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G. Raddes Forschungen im Kaukasus.

Wie uns Herr Dr. Radde aus Tiflis schreibt, wollte er am 3. Juni seine Reise von dort nach Mingrelien antreten und er hoffte von Sugdidi durch die Ratscha nach Ossetien zu gelangen und längere Zeit im Hochgebirge zu verweilen. Über die grosse, eines Radde vollkommen würdige Aufgabe, die er sich im Kaukasus gestellt, gab er uns schon in einem früheren Briefe einige Andeutungen (siehe „Geogr. Mitth." 1864, Heft VI, S. 223), kürzlich schickte er uns aber das dort erwähnte Programm, welches ausführlicher den allgemeinen Gang der projektirten Forschungen und die dabei in Betracht kommenden Gesichtspunkte beleuchtet, – ein lebendiges Zeugniss, in welch' grossartiger Weise Radde seine Aufgabe auffasst.

Allgemeines Programm, nach welchem die biologisch-geographischen Untersuchungen der Kaukasus-Länder ausgeführt werden sollen.

Der Kaukasische Isthmus bietet in den Ländern, welche nord- und südwärts von der ihn durchsetzenden Gebirgskette gelegen sind, zwei Gebiete von ganz verschiedener Plastik. Die von NW. nach SO. ziehende Kaukasus-Kette scheidet die im Niveau des Meeres gelegenen PontischKaspischen Tiefländer von den Armenisch-Persischen Hochländern. welche nördlich und südlich vom Hauptgebirge vorhanden, angedeutet, so bilden die Vorberge zu beiden Seiten der Hauptkette die vermittelnden Übergänge zu diesen in vielfach variabler Weise. Hier, an der Nordseite, treten die Vorberge des Kaukasus am weitesten nach Norden zwischen dem Oberlaufe des Kuban und Terek vor, bleiben jedoch dem unteren Laufe dieser Ströme und selbst einem beträchtlichen Theile ihres mittleren Laufes fern. Es sind hier die schilf- und rohrbestandenen flachen Uferebenen, welche sich weithin landwärts dehnen, und erst in den Mündungsländern beider Ströme treten Salzauswitterungen auf. Dieselben nehmen nordwärts zum Don im gesammten Manytsch-Gebiete an Grösse und Häufigkeit zu. – Dort, im Süden, entwickelt sich zunächst das Hochthal der Kura gegen Osten, dem wir kein volles Äquivalent im Westen zur Seite stellen können. Angedeutet wird ein solches durch den Rion, welcher jedoch in seinem gesammten Laufe

den Charakter eines echten Bergflusses behauptet. Die Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1864, Heft VIII.

Sind hierin die extremen Terrain - Differenzen,

rapiden und nahe tretenden Abstürze des westlichen Kaukasus zum Meere bedingen diesen Charakter. Auch steht Trans-Kaukasien mit Ausnahme der beiden Küstengebiete (Schirwan östlich und Colchis westlich) unter dem klimatischen Einflusse der südlich sich ausdehnenden Hochländer. Das wenigstens deutet schon ein Blick auf die Vegetation selbst im mittleren Kura-Gebiete an. Im weiteren Verfolge nach Süden treten grosse Binnenseen in bedeutender Höhe über dem Meere (circa 5000 Fuss) in den Hochländern auf und einzelne weit vorgeschobene Gebirge, welche die Schneelinie übersteigen, bilden auf dem Araxes-Plateau die eminenten Vorposten des Kaukasus. Es ist natürlich, dass nach dieser, hier nur in wenigen Worten angedeuteten Eigenthümlichkeit der Cis- und TransKaukasischen Länder sich deren gesammte organische Schöpfungen bilden mussten. Diese sind nur der indirekte Ausdruck für jene physikalischen Differenzen beider Länder, sie wurden durch dieselben bedingt. Es ist eben so natürlich, dass zur zweckmässigen Verwendung dieser Gebiete für die Kultur ein Augenmerk auf die angedeuteten physikalischen Differenzen erfordert wird. Es wird sich das Leben und Treiben der Völker im Norden und Süden des Kaukasus mehr oder weniger modificiren müssen nach den unterscheidenden Grundzügen der von ihnen bewohnten Länder. Wie mächtig auch immer die socialen und politischen Zustände dieser Völker seit historischer Überlieferung erschüttert wurden, in den Momenten der Ruhe entwickelte sich der Grad ihrer Kultur und Civilisation jenen Basen gemäss, welche die Natur selbst gelegt hatte. Von gleichem Gesichtspunkte auszugehen wird, wie es scheint, am zweckmässigsten sein, wenn man den KaukasusLändern ein ernstes Studium in biologisch-geographischer Hinsicht zuwenden will. Dieses Studium muss ein vergleichendes werden. Eine grosse Anzahl einzelner Beobachtungen sollen mit Kritik und übersichtlichem Blicke an einander gereiht werden, um aus diesen Einzelnheiten zu allgemeinen Schlüssen zu gelangen. werden daher oft die anscheinend geringfügigsten Einzelnheiten von Bedeutung. Er betrachtet das Individuum nicht mehr als solches, sondern als im Zusammenhange mit dem Naturganzen stehend. Es ist für ihn nicht Hauptsache,

ein Maximum von Thier- und Pflanzenarten nach ihren 36

Für den Biologen systematischen Charakteren zu kennen, sondern vielmehr die Abänderung der Arten und ihre Abhängigkeit vom Klima und Boden zu studiren. Demnach ist es nöthig, um zur Erkenntniss der frappanten Gegensätze von Cis- und Trans-Kaukasien im biologisch-geographischen Sinne zu gelangen, die darauf projektirten Reisen nach festem Prinzipe zu machen. Am besten wird es sein, die Untersuchungen nach den vier Hauptströmen anzubahnen. Wir setzen der Kura den Terek gegenüber. In wie fern bieten die Länder beider Stromgebiete Gleiches, Verwandtes oder Verschiedenartiges und welche Gründe bedingen die Identität oder Differenz? Wir setzen ferner dem Kuban den Rion gegenüber und stellen uns dieselben Fragen. Ganz von selbst treten dann andere Vergleichungspunkte auf. Wie verhalten sich z. B. die östlichen Abflüsse vom Kaukasus zu den westlichen und welche Verwandtschaften bietet das Kaspische Meer und das Schwarze? Eine eigene, ganz unabhängige Untersuchung erfordern die Quellländer, so weit sie auf Russischem Boden liegen, dieser Ströme. Hier ist nothgedrungen die Kura auszuschliessen. Die anderen drei Ströme führen uns in eine eigene grossartige Welt. Wir treten mit ihren Quellgebieten in die gletschergekrönte Kaukasische Centralkette. Das Hochgebirge ist unerschöpflich für den Beobachter. Wurden früher die biologisch-geographischen Untersuchungen namentlich auf die Horizontal-Ebene bezogen, so müssen wir nun im Hochgebirge die Vertikal-Ebene zur Basis aller Forschungen machen. Gletscher-, Schnee- und Baumgrenze bilden hier in den hochalpinen Revieren die Fundamente der Untersuchungen; in den breiten Rahmen, den sie um die Alpen-Welt schliessen, trägt man sorgsam die subordinirten Beobachtungen ein. So die spezielle Verbreitung der phanerogamen und cryptogamen Gewächse; die letzten Spuren animalen Lebens auf den Eismeeren; die zeitweise unwillkürliche Überführung leichter Thiere aus niederen Regionen in die höhere durch den aufsteigenden Luftstrom; endlich die regulären und zufälligen Wanderungen gewisser Thiere. – Das Kaukasische Hochgebirge in seiner grossartigen Entwickelung bietet allein schon dem angestrengten Fleisse eines Menschenlebens den lohnendsten Stoff. Wie viel wissen wir denn von ihm? Selbst die Riesenthiere dieser Region sind noch nicht alle wissenschaftlich placirt. Die Steinbockfrage ist noch nicht mit Schärfe entschieden. Das Endresultat der Arbeiten im Hochgebirge wird darauf hinzielen müssen, die Breite gewisser Vegetations- und Faunenzonen zu bestimmen und die Schwankungen dieser Breite aus lokalen Einflüssen zu definiren. Dergleichen typisch gebildete Vegetations-Gürtel müssen bis zum beiderseitigen Meeresgestade verfolgt und

in Schrift und Bild geschildert werden. Stellen sich hier am Nord- und Südabhange auch Differenzen heraus? Es ist wohl sehr wahrscheinlich. Wie verhalten sich in dieser Beziehung die Colchis'schen Länder zu denen von Lenkoran? Schon das Vorkommen des Tigers in Osten deutet auch hier auf Verschiedenheiten. Jedenfalls muss allen diesen Untersuchungen eine solide geographische Basis zu Grunde gelegt werden. Die topographische Abtheilung des Kaukasischen Generalstabes wird oft zu Rathe gezogen werden müssen. In liebenswürdiger Weise wurde die fernere Unterstützung Seitens des Chefs dieser Abtheilung, des Generals Chodzko, zugesagt. Ohne ein richtiges Verständniss der Relief- Bildungen ist die vergleichende Biologie unmöglich. Der Reisende muss wissen, in welcher Höhe über dem Meere er sich befindet und in welchem topographischen Zusammenhange der Ort seiner Arbeiten zum Ganzen steht. Sehr viele auffallende Erscheinungen im Pflanzen- und Thierreiche lassen sich nur durch ganz lokale Bedingungen erklären. Diese muss man zuerst zu erkennen streben. Für die Untersuchungen der Hochgebirge werden Profile und Durchschnitte von grösster Wichtigkeit; in sie trägt man graphisch einen grossen Theil der Beobachtungen zum übersichtlichen Verständnisse ein. Eine höchst lohnende Erweiterung dieser Studien würden die Persischen Grenzländer ermöglichen. Hier steht das üppige Massenderan in Wichtigkeit obenan. Hatten die bis dahin erwähnten Aufgaben, zu deren Lösung die Regierung ja stets so freigiebig die Mittel anweist, ein rein wissenschaftliches Interesse, so dürfte in Nachstehendem doch auch einige Erwähnung von solchen Aufgaben geschehen, die einen praktiscken Werth besitzen und deren Lösung den betreffenden Behörden erwünscht sein könnte. In erster Reihe muss hier der Fischereien gedacht werden, welche, wie bekannt, in grossartigster Weise in den Mündungslanden der drei grossen Kaukasischen Ströme betrieben werden. Zwar liegen uns darüber schon bedeutende, gediegene Arbeiten vor und zum Theil sind dieselben (im Asowschen Meere) noch nicht beendet, jedoch dürfte jenen Arbeiten auch jetzt noch manche Erweiterung hinzuzufügen und manche Erfahrung aus jüngster Zeit noch nachzutragen sein. Die Seidenbau-Frage würde ebenfalls hohes Interesse bieten und, so weit diess von naturwissenschaftlicher Seite geschehen muss, einer spezielleren Erörterung bedürfen. Man sucht im Westen und Süden Europa's andere Bombyx - Arten zum Seidenbau anzuziehen. Die Ailanthus-Raupe scheint gute Eigenschaften und Garantien für ergiebige Seidenzucht zu bieten. Die Grenzen, in denen sich die reinen Naturwissenschaften mit den angewandten verschmelzen, sind nirgends genau zu bestimmen. Eine Anzahl Beobachtungen über die Kultur verschiedener Gewächse sollen gemacht werden. Dahin werden auch die Höhenbestimmungen der Kulturgrenzen zu rechnen sein, also die Nachweise über das Gedeihen der Cerealien, des Weinstocks, der Süd-Europäischen Kulturpflanzen u. s. w. Ferner leitet das Studium der Insektenwelt ganz von selbst zu den schädlichen Insekten für die Agrikultur und Forstwirthschaft.

Dass nun endlich neben diesen Hauptzwecken der angeordneten Untersuchungen auch den ethnographischen Grundzügen der Völker und ferner den wechselvollen geschichtlichen Entwickelungen der Bewohner des Kaukasus in so weit Rechnung getragen werden muss, als diess zur Schilderung des Ganzen nöthig, versteht sich wohl von selbst. Die Gegenwart entwickelt sich aus der Vergangenheit. Wer die Gegenwart richtig beurtheilen will, muss

zumal in Ländern, die im Verlaufe so vieler Jahrhunderte in beständigen Umwandlungen ihrer Volkselemente sich befanden, die Hauptmomente dieser geschichtlichen Evolutionen kennen. Auf dem ruhigen Fond eines reichen, vielgestalteten Naturlebens, das in vielen seiner Scenerien kaum durch den Willen des Menschen beeinträchtigt wurde, muss sich bei einer Schilderung der Kaukasus-Länder das kraftvolle geschichtliche Bild seiner Völker malen, um sich im Hintergrunde in den leisen Umrissen undeutlicher Sage zu verlieren. In dieser Weise gedenkt der Unterzeichnete die ihm gewordenen Aufträge zu erfüllen. Am Schlusse eines jeden Jahres reicht er seinen illustrirten Jahresbericht ein, den die Regierung nach geneigtem Gutdünken verwenden mag. Die erste Reise gilt dem Rion-Thale.

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Der Lofau-Berg in China.

Vom Missionär R. Krone.

Die Chinesen pflegen zu sagen: „Unter den Bergen der Welt nimmt der Lofau den siebenten Platz ein, aber in der Canton-Provinz ist er der erste aller Berge." Es ist diess nicht so zu verstehen, als zeichnete sich der Lofau durch Höhe oder Naturschönheiten und Produkte so vor allen anderen Bergen der Provinz aus, dass ihm unbestreitbar der Vorzug gebühre. Es giebt höhere und schönere Berge, allein keiner geniesst den Ruhm und die Auszeichnung, welche man dem Lofau zollt. Seit mehr als tausend Jahren bewohnen Toisten und Buddhisten seine Schluchten und Thäler; Eremiten sowie Gelehrte haben hier in Stille und Zurückgezogenheit ein beschauliches Leben geführt. So ist es gekommen, dass sich an den Berg viele historische Erinnerungen knüpfen und man durch eine Menge Fabeln und Legenden seine Geschichte ausgeschmückt hat. Besonders haben die Toisten den Lofau zu einem Hauptstützpunkte für ihre Sekte gemacht. Ferner hat der Ruf des Lofau seit vielen Jahrhunderten Reisende angetrieben, den Berg zu besuchen. der Sung-Dynastie, als der Toismus und Buddhismus besonders blühten, wurde der Lofau freilich mehr besucht als jetzt, wo jene beiden Sekten wenigstens im Süden sehr heruntergekommen sind. Dennoch fehlt es auch jetzt nicht an Besuchern aus näherer und weiterer Ferne. Das will in China schon Etwas sagen, da der Chinese, wie er jetzt ist, bekanntlich wenig Trieb hat, Vergnügungsreisen zu machen und Berge zu erklettern. Nach der Meinung des Volkes gehört nicht bloss ein fester Wille dazu, um wirklich nach

In jenen Zeiten, z. B. während

dem Lofau zu kommen, der Reisende muss ausserdem auch sin kwat, d. h. Knochen der Unsterblichen, in sich haben oder, mit anderen Worten, eine gewisse Wahlverwandtschaft zu den Feen und Geistern besitzen, wenn es ihm gelingen soll, einen durch die Unsterblichen und Halbgötter so ausgezeichneten Platz zu erreichen. Ich selbst habe zwei Mal vergebens versucht, nach dem Lofau zu kommen, doch endlich haben die sin kwat alle Hindernisse überwunden. Der Lofau liegt im Kreise Poklo und ist von Canton etwa 14 Meilen entfernt. Die Distriktsstadt Poklo ist etwa 3 Meilen östlich und der Markt Schäklung eben so weit südlich gelegen. Die Distriktsstadt Zang sching ist etwas näher westlich. Bis zur Bocca tigris rechnet man etwa 10 Meilen. Natürlich kommt es bei allen diesen Ortsbestimmungen sehr darauf an, bis zu welchem Punkte des Gebirges man misst. Ich habe nach dem Wong lungKloster, welches so ziemlich der Mittelpunkt des Lofau ist, die Entfernungen berechnet. Man hat sich nämlich unter dem Lofau nicht einen einzelnen, allein stehenden Berg zu denken, sondern einen Gebirgszug mit vielen Bergspitzen. Der östliche Theil wird vorzugsweise Lo-Berg genannt, der Westen des Gebirges trägt dagegen den Namen Fau-Berg und eine südliche kleinere Gebirgskette heisst der Kleine Lofau. Der Kollektiv-Name Lofau ist also jedenfalls durch Zusammensetzung der Wörter lo und fau entstanden. Lo heisst ausbrüten, fau schwimmen. Das erste Wort Lo

hängt ohne Zweifel mit Poklo, dem Namen des Distrikts,

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