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Ge0graphisches Von Texas. Von Dr. Ad. Douai (Hoboken im Staate New Jersey).

Obgleich Texas in neueren Zeiten von vielen Naturforschern bereist worden ist – wir erwähnen hier bloss der Whipple'schen und Beale'schen Expeditionen, des Herrn Julius Fröbel und des Herzogs Paul von Württem- berg –, so sind doch manche wissenswerthe Thatsachen Betreffs der Geographie des Landes noch unbekannt in wissenschaftlichen Kreisen. Wir entsinnen uns wenigstens nicht, die nachfolgend hier mitgetheilten in wissenschaftlichen Quellenschriften erwähnt gefunden zu haben. Eine solche Thatsache ist es, dass die Küste von Texas sich aus dem Golfe erhebt, und zwar in ziemlich rascher Weise. Seitdem die Deutschen Auswanderungs-Schiffe zuerst in den Häfen der Matagorda - Bai landeten (1845), sind alle diese Häfen stark versandet. Damals konnten noch Schiffe von 8 Fuss Tiefgang in den Hafen von Port Lavacca (welches die nördlichste Spitze dieser Bai ist) einlaufen, jetzt ist kaum Wasser genug für Schiffe von 4 bis 5 Fuss Tiefgang. Indianola, 10 Meilen südlicher, hat seinen Hafen, in welchem noch 1852 Dampfer von 8 Fuss Tiefgang anlegen konnten, seitdem so versanden sehen, dass der grösste Theil der Häuser 4 Meilen weiter hinab – nach PowderUnd dasselbe gilt von allen Häfen nicht nur der Matagorda-Bai, sondern der ganzen Texanischen Küste mehr oder weniger. Den Hauptantheil der Schuld hieran trägt nun zwar allerdings der Wellenschlag des Meeres, welcher auf lange Strecken hin an der Küste Dünen von 50 Fuss Höhe angewaschen hat (an der Mexikanischen Küste, zwischen Vera-Cruz und Tampico, erreichen die Dünen von Flugsand sogar weit über 100 Fuss Höhe), denn das Meer vertieft sich nur höchst allmählich, bis auf 100 Meilen Entfernung von der Küste noch wühlen die hier sehr heftigen Stürme den Meeresgrund auf, und da die herrschende Windrichtung in 330 Tagen unter 365 eine südliche ist, so müssen fortwährend grosse Massen Sandes an die Küste gespült werden; allein es wirkt zur Versandung der Küste noch ein weiterer Grund mit. In derselben Zeit, in welcher die Matagorda-Bai durchschnittlich 3 bis 4 Fuss Tiefe verloren hat, hat das Ufer derselben sich um 1 bis 2 Fuss gehoben. Dieses Ufer trägt alle Spuren, dass es vor noch nicht langer Zeit unter Wasser gestanden hat. Es besteht nicht wie die Dünen Petermann's Geogr. Mittheilungen. 1864, Heft IV.

horn – hat geschafft werden müssen.

der äusseren Küste weit vorwiegend aus losem Flugsand, sondern hauptsächlich aus den Gehäusen von Schalthieren, wie sie in brackischem Wasser leben, im Seewasser absterben und den Meeresgrund der Bai, untermischt mit feinem Sande, bedecken. Zu diesem, wie uns dünkt, unumstösslichen Beweise einer ansehnlichen Hebung der Küste in neuerer Zeit kommt noch ein weiterer. Reiseberichte aus den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts schildern die Küste an mehreren Binnenwässern als so flach, dass man aus geringer Entfernung nicht unterscheiden konnte, wo das grüne Meerwasser aufhörte und der Graswuchs der Küsten- Prairie begann. Solche Stellen giebt es jetzt unserer Erfahrung nach an der ganzen Küste der Binnenwässer nicht mehr, sondern überall an den Bai-Ufern hin besteht die Küste aus 6 bis 10 Fuss hohen Bänken, welche vorwiegend aus SchalthierÜberresten neueren Ursprungs sich zusammensetzen. Auch die Ufer der wenigen vorhandenen Küstenflüsschen nehmen an Höhe zu, seitdem Deutsche Einwohner mit dem Lande bekannt geworden sind. Da nun, wie neuere Untersuchungen des Naturforschers Agassiz beweisen, auch die Küste von Florida sich aus dem Meere hebt, so scheint die ganze nördliche Uferstrecke des Mexikanischen Meerbusens an derselben Emporbewegung Theil zu nehmen, wodurch dann die merkwürdige Gestaltung der Mississippi-Mündungen sich um so leichter erklären würde, denn der Mississippi ist vielleicht der einzige Strom in der Welt, welcher seine Mündung jedes Jahr weiter hinaus in das Meer verlegt, indem er sich auf beiden Seiten jedes seiner Arme Dämme aufschüttet. Die mitgeführte Masse seines Schlammes ist gewiss nicht beträchtlich grösser als beim Nil oder Ganges, welche ebenfalls in Binnenmeere münden wie er, und die Wassermasse nicht grösser als beim Maranhon und La Plata – Flüssen, welche allesammt sich mit Bildung von Deltas begnügen, ohne noch nebenbei dem Meere neues Gebiet abspenstig zu machen. Nimmt man aber ein Heraussteigen der Küste aus dem Meere an den Mississippi-Mündungen an, so erklärt sich diese Dammbildung weit ins eigentliche Meer hinaus viel leichter. Es ist bekannt, dass Texas ein Stufenland ist, und zwar von einer höchst regelmässigen Bildung. Ein etwa

30 bis 40 (Englische) Meilen breiter Streifen Landes an 16

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