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Rennstiegs. Hier überschreitet die Thüringische Eisenbahn – deren Anlage an dieser Stelle grossartige Arbeiten erforderte – aus dem Hörsel-Thal von Eisenach kommend auf einer stattlichen Steinbrücke die Werra. Das bei Hörsche durch zwei sich nähernde Kalkberge verengte Thal erweitert sich beim Dorfe Spichra beträchtlich. Hier verlässt die direkte Chaussee nach Kreuzburg die Werra, während sich diese, einen grossen Bogen westwärts beschreibend und von grünen, ganz ebenen Wiesenmatten eingefasst, an der ehemaligen Saline Wilhelmsglücksbrunn vorüber nach dem romantisch gelegenen, zwischen Obstgärten versteckten Weimarischen Grenzstädtchen Kreuzburg hinzieht. Unmittelbar unter der schönen, 1225 erbauten Steinbrücke verengt sich das Werra-Thal abermals so beträchtlich, dass sich der Fluss durch die ihn umsäumenden Kalkfelsen zu bohren scheint. An der Brücke, auf dem rechten Flussufer steht eine Kapelle, die Liborius-Kirche, ein interessantes Werk Gothischer Architektur aus dem Jahre 1499. Auf der anderen Seite der Stadt, auf isolirter, nach der Werra steil abfallender Bergkuppe erhebt sich die historisch merkwürdige Kreuzburg (das Schloss, jetzt Sitz mehrerer Behörden) mit wohlerhaltenen alten Ringmauern, die sich ehedem bis zur Stadt und um diese herum zogen. Sie besitzt einen beträchtlich tiefen Ziehbrunnen, dessen Wasser mit dem der Werra angeblich in gleichem Niveau steht. Das ärmliche Städtchen selbst mit seinen altersgrauen Häusern und seinen kleinen Strassen vermag nicht lange zu fesseln. Von Kreuzburg fliesst die Werra in grossem, ostwärts gerichteten Bogen in den mannigfachsten Krümmungen, fortlaufend von grünenden Wiesen, Baum- und Strauchwerk und zerstreut liegenden Weilern und Gehöften eingefasst, an den freundlichen Dörfern Mihla, Ebenshausen, Frankenrode und Falken vorüber nach Treffurt. Auf dieser ganzen Strecke treten die mannigfach bebauten und bewaldeten, oft steilen und seltsam zerklüfteten felsigen Höhen so nahe an den Fluss, dass die Thalsohle oft kaum Raum genug bietet für einen schmalen Fahrweg. Hier ist die Werra schon ein gar stattlicher Fluss, der zu gewissen Zeiten des Jahres auf seinem Rücken zahllose Kinder des Thüringer Waldes, zu ansehnlichen Flössen vereinigt, holzärmeren Gegenden an seinem unteren Lauf oder an der Weser zuführt. Will man diese letztere Strecke des Werra-Grundes – zwischen Kreuzburg und Treffurt – vermeiden, da die oft sehr schlechten Wege dieser Partie Fusstouren erschweren, so thut man wohl, die direkte Chaussee nach Treffurt einzuschlagen und von dieser aus den schönsten Punkt der ganzen Tour, den Heldrastein oder Hellerstein, zu besuchen. Von der Chaussee aus, welche sich auf der ganzen Strecke zwischen bewaldeten und mit Obstbäumen bepflanzten, ziemlich hohen und steilen Kalkwänden an mehreren freundlich gelegenen Gehöften vorüber dahin zieht, führen

zwei Wege links ab nach dem Gipfel des Heldrasteins.

Der eine geht bei Volterode ab und steigt allmählich zum waldbewachsenen Berg empor, der nach dieser Seite nur geringen Fall hat; der andere trennt sich erst in dem theils Weimarischen, theils Preussischen Dorfe Schnellmannshausen von der Landstrasse und ist kürzer, wenn auch steiler und beschwerlicher als jener.

Nach % stündigem Steigen fast auf dem heidebewachsenen Gipfel angelangt sucht man vergebens die erwartete, viel gepriesene Aussicht, doch noch einige Schritte vorwärts auf der jetzt ziemlich sanft ansteigenden Fläche und man erschrickt fast vor freudiger Überraschung, so plötzlich entwickelt sich jenseit des furchtbar jähen Abgrundes, der sich vor den Füssen des Wanderers aufthut und dessen Schritte hemmt, das entzückendste Landschaftsbild. Der beste Standpunkt für den Beschauer ist die sogenannte „Aussicht", ein freier Rasenplatz unter schattiger Buche. Hier eröffnet sich ein prächtiger Blick. Im Vordergrunde saftgrüne Wiesen und üppige Felder, von der stattlichen Werra in gar mannigfachen Windungen und Krümmungen durchblitzt. Dazwischen freundliche Dörfer, unmittelbar tief unter unseren Füssen das Dörfchen Heldra. Weiter rechts die Stadt Treffurt und über derselben die Trümmer der Burg Normanstein. In grösserer Entfernung nordwärts Wanfried und über diesem herüber leuchtend die viel besuchte Wallfahrtskirche Mariahilf auf dem kegelförmigen Gehülfenberg. Weiter hinaus der Possenthurm bei Sondershausen, das Eichsfeld und bei klarer Luft das Harzgebirge und der Brocken. Weiter westlich der gewaltige isolirte Basaltkegel zwischen Werra und Fulda, der Meissner, und in der Nähe die Graburg; mehr im Rücken die Ruinen Boyneburg und Brandenfels. Südlich erhebt sich der Thüringer Wald mit der Wartburg und dem hoch ragenden Inselsberg und im Osten der über dem Hainich sichtbare Ettersberg bei Weimar.

Der eigenthümlich gestaltete Berg, welcher eine Seehöhe von 1331 Rhein. Fuss hat, fällt auf seiner Nordseite mit einer Längenausdehnung von % Stunde in einer Steilheit und Höhe (1049 Fuss) ins Thal hinab, wie sie nirgends auf dem Thüringer Wald vorkommt. Eine lothrechte, an manchen Stellen fast überhängende Felswand reicht vom Kamm des Berges wohl über 200 Fuss herab, während bewaldete steile Böschungen die Basis der Bergmasse bilden. Der östliche Berggipfel ist vielfach geschluchtet und gespalten und in den zerklüfteten Felsen hat immergrüner Taxus seine Wurzeln gebohrt und der grösste mittel-Deutsche Raubvogel, der scheue Uhu, seinen Horst aufgeschlagen.

Jenseit der Werra, über die hier eine schöne eiserne Brücke führt, liegt das Preussische Städtchen Treffurt, hoch überragt auf steiler Höhe von dem malerischen Normanstein, einer schönen und grossartigen Burgruine, deren gewaltige Mauerreste und kolossale Thürme, von denen einer mit 6 Fuss starkem Mauerwerk noch immer 100 Fuss emporragt, Staunen erregen. Ein steiler, gewundener Pfad führt in die Stadt, die, auf einer Seite an die Bergwand gelehnt, auf der anderen von den Fluthen der Werra bespült, mit ihren bergigen Strassen und alten Häusern inmitten eines weiten reichen Obstgartens liegt, der zur Zeit der Blüthe einen gar herrlichen Anblick vom Normanstein aus gewährt und im Sommer und Herbst einen bedeutenden Handel mit Obst gestattet. Die Thalstrecke zwischen Heldrastein und Normanstein bildet die nordwestlichste Pforte Thüringens, so recht eigentlich eine porta thuringica, und es würde eine Linie nordwärts von diesem Punkte bis zur südlichen Wasserscheide der Wipper als nordwestlichste Grenzscheide von „Thüringen im engeren Sinn" angesehen werden können. Von hier aus erweitert sich das Thal der Werra, ohne seinen allgemeinen Charakter zu verändern, wieder beträchtlich, gehört aber von da an mit all' seinen landschaftlichen Reizen, die Idylle und Romantik so harmonisch verbinden, dem Hessischen Gau an.

Der Coirebhreacain an der Westküste von Schottland.

Die von Südwest nach Nordost an einander gereihten Inseln Islay, Jura, Scarba und Lunga) werden von dem Schottischen Festland und zwar von der durch Knapdale und Cantire gebildeten Halbinsel durch einen tiefen buchtähnlichen Meeresarm getrennt, welcher im Süden Gigha Passage, im Norden Jura-Sund benannt ist. Bei der eigenthümlichen Gestaltung dieser Bucht und den schmalen Meerengen zwischen den Inseln, durch die sie mit dem äusseren Meer in Verbindung steht, veranlassen Fluth und Ebbe hier sehr heftige und auffallende Strömungen, namentlich sind zwei Punkte berühmt, wo die Bewegung des Wassers einen seltenen und grossartigen Anblick gewährt. Eine Zuschrift an das „Athenaeum" vom 26. August d. J. giebt davon eine anschauliche Beschreibung.

„Zwischen den Inseln Jura und Scarba ist die weit berühmte Öffnung Namens Corryvreckan. Die Admiralitäts-Karte schreibt den Namen „Coirebhreacain", was nach den besten Kennern der Gälischen Sprache „der Kessel des gefleckten Meeres" bedeutet, und dieser Name ist nicht unpassend. Die Seeleute der Umgegend nennen ihn „The Gulf" oder „The Great Gulf" (Strudel oder Schlund). Durch diesen, ungefähr */ Engl. Meilen breiten, von den wilden, hohen Küsten der Inseln Jura und Scarba eingeengten Kanal schiesst das Meer (bei Ebbe in der einen, bei Fluth in der entgegengesetzten Richtung) mit einer Schnelligkeit von 9 Engl. Meilen in der Stunde, wie die AdmiralitätsAufnahmen ergeben haben (die Lootsen der Umgegend geben die Schnelligkeit zu 17 bis 18 Engl. Meilen in der Stunde an). Bei einer solchen Schnelligkeit der Bewegung fehlt es nicht an Wirbeln und Strudeln, aber im Ganzen treten diese wenig hervor. Zwei Umstände dagegen erhöhen den malerischen Effekt bedeutend. Der eine ist, dass sich im nördlichen Theil des Kanals, nahe der Küste von Scarba und gegen die westliche Mündung hin, ein grosser Fels oder eine Untiefe befindet, über welcher die Wassertiefe nur etwa % von der in den benachbarten Theilen der Bucht ist, und hier bricht sich die See bisweilen mit grosser Wuth. Der andere ist, dass, wenn die Strömung dem Winde entgegengeht, besonders wenn die nach auswärts gerichtete Strömung gegen den vorherrschenden Westwind ankämpft, der ganze Kanal mit hohen rollenden Brandungswellen bedeckt wird. Zu solchen Zeiten macht diese Brandung ein sehr bedeutendes Getöse, ja, wie der Dichter Campbell behauptet und uns selbst von den Seeleuten gesagt wurde, kann man es auf dem Festland noch in beträchtlicher Entfernung von dem Meere hören. Die Strömung, an den brechenden Wellen erkenntlich, sieht man westwärts in der offenen See noch mehrere Meilen weit.

!) S. Stieler's Hand-Atlas, neue Ausgabe, Nr. 15“, für die Tiefenverhältnisse Nr. 15".

„Aus dieser Beschreibung erkennt man, dass die gewöhnliche Vorstellung, als existire im Corryvreckan ein Strudel, ganz ungegründet ist. Es giebt dort zwar Wirbel wie auf der Oberfläche eines angeschwollenen Flusses und es würde äusserst schwierig sein, ein Boot mit einigermaassen stetigem Kurs hindurch zu steuern, aber wenn kein starker Wind durch den Kanal weht und kein heftiges Wallen des Meeres von der Aussenseite her Statt findet, so kann ein kleines Boot vollkommen sicher hindurchfahren. Wir haben vor uns einen Zeitungsbericht (Daily News, 18. Mai 1864) über ein kleines Schiff, welches, durch die Strömung des Corryvreckan aus dem Kurs gebracht und von seiner Mannschaft verlassen, eine Woche später am Strande einer kleinen Bai an der Ostküste der Insel Jura unversehrt wieder gefunden wurde. Bei träger See ist das Wasser im Gulf eben so ruhig wie anderwärts, so dass ein Fremder, der den Corryvreckan besucht, wohl meist getäuscht werden wird.

„Gehen wir weiter längs der rauhen Küste von Scarba, so kommen wir an die Öffnung zwischen Scarba und Lunga, auf der Admiralitäts-Karte „Bheallaich a Choin Ghlais" oder „Pass des Windhundes" genannt, ein Name, über dessen Ursprung wir keine Nachricht geben können. Die Seeleute nennen ihn „The Little Gulf" (den Kleinen Schlund). Das Wasser ist hier nicht so tief wie im Grossen Gulf, aber das Schauspiel in und bei dem Little Gulf ist unserer Ansicht nach weit überraschender als das des Corryvreckan. Befindet sich der Besucher auf der östlichen oder inneren Seite der Inseln, so kann er sich ganz nahe hinzu wagen, wenn die See durch die Strasse hereinschiesst, und er wird hier eine Bewegung der Gewässer sehen, wie er sie vielleicht nirgends wieder beobachten kann. Er wird auf weiss schäumender See im Gallop dahin getragen. Nicht mehr als 300 Fuss davon sieht er eine ähnliche Strömung, die aufwallend in entgegengesetzter Richtung läuft, und wenn er es wagt, sich hinein zu begeben, so wird er über Hals und Kopf nach derselben Stelle der Küste zurückgetragen, vor der er sich zuerst befand. Zwischen und neben diesen Strömungen siedet und wogt das Meer in unbegreiflicher und unbeschreiblicher Weise. Wir haben in einer Entfernung von vielleicht 30 Fuss von unserem Boot einen reissenden konischen Strudel sich bilden sehen, der mit einem Durchmesser von etwa 40 bis 50 Fuss wie ein riesiger Korkzieher gegen den Meeresgrund sich öffnete. Unsere Bootsleute erzählten, sie wären einst von einem Strudel dieser Art erfasst und mit grosser Schnelligkeit herumgewirbelt worden, aber wie es schien, hatte es auf sie nicht den Eindruck einer besonders grossen Gefahr gemacht. Wir gestehen indessen, dass wir nicht wünschten, dem Strudel noch näher zu kommen. Läuft die Strömung in entgegengesetzter Richtung, d. h. nach aussen, so darf man sich dem Kanal nur sehr vorsichtig nähern, aber der Anblick entschädigt für ein wenig Angst.

Eine Linie brandender Wellen quer über den Kanal rollt

der Strömung entgegen in einer Weise, welche die Vorstellung erweckt, als schiesse die Strömung hinab unter ihre schäumenden Kämme. Der Aufruhr und der Lärm sind entsetzlich. Weibliche Nerven würden den Tumult in der Nähe kaum ertragen und wir empfehlen daher den Besuch Damen nicht.

„Bei Neu- und Vollmond hat die Strömung in beiden Gulfs die grösste Stärke nach aussen um Mittag und Mitternacht, nach innen um 6 Uhr Morgens und Abends; an jedem folgenden Tag ist die Zeit der grössten Stärke je 50 Minuten später."

Das Areal des Königreichs Italien.

Nach einer gütigen Mittheilung der Direzione della Statistica generale d'Italia sind neuerdings für ziemlich viele Provinzen des Königreichs Italien genauere Zahlen für den Flächeninhalt ermittelt worden, als man sie bisher besass. Abweichend von der offiziellen Tabelle in „Geogr. Mittheilungen" 1863, S. 484, haben die Provinzen

Quadrat- Quadrat- Quadrat

Kilometer Kilometer Kilometer Arezzo . . .. 3306 Firenze 5861 Noto . . . . 3697 Benevento . . 1752 Girgenti 3861 Palermo . . . 5087 Bologna . . 3604 Grosseto 4435 Pisa . . . . 3056 Caltanisetta . 3768 Livorno 326 Principatoulteriore 3649 Capitanata . 7652 Lucca . . . 1494 Siena . . . . 3793 Catania . . 5102 Massae Carrara 1760 Terra di Lavoro. 5975 Como . . . 2717 Messina 4579 Trapani . . . 3146 Ferrara . . 2616 Molise . 4604 Umbria . . . . 9633

Dadurch stellt sich das Gesammtareal des Königreichs etwas höher, nämlich auf 259.320 Qu.-Kilometer, und die durchschnittliche Dichtigkeit der Bevölkerung beträgt 84,56 Seelen auf 1 Qu.-Kilometer.

Volkszahl der eigentlichen Städte Italiens.

In allen geographischen Handbüchern, in Reisebeschreibungen und Reiseführern herrscht die grösste Verwirrung und Unsicherheit in den Angaben über die Bevölkerung Italienischer Städte. Diess hat hauptsächlich seinen Grund darin, dass in den Census-Listen die Gemeinden aufgeführt sind, diese aber in Italien oft weit mehr umfassen als die eigentliche Stadt. Z. B. in Toscana ist unter Gemeinde ziemlich dasselbe zu verstehen wie unter Canton in Frankreich, während wieder in anderen Gegenden die Gemeinde nur die eigentliche Stadt mit den einzelnen Gebäuden der nächsten Umgebung umfasst, eben so wie in Deutschland und anderen Ländern. Um eine richtige Vorstellung von Grösse und Bedeutung einer Italienischen Stadt zu gewinnen, um sie mit anderen Städten zu vergleichen, namentlich auch um auf Karten!) die der Ortsbevölkerung entsprechende Signatur einzutragen, muss man zwischen Gemeinde und Stadt streng unterscheiden, dazu fehlten aber bis jetzt in den meisten Fällen zuverlässige Angaben und wir sind deshalb Herrn Dr. Maestri, dem berühmten Statistiker Italiens und Direktor des Statistischen Bureau's in Turin, zu grossem Danke verpflichtet, dass er diesem empfindlichen Mangel durch eine Zusammenstellung der Volkszahlen aller Städte des Königreichs Italien mit mehr als 10.000 Einwohnern abgeholfen hat. Da auch die Bevölkerung der ganzen Gemeinden beigefügt

1) Auf unseren Karten von Italien in Stieler's Hand-Atlas (33, 34“ und 34") fanden sich alle von Dr. Maestri angegebenen Städte mit nur ein Paar Ausnahmen richtig bezeichnet, diese aber wurden in der neuesten Ausgabe korrigirt.

ist, so sieht man, wie bedeutend oft der Unterschied ist. Die Zahlen sind dem Census vom 1. Januar 1862 entIlOLIlII162Il.

Stadt. Gemeinde. Stadt. Gemeinde. Neapel . . . 418.968 447.065 Rimini 16.850 33.272 Mailand . 196.109 196.109 Benevento . . 16.484 18.991 Turin . . . 180.520 204.715 Bisceglie . . 16.427 19.056 Palermo . 167.625194.463 Afragola . . 16.129 | 16.493 Genua . . . 127.986 127.986 Girgenti . . | 15.925 17.194

Florenz 114.363114.363 Aversa . . . 15.902 18.248 Bologna . 89.850 109.395 Coiniso . . 15.803 15.803 Livorno . . 83.543 96.471 Reggio 15.692 30.577 Catania . . ! 64.921 68.810 Monza . . . 15.58724 662 Messina . . . 62.024 103.324 Potenza . . . 15.450 15.777 Parma . . . 47.067 47.428 Ostuni . . . 15.392 16.367 Brescia . . 40.499 40.499 S. Marco in

Piacenza . 39.318 39.387 Lamis . . 15.284 15.350 Pisa . . . . 33.676 51.057 Francavilla 15.156 17.609 Baridelle Puglie 33.177 34063 Torre Annun

Foggia . . . 32.493 34.052 ziata . . 15.147 15.480 Modena 32.24s 55.512 | vitja 14.98315855

Ancona . . 3.85746.090 Castellammare

Cremona 31.001 31.001 di Stabia . 14.932 21.794 Andria . . . . 30.067 30.892 Perugia . . 14.885 44.130 Pavia . . . 28.670 30.480 Monte S. An

Cagliari . . . 28.244 30.905 gelo . . . 14.759 17.936 Ferrara . . . 27.688 67.988, Corleone 14.600 15.350 Modica . . . 27.449 30.547 - Novara. . 14.395 27.528 Alessandria . 27.027 56.545 Licata . . . 14.338 14.563 Barletta . . 26.474 26.952 Nicosia . . 14.251 14.731 Trapani

. . 26.334 30.592 Matera . . . . 14.225 14.225 Termini . . 25.780 26.193 Lucera . . . 14.18714.787

Molfetta . . | 24.648 24.958 Castrogiovanni | 14.08414.633 Corato . 24576 24857 BarcelonaPozzo

Bergamo . . 24.566 38.765 di Gotto . 13.257 20.246 Acireale . . . 24.151 35.447 Cuneo . . . 12.797 | 23.012 Sassari . . . 22.945 25.086 Como . . . 11.562 20.246 Trani . . . 22.382 22.702 Pagani . . . 11.175 12.169 Bitonto . . 22.126 23.832 Prizzi . . . 11.138 | 11.187 Callagirone . 22.015 24.417 Cittanova . . 11.103 11.103 Lucca . . . . 21.966 65.435 Ascoli Piceno 11.098 17.448 Siena . . 21.902 21.902 Arezzo . . . 11.081 36.806 Ragusa 21.705 21.988 Fasano . . . 11.022 12.951

Reggio nell' Portici . . 10.980 11.288 Emilia . . 21.174 50.371 Acerra . . . 10.971 11.717 Salerno . . | 20.977 29.031 Imola . . . 10.91627.012

Caltanisetta . 20.411 - 23.879 Caserta . . . 10.895 27.728 Piazza Armerina 20.310 22.142 Cefalu . . . . 1085511.791 Asti . . . 20.239 30.77 Mazzarino . .10.782 11.474 Canicatti . . 20.025 20.149 Avola . . . . 10.778 10.934 Alcamo . . 19.518 19.518 Mondovi . . 10.75417.726 Vercelli . . 19.352 25.012 Pesaro . . . 10.740 19.905

Ravenna . . . 19.118 57.303 Frattamaggiore 10.689 10.689
Taranto . . . 19.105 27.484 Pinerolo . . 10.687 15.832
Partimio . . . 18.758 19.072 Corigliano Ca-
Castelvetrano. 18.156 18.797 labro . . . , 10.547 10.624
Lodi . . . 18.150 19.562 Giugliano in

Terlizzi . . 18.063 18.214 Campania . 10.542 11.215 Lecce . . . . 17.836 21.345 Gangi . . . 10.535 10.552 Maddaloni . . . 17.798 20.257 Senigallia . . 10.501 23.226 Marsala . . . 17.732 31.350 Racalmuto . 10.397 10.623 Forli . . . 17.723 38.646 Mistretta . . 10.396 10.638 Faenza . . . 17.486 36.357 Pietraperzia . 10.296 10.540 Siracusa . . 17.371 19.757 Saluzzo . . 10.282 | 16.208 Cerignola . . 17.242 21.639 Naro . . . 10.253 10.530 San Severo . | 17.226 17.595 Mazara del Vallo. 10.239 | 10.999 Altamura . . 17.19817.365 Voghera . . 10.17313.800 Catanzaro . . . 17.130 22.451 Macerata . . 10.065 19.283 Casale Monfer- Cliceri . 10.036 15.474

rato . . . 17.061 26.032 Siceli . . . 10.029 10.231

Die Eisenbahnen Ägyptens.

Von der gegenwärtigen Ausdehnung des Eisenbahnnetzes in Ägypten gab uns Herr Dr. Schweinfurth in einem Briefe vom 7. August d. J. aus Kairo folgende Übersicht: I. In Betrieb sind die Linien: . Alexandria-Kairo, Kairo-Suez, Tanta-Mansurah, Benha-Sagasig, . Alexandria-Ramleh (östlich von Alexandria am Meere hin, 2 Stunden lang), 6. Eisenbahn zum Transport der Steinblöcke von den Brüchen am Mokattan bei Kairo nach Turah am Nil (/2 Deutsche Meile lang). II. Faktisch und zwar energisch im Bau begriffen sind die Linien: 1. Kairo-Siut (soll in 1 Jahr fertig sein, auch haben die Dammarbeiten bereits an mehreren Punkten begonnen, wie ich mich davon neuerdings überzeugte), 2. Mansurah-Damietta, 3. Verbindungsbahn zwischen der Kairo-Suez-Bahn und dem Süsswasser-Kanal, von der Station Nr. 14 zum Djebel Geneffe, 4. Bahn längs des maritimen Kanals auf dem Isthmus.

Die wilden Jenadis bei Madras.

Nur etwa 6 Deutsche Meilen nördlich von Madras, auf einer Insel, welche den sogenannten See von Pulicat von dem Meere trennen hilft, wohnt, so nahe einem grossen Sammelpunkt der civilisirten Welt, ein wildes Völkchen, die Jenadis, bisher so gut wie ganz unbeachtet geblieben. Wie Dr. Schortt, ein Beamter von Madras, kürzlich an seine Regierung berichtete, sind es in Elend und Unwissenheit versunkene Leute, kaum besser als unvernünftige Thiere und auch physisch eine erbärmliche Race, klein, leicht und mit schlaffen Muskeln. Ihre Kleidung ist äusserst spärlich und selbst diess Wenige bereiten sie sich nicht selbst, sondern verdanken sie der Grossmuth der Regierung, welche alljährlich jedem Erwachsenen zwei Stücke Tuch schenkt. Reinlichkeit vernachlässigen sie in entsetzlicher Weise, nie gebrauchen sie Wasser äusserlich und selbst beim Trinken nehmen sie es nicht genau mit der Reinheit der Flüssigkeit. Sie essen alle Arten Fleisch, nur nicht Rindfleisch, gegen das sie ein blindes Vorurtheil haben. Eine grosse Ungleichheit in der Zahl zwischen beiden Geschlechtern erlaubt den Männern, je 7 Weiber zu nehmen – eine für jeden Tag der Woche! – und die Weiber sind so fruchtbar, dass 12 die gewöhnliche Zahl ist, mit denen eine jede ihren Herrn beschenkt. Da so viele Weiber und Kinder nicht in Bequemlichkeit und Eintracht unter Einem Dache leben könnten, sind sie meist in verschiedene, 5 Minuten von einander entfernte Hütten vertheilt.

Die Jenadis stehen unter dem Schutz der Regierung, bis jetzt ist aber noch Nichts geschehen, um dieses elende Volk der Civilisation näher zu bringen, und doch würde es einem Missionär, wie es scheint, leicht werden, Christen aus ihnen zu machen, denn sie haben wenige religiöse

Vorurtheile und würden in ihrem jetzigen Zustand ihren Lehrern nicht durch schlaue Entgegnungen und feine Beweisführung das Leben schwer machen.

Nachrichten aus Chartüm. Von Th. v. Heuglin ).

Den 20. Juni 1864. Ich schreibe Ihnen hoffentlich heute zum letzten Mal von hier aus, obgleich ich den Tag unserer Abreise nach Sauakin, die von Woche zu Woche verschoben werden muss, noch nicht bestimmen kann. Es ist immer noch Vieles in Ordnung zu bringen, Fräulein Tinne ist in letzter Zeit wieder sehr leidend und auch mein Zustand eher schlimmer als besser. Die Temperatur hält sich, obgleich wir täglich ferne und an den letzten beiden Tagen auch hier in Chartüm heftige Gewitter hatten, immer noch sehr hoch, vor Sonnenaufgang ist sie nie unter 25 bis 26° R., Nachmittags 30 bis 33“, Abends um 9 Uhr gewöhnlich noch 28 bis 29°. Vom Weissen Fluss sind mit Ausnahme einiger dreissig Raubschiffe, welche die Regierung um Hellet-Kaka auffangen liess, keine Handels-Expeditionen mehr angelangt, zwei erst im März hier ausgelaufene Schiffe haben die Barre zwischen dem Seraf und dem Bahr ghasal nicht mehr passiren können und kamen zurück, ohne ihre Stationen berührt zu haben. Die Chartümer Sklavenjäger haben nun endlich eine Schlappe erlitten, die sie längst verdient hatten. Sie hatten bereits reichen Fang gemacht und schon zahlreiche Sklaven an die Araber der Halbinsel (El Djesirah) verkauft. Eine Partie der Gesellschaft musste bei den Schiffen zurückbleiben, während die andere weite Raubzüge ins Innere unternahm. An 350 Personen sollen an dem letzten derselben Theil genommen haben. Die Neger hatten ihnen aber einen mächtigen Hinterhalt gelegt, aus dem sie unerwartet überfallen und bis auf den letzten Mann erschlagen wurden, während die Regierungsschiffe die Barken mit Allem, was sich dort vorfand, in Beschlag nahmen. Auch bei dieser Gelegenheit wurde beiderseits von den Waffen Gebrauch gemacht und ein Theil derjenigen, die dem Militär Widerstand zu leisten versuchten, unter Anderen der Schech der Lahauin, sind in Ketten zu Musa Bascha gesandt worden. Es geht das Gerücht, eine der Raubbarken habe, verfolgt von den Türkischen Wachtschiffen, eine Menge Sklaven, die sie an Bord hatte, getödtet und in den Strom geworfen. Trotz dieses scheinbar energischen Einschreitens der Regierung nimmt diese keinen Anstand, wo sie Gelegenheit findet, Sklaven als Soldaten zu rauben oder auf andere gleich ehrliche Art zu acquiriren. Eine solche Gesellschaft von „Volontairs" wurde unter Anderem trotz aller Protestation der Kapitäne von einem Türkischen Offizier in Kaka auf drei Barken der Gebrüder Poncet unter Französischer Flagge mit Gewalt eingeschifft. Der Französische Konsul ist übrigens in dieser Angelegenheit mit aller Energie aufgetreten und wird nicht nur Freigebung der Gefangenen, sondern eine eklatante Satisfaktion verlangen. Schon früher schrieb ich Ihnen, dass der Bascha dem

!) Fortsetzung der brieflichen Nachrichten auf SS. 308–310 des vorigen Heftes.

Schech der Araber von Senär, angeblich auf Befehl Ismael Bascha's, einen Tribut von 1000 bis 2000 Sklaven für jeden Stamm auferlegt habe. Um diese zu erlangen, machen die Araber Feldzüge gegen die Dinka, Hamedj, Burum, Bertat u. s. w., fangen dort an Menschen und Vieh auf, so viel sie können, stellen die ihnen vorgeschriebene Mannschaft und verkaufen auf offenem Markt in Mesalamieh, Senár, Karkodj u. s. w. den Rest durch den öffentlichen, von der Regierung bestellten Ausrufer (!). Wie es scheint, hat die Kunde von der ausserordentlichen Menge von Negern, die jetzt in der Gegend zu Markte kommen, einen Franzosen, den Gutsverwalter Monier in Mudánah bei Esneh, veranlasst, einige Kopten und einen Landsmann hierher und nach Mesalamieh zu schicken, um eine Menge Sklaven zu erhandeln. Herr Papan, so heisst der Begleiter der Kopten, hat trotz seiner armseligen Stellung seinem Auftrag, den zu machenden Einkauf zu überwachen, keine Folge geleistet und öffentlich hier erklärt, dass er keinen Antheil an diesem infamen Handel habe. Der Kassenführer dieser sauberen Gesellschaft verweigerte sofort Herrn Papan die fernere Ausbezahlung seines Monatsgehaltes und erklärte ihn als seiner Stellung verlustig. Von Mohammed Cher von Hellet-Kaka höre ich, er habe die Tochter des Sultan von Djebel Fungur geheirathet und residire jetzt, nachdem er den Türken nicht mehr traut und seine ehemalige Residenz von ihnen besetzt ist, an seines alten Schwiegervaters Stelle in Fungur. In meinem letzten Schreiben erwähnte ich eines Itinerars der letzten Ghasua nach Abu Ramleh und Beni Schánqol. Ich sende Ihnen dasselbe hier ein, obgleich ich zweifle, dass es einen anderen Werth haben kann als den, dass einige neue Bergnamen darauf figuriren. Der in Rede stehende Raubzug wurde durch einen Obersten Adam - Beg ausgeführt. Die Ghasua ging vom Dorfe Eiwán aus und lagerte nach 1 Tagemarsch an einem Regenbett. Von hier ist es 1 Tagemarsch östlich, wenig südlich zum Djebel Dimer, einem einzelnen Berg mit gutem Wasser; von da %2 Tag SO. zum Djebel Mindjéllen. Auf diesen genannten Bergen wohnen Boghodaui-Neger. Von Mindjéllen /2 Tag ONO. zum Djebel Qadálu, dessen Bewohner Qadlauiéh heissen, von da % Tagemarsch NNO. nach dem Djebel Abu Ramleh, dann 3 Stunden OSO. nach einer ganz isolirten steilen Bergkuppe Eiwán; von Eiwán zwischen einzelnen Bergen auf fast ebenen Wegen, nicht durch Gebirge, in 2 Tage.. märschen SW. bis Famaka. Von Famaka 2 Stunden stromabwärts bis zur Furth von Ab-Schendi; von hier, den Berg von Fasoql rechts lassend, 1 Tag S. bis Chor Bába, dann 1 Tag S. über Chor Dahab bis Djebel Késan (starker Marsch) und von dort 2 Tage SSW. durchs Gebirge, Djebel Qereri rechts lassend, bis Beni Schánqol!).

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Ich habe Ihnen früher eine oberflächliche Nachricht gegeben von einer Französischen Expedition unter Anführung des General Grafen Buisson, der mit mehreren Offizieren, etwa 50, meist in Ägypten angeworbenen Europäern und einigen hundert Berberinischen Soldaten bei den Bogos eine Handels- und Kultur - Niederlassung gründen wollte. Dem General Buisson wurde von Seiten der Ägyptischen Regierung aller mögliche Vorschub zu seinem Unternehmen geleistet. Nachdem er einen namhaften Theil seiner Mannschaften in Folge des Sudanischen Klima's verloren hatte, wandte er sich nach Taka und von dort über Bischa nach Kufit (südlich von Bischa, s. Ergänzungsheft Nr. 13 der „Geogr. Mitth.", Tafel 3"), wohin ihn 200 Türkische Soldaten geleiteten. Es scheint, der General hatte wirklich Anfangs die Absicht, bis zu den Bogos vorzudringen, er muss sich aber bald für eine Niederlassung im Barka entschieden haben und blieb in Kufit, wo er angeblich von den Barea Terrain ankaufte und eine Art von befestigtem Lager errichten wollte. Bekanntlich macht aber die Ägyptische Regierung Anspruch auf dieses Terrain und der Mudir von Taka sandte 700 Mann Infanterie dahin, um den ungebetenen Gast ohne Umstände nach Kassala zurückkehren zu lassen, von wo er bereits über Sauakin nach Ägypten abgegangen ist. Unter der Gesellschaft des Generals war schon früher grosse Unzufriedenheit ausgebrochen, namentlich erhob sich Klage wegen schlechter Verpflegung und Nichteinhaltung anderer kontraktlicher Zusagen. Mehrere Mitglieder nahmen Reissaus, weshalb Buisson nach einer amtlich hier eingelaufenen Klage die benachbarten Araber-Schechs beauftragen liess, jeden Deserteur, dessen sie habhaft werden könnten, niederzuschiessen, gegen 10 oder 12 Thaler Belohnung für jeden Kopf. Buisson hat vor seiner Abreise gegen seine gewaltsame Vertreibung aus Kufit protestirt und die Ägyptische Regierung verantwortlich gemacht für allen hierdurch ihm und seiner Gesellschaft zugefügten Schaden und Verlust, für den Ertrag des bereits kultivirten Landes und seiner zukünftigen HandelsUnternehmungen. Ich zweifle nicht, dass die Türken auch hierbei so taktlos wie möglich zu Werke gegangen sind und dem General wirklichen Anlass zu Klagen gegeben haben, aber Letzterer hat bestimmt Unrecht, wenn er die Welt glauben machen will, dass er in von der Ägyptischen Regierung unabhängigem Terrain sich augesiedelt habe. Ich weiss auf das Bestimmteste, dass die Mudirieh Taka im ganzen Barka seit langer Zeit Abgaben erhebt und zu diesem Zweck kleine Militär-Detachements nach Sabderat, Bischa, Dáqa u. s. w., ja selbst zu den Basen entsendet.

Mek Nasr von Téqéléh ist immer noch in der Gegend. Der Bascha hat ihm ein Dorf, Om Ärdeh nahe bei Djebel Auli, angewiesen, wo er mit etwa 1400 Personen seiner Suite Hof hält. Er wird gut behandelt und sein ältester Sohn, ein sehr intelligenter Mann, ist meist in Chartám und gewöhnt sich rasch an die Türken.

Die Erzählungen der Leute Churchud Ägha's über Baker's Reise, die ich früher erwähnte, sind nicht klar; es scheint mir jetzt, als ob Baker nicht nach dem Nyanza, sondern nach dem Luta Nzige-See gegangen sei und dass

Dimer. Die Route von Famaka nach Beni Schänqol stimmt mit Hartmann's Karte, nur den Namen Qereri finden wir dort nicht. A. P.

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