Page images
PDF

Biskra u. s. w., allein es unterliegt keinem Zweifel, dass die Franzosen Herren dieses weiten Gebiets sind und stets sein können, sollte sich irgend ein Theil desselben rebellisch zeigen; der jetzige Aufstand ist, beiläufig gesagt, mehr im Norden (ja zum Theil ganz in der Nähe der Küste) als im Süden des Landes.

Die administrative Eintheilung des Türkischen Baschäliks Tripolitanien ist nach offizieller Mittheilung ) in 5 Liwas: Bengasi und Derna, Homs, Dschebel und Ghurian, Ghadames, Fessan, jede unter einem Kaimakan stehend, von denen der von Fessan den Pascha-Titel führt.

Nach den so angedeuteten Grenzen haben wir, auf Grund unserer Karte, das Areal von Marokko, Algerien und Tunesien planimetrisch berechnet, sowohl nach der politisch-administrativen Eintheilung als nach den in kulturhistorischer Beziehung so wichtigen und auf unserer Karte ebenfalls durch Kolorit bezeichneten natürlichen Zonen: Tell (Kulturland) mit permanenten Flussläufen; Steppen mit Vegetation aus Gras und Strauchwerk, in den Flussrinnen meistentheils Wasser; Sahara oder Wüste, abwechselnd aus Sanddünen, nacktem Fels und Oasen bestehend, in den Wadis nur gelegentlich Wasser. Die Zahlen der Deutschen Quadrat-Meilen sind auf 10, die der Hektaren auf 1000 abgerundet.

[blocks in formation]

!) „The Regency of Tripoli extends longitudinally from Biban, 11° 20 23" L. E. of Gr., to Marsa Silhoum, 25°, latitudinally from the Mediterranean to the edge almost of the Northern Tropic. From Marsa Silhoum the chain of the great Akaba runs almost due South and forms a natural frontier between Tripoli and Egypt. The Regency is divided into 5 Livas: Bengasi and Derna, Homs, Ghebel and Ghurian, Ghadamis, Fezzan, but do demarcate the boundaries of these administrative divisions is utterly impossible. Such is the ignorance of the local authorities, not only of cartography, but of every other branch of science save the extortion of revenue, that I question if a single one of them – were the Map of the Regency unfolded before him – could place his finger on his place of residence. The population may be estimated at half a million." (Auszug aus einem Brief des Gross-Britannischen General-Konsuls Colonel G. F. Herman, d. d. Tripoli 17. Febr. 1863.)

[merged small][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors][ocr errors][merged small]

Provinz Algier.

3.663 2.715 2. 160 1. 120

1.693 1,659 1.555 1.395 1.238 1.237 470 380 380 350 323 280 250

Dschebel Dscherdschera

Anhöhe südl. von Dschelfa
Dschelfa . - - -
Amora - e - -
Boghar . - - u
Anhöhe südl. v. El Aghuat

Anhöhe zw. Tilgemtu. Berrian 2.523 El Atbia .

El Aghuat

7.132 Tilgemt . - -
4.017 Dhaik Namus .
3.593 Berrian

3.155 Ghardaja .
2.986 El Atef .
2.710 | El Gerara

2.400 Ngussa .

Provinz Constantine.

Dschebel Scheliha .
Dschebel Mhammel".
Gr. Babor - 4
Dschebel Geriun
Tebessa .
Batna -
Ain Beida . -
El Kantara - e -
Punkt 6 D. M. nördlich von
Ghadames . e e
Punkt bei El Maadhema .

Dschebel Mechila . -
Saghuan . - - -

7.142 | Dra el Kesin
7.130 El Wid
6.226 Biskra -
5.316 Bir Ghardaja
3.325 Bir Mescheib
3.186 Tuggurt - -
2.463 Tamerna - v
1.592 Urtana « -
Msakka-Sidi-Chlil

2.247
2. 112
1.684
1.632
1.508
970
370
110

520 . 415 . 385 . 373 . 185 . 157 . 120 . 43 . –24

991 Merhajar (am Schott Melghigh)–64 767

Tunesien.

4.448 Dschebel Ghorra . -
4.014

3.694

[merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small]

Beim Durchlesen der Abhandlung über den Hungersee in den „Geogr. Mitth." 1864, Heft II, fiel mir beifolgende Notiz aus „M. Johannis Praetorii P. L. C. neue Weltbeschreibung von allerley Wunderbarlichen Menschen" (Magdeburg, in Verlegung Johann Lüderwalds Buchhändlers, 1666) ein, welche durch Vergleich mit anderen am Harze befindlichen Höhlen und auch dadurch interessant ist, dass für den Hungersee schon damals die Periode von 6 bis 8 Jahren angegeben wurde, wie man sie jetzt in den geographischen Büchern findet.

„Pag. 88: Von wunderlichen Hölen und Löchern unter der Erden. vide Zeilerum im Handbuche part. 1. p. m. 455. Ex Epist. 551.590. Topograph. Hassiae etc. 6 & 16. Davon kan angehöret werden Zeiler. Tom. 2. Epist. 51. p. m. 872. Nicht weit von Gruningen im Halberstädtischen ist im flachen Felde ein sehr tieffes gantz felsisches Loch, gleichwie ein mit Fleiss ausgemaureter Brunn, in welchen, so man einen Stein würfet, man denselben über lang ins Wasser fallen höret, und rauschet das Wasser unten stetig wie ein starck fliessender Strom. Etwas weiter hinauff gegen dem Walde, der Hackel genannt, ist noch eine andre Art eines Erdfalls, gantz voller Wasser, und doch drauff von Rohr gewachsene schwimmende und gleichwohl gantz grundlose Mater, auff welcher stets viel Enten liegen: So man aber deren etliche schiesset, seyn sie doch wegen der unermesslichen Tieffe und Grundlosigkeit nicht zu bekommen.

„Confereundem pag. 871. d. l. von einem andern Wasser nicht weit von Rossla in der gülden Awe in Thüringen, so etwan alle 6 oder 8 Jahr aus der Stein Klippen hervor komt, mit grossen Karpen, da doch kein Mensch weiss woher" u. s. w.

Helmersen's Reise durch die nördliche Mongolei.

Die Sibirische Sektion der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft, welche ihren Sitz in Irkutsk hat, entwickelt unter ihrem jetzigen Präsidenten A. Sghibneff

eine lebhafte Thätigkeit. Ausser der Fortsetzung ihrer seit 1858 unterbrochenen Mémoiren geben davon eine Menge von ihr unternommener oder angeordneter Arbeiten Zeugniss, über welche der Compte-rendu der Gesellschaft für 1863 Bericht erstattet. Den meisten Nutzen für die Geographie verspricht aber eine Expedition, welche sie im vorigen Jahre unter Leitung des Stabskapitän Helmersen ausgesandt hat, um über Urga durch das Gebiet an den Quellflüssen der Selenga nach dem Kossogol zu gehen.

Census von Oudh, 1863.

Thornton gab in seinen „Statistical Papers relating to India" (London 1853) die Bevölkerung von Oudh auf nur 2.970.000 Seelen an, aber schon Campbell („Modern India", 1852) schätzte sie auf 5 Millionen und selbst diese Schätzung blieb noch weit hinter der Wirklichkeit zurück. Wie „Allen's Indian Mail" nach der „Oudh Gazette" meldet, hat neuerdings ein Census der Provinz eine Einwohnerzahl von 8.071.075 ergeben, und zwar für die Bezirke Baraitch 2.330.500, Lucknow 2.014.822, Kyrabad 1.826.398, Baiswarra 1.899.355 Seelen. Der Flächeninhalt beträgt 27.890 Engl. Qu.-Meilen, so dass durchschnittlich 290 Bewohner auf 1 Engl. QMeile kommen. Noch dichter sind indess die angrenzenden Landschaften von Benares, Allahabad und Rohilcund bevölkert, denn hier kommen durchschnittlich 479 Bewohner auf 1 Engl. QMeile.

Die Bevölkerung von Britisch-Burmah.

Von wenigen Theilen Indiens hat man so zuverlässige Angaben über die Bewohnerzahl als von den Transgangetischen Britischen Besitzungen Pegu mit Martaban, Arracan und Tenasserim, welche seit dem 31. Januar 1862 zu der Provinz „British Burmah” vereinigt sind. Dort wird alljährlich ein Census der ganzen Bevölkerung abgehalten, der sich allerdings nicht auf diejenigen Städte erstreckt, in welchen statt der Kopfsteuer eine Häusersteuer erhoben wird, aber auch die Bewohner solcher Städte werden von

[merged small][merged small][ocr errors][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Die gesammte Goldproduktion der Erde seit dem Jahre 1500 bis 1848 wird nach annähernder Schätzung auf ungefähr 8.900.000 Pfund oder 4094 Millionen Thaler an Werth angenommen. In den letzten 15 Jahren sind nun nicht weniger als 5 Millionen Pfund Gold oder etwa 2300 Millionen Thaler an Werth hinzugekommen, bei weitem das Meiste aus Kalifornien und Australien, denn es betrug die deklarirte Goldausfuhr aus Kalifornien bis Ende 1863 an Gewicht 2.012.000 Pfund, an Werth 925.520.000 Thaler, diejenige aus Australien und NeuSeeland 1.701.700 Pfund oder 779.630.000 Thaler.

Die gesammte Silberproduktion während des Zeitraums von 1500 bis 1848 ist nach ähnlicher annähernder Schätzung zu 2950 Millionen Pfund oder dem Werth nach zu 8850 Millionen Thaler angenommen worden und der Zuwachs während der letzten 15 Jahre beträgt etwa 33 Millionen Pfund an Gewicht oder ungefähr 1000 Millionen Thaler an Werth. Die Silberproduktion ist übrigens merklich im Steigen begriffen und dürfte gegenwärtig auf etwa 75 Millionen Thaler jährlich anzunehmen sein.

(Bremer Handelsblatt.)

[merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

Geographische Literatur,

AFRIKA.

Algérie, Etat actuel de l' ––, publié d'après les documents officiels par ordre de Son Exc. le maréchal Pélissier, sous la direction de M. Mercier Lacombe. 1863. Gouvernement général de l'Algérie. 8°, 132 pp. Paris, impr. impériale, 1864.

Algérie, Tableau de la situation des établissements français dans l'Algérie en 1862. Gouvernement général de l'Algérie. 49, 427 pp. Paris, impr. impér., 1864.

Andree, K.: Kulturgeographische Erläuterungen zur Karte von Nordwest-Afrika. (Globus, 5. Bd., SS. 270–275, 299–304, 329–335, 363–367.)

Behandelt hauptsächlich die ethnographisch und socialen Verhältnisse in der Westhälfte von Nord-Afrika. Neger, Abolitionisten und Missionäre kommen auch diess Mal schlecht weg. Verwundert hat uns eine Aeusserung des gelehrten Verfassers, wonach er – ein zweiter Cooley – die Identität des Liambai mit dem Zambesi noch immer stark bezweifelt. Die beigegebene Karte von Ravenstein, ein Blatt aus Meyer's Hand-Atlas, zeigt die wichtigeren Reiserouten und kann als eine brauchbare Uebersichtskarte gerühmt werden, bietet aber weder in der Bearbeitung noch in der technischen Ausführung ein spezielleres Interesse. Annuaire du Sénégal et dépendances pour l'année 1864. 129. Paris,

Challamel, 1864. 1 fr. Dem neuesten Jahrgang dieses Annuaire, das schon mehrmals werth volle geographische Angaben enthalten hat (vgl. unter Anderem „Geogr. Mitth." 1861, S. 201), ist als Appendix ein „Résumé des voyages d'exploration faits au Sénégal en 1859–61 et 60" von Marine-Lieutenant Regnault, Adjutanten des Gouverneurs Faidherbe, beigegeben und dieses Résumé enthält unter Anderem einen Auszug aus dem noch unveröffentlichten Arabischen Original-Bericht des Lieutenant Alinn-Sal über seine Reise von Saint-Louis bis in die Nähe von Timbuktu (1860–1862), der sich auch in den „Nouvelles Annales des Voyages" (Mai 1864, pp. 179–211) reproducirt findet. Ausser den Nachrichten über die politischen Vorgänge in Massina und den umliegenden Ländern, von denen auch in den „Geogr. Mittheilungen" (1864, S. 69) die Rede war, verdanken wir dem unerschrockenen Reisenden allerhand werthvolle Notizen über die von ihm durchzogenen Landschaften und Orte; ein vollständiges Itinerar freilich scheint er nicht aufgezeichnet zu haben. Er ging von Matam am Senegal nordöstlich nach Tagant und von da über Walata und Arauan bis Basikunu, welches etwa 15 Lieues von Timbuktu entfernt ist, wurde dort von Hadj-Omar's Leuten gefangen genommen und entkam nach Bakel. Antinori, O.: Catalogo descrittivo di una collezione di Uccelli fatta nell' interno dell' Affrica centrale norddalmaggio 1859 al luglio 1861.

8°, 147 pp. Mailand, Daelli, 1864. 6 lire. Man weiss, dass Marquis Antinori bei seinen Reisen in den oberen NilLändern hauptsächlich ornithologische Zwecke verfolgte, das vorliegende kleine Buch wird daher jedenfalls die wichtigste seiner Publikationen sein. Er zählt darin ungefähr 250 Vogelarten auf, worunter eine ansehnliche Reihe neuer, und giebt dazu ausführliche Notizen über Fundorte, Verbreitung, Lebensweise, bei vielen auch Beschreibungen. In einer längeren Einleitung berichtet er kurz über seine Reisen, namentlich über die von Chartüm aus unternommenen „Touren nach dem Dender und Rahad, nach Gedaref, am Blauen Fluss bis Fazoglo, nach Kordofan (mit Lejean) und nach dem Bahr el Ghasal und dem Lande der Djur. Die letztere, die im 2. Ergänzungsband der »Geogr. Mitth." SS. (79)–(83) beschrieben und auf Blatt 8 desselben angedeutet ist, war geographisch und ornithologisch die wichtigste, besonders rühmt Antinori die sogenannte Insel Monul, d. h. die Gegend bei Nguri (7" N. Br. und 27° Oestl. L. v. Gr.), als hinsichtlich der Ornis ausserordentlich interessant. Er bestätigt, dass der Weisse Fluss oberhalb des No-See's allgemein »Bahr el djebel" genannt werde. Aucapitaine, Baron H.: Les Kabyles et la colonisation de l'Algérie. 180, 182 pp. Alger, Bastide (Paris, Challamel), 1864. 2 fr. Die Berber des Djerjera oder Kabylen (Igauauen, Suaua der Araber, von ag aua, Söhne des Aua; Kabyl ist korrumpirt aus K'bail, d. h. Leute eines Bundes, von k'bila, Bund, Vereinigung), die der Französischen Eroberung Algeriens am längsten Widerstand geleistet haben und von den früheren Herren dieses Landes nie ganz unterjocht waren, bewohnen in 2800 Dörfern ein Areal von 930.000 Hektaren und bilden eine Völkerschaft von etwa 435.000 Seelen. Wie seit der Eroberung im J. 1857 ihr Gebirgsland zuerst genauer bekannt geworden ist, so hat man auch das Volk und sein höchst ausgeprägtes demokratisch-republikanisches Gemeindewesen gründlicher kennen gelernt. Gerade hierüber finden wir in dem vorliegenden Schriftchen sehr interessante Details, wie auch die Geschichte des Volks in so zusammenhängender und lichtvoller Weise wohl noch nicht bearbeitet worden ist wie in dem zweiten Abschnitt dieses Buches. Der eigentliche Zweck desselben ist aber der nach allen Seiten hin erörterte Vorschlag, die Kabylen zur Kolonisation des flachen Landes im Tell zu benutzen, sie in besonderen Dörfern inmitten der Arabischen Bevölkerung anzusiedeln, denn bei all' ihrem Unabhängigkeitssinn und ihren kriegerischen Eigenschaften, welche den Ruhm der Algerischen Tirailleure in der Krim wie in Italien wesentlich mitbegründen halfen, sind sie dem Ackerbau sehr zugethan und haben aus ihren rauhen Bergen den möglichsten Vortheil zu ziehen gewusst. Schon jetzt kommen alljährlich 15- bis 20.000 in die Ebenen herab, um sich bei Arabern oder Europäischen Kolonisten als Arbeiter zu verdingen, und werden als solche sehr geschätzt. Azan, Capit. F.: Notice sur le Oualo, Sénégal. Mit 1 Karte. (Revue maritime et coloniale, November 1863, pp. 395 – 422, Dezember pp. 607–655, Febr. 1864, pp. 327–360, März pp. 466–498.) Ausführliche Spezial-Beschreibung der am unteren Senegal gelegenen Französischen Provinz Oualo mit einer Karte in 1:370.000, die zwar nicht mehr Detail als die Lejean'sche Karte („Geogr. Mitth. 1858, Tafel 17) enthält, aber die seitdem fortgeschrittenen Aufnahmen durch etwas veränderte Zeichnung der Flussläufe, des See's Panié-Foul u. s. w. bezeugt. Der Aufsatz behandelt:

Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1864, Heft V.

[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small]

don, Tinsley, 1863. 25 s. Die erste Besteigung und Erforschung des 13.760 Engl. Fuss hohen Cameruns-Gebirges an der Afrikanischen Westküste durch Burton, über die auch die „Geogr. Mitth." (1863, SS. 179–183) berichtet haben, wird in dem zweiten Bande des vorliegenden Werkes ausführlich beschrieben. Dieser Band ist daher für die speziellere Kunde von Afrika von sehr hohem Werth und wird in der Geschichte der Geographie stets seinen Platz behaupten; aber auch der erste Band, welcher die Reise nach Abbeokuta zum Hauptgegenstand hat, enthält lehrreiche Urtheile und Betrachtungen, wie es ja immer von grossem Interesse ist, einen so vielerfahrenen und geistreichen Mann wie Burton über Menschen und Dinge in wenig bekannten Gegenden reden zu hören.

Carey, Miss M. L. M.: Four months in a Dahabieh; or, a narrative

of a winter's cruise on the Nile. 89, 410 pp. mit 6 Chromolithogr. London, Booth, 1863. 15 s.

[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]
[graphic]

Duveyrier, H.: Exploration du Sahara. Les Touaregs du Nord. 8%, 507 pp. et 25 pl. Paris, Challamel, 1864. Eipperle: Mittheilungen aus Galabat, Abessinien. (Das Ausland 1863, Nr. 50, SS. 1181–1185.) Missionär Eipperle von der Baseler Missions-Gesellschaft hat sich vor länger als einem Jahr mit seinem Kollegen Hausmann in Matamma oder Methemmeh niedergelassen und giebt in diesem Briefe einige spezielle Nachrichten über diesen Hauptort von Galabat, besonders über seine Bewohner, die grösstentheils Takruris, d. h. mohammedanische Neger aus Darfur, Wadai, Bagirmi und Bornu, sind, und über seine politische Stellung zwischen Abessinien und Aegypten. Galabat ist dem Namen nach unabhängig, bezahlt aber 3000 Thaler an Abessinien und 3500 Thlr. an Aegypten Tribut, jeder neue Scheich wird indessen entweder vom König von Abessinien eingesetzt oder holt doch von dort seine Bestätigung und bringt den Tribut alljährlich in eigener Person dahin, so dass Galabat mehr von Abessinien als von Aegypten abhängig ist. Etablissements portugais (Les) de la côte S.-O. de l'Afrique. (Nouv. Annales de la marine, Juni 1863.) Exposé des opérations géodésiques exécutées dans la reconnaissance du détroit de Gibraltar et de la côte nord du Maroc en 1854 et 1855. 89, 19 pp. et 2 pl. Paris, Dupont, 1864. Fenzl, Prof. E.: Bericht über einige der wichtigsten Ergebnisse der Bereisung der Portugiesischen Kolonie von Angola in West-Afrika in den Jahren 1850–1860 durch Herrn Dr. Frdr. Welwitsch. 8", 11 SS. Wien, Gerold, 1864. 10 kr. Fonvielle, de: La météorologie en Algérie. (Revue du monde colonial, Januar 1864.) Fraser, Commander A.: Memoranda and extracts of various sources relative to the river Juba, East Africa. (Transactions of the Bombay Geogr. Society, Vol. XVI, Bombay 1863, p. 78.) Galton, Fr.: The climate of Lake Nyanza. Deduced from the observations of Capt“ Speke and Grant. (Proceedings of the R. Geogr. Soc. of London, Vol. VII, 1863, Nr. 5, pp. 225–227.) Siehe „Geogr. Mitth." 1863, S. 388. - Gellé, Lieut.: Notice sur Porto-Novo, côte occidentale d'Afrique. (Revue maritime et coloniale, März 1864, pp. 413–430.) Das seit Februar 1863 unter Französisches Protektorat gestellte Königreich Porto-Novo an der Sklavenküste umfasst auf der Halbinsel zwischen Lagune und Meer das Gebiet zwischen Appy und Appa (unfern Badagry) und auf dem Festland die weiten Ebenen zwischen dem Denham-See und dem Fluss Addo (auf den Karten auch Ghezo oder Yeruwa genannt) nördlich bis zum Gebiet von Okedan. Es zerfällt in das Reich Procrah, welches den östlichen Theil der genannten Ebenen am Addo entlang einnimmt, das westlich anstossende, aus mehreren kleinen Uferlandschaften am Denham-See bestehende Reich Wheymey und in das südlichere eigentliche Porto-Novo, auf dem Festland aus den Distrikten von Lossa, Agerah und Porto-Novo, auf der Halbinsel aus den Distrikten von Appy, Grebe und Appa bestehend, Ghadamès, Mission de (septembre, octobre, novembre et décembre 1862). MM. Mircher, chef de la mission; De Polignac, capit.; Vatonne, ingénieur des mines; Hoffmann, docteur; Bou-Derba, interprète. Rapports officiels. 8%, 358 pp. et 23 planches et cartes. Alger (Paris, Challamel) 1863. Im Herbst 1862 ging bekanntlich eine Französische Gesandtschaft über Tripoli nach Ghadames, um die durch Duveyrier eingeleiteten Unterhandlungen mit den Häuptlingen der Asgar-Tuarek durch einen förmlichen Vertrag abzuschliessen. Sie hatte den gewünschten Erfolg und kehrte über El-Wad und Biskra zurück. Das Werk, worin die Berichte der hervorragenden Mitglieder der Gesandtschaft, Oberst-Lieutenant Mircher, Stabskapitän de Polignac, Bergingenieur Vatonne und Dr. med. Hoffmann, zusammengestellt sind, hat nach zwei Richtungen hin eine nicht geringe Bedeutung. Ein Mal ist es der vollständige Bericht über ein Unternehmen, welches in der Zukunft von grossartigen Folgen für den Handelsverkehr durch die Sahara und das Eindringen von Europäern in den Sudan werden kann, denn die Asgar-Tuarek verpflichten sich durch den Vertrag, den Durchzug der Französischen und Algerischen Kaufleute und ihrer Waaren durch ihr Land bis nach dem Sudan zu erleichtern und gegen Entrichtung der herkömmlichen Abgaben an die politischen Oberhäupter zu beschützen, so wie bei den Häuptlingen der Kelowi dahin zu wirken, dass auch von deren Seite den Französischen Unterthanen die beste Aufnahme in Air zu Theil werde, wogegen den Waaren der Tuarek alle Märkte Algeriens unter denselben Bedingungen offen stehen wie den Französischen. Ausserdem aber ist die Reise zu wissenschaftlichen Forschungen ausgebeutet worden, namentlich hat Vatonne wichtige Untersuchungen über Boden und Wasser angestellt, auf die wir nur deshalb nicht näher eingehen, weil schon Dr. H. Barth eine ausführliche Besprechung und Auszüge in der „Zeitschrift für Allgem. Erdkunde" (März 1864, S. 274 ff.) gegeben hat. Das Eine jedoch wollen wir anführen, dass Vatonne die auch von Anderen (z. B. Ville in „Comptes rendus hebdom." 9. März 1863, p. 440) ausgesprochene Ansicht, dass die Sanddünen der Sahara dem Winde durchaus nicht ihre Entstehung, sondern nur leichte Veränderungen ihrer äusseren Form verdanken, durch gründliche und lehrreiche Studien unterstützt. Im Ganzen von geringerer Bedeutung sind der kommerzielle Bericht von Mircher, die kurze Abhandlung von de Polignac über die politischen und socialen Verhältnisse des Negerlandes, die von Mircher gesammelten Itinerarien, welche zum Theil von Dr. Barth selbst bereiste Strassen betreffen, die medizinischen Beobachtungen von Dr. Hoffmann, so wie das von zwei Routenkarten in 1:1600.000 begleitete Reise-Journal, da die Reise durch Gegenden führte, welche Dickson, Bonnemain und Duveyrier bereits geschildert haben. Doch auch in diesen Abschnitten finden sich zahlreiche werthvolle Notizen und von den übrigen Illustrationen ist noch besonders der grosse Plan von Ghadames in 1: 8.000 zu erwähnen. Greslez: La colonisation du Sahara. (Revue du monde colonial, Mai und Juni 1863.)

Guinea. Een Woord aangaande de vraag: „Wat moet Nederland doen met zijne bezittingen ter kuste van Guinea?” 8°, 23 pp. mit 1 Karte. 's Gravenhage, Susan, 1864. fl. Guys, Ch.-Ed.: Notice sur les iles de Bomba et Plate, le golfe de Bomba et ses environs, avec la relation d'un voyage sur la cöte de l'est et sur celle de l'ouest de la Régence tripolitaine. 8%, 56 pp. Marseille, impr. Roux, 1863. 1 fr.

Die Broschüre hat den Zweck, die kleine Insel Bomba (Acedonia) an der Küste von Barka und die gleichnamige Bucht, in welcher auch die Insel Berde (Plate) liegt, der Französischen Regierung als Hafenplatz für Schiffe, namentlich die der Messageries Impériales, überhaupt als eine günstig gelegene Station zu empfehlen, die besiedelt und befestigt gegen das Piratenwesen des Orients und auch sonst gute Dienste leisten würde. Der Verfasser bringt die Sache mit dem Sues-Kanal in Zusammenhang, der Vorschlag ist aber auch ohne das Zustandekommen dieses Kanals beachtenswerth. Die Insel ist ganz unbewohnt, im Alterthum hatten aber die Lacedämonier die Stadt Plataea auf ihr erbaut, die zu bedeutendem Wohlstand gelangte, und nach einem von dem Vater des Verfassers, ehemaligem Französischen General-Konsul in Tripoli an dem letzteren Ort aufgefundenen Dokument wollte Russland 1772 die j dem Pascha von Tripoli abkaufen, aber dieser ging aus Furcht vor der Türkei und Frankreich nicht darauf ein. Die Broschüre ist im Uebrigen etwas schwatzhaft und deutet auf ein ziemlich hohes Alter des Verfassers, denn die darin beschriebene Küstenfahrt längs Barka fällt in das Jahr 1817; zur näheren geographischen Kenntniss der Insel Bomba, die der Verfasser nur von Weitem gesehen hat, und der benachbarten Küsten trägt sie Nichts bei. Von dem Werk seines verstorbenen Vaters über die ganze Regentschaft Tripoli, das nächstens herausgegeben werden soll, glauben wir kaum viel erwarten zu dürfen. Nicht wenig haben wir uns darüber gewundert, wie schlecht man in Marseille druckt.

Hartmann, Dr. Rob.: Reise des Freiherrn Adalbert v. Barnim durch Nordost-Afrika in den Jahren 1859 und 1860. 49, 789 SS. mit 3 Karten und Illustrationen. 10 Thlr. Mit Atlas in Fol. von 9 Chromolith. und 15 Steintafeln 24 Thlr. Berlin, G. Reimer, 1863. Schon öfter haben wir Gelegenheit gehabt, dieses Werk so wie zahlreiche in Zeitschriften gedruckte Abhandlungen Dr. Hartmann's in den „Geogr. Mitth." zu erwähnen, auch in speziellerer Weise auf die Bedeutung der den Werke beigegebenen Karte von Sennar (1:2.000.000), der Route durch die BejudahSteppe (1: 1.500.000), der eingezogenen Erkundigungen u. s. w. hinzuweisen, wie denn Mehreres davon bereits für die 10-Blatt-Karte von Inner-Afrika im 2. Ergänzungsband benutzt werden konnte; es ziemt uns jedoch, auch in dieser eigentlichen literarischen Abtheilung einer so werth vollen Arbeit zu gedenken. Dr. Hartmann's vielseitiges Wissen, sein Eifer für die genauere Erforschung der Nil-Länder und ganz besonders sein ausserordentlicher Fleiss verdienen alle Anerkennung: trotzdem er als Neuling nach Afrika kann und sich nur ein Jahr daselbst aufhielt, noch dazu lange Zeit durch Krankheit von aller Arbeit abgehalten wurde, hat er ein sehr reiches Material zurückgebracht und sich gründlicher als viele Andere mit dem Charakter des Landes und der Bewohner vertraut gemacht. Obwohl aus dem Reisewerk die spezielleren fachwissenschaftlichen Untersuchungen ausgeschlossen blieben, da es mit seinem Atlas schöner Abbildungen in Farbendruck und in seiner ganzen splendiden Ausstattung mehr für die Gebildeten im Allgemeinen als für den Fachgelehrten bestimmt ist, so trägt es doch durchweg ein ernsteres wissenschaftliches Gerage und ist auch in seinen bloss kompilatorischen Theilen sehr lehrreich. Wir machen in dieser Beziehung unter Anderem auf das 9. Kapitel „Nubien und die Nubier", auf die „Lebensbilder aus Ost-Sudan" im zweiten Abschnitt, auf die naturgeschichtlichen und ethnologischen Skizzen über Sennär im 21. und 22. Kapitel, die zwischen die Reisebeschreibung eingeschoben sind, besonders aufmerksam. Dr. Hartmann hat eifrig überall nach Wahrheit gestrebt und sich sichtlich bemüht, frühere Irrthümer zu berichtigen, wie z. B. sein Ankämpfen gegen die allzu häufige Annahme von Völker-Wanderungen auch für andere Gebiete nachahmenswerth erscheint, nur geht er unserem Gefühl nach mit anerkannten, an langer Erfahrung ihm überlegenen Männern zu streng ins Gericht, zumal manche seiner eigenen, mit grosser Bestimmtheit ausÄ Ansichten im Laufe der Zeit widerlegt oder doch modificirt weren dürften.

Hartmann, Dr. R.: Die Fieberkrankheiten des oberen Nil-Gebiets und deren Behandlungsweise. Rathschläge für Reisende. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, Januar und Februar 1864, SS. 70–83.)

Hartmann, Dr. R.: Die Stadt Sennär. (Globus, 4. Bd. 1. Lfg. SS. 1–6.)

Schilderung dieser schmutzigen und ungesunden Stadt und ihrer 10- bis 12.000 Seelen betragenden Einwohnerschaft, mit drei Abbildungen.

Hartmann, Dr. R.: Skizzen aus Äthiopien. (Globus, 4. Bd., SS. 202– 206, 235–238.) 1. Die Abu-Rof-Beduinen in Sennär; 2. die Baqära und Schukurieh. Hartmann, Dr. R.: Vegetations-Schilderung der Landschaft Sennär. (Globus, 5. Bd. 2. Lfg. SS. 43–50, 3. Lfg. SS. 77–80.) Eine weitere Ausführung der betreffenden Theile seiner früheren Berichte. Hartung, Dr. G.: Geologische Beschreibung der Inseln Madeira und Porto Santo. Mit dem systematischen Verzeichniss der fossilen Reste dieser Inseln und der Azoren von Karl Mayer. 80 mit 1 Karte und 16 Tafeln. Leipzig, Engelmann, 1864. 6 Thlr. Heuglin, Th. v.: Über die Antilopen und Büffel Nordost-Afrikas. 49. (Aus den Abhandlungen der Leopoldinisch- Carolinischen Akademie.) Jena, Frommann, 1864. 1# Thlr. Siehe die Auszüge im Ergänzungsband II der „Geogr. Mitth." S. (108) und (109). Heycock, E.: The Mosaic account of the passage of the Israelites out of Egypt, supported by the geogr. configuration of the country surrounding the gulf of Suez. (Transactions of the Bombay Geogr. Society, Vol. XVI, Bombay 1863, p. 67.)

« PreviousContinue »