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ihrer Herren oder Patrone angenommen haben, so zählt man bei diesen Mauren etwa % Arabische Mulatten, % Berber-Mulatten und % Schwarze, Freigelassene oder Sklaven. Alle sind Nomaden. Die Schwarzen des Senegal-Beckens theilen sich wie die Weissen in Racen, welche sich durch die mehr oder weniger dunkle Hautfarbe, die Körperform und den Grad ihrer Intelligenz von einander unterscheiden. Die Hauptracen sind: - die Pul-, die Malinke- oder Bambara-Race, an welche sich die Soninke anschliessen, und die UolofRace einschliesslich der Serer. Die Pul oder Pöl sind braunröthliche Leute mit kaum wolligen Haaren und fast Europäischen Gesichtszügen. Da sie sich am nächsten an den weissen mohammedanischen Völkern befanden, welche in den Sudan eingefallen sind, so haben sie zuerst den Islam angenommen und spielen gegen andere schwarze Völker die Rolle der Bekehrer mit bewaffneter Hand. Sie haben mächtige Staaten gegründet, wie die Haussa-Staaten, Massina, Futa, Toro, Damga, Bondu, Futa-Djalon. Mit ihren Gefangenen oder Nachbarn schwarzer Race haben sie sich vermischt, und wenn das schwarze Element einen beträchtlichen Theil von einem ihrer Stämme ausmacht, so bezeichnet man am Senegal die Mischlingsrace mit dem Namen Toucouleur. Die Pul sind im Allgemeinen Hirten und haben eine besondere, weiche und wohlklingende Sprache. Die Malinke und Soninke, am Senegal unter den Namen Mandingo und Sarakolle bekannt, sind hoch gewachsene Schwarze mit krausem Haar; sie haben Neger-Physiognomie, aber weniger ausgeprägt als die Eingebornen der äquatorialen Gegenden und von Congo. Sie bewohnen hauptsächlich den nördlichen Abfall der Gebirgsländer, in denen der Niger, der Senegal und Gambia entspringen, und sprechen verschiedene aus ein und derselben Sprache herstammende Dialekte. Die Malinke sind dem Temperament nach sehr kriegerisch, die Soninke treiben am meisten von allen Negern der Westküste Handel. Die Uolof und Serer sind die grössten, schönsten und schwärzesten aller Neger Afrika's; ihre Wiege sind die weiten Alluvial-Ebenen zwischen dem Senegal, dem Faleme und Gambia. Sie bewohnen hauptsächlich Malo, Cayor, Baol und Sin. Das Volk der Serer-Uolof spricht zwei fast einsilbige Sprachen, welche unter sich die vollkommenste Verwandtschaft besitzen. Sanft, kindisch eitel, unvorsichtig und apathisch, sind sie doch sehr tapfer. Sie treiben Ackerbau und Viehzucht. Von Natur sehr mässig, ergeben sie sich doch in beklagenswerther Weise dem Trunke. Die Uolof, in deren Mitte die hauptsächlichsten Französischen Etablissements am Senegal liegen, leben im Allgemeinen mit den Franzosen in gutem Einvernehmen; aus diesem Kontakt ist eine zahlreiche Mischlingsrace hervorgegangen, die seit dem Beginn unseres Jahrhunderts recht bemerkenswerthe Fortschritte gemacht hat. Frankreich unmittelbar unterworfen sind jetzt (1863) am Senegal und in den Dependenzen 116.000 Seelen; die abhängige Bevölkerung kann man auf 150.000 Seelen schätzen und die ausschliesslich mit den Franzosen Handel treibende auf mehr als eine Million. Die beiden letzten

Zahlen sind nur annähernde. (Revue maritime et coloniale.)

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Constantine, Place Vallée - - - . . 624 1921 51
Djebel Msid, Gipfel - - - - . 801 2466 4
Ain Yagut, Caravanserail . - - . 906 2789 4
Batna, Bureau arabe . - - - . 1035 3186 | 22
El Ksur, Caravanserail. - - - . 960 2955 11
El Kantra, Caravanserail . . . . 517 1592 | 2
El Utaia, Caravanserail - - - . 280 862 5
Biskra, Fort Saint-Germain . - - . 125?) 385
Tahir Rhassu, Haus des Kommandanten - 34 105
Ain Schegga, Artesischer Brunnen - 30 92
Mgebra, Brunnen . - - - - - 0 0
Schott Melrhirh, nordwestl. Ufer, ungefähr

7 Meter über dem Grund des Beckens . –6 –18 3 Um et Thiur, Fuss der Moschee . - - 2 6 6 Mrheier, Artesischer Brunnen - - - 3 9 2 Sidi Chelil . - - - - - - 25 77 3 Tamerna Djedida . - - - - - 77 237 6 Sidi Rasched - - - - - - 67 206 8 Bram, Niveau des Artesischen Brunnens - 65 200 6 Sidi Sliman, Niveau des Artesischen Brunnens 72 222 2 Tuggurt, Niveau des Wassers in den Stadtgräben 63 194 -23 Temassin, Sauia . - - - - . . 72 222 1 Blidet Amar, Niveau der Gärten . 80 246 3 Bir Mahmeur, Brunnen bei Areg Eddem . 103 1 317 4 Ain Barhdad, nördliches Ende der Daya Sud 85 262 2 El Hadjira, Boden der Gärten - . 115 354 4 Bir el Arefdji, in der Heischa von Ngussa 90 277 5 Ngussa, Boden der Gärten . - - - 130 400 10 Wargla, Marabut von Sidiben Eddin . - 131 | 403 15

Seitenlinien nach El Wad.

El Uibed, Brunnen zwischen Sidi Sliman und

Gemar - - - - - - 95 292 8 Musa el Kaid, Brunnen zwischen El Uibed

und Gemar - - - - - - 90 277 4 Gemar . - - - - - - - 62 191 22 El Wad . . . . . . . . 77 237 28 Ogla Wad Tunsi, Brunnen zwischen El Wad

und Tuggurt - - - - - 80 | 246 2 El Ketef, grosse Düne zwischen Ogla Tunsi

und Tuggurt - - - - - 100 308 4 Ogla Demerini, Brunnen zwischen El Ketef

und Tuggurt . - - - - - 105 323 2 Taibet el Geblia . - - - - - 125 | 385 6 Linie von Alger nach Ghardaja und Metlili. Boghar, Erdgeschoss des Militärspitals . - 970 2986 15 Boghari, Niveau der Strasse von Alger nach

Laghuat . - - 4 - - - 633 1949 | 29 Bughezul, Caravanserail - - - - 655 2016 16 Ain Usséra, Caravanserail . - - . 710 2186 18 Guelt es Settel, Caravanserail - - - 953 2934 28 Mesran, Caravanserail . - - - - 878 2703 5 oerde se Caravanserail . . . . 9. 2.539 Djelfa, Schwelle des Forts . - . 1167 3593 50

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Zahl der Meter. Par F. Able

sungen.

Höchster Punkt der Strasse zwischen Djelfa und Saint-Martin - - - Haus Saint-Martin, vormalige Station des Ued

1305 4017 1

Seddeur . - - - 1197 3685 13 Ain el Ibel, Caravanserail . - - 1055 | 3248 29 Haus Bérard, vormalige Zwischenstation 975 3001 4 Sidi Macheluf, Caravanserail - - 920 2832 27 Djebel Lazereg, äusserste Spitze . - - 1575 4849 1 Metlili, Caravanserail, vormalige Station des

Ued Metlili - - - - - - 86() 2647 14 Laghuat, Boden der Place Randon - 780 2401 –) Daya Butrekfine, verlassene Brunnen . - 802 2469 5 Raz esch Schaab, 35 Kilometer südlich von

Laghuat . - - - - - . . 880 2709 | 1 Cisterne Nili - - - - - 825 2540 2 Daya el Feres - - - - - - 795 2447 5 Daya Zliguim, 6 Kilometer nordwestlich von

Tilrhemt . - - | 770 2370 6 Daya von Tilrhemt, Cisterne - - . 730 227 6 Rhedir Settafa, Lagerplatz im Ued Settafa . 700 2 155 11

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Tademit, Smalah nordwestlich von Laghuat . 10543245 12 Ksar Zakkar . 4 - - - - - 1122 3454 2 Ksar Mudjbara . - - - - - 1046 | 3220 5 Ain Naga - - - - - - - 890 2740 3 Messad, Schwelle der Moschee - - - 800 2463 5 Amora . - - - - - - - 1025 3155 4 Ain Risch, Haus des Kommandanten . . . 9853032 4 Busada, Bureau arabe . - - - - 584 1798 9 Ain Temsa, 30 Kilometer westl. von Busada 805 2478 4 Ain el Hamir, am nordöstlichen Ende des

Zahrez Schergui - - - - - 900 2771 2 Djebel Narh, 18 Kilom. östl. von Ain Ussera 760 2340 2

Mo Farlane's Reise im westlichen Theil von Süd-Australien.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1863 ist ein abermaliger Versuch gemacht worden, in den westlichsten, erst

!) Renou fand bei 32 Beobachtungen im April 1853 für den Randon-Platz in Laghuat die Höhe von 746 Meter, M'Carthy im Dezember 1852 die Höhe von 750 Meter; die 200 Ablesungen Marès' ergaben durch Vergleich mit Oran und Alger 780 Meter und 90 weitere Ablesungen durch Vergleich mit Biskra, dessen Höhe zu 125 Meter angenommen, 781 Meter.

kürzlich annektirten und bis dahin „No Man's Land" genannten Theil der Kolonie Süd-Australien einzudringen; es wurde jedoch kein günstiges Resultat erzielt und es scheint, als wäre dieser Landstrich von der Natur sehr stiefmütterlich bedacht.

Thomas M"Farlane reiste Ende August mit zwei Leuten und 6 Pferden von Adelaide nach der Streaky-Bai. Von dort ging er ungefähr 40 Engl. Meilen nach Norden, sodann nach Nordwesten mit häufigen Abstechern nordwärts in die Wüste, wo er durchweg Nichts als Sandhügel und Skrub fand und jedes Mal durch Wassermangel zur Umkehr gezwungen wurde. Bei der Ankunft an der FowlerBai verliessen ihn seine Leute, er setzte daher am 24. November die Reise allein mit 3 Pferden fort und erreichte mit Mühe die nördlichste Stelle der Grossen Australischen Bucht, nachdem die Pferde 3 Tage ohne Wasser gewesen waren. Dort fand er glücklicher Weise beim Graben im Boden etwas brackisches Wasser. Nach viertägiger Rast ging er nordwärts ins Land hinein. Etwa 50 Engl. Meilen weit setzte er den Marsch fort, das Land war eine wellenförmige wohlbegraste Ebene ohne Baum oder Stein und ohne Wasser, daher auch nur einige wenige Vögel das Thierreich repräsentirten; an der Küste gab es wenigstens noch Schlangen, Wallabis und Wombats und sogar Menschen, wenn auch nur in wenigen Familien, schienen sich dort ständig aufzuhalten. Auf der Rückreise nach der Fowler-Bai verlor M°Farlane ein Pferd aus Wassermangel. Er kam am 27. Dezember nach der Streaky-Bai zurück, wo er auf Crawford's Station 8 Tage zubrachte, bevor er mit einem Begleiter den Gawler-Bergen einen Besuch abstattete. Diese letztere Exkursion fiel aber ebenfalls unglücklich aus. Bei grosser Hitze fanden sie ausserordentlich wenig Wasser, so dass ein Pferd in den Bergen, ein zweites auf dem Rückweg in Stich gelassen werden musste und die Reisenden selbst in grösste Gefahr kamen.

M°Farlane wird sein ausführliches Reisetagebuch veröffentlichen.

Nachrichten über die Fiji-Inseln.

Von Schwedischen öffentlichen Blättern wird aus einem im letztverflossenen Dezember von dem Schweden Carl Axel Egerström, der schon vor einigen Jahren dem Publikum seine Schicksale in fremden Ländern vorgelegt hat, unter dem Titel: „In der Ferne ist's gut, zu Hause aber besser", geschriebenen Briefe über die Fiji-Inseln ein höchst interessanter Auszug mitgetheilt, nach welchem die in den „Geogr. Mitth." 1861, Heft II, SS. 67–71 ausgesprochenen Hoffnungen leider nicht realisirt worden sind. Dieser Auszug lautet in wortgetreuer Übersetzung folgendermaassen:

„Es sind nunmehr beinahe vier Jahre verflossen seit der Zeit, da ich auf den Fiji-Inseln ans Land stieg. Damals glaubte man allgemein, diese bedeutende Inselgruppe würde eine Englische Besitzung werden. In den Jahren 1860 und 1861 wurden die Inseln oft von Kriegsschiffen besucht, welche zu dem Südsee-Geschwader gehörten, und die Englische Regierung sendete einen Oberst Smythe und einen Doktor Seemann hierher, um die hiesigen Zustände näher zu erforschen, und es beruhte eigentlich auf den Berichten dieser Herren, ob die Besitznahme durchgesetzt oder verworfen werden sollte. Vor einem Jahre kam die Fregatte Miranda, Captain Jenkins, hier an mit Depeschen vom Herzoge von Newcastle (Staats-Sekretär für die Kolonien), aus denen sich ergab, das Englische Ministerium könnte der Königin nicht anrathen, die Souverainetät über die FijiInseln anzunehmen, deren Häuptlinge ihre Macht lieber an England als an den König Georg auf Tonga oder an die Franzosen abtreten wollten. Die Depesche enthielt ausserdem fromme Wünsche für das Wohl der Inseln nebst mehreren guten Rathschlägen an die Häuptlinge derselben, sie möchten mit Wohlwollen die Civilisation entgegennehmen von den Missionären und denjenigen Europäern, welche sich vielleicht hier niederliessen. „So erlosch also schnell die Hoffnung auf den Fortschritt der Fiji-Inseln als Englischer Kolonie. Die meisten hier befindlichen Europäer, welche der Sterblichkeit entgangen waren, die vor zwei Jahren sehr bedeutend war, haben die Inseln verlassen, deren 300.000 Bewohner also, sich selbst überlassen, zu ihren uralten Beschäftigungen zurückgekehrt sind. Diejenigen, welche den heidnischen Gebräuchen entsagt haben, bringen ihr Leben in Müssiggang zu und die Heiden – die grösste Anzahl – fahren fort, sich gegenseitig zu bekriegen, zu tödten und aufzufressen. Die methodistische Mission, welche über 30 Jahre lang verdienstvoll daran gearbeitet hat, unter den Fijianern das Christenthum einzuführen, erntet leider schlechte Früchte von ihren Bemühungen. Eine Station nach der anderen muss verlassen werden, und wenn der Missionär an den Sonntagen sich zu der Kapelle begiebt, um zu predigen, findet er dort keine Zuhörer. Grosse Schaaren von Eingebornen, die seit Jahren der Wesleyanischen Kirche angehört haben, gehen jetzt zu der römisch-katholischen über. Die Ursache erklären die Eingebornen so: sie werden von den Wesleyanischen Missionären allzu hoch besteuert, ihnen wird eine allzu geringe Zeit zu der Pflege der Pflanzungen gestattet und es werden ihnen alle unschuldigen Spiele und Gesänge verboten, in welchem Allem die Katholiken sehr liberal sind. Jedes hier ankommende Pahrzeug bringt katholische Priester mit, ja man erwartet auch einen Bischof, und diese Herren behaupten, dass Frankreichs Macht und Flagge sehr bald über die Schicksale dieser Inseln herrschen wird. „Das Geschäftsleben ist sehr gedrückt in Folge bestehender Kriege zwischen den verschiedenen Völkerstämmen, vertheilt über die Berggegenden und auf den Küstenstrichen. Es sind keine Arbeitskräfte zu erhalten und daher stehen die Plantagen-Arbeiten still. Von einigen angefangenen Baumwollen-Plantagen erwartet man in der diessjährigen Ernte nur einige hundert Ballen. Die Kaffee-Plantagen sind noch so jung, dass man in einigen Jahren von ihnen noch Nichts erwarten kann. In der Zucker-Produktion hat man bis jetzt nur Versuche gemacht. Mit Perlen, Perlmutter, Elfenbein und Schildpatt werden nur unbedeutende Geschäfte gemacht... Die Stapelwaaren für den Export sind hauptsächlich: Kokosnussöl, Baumwolle, Tabak und Beche de mer für Chinesische Häfen. Der Handel wird betrieben von einem Hamburgischen und zwei Englischen Handelshäusern, welche ihre Comptoire in Levuka auf der Insel Ovalau haben. Levuka ist der Hauptort für den Handel und die Schifffahrt und an sich selbst ein lebhaftes Städtchen.

„Ungefähr 60 Engl. Meilen in südlicher Richtung liegt die kleine Insel Nagara an der Küste von Viti Levu, der grössten unter den Fiji-Inseln, die als das Fijianische Festland betrachtet werden kann. Diese Insel kaufte vor vielen Jahren ein Amerikanischer Konsul Namens Williams von den Eingebornen und von ihm kaufte ich bei meiner Ankunft hierselbst einen Theil der Insel. Auf Nagara liess ich mich nieder, machte die Wildniss urbar, führte das Gebäude auf, legte Baumwollen- und Kaffee-Plantagen an, Alles in der schmeichelhaften Hoffnung auf Glück und gute Resultate. Die Eingebornen waren freundschaftlich gesinnt und boten mir ihre Arbeitskräfte an, kurz Alles ging während einiger Monate recht gut. Da aber starb der Konsul Williams und nun traf von Allem das völlige Gegentheil ein. Die Fijianer forderten jetzt die Insel zurück, suchten mich mit Gewalt von derselben zu vertreiben und machten mir den Aufenthalt in hohem Grade unangenehm. Meine Klagen über das Betragen der Eingebornen bei dem Englischen Konsul Pritchard (einem Sohne des berühmten Pritchard auf Taheiti) wurden angenommen und, unterstützt von dem Britischen Kriegsschiffe „Herald", Captain Sir Malcolm M'Gregor, nebst dem mächtigen Fiji-Häuptlinge Koruduadua, brachte der Konsul die Eingebornen dahin, dass sie die Insel verliessen und mich als den Besitzer meines Antheiles anerkannten, zu dessen völligem Besitz ich jetzt gelangte. Das Dorf der Eingebornen wurde zerstört.

„Das geschah vor etwas über zwei Jahren und unmittelbar nach diesem Ereignisse brach der Krieg aus zwischen den Gebirgsstämmen und der Küstenbevölkerung, der noch jetzt fortdauert und in welchem mehrere Hunderte getödtet und nach uralter Fijianischer Sitte zerstückt, in Öfen gebraten und bei Kannibalen-Festen verzehrt worden sind. Der Lärm bei diesen Orgien der Wilden hat mich oft bei Nacht und bei Tage gepeinigt. Jetzt werden die Fehden gleichwohl in einer grösseren Ferne geführt, so dass das Knallen der Musketen nur schwach zu hören ist; die Dörfer in der Nachbarschaft sind verbrannt und die nächste Umgegend ist öde und leer. Meine nächsten Nachbarn wohnen in einer Entfernung von 25 Engl. Meilen von Nagara, wo ich noch ganz allein ein Robinson-Crusoe-Leben führe. Meine Beschäftigungen bestehen in Graben und Pflanzen, in Warten der Blumen und der Hausthiere, und meine Vergnügungen in demjenigen, was ich aus einigen Büchern schöpfen kann, so wie in denjenigen Genüssen, die eine herrliche Natur, erfrischende Winde, prachtvolle duftende Blumen, erfrischende Bäder in dem stets bewegten Meere, dessen Wogen das Gestade vor meiner Wohnung küssen, mir gewähren können. Aber schwer ist es für den Menschen, so ganz allein und verlassen seine Tage zu verleben, die Bekümmernisse der Einsamkeit sind prüfend und ich wünsche oft, die Ruhe auf Nagara gegen ein thätigeres Leben austauschen zu können. Dadurch aber würde ich mein Alles verlieren, das ich in dieser meiner Besitzung, die ich in diesem Augenblick nicht verkaufen kann, niedergelegt habe. Also muss ich vielleicht auf dieser meiner Südsee-Insel in der Einsamkeit leben und sterben."

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wai.

Oregon-Stämme .

Osages .
Pawnees (4

Banden

Pimos, Mescaleros u. s. W. .

Poncas .

Pottawatomie

**
1 %

Pueblos
Quapaws

von Huron
in Kansas

Sacs und Foxes

** %
Sans Arcs
Seminoles
Senecas
Senecas mit
Shawnees

-
4.
31.
4

Shawnees

-
-
4 - -
-
-
-

Sioux des Mississippi
Sioux des Missouri

Stockbridge
Tuscaroras

mit Munsees

Two Kettles . -

s mit Kickapoos

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7.300

720 3.000 1.080 3.280 2.080 2.400 1.120

33.590

1.800

147

17.530

1.800 1.600 4.787

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New Mexico. Obere Platte-Fluss. Ob. Arkansas-Fl. Ob. Missouri-Fl.

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y» yy California. Ob. Arkansas-Fl. New York. West-Arkansas. Ob. Platte-Fl. Ob. Arkansas-Fl. West-Arkansas.

Michigan.

4.940

4.028 5.006 1.629 247 16.000 90 25.000 3.900 1.071 1.000 291 741 384

30 1.800 120 1.724 384 470 1.280 566 15.000 953 422 160 70 323 13.000 4.098 3.414 400 864 69 50 2.259 10.000 314 1.280 96 1.600 2.500 2.988 159 830 8öss 6.000 323 305 960

Wisconsin. Minnesota.

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West-Arkansas.
Kansas.
West-Arkansas.
Ob. Missouri-Fl.
Kansas.
Ob. Missouri-Fl.
Nebraska-Territ.
Kansas.

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Seelen- Name des Stammes. Ä Wohnplatz.

Uncopapas . - - - s . 2.680 0b. Missouri-Fl. Utah-Gebiet-Stämm - - - . . 12.000 Utah-Territor. Utahs in New Mexico . - d - 2.500 New Mexico. Washington-Gebiet-Stämme . - 14.000 Washington-Territ. Winnebagos . - - - - 2.256 Ob. Missouri-Fl. Wyandotts . - - - - o 435 Kansas, Yanctonnais . - - - - - 3 840 Ob. Missouri-Fl.

Summe 268.079 (M“Kean's National Almanac, 1864.)

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England 431.692 Belgien . . . 9.072 Andere Länder, Britisch-Ame- West-Indien . 7.353 nicht specificirt 1.366 rika . . 249.970 Polen . . . . 7.298 Atlantische Inseln 1.361 Frankreich . 109.870 Spanien . . . 4.244 Asien . . . 1.231 Schottland . 108.518 Portugal . . 4.116 Sardinien . . 1.159 Schweiz . 53.327 Süd-Amerika . 3.263 Afrika . 526 Norwegen . 43.995 Russland . . . 3.160 Sandwich-Inseln 435 China . . 35.565 Gross-Britannien, Griechenland . 328 Holland . 28.281 nicht specificirt 1.802 Polynesien . . 286 Mexiko . 27.446 Australien . . 1.419 Central - Amerika 233 Schweden . 18.625 Türkei . . . 128

Von den Deutschen insbesondere waren 227.661 Preussen, 150.165 Bayern, 112.834 Badenser, 95.464 Hessen, 81.336 Württemberger, 25.061 Österreicher, 10.233 Nassauer und von 598.382 war das engere Vaterland nicht angegeben. Auf die einzelnen Staaten vertheilten sich die Deutschen in folgender Weise:

New York . 256.252 Texas . . . 20.553 Arkansas . . . 1.143 Ohio . . . 168.210 Minnesota . . 18.400 Oregon . 1.078 Pennsylvania. 138.244 Virginia . 10.512 Rhode Island . 815 Illinois . 130.804 Massachusetts. 9.961 Nord-Carolina . 765 Wisconsin . 123.879 Connecticut . 8.525 Colorado . . . 576 Missouri . . 88.487 Kansas . . . 4.318 Washington-Territ. 572 Indiana . . 66.705 Tennessee . . 3.869 New Mexico 569 Maryland . . 43.884 Columbia-Distrikt 3.254 Florida . . . 478 Michigan . . 38.705 Süd-Carolina . 2.947 Nevada . . . 454 Iowa . . . 38.555 Alabama . . 2.601 New Hampshire 412 New Jersey . 33.772 Georgia . 2.472 Maine . . . . 384 Kentucky. 27.227 Mississippi . 2.008 Vermont . . . 219 Louisiana . . 24.614 Nebraska . . 1.742 Utah . . . . 158 California . . 21.646 Delaware . 1.263. Dakota . . . 22

Die Milme-Bank im Nord-Atlantischen Ocean.

Zwischen den Azoren und der Neu-Fundland - Bank, unter 43° 35' N. Br. und 38° 50' W. L. v. Gr. bemerkte Admiral Milne am 28. März d. J. eine auffallend dunkle Bleifarbe des Meeres, er liess deshalb sondiren und fand die geringe Tiefe von 92 ünd 81 Faden, 12 naut. Meilen ONO. davon 100 Faden mit Boden aus feinem Sand und Schlamm. Da er schon mehrere Stunden vor Ankunft an der bezeichneten Stelle dieselbe Farbe des Wassers beobachtet hatte und sie auch in ostnordöstlicher Richtung bis zum Abend des folgenden Tages anhielt, so hält es Milne für wahrscheinlich, dass es sich hier um eine grosse Bank handelt, die sich von 42° bis 35° W. L. und von 42° bis 45° N. Br. erstreckt. In derselben Gegend, 105 naut. Meilen N. 68° W. von Milne's Lothung, hatte schon 1832 Lieut. Sainthill 100 Faden gelothet und 145 naut. Meilen S. 67° W. von Milne's Lothung findet sich auf den Karten die Tiefe von 35 Faden mit der Jahreszahl 1851 eingetragen, ohne dass die Autorität für diese Angabe bekannt wäre. Beide Lothungen bekräftigen Milne's Ansicht von der bedeutenden Ausdehnung der Bank. Dagegen fand Commander Dayman im Jahre 1859 unweit der Sainthill'schen Lothung, nämlich 145 naut. Meilen S. 54° W. von der Stelle, wo Milne sondiren liess, selbst in 3000 Faden Tiefe noch keinen Grund, so dass sich die Bank steil aus sehr tiefem Wasser erhebt. Der Hydrograph der Britischen Admiralität, Captain Richards, hat die Bank „Milne-Bank" benannt!).

Flächeninhalt und Grenzlänge. Eine Erwiderung auf erhobene Bedenken. Von Dr. F. Bothe in Saarbrücken.

Der von mir veröffentlichte Vorschlag, die Grenzentwickelung eines Landes in einer Konstanten darzustellen, welche der Quotient der Quadratwurzel des Flächeninhalts in die Grenzlänge ist, hat neuerdings Bedenken, bezüglich auch einen neuen Vorschlag Seitens der Herren Dr. Keber und Lieutenant v. Prondzynski hervorgerufen. Die bis dahin übliche Methode, den Flächeninhalt direkt mit der Grenzlänge zu vergleichen, hatte sich, wie Herr Dr. Keber mit Recht sagt, als „ein stehender Missbrauch behauptet"; sie vergleicht Grössen, welche ihrer Natur nach nicht vergleichbar sind, und führt dadurch zu Zahlen, deren Grösse von der gewählten Maasseinheit abhängig wird, die demnach verworfen werden müssen. Allerdings lassen sich dieselben – vorausgesetzt, dass sie unter Zugrundelegung derselben Längen- und Quadrateinheiten erhalten wurden – unter sich weiter vergleichen und dadurch Verhältnisszahlen bilden, denen universelle Gültigkeit beizulegen ist, allein es wird dann nothwendig, eine derselben willkürlich zur Einheit zu nehmen und konventionell festzustellen. Derartige Vergleichungen sind in der That bisher schon üblich gewesen, denn sie liegen dem Geographen ziemlich nahe; man sagt: „Die Entwickelung dieses Landes ist das bestimmte Vielfache der eines anderen", ich selbst habe mich aber nicht veranlasst sehen können, eine solche Vergleichung tabellarisch zusammenzustellen, denn die Wahl der Einheitsgrösse wird sich danach richten müssen, was man durch die Zusammenstellung erreichen will, welche Punkte besonders maassgebend erscheinen und zu berücksichtigen sind.

Bei meinem Ausspruche: „Ähnliche Figuren ergeben dieselbe Entwickelungs-Konstante", lag mir kein Gedanke ferner als der, diesen Satz in umgekehrter Schlussfolge

*) Nautical Magazine, Mai 1864.

als richtig hinzustellen, also aus gleicher Entwickelung die gleiche Form abzuleiten. Dass mein Vorschlag dadurch nach dieser Seite hin eine „offene Frage" lässt, kann ich aber nicht für ein grosses Unglück halten, denn diese Frage wird immer offen bleiben. Meine Formel sagt: „Haben zwei Länder gleiche Entwickelung, so kommt auf die Flächeneinheit die gleiche Anzahl Längeneinheiten der Grenzen"; Weiteres soll damit gar nicht gesagt werden. Alle Folgerungen, die sich an die entsprechende Zahl knüpfen lassen, bedürfen neuer Unterstellungen, jeder neue Vergleich beansprucht eine andere Basis. Findet man es für gut, zu untersuchen, wie sich die Grenzentwickelung eines Landes zu der eines Kreises, eines Quadrates, eines gleichseitigen Dreiecks, einer Ellipse von beliebig gewählten Axen, eines bestimmten Landes u. s. w. verhält, so werden die von mir vorgeschlagenen EntwickelungsKonstanten das einfachste Material zur Lösung der Frage bieten. Die gewonnenen Verhältnisszahlen sagen dann an und für sich überaus wenig, jeder Schluss aus ihnen kann aber eine Stufe bilden, von der aus weiteres Voranschreiten ermöglicht wird. Nimmt man an, dass die Kulturstufe, der Wohlstand, das Glück, die Weltstellung einer Nation von der Entwickelungsgrösse ihrer Grenzen, also von der grösstmöglichen Erleichterung des Verkehrs mit der jenseit dieser Grenzen liegenden Welt abhängt, so wird die Gestalt des Landes wohl nicht zunächst Berücksichtigung verdienen, eben so wenig wie in dem entgegengesetzten Falle, wenn eine Nation in sich selbst die Mittel ihrer Stärke zu finden meint und die kleinste Entwickelung ihrer Grenzen für den grössten Vortheil hält. Kommt diese Gestalt aber in Betracht, dann natürlich auch noch andere Punkte, wie die leichte oder schwere Zugänglichkeit der Grenzen, Höhenverhältnisse, Bodenbeschaffenheit, klimatische Verschiedenheiten, Dichtigkeit der Bevölkerung u. s. w. Grosse Zahlen stehen immer ausser dem Bereiche kleinerer, in der Geographie nicht minder wie in anderen Wissenschaften. Um nur Ein Beispiel anzuführen, so giebt die Vergleichung der mittleren Höhe zweier Länder sicherlich ein wenig anschauliches Bild, denn die bezüglichen Länder können bei gleicher Höhe einander wesentlich unähnlich sein, und doch ist eine solche Vergleichung nicht nothwendig werthlos. Die Vergleichung der mittleren Kammhöhe der Gebirgszüge beider Länder wird das Bild schon schärfer hinstellen, die mittlere Gipfelhöhe es so weit vervollständigen, dass zahlreiche Fragen Beantwortung finden können, aber erst ein Blick auf die Karte, ein Studium der Profile verschafft die noch immer fehlende Klarheit. Was ich, angeregt durch die von Herrn Dr. Keber zuerst erhobenen Bedenken, vorschlug, ist die Beseitigung einer an und für sich gewiss unlogischen und unmathematischen Zahl zu Gunsten einer anderen, der man weder logische Begründung noch Eleganz absprechen wird, die leicht ermittelt und geprüft werden kann, universelle Gültigkeit besitzt und ein bequemes Material für weitere Vergleichungen abzugeben vermag. Es sind diess Rechtstitel genug, dieser Zahl neben vielen anderen einen Platz in den geographischen Handbüchern zu gönnen.

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