur ersten Auflage.

23;

Dem Texte dieser nach den Grundsätzen der ,,Bibliotheca Gothana“ gearbeiteten Ausgabe ist die von Vahlen (Leipzig, Hirzel) bearbeitete Rezension des Horaz zugrunde gelegt, weil ich dieselbe nach eingehender Prüfung als die konsequenteste und des Dichters würdigste erkannte. Aber doch ist die Zahl der Stellen, an denen ich abweichen zu müssen glaubte, keine geringe. Man vgl. I, 3, 6; 11, 7; 12, 46; 13, 2; 15, 19; 16, 8; 19, 10; 20, 1; 23, 4; 23, 5 u. 6; 24, 11; 25, 20; 31, 9; 32, 15; 34, 5; 35, 15. II, 3, 4, 15; 12, 27; 12, 28; 13, 15; 20, 6; 20, 13. III, 4, 9; 4, 10; 4, 38; 4, 43; 4, 47; 5, 15; 5, 17; 17, 4; 9, 23; 10, 16; 14, 11; 16, 12; 16, 27; 17, 4; 19, 12; 19,

27; 23, 4; 24, 4; 24, 60; 25, 9; 26, 10; 27, 5; 27, 60; 28, 16; 29, 5; 29, 52. IV, 1, 22; 2, 41; 2, 49; 4, 72; 8, 12; 8, 14–17; 8, 28; 8, 33; 10, 5; 11, 14; 12, 18; 14, 13; 15, 4; Epod. 1, 5; 1, 21; 2, 22; 2, 25; 2, 65; 4, 16; 5, 28; 7, 12; 9, 17; 9, 25; 10, 22; 13, 3; 13, 13; 16, 16; 16, 61; 17, 35. Über die Prinzipien, denen ich dabei gefolgt bin, ist hier weder der Ort zu sprechen, noch sind sie dem Kenner des Horaz verborgen. Die Rücksicht darauf, dass Schülern einverständlicher Text geboten werden muss, hat mich I, 20, 1; 32, 15; III, 4, 10 Konjekturen aufnehmen lassen, die ich selbst nur für Notbehelfe ansehe.

Was die Erklärung betrifft, so habe ich den Ausgaben von Keller und Holder, Schütz, Hirschfelder, Düntzer, namentlich aber der von Nauck, viel zu danken, und war

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es nicht immer möglich, dieses besonders zu bezeichnen. Es gilt aber von meinen Noten, wie vom Texte, dass sie Neues und Eignes enthalten, und manche Studie, welche bisher unverwertet war (z. B. von Bücheler, Reifferscheidt und Plüss) für die Erklärung berücksichtigen. Wenn hier und da mehr gegeben ist, als man nach den bekannten und richtigen Grundsätzen der „, Bibliotheca Gothana“ erwarten sollte, so möge man in Betracht ziehen, dass eine Schulausgabe des Horaz doch auch eine Lebensausgabe sein muss, dass mancher Wink auf eine spätere, erneuerte Lektüre des Dichters berechnet sein muss. Denn bei diesem Schriftsteller brauchen wir nicht zu hoffen, sondern wissen es längst, dass er anch nach der Schulzeit noch gewürdigt und gelesen wird.

Je mehr ich die Gedichte des Horaz zum Gegenstande eingehender Beschäftigung gemacht habe, um so mehr bin ich zu der Ansicht gekommen, dass zahlreiche Rätsel der Erklärung noch harren, dass keine Leistung beanspruchen darf, auf längere Zeit hinaus als massgebend oder abschliessend betrachtet zu werden. Eine genauere Kenntnis der Personen, Sachen, Auffassungen, Studien jener Zeit, aus der heraus Horaz dichtete, wird immer von neuem die bisherigen Ansichten ändern und bessern.

Hirschberg, den 12. Juni 1883.

VORWORT
zur zweiten Auflage.

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Seit 1883 hat die Horazforschuug bedeutende Fortschritte gemacht. Die Fülle des Gebotenen ist so gross, dass ich von einer namentlichen Aufführung der von mir benutzten Schriften absehen muss. Jedenfalls glaube ich versichern zu können, dass ich, wenn nicht alles, so doch

das meiste gelesen und, wo es mir nötig schien, danach den Text und Kommentar geändert habe. Nicht minder brachten die zahlreichen Rezensionen der ersten Auflage von Meistern wie Hirschfelder, Krah, Mewes, Gebhardi, Curschmann u. a., sowie die mir brief lich zugesandten Bemerkungen von Gansz, Ziemer, Nauck, Wagener, Winckler, Leuchtenberger, Stier manche Verbesserungen, für die ich an dieser Stelle allen diesen Herren meinen wärmsten Dank ausspreche. Ich bitte alle Horazfreunde auch für die Zukunft um ihre Ratschläge. Wir haben sehr gute Horazausgaben die von Nauck, Schütz, Hirschfelder, Kiessling aber, wie ich glaube, noch keine, von der man sagen könnte, dass der Text und Kommentar des Dichters in allen Stücken würdig wäre, in dem selbstbewusstes Römertum SO herrlich durch feinsinnige und gründliche Erfassung des Hellenismus geläutert und geadelt wurde. Keiner weiss besser als ich, wie weit meine Ausgabe von diesem Ideal entfernt ist; aber auch sie wird dem wohlwollenden Richter eine Lücke in dem Bilde des Dichters, soweit es die erwähnten Ausgaben zeichnen, auszufüllen scheinen. Ich betrachtete als meine Aufgabe, durch Anleitung zu einer Übersetzung, die weder zu frei noch zu prosaisch sein sollte, und dabei eine rhythmische Wortstellung ermöglicht, durch Hindeutung auf ähnliche Phantasiegebilde in deutschen Dichtern, durch Erklärung der Stimmungen des Dichters aus dem Geiste und den Ereignissen seiner Zeit den Schülern die Unterlage zu verschaffen, auf der vom Lehrer zu einer volleren Würdigung des klassischen Dichters weiter gearbeitet werden könnte.

Hinzugefügt ist dieser, wie ich hoffe, sehr verbesserten Auflage im besonderen eine Einteilung der Oden nach Kategorieen mit Angabe der denselben etwa zu gebenden Überschriften.

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Hirschberg, im November 1890.

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