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Vorrede zur ersten Ausgabe. Vor

for etwa zwei Jahren gab ich ein kleines Lehrbuch der „Lateinischen Syntax für die obern Klassen gelehrter Schulen"*) heraus. In demselben versuchte ich eine systematische Darstellung der Geseke, die der Rateinischen Sprache in fyntaktischer Hinsicht zum Grunde liegen, wobei ich mich jedoch ganz besonders bestrebte, das Systematische nicht etwa aus einer falsch verstandenen Sprachphilosophie als ein Fertiges an die Sprache heranzubringen, und es ihr so von außen her aufzunöthigen, sondern vielmehr jene Gefeße der Sprache aus ihr selbst zu entwickeln. So höchst unvollkommen jener Versuch war, wie ich alsbald felbft nur zu deutlich einsah, so fand das Werkchen doch, wohl mehr des Princips, als der Ausführung wegen, günstige Aufnahme, und ich hatte in kurzer Zeit die Freude, von meinen Herren Verlegern aufgefordert zu werden, Vorbereitungen zu einer neuen Auflage zu treffen. Verbunden war mit dieser Aufforderung eine andere, nåmlich auch eine Formenlehre auszuarbeiten, und überhaupt statt einer bloßen Syntar eine vollständige Grammatik zu liefern. Obgleich ich die Schwierigkeit der Aufgabe bei dem jetigen Stande der Wissenschaft wohl einsah, so war mir doch die Gelegen heit

, ein Ganzes geben und so die Syntar wesentlich durch die Formenlehre begründen zu können, zu erwünscht, als daß ich sie hätte abweisen dürfen.

Vor allen Dingen war aber meine Verpflichtung, in dem neuen Werke die Syntar selbst in einer durch und durch verbesserten Gestalt erscheinen zu lassen. Mein Augenmerk war daher nicht etwa darauf gerichtet, hier im Einzelnen nachzuhelfen, sondern ich mußte ganz von vorne anfangen, so daß ich keinen einzigen Satz ungeprüft ftehen lassen konnte. Ich legte mir daher das unverbrüchliche Gesetz auf, jede Bee hauptung unmittelbar aus den Quellen, d. h. aus den klassischen Schrif: stellern selbst

, zu belegen; beim ersten Versuche war es mir vorzüglich auf Bewältigung und Disposition des Stoffes angekommen: dem Einzelnen war daher lange nicht die gebührende Sorgfalt gewidmet, woraus zahlreiche Mängel und Ungenauigkeiten entstanden, so daß ich in dieser Hinsicht jenes Werkchen jetzt gern preisgebe: ich hoffe bei dieser Umarbeitung bewiesen zu haben, wie sehr ich von der Einsicht in die Nothwendigkeit einer durchaus kritischen Behandlung durchbrungen bin. Denn ich habe kein einziges Citat in dem ganzen Werke auf Ireu und Glauben aus meinen Vorgängern entlehnt, sondern alle und jede, bevor ich sie aufnahm, in kritisch berichtigten Ausgaben verglichen, und überall auf das sorgfältigste geprüft, wie viel sie für den vorliegenden Fall wirklich bewei-, sen. Und da in einem Schulbuche vorzugsweise der Ciceronianische Sprachgebrauch zu berücksichtigen ist, so habe ich überau Belege aus dem Cicero zu geben gesucht, wobei ich denn durchgehends den Dreili’schen Text zum Grunde legte, und die wenigen kleinen Ubweichungen von demselben stets ausdrücklich in einer Note bemerkte.

*) Leipzig, Weidmann'sche Buchhandlung 1832.

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