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niessbar und die geographischen Räthsel derselben bis auf sehr wenige sämmtlich gelöst sind. Diese Arbeit macht der Redacteur des „Ausland", eine der ersten Autoritäten auf dem Gebiete der Geschichte der Geographie, zum Gegenstand einer eingehenden Besprechung und kritischer Bemerkungen. Reinaud: Relations politiques et commerciales de l'empire romain avec l'Asie orientale (l'Hyrcanie, l'Inde, la Bactriane et la Chine) pendant les cinq premiers siècles de l'ère chrétienne, d'après les témoignages latins, grecs, arabes, persans, indiens et chinois. Mit 4 Karten. (Journal Asiatique, März–April 1863, pp. 93–234, Mai–Juni pp. 297–441.) Eine auch für die Geschichte der Geographie bedeutende Arbeit. Robinson, Lieut. G. T.: Short Notes on Japan. (Transactions of the Bombay Geogr. Soc. Vol. XVI, 1863, p. 116; Nautical Magazine, Septbr. 1863, pp. 475–486.) Aus Alcock's Buch ist bekannt, dass Lieut. Robinson von der Indischen Marine einer seiner wissenschaftlichen Begleiter bei der Besteigung des Fusiyama war und einige Höhenmessungen, Positions-Bestimmungen u. dergl. ausführte. Dort sind auch die Resultate dieser Arbeiten bekannt gemacht, über die Robinson hier selbst kurz berichtet. Abweichend von den Zahlen in Alcock's Buch giebt er hier die Länge des Kraters zu 1114, die Breite zu 666, die Tiefe zu 500 Engl. Fuss an und fügt hinzu, dass sein Umfang 2 nautische Meilen beträgt. Einige weitere Notizen über Japan enthalten nichts Neues. Robinson, G. T.: Notes upon the hydrography and geography of Japan. (Transactions of the Bombay Geogr. Society, Vol. XVI, Bombay 1863, p. 19.) Rütte, J. M. C. E. le: De expeditie naar Montallat, Zuid-en Ooster-afdeeling van Borneo. Met een schetskaartje. 8", 72 pp. mit 1 lith. Karte. Batavia, Kolff, 1861 (Zalt-Bommel, Noman). 75 c. Sherwill, Major J. L.: Journal of a trip undertaken to explore the glaciers of the Kanchunjingah group in the Sikkim Himalaya, in November 1861. Mit 1 Karte. (Journal of the Asiatic Soc. of Bengal, 1862, Nr. V, pp. 457–479.) Siehe „Geogr. Mitth." 1863, S. 384. - Schlagintweit, H., A. and R.de: Results of a scientific mission to India and High Asia undertaken between the years 1854 and 1858. Vol. III. 49, 316 pp. mit Atlas in Fol. Leipzig, Brockhaus, 1863. 26# Thlr. Dieser dritte Band des grossen Schlagintweit'schen Werkes ist von den bis jetzt erschienenen der unbedeutendste, doch wird er diess voraussichtlich auch bleiben. Während der erste die astronomischen und magnetischen Beobachtungen, der zweite die Höhenmessungen enthielt, beide also die wichtigsten Grundlagen für die Topographie Indiens, des westlichen Himalaya und Turkistan's, finden wir in dem auch in der Seitenzahl schwächeren dritten Band eine Zusammenstellung von Routiers für den nordwestlichen Himalaya, West-Tibet und Turkistan und als zweite Abtheilung ein geographisches älössj. Die mitgetheilten Itinerare bilden ein reichmaschiges Netz über das Gebiet von Kamaon bis Kaschmir, Balti und Nubra mit einem durch Turkistan bis nach Taschkend reichenden Zipfel. Sie beruhen theils auf eigener Anschauung, theils auf Erkundigungen bei eingebornen Kaufleuten und Karawanenführern, theils sind sie auch Werken anderer Europäer entnommen und werden durch die Bemerkungen über die Beschaffenheit der Wege, die Natur der Pässe, das Vorhandensein oder den Mangel von Lebensmitteln und Brennmaterial künftigen Reisenden zu Statten kommen und sowohl bei Handels-Unternehmungen als bei militärischen Operationen von Indien aus sich nützlich erweisen, aber in geographischer Beziehung lassen sie Manches zu wünschen übrig. Man vermisst fast immer Richtungs- und genauere Entfernungs-Angaben, ohne welche doch eine kartographische Benutzung nur sehr mangelhaft jien kann, die Angaben sind in den meisten Fällen nicht bestimmt genug, um z. B. die Blätter des Indian Atlas, welche über einen grossen Theil des Gebiets, auf das die Routen fallen, bereits erschienen sind, danach zu verbessern, ja wir sehen uns auch vergebens nach Aufklärungen über die vielfach hervortretenden Differenzen zwischen den Angaben der Itinerare und denen des Atlas um. Die Route nach Taschkend hätten wir ganz besonders mit Richtungs-Nachweisen versehen gewünscht, um so eine Rechtfertigung für die auffallend westliche Lage dieses Ortes auf der Schlagintweit'schen Uebersichtskarte zu erhalten, nun sind wir aber über diesen Punkt noch eben so im Dunkel wie zuvor. Die Beigabe genauer Routenkarten oder einer grösseren, mit detaillirter Verwendung der Routiers gezeichneten Uebersichtskarte hätte die Mängel des Textes einigermaassen ersetzen können, aber wir finden in der zugehörigen Lieferung des Atlas nur eine einfache Index-Karte, welche die Routen durch gerade Striche andeutet und durch Zahlen auf den Text verweist. Zwar sind noch zwei weitere Karten in der Lieferung enthalten, doch möchte die eine, das Facsimile einer Bhutia-Karte der Handelsstrasse von Lhassa nach Assam, nur als ein interessantes Curiosum zu betrachten sein, während wir der anderen, einer Höhenschichtenkarte vom südlichen Theil des Sikkim-Himalaya, unmöglich viel Vertrauen entgegenbringen können. Sie ist im Vergleich mit der geringen Zahl wirklich gemessener Höhenpunkte, die übrigens auf der Karte nicht einmal angegeben sind, zu detaillirt im Maassstab von 1: 127.000 und mit Isohypsen von 500 zu 500 Fuss gezeichnet. Sehr schön dagegen sind wieder die Blätter des Bilder-Atlas dieser Lieferung, von grossem Interesse namentlich das Panorama des Kaschmir-See's, das Thal des Yarkand-Flusses und das Buddhisten-Kloster Himis bei Leh. Schlagintweit, H. v.: Über die mittlere Temperatur des Jahres und der Jahreszeiten und den allgemeinen Charakter der Isothermen in Indien und Hoch-Asien. Mit 1 Karte. (Monats-Berichte der K. Preuss. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, April und Mai 1863, SS. 197 –228.) S. „Geogr. Mitth." 1863, S. 382. Schlagintweit, E.: Buddhism in Tibet illustrated by literary documents and objects of religious worship. 89 mit einem Atlas in Fol. Leipzig, Brockhaus, 1863. 14 Thlr.

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Spiegel, Prof. Fr.: Die östlichen Provinzen Persiens. Das Grenzland

Afghanistan. – Das Grenzland Belutschistan. (Das Ausland 1863, Nr. 15, SS. 338–342, Nr. 16, SS. 366–370, Nr. 18, SS. 418–422, Nr. 19, SS. 437–442.) Topographisch, ethnographisch und geschichtlich. Spiegel, Prof. Fr.: Die auswärtigen Beziehungen Persiens. I. Die Länder im Nordosten. (Das Ausland 1863, Nr. 43, SS. 1009–1013, Nr. 44, SS. 1038–1041.) Uebersichtliche Beschreibung der Stromgebiete des Oxus und Jaxartes und Darstellung des Einflusses, den Eran im Alterthum auf die Bewohner derselben ausgeübt hat. Spiegel, Dr. Fr.: Erän, das Land zwischen dem Indus und Tigris. Beiträge zur Kenntniss des Landes und seiner Geschichte. 8°, 390 SS. Berlin, Dümmler, 1863. 2 Thr. Neue, zum Theil umgearbeitete und durch einige Artikel vermehrte Ausgabe der im „Ausland" in den Jahren 1858 bis 1863 erschienenen historisch-geograÄhn solchen Aufsätze Dr. Spiegel's über Persien und seine NachbarSpiess, G.: Die Preussische Expedition nach Ost-Asien während der Jahre 1860 bis 1862. Reiseskizzen aus Japan, China, Siam und der Indischen Insel-Welt. 1. Abth. 49, 216 SS. Leipzig, se- 1864. 1

Thlr Siehe den Vorbericht auf S. 114. Stewart, Dr. J. L.: Notes on the Flora of the country passed through by the expeditionary force under Brigadier-General Chamberlain, against the Mahsood Wuzeeris, April 17" to May 19", 1860. (Journal of the R. Geogr. Soc. of London, 1862, pp. 316–334.) Der Verfasser durchzog botanisirend mit den Britischen Truppen unter Chamberlain die Berglandschaft der Mahsud - Wusiris nordwestlich von Dera Ismael Khan jenseit der Britischen Grenze. Die Flora dieses Landes ist zwar nicht reich, aber in Bezug auf die Verbreitung Indischer und Persischer Formen interessant Teijsmann, J. E.: Verslag eener reis naar Siam, in het gevolg van den Gouvernements-Kommissaris Mr. A. Loudon. 8°, 60 pp. Buiten

zorg 1862.

Der bekannte Botaniker Teijsmann beschreibt in diesem Aufsatz eine freilich nur sehr kurze Reise in Siam, die er im März 1862 ausführte. Am 12. von Batavia in Bangkok angekommen fuhr er von da am 16. auf dem der Küste parallel verlaufenden, den Menam, Tatjin und Meklong verbindenden Flussarm nach Meklong und den gleichnamigen Fluss aufwärts nach Radburi oder Radjaburi, besuchte einen in der Nähe dieses Ortes gelegenen Berg Namens Satunat und ritt auf Elephanten in 2 Tagen nach Kanburi, das weiter oben am Meklong ungefähr 40 Engl. Meilen von Radburi entfernt liegt. Er kehrte sodann auf demselben Wege nach Radburi zurück, fuhr den Meklong abwärts bis in den Golf von Siam und den Fluss von Petjaburi hinauf bis zu diesem Orte; hierbei benutzte er den bei Ban-ei-isam nördlich von Bangkuban mündenden Creek, während er bei der Rückfahrt von Petjaburi durch den Hauptmündungsarm von Ban-Lem in den Golf auslief. Auch die Rückfahrt nach Bangkok ging nicht durch das offene Meer zum Menam, sondern abermals durch den von Meklong über Tatjin nach Bangkok führenden Flussarm. Schon am 2. April war er wieder in Bangkok, um sofort nach Batavia zurückzureisen. Die sste Aufmerksamkeit schenkte er der Vegetation und so finden wir auch am Schluss des Aufsatzes eine Liste Siamesischer Pflanzen mit Lateinischen und einheimischen Namen; doch giebt er auch manche andere Bemerkung über Land und Leute, besonders über Bodenkultur. Für die Topographie Etwas zu leisten, hätte er nur auf der Tour von Radburi nach Kanburi Ä gehabt, da die von ihm befahrenen Gewässer auf Konsul Parkes' „Sketch of the Menam and other Siamese Rivers from the surveys and observations of the American Missionaries" (London 1855) bereits speziell verzeichnet sind, aber für jene Tour sind seine Angaben nicht ausführlich genug, um die Route auf einer Karte niederlegen zu können.

Theobald, W.: Notes of a trip from Simla to the Spiti valley and

Chomoriri Lake during the months of July, Aug. and September, 1861. Mit 1 Karte. (Journal of the Asiatic Soc. of Bengal, 1862 Nr. V, pp. 480–527.)

Ziemlich ausführliche Wegebeschreibung mit naturhistorischen Notizen und zahlreichen Höhenmessungen mittelst Kochthermometers. Den Parang-Pass bestimmt er zu 19.132 Engl. Fuss (nach Cunningham nur 18.502 Fuss), die Höhe des Tschomoriri-See's, von dem ein Plan und ein Durchschnitt beigegeben sind, zu 14.272 Fuss. Die geologischen und paläontologischen Funde, um derentwillen die Är unternommen wurde, sollen in einer späteren Bearbeitung publicirt WEICICI1.

Ullmann, Kapit. L.: Die Insel Banka. (Die Natur, 1863 Nr. 8, 9, 11,

15, 17, 19, 20.) Der durch seine vieljährigen Arbeiten in Niederländisch - Indien bekannte Kapitän Ullmann hat unter Anderem daselbst die Insel Banka vollständig aufgenommen und eine Karte davon zu Melville v. Carnbee's Atlas geliefert. Er ist daher ein genauer Kenner dieser durch ihren Mineralreichthum, namentlich durch ihre Zinnminen berühmten Insel und seine Schilderungen der klimatischen und Naturverhältnisse, der Ortschaften, Bewohner und der Zinnindustrie nebst den Abbildungen, die nach den an Ort und Stelle von ihm angefertigten Zeichnungen geschnitten sind, verdienen ganz besondere Beachtung.

Visscher, Jacob Canter: Letters from Malabar. Now first translated

from the original Dutch by Major Heber Drury. To which is added an account of Travancore, and Fra Bartolomeo's travels in that country. 8°. Madras, Gantz (London, Trübner) 1863. 8 s. Walker, Major James: On the highland region adjacent to the TransIndus frontier of British India. Mit 1 Karte. (Journal of the R. Geogr. Soc. of London, 1862, pp. 303–316.) Die vollständige, sehr werthvolle Arbeit mit Karte, von der ein Auszug im „Journal of the Asiatic Society of Bengal" abgedruckt war. (S. „Geogr. Mittheilungen" 1863, S. 40.) Walker, Major J. T.: Progress of the trigonometrical survey, being extracts from a report to the Secretary to Government of India. (Journal of the Asiatic Society of Bengal, 1863 Nr. II, pp. 111–123.) Berichtet über den Fortschritt der Indischen Landesvermessung in der Zeit vom Herbst 1860 bis zum Sommer 1862 und enthält nebenbei eine Notiz von Rossenrode über die Volksstämme im unabhängigen Tipperah. Wallace, A. R.: On the trade of the Eastern Archipelago with New Guinea and its islands. (Journal of the R. Geogr. Soc. of London, 1862, pp. 127–137.) Sehr werthvolle Notizen über die Produkte und den Handel der verschiedenen Theile vom westlichen Neu-Guinea und der geographisch und zoologisch zu ihm gehörigen Inseln Jobie, Biak, Sook, Wageu, Batanta, Salwattie, Misool, Kei und Arru. Einen Auszug aus dieser Abhandlung enthält „Das Ausland" 1863, Nr. 35, SS. 829–832. Wallace, A. R.: On the physical geography of the Malay Archipelago. (Proceedings of the R. Geogr. Soc. of London, Vol. VII, 1863, Nr. 5, pp. 206–212.) Kurze Analyse einer, wie es scheint, sehr werthvollen, im nächsten Bande des „Journal" zu publicirenden Abhandlung des bekannten Naturforschers Wallace, der 7 Jahre in verschiedenen Theilen des Indischen Archipels zugebracht hat. Vergl. „Das Ausland" 1863, Nr. 42, SS. 999–10001. Whish, W.: Memoir on Bahreyn. Mit 1 Plan. (Transactions of the Bombay Geogr. Society, Vol. XVI, Bombay 1863, p. 40.)

HYarten.

Germain et Monge: Plan des criques de Masquate et de Khulboo, côtes d'Arabie. (Nr. 1994.) Paris, Dépôt de la marine, 1863. fr. Graafland, N.: Kaart van de Minahassa. 4 Bl. Lith. Rotterdam, Wijt, 1863. 2 f. Grammont, L. de: Relevé provisoire de la basse Cochinchine française, avec des subdivisions en phus et en huyens d'après les cartes de Saigon. Dessiné par Pépuin. Paris, impr. Lemercier, 1863. Japan Islands. Korea Strait. Iki Island. 1: 72.800. Lith. London, Hydrogr. Office, 1863. (Nr. 527.) 1 s. Eine vorläufige Skizze der in der Korea-Strasse zwischen Kiusiu und Tsusima gelegenen Insel Iki. Die Notiz über die Grundlagen dieser Karte ist ein grosses Kompliment für die Japanesischen Geodäten, denn es heisst darin, die Englischen Offiziere des Vermessungsschiffes „Actaeon" hätten die Japanesischen Karten immer richtig befunden, so oft sie Gelegenheit gehabt hätten, sie mit den eigenen Aufnahmen zu vergleichen; da nun eine flüchtige Aufnahme der Insel Iki durch die Russen im J. 1861 bedeutend von der Japanesischen Karte derselben abweiche, so habe man vorgezogen, für die Umrisse der Insel

die letztere in vergrössertem Maassstabe zu kopiren und ihr die Russischen Sondirungen anzupassen.

Persia. Abü-Shehr or Bushire, surv. by Constable & Stiffe, 1857. 1: 24.200. London, Hydrogr. Office, 1863. (Nr. 27.) 2 s. Detaillirter Plan des Hafens. Richards: Carte du golfe de Siam. (Nr. 1972.) Paris, Dépôt de la marine, 1863. 2 fr. Versteeg, Kapit. W. F.: Nieuwe tevens Etappe - Kaart van Java en Madoera. 1: 717.000. Lith. Batavia, Topogr. Bureau, 1863. Gute Uebersichtskarte aus 4 Blatt zusammengesetzt, mit vorzugsweiser Rücksicht auf die Kommunikations-Mittel, die verschiedenen Klassen von Wegen, schiffbare Flüsse, Post-Stationen, Nachtquartiere reisender Militärs, TelegraphenLinien, Telegraphen-Stationen, Kurslinien der Dampfschiffe, Ankerplätze. Das Terrain ist nur skizzirt, dafür aber ein Profil am Rande beigefügt. - Walker, Major J. T.: Map of Central Asia between the parallels of 20° and 60° N. L. 1: 7.303.200. Calcutta, Surveyor-General's-Office, 1863. Walker, John: New Map of India, 1863. 6 Bl. London, Allen, 1863. 2 L. 12 s.

AFRIKA.

Abbadie, A. d': Géodésie d'Ethiopie ou triangulation d'une partie de la Haute Ethiopie exécutée selon des methodes nouvelles; vérifiée et rédigée par R. Radau. 49, 465 pp. mit 2 Karten und 11 Tafeln. Paris, Duprat, 1860–63. Die heftig angegriffene und lange Zeit hindurch in Zweifel gezogene Glaubwürdigkeit Antoine d'Abbadie's konnte auf keine vollständigere und glänzendere Weise gerettet werden als durch das nunmehr vollendete Werk über die geodätischen Arbeiten, die er auf seinen Reisen in Abessinien und den benachbarten Ländern 1838 bis 1848 ausgeführt hat. Der Astronom Rudolf Radau, welcher sich der grossen Mühe der Herausgabe unterzogen hat, legt die sämmtlichen Elemente der Beobachtungen für die Breiten-, Längen- und Höhenbestimmungen, die Winkelmessungen und Itinerar-Aufnahmen nebst ihrer Berechnung und Verarbeitung vor, erörtert die Instrumente, Methoden, den Grad der Genauigkeit der Resultate und die Konstruktion der Karten (von denen bis jetzt nur die beiden südlichsten, Enarea und Kaffa, ausgegeben sind), so aus Tripoli angelangten Nachrichten über v. Beurmann's Tod beigefügt und daran schliessen sich lehrreiche Berichte von Prof. Ehrenberg über die Erdund Staubproben und von Dr. Schweinfurth über die Pflanzen, welche v. Beurmann gesammelt hat. Siehe „Geogr. Mitth." 1864, Heft I, S. 25. Brehm, Dr. A. E.: Ergebnisse einer Reise nach Habesch im Gefolge Sr. Hoheit des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha Ernst II. 8°, 448 SS. Hamburg, Meissner, 1863. 2 Thlr. Die Aufzeichnungen Brehm's waren ursprünglich dazu bestimmt, einen Anhang zu dem Reisewerk des Herzogs zu bilden, und daraus erklärt es sich, dass über den Verlauf der Reise nur eine ganz kurze Uebersicht und selbst diese mit vorzugsweiser Berücksichtigung der beobachteten Thiere gegeben wird, wogegen den Hauptinhalt des Buches ein zoologischer Spezialbericht ausmacht. In zwei Abtheilungen werden die von der Reisegesellschaft gesehenen oder erlegten Säugethiere und Vögel in systematischer Ordnung mit Angabe der Synonymen, der einheimischen Namen und Beobachtungsörter aufgeführt und diesen Verzeichnissen schliessen sich längere Abschnitte über Lebensweise, Eigenthümlichkeiten, Vorkommen, Nahrung, Nutzen u. s. w. der beobachteten Thiere an. Diese Beiträge zur „Lebenskunde" vieler Ost-Afrikanischer Thiere sind zum grossen Theil höchst anziehend geschrieben, in ähnlicher Weise, wie Brehm's „Thierleben", von dem sie in der That als Erweiterungen betrachtet werden können, und daher ist das Buch auch für das Laien-Publikum eine angenehme Lektüre, während, wie Brehm sagt, den Fachgenossen „hauptsächlich die Mathematik und das eingeflickte Latein, die Maasse und die Verzeichnisse bestimmt sind, welche die übrigen Leser grossmüthig überschlagen wollen". Für die Geographie sind gerade solche Lebensschilderungen charakteristischer Thiere von ausserordentlichem Werth, da sie nicht weniger zur Vervollständigung des geographischen Bildes eines Landes gehören, als Beschreibungen des Vegetations-Charakters. Aber der Geographie kommt auch noch ein besonderer Abschnitt wesentlich zu Gute, eine dem zoologischen Bericht vorausgeschickte kurze, aber ganz vortreffliche, sehr anschauliche Schilderung der Beobachtungs-Gebiete, nämlich des Rothen Meeres, wobei namentlich der Unterschied zwischen dem nördlichen und den südlichen, in der Zone der tropischen Regen gelegenen Theil hervorgehoben wird, der Samhara oder des Küstenlandes bei Massaua, die als ein Mittelding zwischen Wüste und reicherer Steppe erscheint, und des Hochgebirges von Mensa mit den zu ihm emporführenden Thalschluchten, „jenen Thälern, welche alle Schönheiten unserer Alpen-Welt mit dem Reichthum der Tropen vereinen". Brehm's Buch ist ein werthvolles Glied in der Reihe von Publikationen, welche in wenigen Jahren so helles Licht über die früher ganz unbekannten nördlichen Grenzländer Abessiniens verbreitet haben, trotzdem sein Besuch ein sehr flüchtiger und er ausserdem durch das leidige Fieber in seiner Thätigkeit sehr beschränkt war. Erschöpft ist das Gebiet freilich noch lange nicht, denn Brehm sagt selbst: „In dem kleinen Gebiet der Bogos-Länder müsste eine Gesellschaft von Natürfjehern Jahre lang unablässig sammeln und arbeiten, wollte sie den Reichthum sich zu eigen machen, welchen hier die Pflanzen- und Thierwelt offenbaren."

dass ein Jeder volle Einsicht in diese für eines einzelnen Mannes Kraft ausserordentlichen Arbeiten nehmen kann. Die Zahl der ihrer Lage und Höhe nach bestimmten, über einen breiten Streifen von Massaua bis Kuffa vertheilten Punkte beträgt 857. Wir haben bereits in den „Geogr. Mitth." (1864, Heft I, S. 37) erwähnt, dass wir einen beträchtlichen Theil der Itinerare und Messungen selbst zur Konstruktion einer unserer Karten benutzt und auf diese untrüglichste Weise ihren Werth für die Geographie geprüft haben, eine Arbeit, die nach dem Erscheinen der d'Abbadie'schen Karten kaum von Jemand wiederholt werden dürfte. Dadurch ist unser Urtheil ein hinlänglich begründetes und wir freuen uns, unsere Ueberzeugung dahin aussprechen zu können, dass die d'Abbadie'schen Reisen und Arbeiten zu den ausgezeichnetsten, verdienstvollsten und umfangreichsten zu rechnen sind, die der ganze Kontinent Afrika aufzuweisen hat. Es ist uns kein anderer Theil Afrika's bekannt, der von Erforschungs-Reisenden so genau aufgenommen wäre als dieser Theil Abessiniens und nur da, wo Europäische Generalstäbe und Vermessungs-Offiziere für Europäische Regierungen thätig waren, besitzen wir eine ähnliche oder bessere Kunde des Landes, und diess ist bekanntermaassen nur an sehr wenig Stellen des schwarzen Erdtheils, in kleinen Theilen von Algier, Aegypten u. s. w., der Fall. Abessinien, Mittheilungen aus –. (Das Ausland 1863, Nr. 29, SS. 684–687.) In Bezug auf die jetzigen Zustände lehrreich. Algérie (1') à l'exposition univ. de Londres, 1862. 2“ partie. 189, 259 pp. Paris, Challamel, 1863. fr. Algérie, Etat actuel de l'–, publié d'après les documents officiels par ordre de S. Exc. le maréchal Pélissier, sous la direction de M. Mercier Lacombe. 1862. Gouvernement général de l'Algérie. 8%, 110 pp. Paris, impr. impériale, 1863. Andree, K.: Die Maskarenischen Inseln Mauritius und Réunion im Indischen Ocean. (Globus, 5. Bd. 2. Liefer. SS. 33–43, 3. Liefer. SS. 65–73.) Fleissige und lichtvolle Zusammenstellung aus älteren und neueren Schriften mit besonderer Berücksichtigung der volkswirthschaftlichen und socialen Zustände. Aucapitaine, Baron H.: Les Kabyles et la colonisation de l'Algérie, études sur le passé et l'avenir des Kabyles. 18", 182 pp. Alger Bastide (Paris, Challamel) 1863. 24 f Azan, Capit. H.: La culture du coton au Sénégal. (Revue maritime et coloniale, Juli 1863, pp. 445–457.) Berichtet, was bis jetzt zur Hebung der Baumwollenkultur am Senegal geschehen ist. Barth, H.: Sammlung und Bearbeitung Central-Afrikanischer Vokabularien. 2. Abth. Einleitung Kap. 7–12. Analyse der Fulfulde-, Sonyai-, Lógone-, Wändala-, Bágrimma- und Maba-Sprachen. 49, pp. CX–CCCXXXIV. Gotha, Justus Perthes, 1863. 3# Thlr. S. „Geogr. Mitth." 1863, SS. 277 und 372–375. Barth, Dr. H.: Capt. Speke's Entdeckung des Abflusses des einen NilArmes aus dem See Ukerewe, im Zusammenhang mit den ethnographischen Verhältnissen jener Gegend. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, Juni 1863, SS. 430–447.) Zunächst bespricht Dr. Barth die nunmehr im Allgemeinen bestätigten Angaben des Ptolemaeus über die Quellen des Nil, indem er mit Rücksicht auf Cooley's kritische Einwendungen ausführt, welcher Art die von ihm benutzten Nachrichten waren und wie es zu erklären ist, dass seine richtige Ansicht in den folgenden Jahrhunderten wieder vergessen und verdrängt wurde. Dann hebt er auf Grundlage der in Murchison's Adresse enthaltenen Auszüge aus Speke's Tagebuch die wichtigsten Ergebnisse der Speke'schen Expedition hervor. Er hält den Zusammenhang des dem Ukerewe entströmenden Flusses mit dem Tubiri für entschieden, weist, wie auch wir es gethan, den Protest Miani's als ungegründet zurück, stellt es aber als wahrscheinlich hin, dass der Baringo und die ihm zufliessenden Bäche, die wenigstens zum Theil vom Schneeberg Kenia ihren Ursprung nehmen, den Ukerewe speisen und dass wir diess also als die entlegenste Hauptquelle des Nil zu bezeichnen hätten. Zum Schluss giebt er, veranlasst durch die Nachricht Speke's, dass die drei Königreiche Karague, Uganda und Unyoro von Gallas gegründet worden sind, sehr interessante Andeutungen über die ursprünglichen Sitze dieses Volkes, für welche er die Gegenden um den Kilimandjaro und Kenia hält, und über die Eroberungszüge desselben im 16. Jahrhundert, die vielleicht durch vulkanische Erschütterungen in ihren Stammlanden hervorgerufen die gewaltigsten Völkerwanderungen, Staaten umstürzungen und Neugründungen in Central-Afrika zur Folge hatten. Barth, Dr. H.: Die Bestätigung der Todesnachricht des Herrn Moritz v. Beurmann. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, Dezember 1863, SS. 538–543.) Ein Bote des Scheichs von Bornu, beauftragt, dem Türkischen Sultan einen Löwen und einen Panther als Geschenk zu überbringen, bestätigte dem Englischen General-Konsul in Tripoli, M. v. Beurmann sei in oder bei Mao auf Befehl des daselbst residirenden Provinz-Gouverneurs plötzlich überfallen und mit Lanzenstichen getödtet worden. Zwei seiner Diener waren im März 1863 wieder in Kukaua eingetroffen, der dritte war als Sklave ins Innere geschleppt worden. Das Gepäck des Reisenden wurde geplündert und sehr wahrscheinlich sind auch Papiere und Tagebücher verloren.

Beurmann, M. v.: Briefliche Mittheilungen an Dr. H. Barth und Prof. Ehrenberg, aus Kuka 7. Septbr. bis 24. Dezbr. 1862, nebst Nachschrift von Dr. Barth und Bericht über die naturhistorischen Probesendungen von Prof. Ehrenberg und Dr. G. Schweinfurth. (Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde, Oktober 1863, SS. 273–301.) Es sind diess die letzten Briefe des unglücklichen Reisenden, welche kurz

über seine Reise von Mursuk nach Kuka und von da nach Jakoba, so wie über seine Versuche, nach Wadai vorzudringen, berichten. Dr. Barth hat die

Burton, Capt. R. F.: A day amongst the Fans. (The Anthropological Review, Nr. 1, Mai 1863, pp. 43–54.) Von seinem Konsulats-Sitz auf Fernando Po aus besuchte Capt. Burton unter Anderem auch den Gabun und verfolgte im April 1862 den Mbokwe oder Bokoe, d. i. den östlichen Quellfluss, bis in die Sierra del Crystal, wo er an einer gut bewaldeten Vorkette entspringt. Diese Tour gab dem berühmten Reisenden Gelegenheit, die Fan kennen zu lernen, von denen er hier eine interessante Skizze entwirft. Fan mit sehr nasalem n oder Fanwe oder Panwe, Plural BaFan, ist der Name, mit dem sie sich selbst bezeichnen, die Mpongwe am Gabun geben ihnen den Namen Mpangwe, die Europäer nennen sie Pahuin. Ihre Sprache gehört zu dem nördlichen oder äquatorialen Zweig der grossen SüdAfrikanischen Sprachen-Familie. An der Küste sind sie erst seit kurzer Zeit bekannt, die jetzige Generation erinnert sich der Zeit, als die Fan die Sierra del Crystal von Osten her überschritten und die weniger kriegerischen Bakele und Mpongwe aus ihren Wohnsitzen vertrieben. Ein verwandter Stamm, die Oscheba, begleitete sie auf der Wanderung nach Westen; östlich von diesen kommt man nach einander zu den Bati, Okana, Jefa und Sensoba. Den Kannibalismus der Fan bestätigt Burton, im Uebrigen aber stellt er sie höher als die Stämme der Küste. Colomieu, Commandant V.: Voyage dans le Sahara algérien, de Géryville à Ouargla, 1862. Mit 1 Karte. (Le Tour du Monde, 1863, T. VIII, Nr. 193, 194, 195, pp. 161–199.) Die militärische Expedition, welche im Februar 1862 unter Colomieu von Géryville über Metlili nach Wargla abging, hatte zum Zweck, in dieser letzteren Oase die Ruhe wieder herzustellen, nachdem der rebellische Mohammed-benAbdallah durch Si-Bu-Bekr gefangen genommen worden war. Zwei BergIngenieure und ein Maler nahmen Theil, es wurden barometrische Höhenmessungen vorgenommen u. s. w., doch sind die wissenschaftlichen Resultate in diesen allgemein schildernden Bericht nicht aufgenommen. Die Karte ist unbedeutend. Colonies françaises, Les –. Mayotte et dépendances. Le Sénégal et dépendances. Etablissements de la Côte d'or et du Gabon. GrandBassam , Assinie et Dabou. Mit 3 Karten. (Revue maritime et coloniale, Juni 1863, pp. 249–288, Juli pp. 459–498, August pp. 728–752, September pp. 31–65.) Diese werth vollen Arbeiten, die alle Verhältnisse der Französischen Kolonien Mayotte, Nossi-B6, Sainte-Marie de Madagascar, Senegal etc. übersichtlich vorführen, wie Geschichte, Topographie, Klima, Bevölkerung, Verwaltung, Kirche und Schule, Rechtspflege, Militär, Finanzen, Ackerbau, Industrie, Handel, Schifffahrt, Postwesen, und von schönen Karten dieser Kolonien begleitet sind, schliessen sich an die früher erwähnte Uebersicht sämmtlicher Französischer Kolonien und den Aufsatz über Réunion an (s. „Geogr. Mitth." 1862, S. 359, 1863, S. 200). Auf diese Weise wird man nach und nach eine sehr schätzbare Reihe von Monographien über diese Kolonien erhalten. Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha: Reise nach Ägypten und den Ländern der Habab, Mensa und Bogos. qu.-Fol. 78 SS. mit 20 Chromolith. von Rob. Kretschmer, 4 Photogr. und 2 Karten. Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1864. 32 Thlr. Siehe „Geogr. Mitth." 1864, Heft II, S. 59.

Faidherbe, Général: L'avenir du Sahara et du Soudan. Mit 1 Karte.

(Revue maritime et coloniale, Juni 1863, pp. 221–248.) In diesem höchst beachtenswerthen Aufsatz entwickelt der berühmte Gouverneur des Senegal seine Ansichten über das seit Jahren beliebte und vielfach erörterte Projekt der Herstellung eines lebhaften Handelsverkehrs zwischen dem westlichen Sudan und Algerien. Indem er die Geschichte der Berber in der westlichen Sahara und namentlich ihrer Niederlassungen am Saume des Sudan so wie der Neger-Länder am mittleren Niger, besonders Timbuktu's, rekapitulirt und dabei interessante Details über die Eroberung Massina's durch El Hadj Omar giebt, kommt er zu dem Schluss, dass die Sahara und die nördlichsten Landstriche des Sudan von Berber- und Araber-Stämmen nur in Folge des gewinnreichen Sklavenhandels und politischer Umwälzungen in den AtlasLändern bevölkert worden sind, dass mit dem allmählichen Erlöschen des Sklavenhandels durch die Wüste, mit der Herstellung geordneter Zustände in den Atlas-Ländern und der Vervollkommnung der Kommunikationen zwischen den Sudan-Ländern und ihren Küsten die Sahara sich mehr und mehr entvölkern wird und dass an eine Belebung des kostspieligen und schwierigen Handelsverkehrs durch dieselbe nicht gedacht werden sollte; als nächstes Ziel der Französischen Unternehmungen vom Senegal aus stellt er vielmehr die Anknüpfung eines geordneten Verkehrs mit dem oberen Niger hin. Zur Illustration seiner Arbeit dient eine von Lieutenant Mage im April 1863 entworfene Skizze von Nordwest-Afrika. Kersten, Dr.: Briefliche Mittheilung über seine Besteigung des Kilimandjaro in der Gesellschaft des Herrn von der Decken. (Zeitschrift

für Allgem. Erdkunde, Juli und August 1863, SS. 141–152.) Ein ausführlicherer Bericht über die am 27. November bis 1. Dezember 1862 ausgeführte Besteigung des Kilimandjaro, auf der bekanntlich die Höhe von 13.000 Par. Fuss erreicht wurde. In Bezug auf die Schneedecke heisst es darin: „Der Schnee reicht tiefer herab an dem runden Westgipfel, hier auf der Nordwestseite liegt der meiste Schnee, im Schutze vor den warmen Küstenwinden; der Schnee auf dem Ostgipfel, der in der Frühe oft die ganze Kuppe bedeckt, ist stets nach einigen Stunden in der unteren Partie weggeschmolzen, nur oben bleibt ein konstanter Rest. Die nächtliche Zunahme des Schnee's ist besonders auffallend bei Regenwetter im Thale." Die Königreiche des Djagga-Landes liegen ringförmig um den Kilimandjaro herum, sich nach oben verengend, nach unten breiter werdend, sie reichen bis etwa 6000 Fuss Höhe, wo Pfanzungen und Besitz und somit auch jegliche Herrschaft aufhört; nach unten erstrecken sie sich nur bis 3000 oder 4000 Fuss herab, weiter unten würde das Eigenthum vor den räuberischen Masais nicht sicher sein. Bewundernswerth sind die Wasserleitungen Djagga's. Die Region der Bananen reicht bis über 5000 Fuss hinauf (aun Camerun - Gebirge bis 4000 Fuss, in Karagwe bis an 6000 Fuss), die Region der Farne bis gegen 9500 Fuss. Bis 8000 Fuss ist die Vegetation sehr reich. Macqueen, J.: Journey from Inhambane to Zoutpansberg, by Joaquim de Santa Rita Montanha. Mit 1 Karte. (Journal of the R. Geogr. Soc. of London, 1862, pp. 63–68.) Auszug aus dem Bericht über eine nicht unwichtige Reise, welche ein katholischer Geistlicher in Begleitung einiger Arabischer Kaufleute, eines Russen und einiger Sklavenhändler im Auftrag des Portugiesischen Gouverneurs von Inhambane unternahm. Er ging am 25. Mai 1855 von Inhambane nach Zoutpansberg im nördlichsten Theil der Transvaal'schen Republik, hielt sich dort längere Zeit auf und kehrte am 1. August 1856 zurück. Macqueen schliesst aus den Angaben des Berichtes, dass der Limpopo, identisch mit dem Bembe und Oiro oder Ouro, unter letzterem Namen zwischen Inhambane und der DelagoaBai das Meer erreicht, während der Elephant-Fluss als Manice sich in die Delagoa-Bai ergiesse. Der Bericht ist aber weder vollständig übersetzt noch ist angegeben, wo er im Original zu finden, daher hat der Aufsatz mit der dürftigen Karte eigentlich wenig Werth, wenn wir uns nicht ohne Weiteres den Ansichten des Herrn Macqueen anschliessen wollen. Malte-Brun, V.-A.: Coup d'oeil sur la récente exploration des capitaines Speke et Grant. Mit 1 Karte. (Nouv. Annales des Voyages, November 1863, pp. 129–145.) Aus den ersten, von Speke und Grant nach ihrer Rückkehr in London gehaltenen Vorträgen zusammengestellt. Die Karte ist in ihrem südlichen Theil der vorläufigen, bei Stanford erschienenen Speke'schen Karte nachgezeichnet und nur wenig kleiner (1 : 6.000.000). Malte-Brun erörtert dabei auch die bekannten Miami'schen Behauptungen und hat allerhand Bedenklichkeiten gegen die Speke'sche Karte, die wir nicht theilen können. Mavidal, J.: Le Sénégal, son état présent et son avenir. 80, 212 pp. mit 1 Karte. Paris, Duprat, 1863. 1# Thlr. Das eigentliche Thema dieser kompilatorischen Arbeit ist die Wichtigkeit des Kolonial-Besitzes für Frankreich überhaupt und der Ausbreitung seiner Herrschaft an Senegal insbesondere, im Uebrigen ist sie wissenschaftlich nicht eben von grossem Werth, da wir in den Zusammenstellungen über die Landund Völkerschaften, die neueren politischen und militärischen Ereignisse, die religiösen Verhältnisse, die Goldminen, den Handel und Ackerbau und das Klima kaum etwas Neues finden, auch eine durchgreifende gründliche Bearbeitung vermissen. Zu einer flüchtigeren Belehrung für das grosse Publikum kann das Buch indessen recht wohl dienen, seinem Charakter nach gleicht es gewissermaassen der beigegebenen Kartenskizze von Senegambien, welche eine Uebersicht der Landschaften und bedeutenderen Orte gewährt und für Viele genügend sein mag, ohne der Geographie etwas Neues zu bringen. Mémoires ou travaux originaux présentés et lus à l'Institut Egyptien.

T. L. 4", 773 pp. mit Karten und Tafeln. Paris, Didot, 1862. Die im J. 1859 zu Alexandria gegründete Aegyptische Gesellschaft, die unter Anderem eine für Nil-Reisende sehr nützliche Bibliothek besitzt und stets zu vervollständigen bemüht ist, tritt hier zum ersten Mal mit einer grösseren Publikation hervor, nachdem sie bisher nur eine Reihe von Sitzungs-Berichten hat drucken lassen. Wir finden in dem starken Quartband die Abhandlungen zusammengestellt, welche in der Gesellschaft vorgetragen worden sind, meist in Französischer, einzelne in Arabischer, Griechischer und Italienischer Sprache, nebst einer Einleitung von dem Sekretär der Gesellschaft und Redacteur der Mémoiren Dr. B. Schnepp. Die behandelten Gegenstände sind sehr mannigfaltig. Auf eine Ode an das Institut in Arabischer Sprache folgen ein Bericht über ein Arabisches Gedicht des Rifaa-Bey von Kabis und eine Einleitung in das Studium der Koptischen Sprache von demselben; sodann historische Betrachtungen über das Rothe Meer von Mouriez; ein Aufsatz über die bildliche Darstellung belebter Wesen bei den Mohammedanern von Montaut; eine mathematische Abhandlung über die Rösselsprung - Aufgaben von de Chambure mit mehreren Tafeln: des Astronomen Mahmoud-Bey Bericht über seine Beobachtung der Sonnenfinsterniss am 18. Juli 1860 zu Dongola mit einer Tafel; eine „theoretische Uebersicht der geognostischen Geographie Central - Afrika's oder induktive Erklärung der Karte von der Region, welche die Becken Nigritiens, Abessiniens und Nubiens bildet," mit 1 Karte (Phantasien, die jetzt gar keinen Werth mehr haben); ferner die in der „Zeitschrift für Allgem. Erdkunde" (1863, Bd. X1V) reproducirte Kurven - Tafel über das Régime des Nil nach den genauen Beobachtungen an der Spitze des Delta von 1846 bis 1861, wonach der Fluss durchschnittlich erst in der ersten Hälfte des Oktober seinen höchsten Stand erreicht, nicht in der zweiten Hälfte des September, wie man bisher glaubte. Diess ist in geographischer Beziehung der wichtigste Nachweis, den wir in diesem Bande finden. Später folgen noch Abhandlungen von Professor Gastinel über die Thermen von Heluan bei Turah und die Salzquellen von Ain-Syra bei Kairo; Analysen des Nil-Wassers von Mustapha Magdaly in Arabischer Sprache; umfangreiche und werthvolle Studien über das Klima von Aegypten von Dr. Schnepp mit meteorologischen Tabellen und Vergleichungen mit den Klimaten anderer Winteraufenthalte für Kranke; ein Aufsatz über den Chamsin und seine Wirkungen von Grégoire; chemische Untersuchungen des Aegyptischen Getreides von Espinassy-Bey und Gastinel; Monographie über das Opium von Ober-Aegypten von Gastinel; Abhandlungen von Grégoire über den Baumwollenbau und die Seidenzucht in Aegypten; eine Notiz über die vorherrschenden Krankheiten in der Griechischen Kolonie zu Alexandria von Dr. Dikaios in Griechischer Sprache; ein Arabischer Aufsatz über die empirische Arzneikunst bei den Arabern in Aegypten von Dr. Chafey-Bey: Betrachtungen über die Bewegung der Bevölkerung in Aegypten von Dr. Schnepp mit interessanten Nachweisen über die dortigen Krankheiten; Notizen über die Cholera zu Kairo 1850 und 1855 von Coluccy-Bey; eine Italienische Abhandlung über eine aussergewöhnliche Krankheit zu Alexandria im J. 1860 von Dr. Pensa; eine eben solche über die Aegyptische Augenkrankheit von Dr. Abbate; eine pharmaceutische Notiz von Gastinel: endlich die Erklärung alt-Aegyptischer, auf der Glyptothek in München befindlicher Inschriften von Deveria. Peney, Le Dr. Alfred – et ses dernières explorations dans la région du haut Fleuve Blanc, 1860–1861. Extraits de ses notes et de sonjournal de voyage. Mis en ordre et accompagnés de notes par M. V.-A. Malte-Brun. Mit 1 Karte. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris, Juli 1863, pp. 5–71.) Die hauptsächlichsten geographischen Resultate der Peney'schen Reisen von Gondokoro westlich nach Niambara, südlich auf dem Fluss bis jenseit der Katarakten von Makedo und östlich nach Liria sind aus seinen und De Bono's in den Pariser Geogr. Zeitschriften publicirten Briefen bekannt, die Auszüge aus seinen Tagebüchern und früher nicht publicirten Briefen, die Malte-Brun hier in verdienstlicher Weise zusammengestellt und mit einer Biographie des Reisenden eingeleitet hat, enthalten noch viele speziellere Angaben von Werth, ganz besonders über die verschiedenen Katarakten des Weissen Flusses oberhalb Gondokoro, deren Pläne auch der beigegebenen Karte den Hauptwerth verleihen, so wie eine Anzahl Kompass-Peilungen in der Umgegend von Gondokoro, während die Auszüge aus dem meteorologischen Tagebuch sehr lückenhaft sind und neben den Beobachtungen der Oesterreichischen Missionäre kaum in Betracht kommen können. Ueber Peney's Höhenmessung von Gondokoro siehe S. 68. - Poncet, J.: Notice géographique et ethnographique sur la région du Fleuve Blanc et sur ses habitants. (Nouv. Annales des Voyages,

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Oktober 1863, pp. 5–62.) Seit seinem 12. Jahre am Weissen Nil einheimisch, war Jules Poncet im Stande, tiefer in das Leben der dortigen Bevölkerungen zu blicken als die meisten anderen Europäer, seine Mittheilungen sind daher sehr beachtenswerth, doch hätten wir sie etwas vollständiger und eingehender gewünscht, besonders auch die Notizen, die sich auf seine früher publicirte wichtige Karte beziehen. Ueber die westlichen Zuflüsse des Weissen Nil, über die so widersprechende Ansichten bestehen, giebt er keine befriedigenden Aufschlüsse: S. 36 z. B. identificirt er auf das Bestimmteste den Jeji mit dem Bahr Rol, der sich direkt in den No See ergiessen soll, S. 46 dagegen eben so bestimmt mit dem Bahr Djemit. Als Anhang finden wir einen ausführlichen Bericht über den Tod Alexandre Vaudey's, des ehemaligen Sardinischen Konsuls zu Chartum, der 1853 bei Gondokoro von den Eingebornen ermordet wurde. Poncet, J.: Excursions et chasses à l'éléphant au Fleuve Blanc. (Nouv: Annales des Voyages, November 1863, pp. 146–199, Febr. 1864,

pp. 182–227.) Erzählungen seiner Jagd- und Reise-Abentener. Reade, W. Winwood: Savage Africa, being the narrative of a tour in Equatorial, South-Western and North-Western Africa. 8", 600 pp. mit Illustrationen von Wolff und Zwecker und 1 Karte. London, Smith,

Elder & Co., 1863. 21 S.

Wenn ein gebildeter junger Mann von 23 Jahren die Afrikanische Westküste vom Senegal bis Loanda bereist oder doch in vielen Punkten berührt, hie und da auch eine Strecke weit in das Land eindringt, die der Küste vorliegenden Inseln besucht, unter Kannibalen seine Cigarre raucht und mit den Töchtern der Neger-Häuptlinge Liebesverhältnisse anknüpft, so begreift man, dass ihm die Eindrücke der fremden Natur, das Leben und Treiben der fremden Menschenwelt Stoff genug zu einer langen Erzählung geben, auch wenn die Reise nur 14 Monate dauerte. Reade's Buch ist denn auch dick genug ausgefallen und die Schilderungen bezeugen die Lebhaftigkeit der Eindrücke sowohl wie eine nicht geringe Geschicklichkeit, sie wiederzugeben: auch tragen ein wenig Humor, hie und da sarkastische, bisweilen freilich auch an den Geist, der stets verneint, erinnernde Bemerkungen, kleine eingestreute Novellen, Sagen, historische Reminiscenzen - oft auch ernste Betrachtungen dazu bei, die Lektüre unterhaltend und anziehend zu machen. Es sollte uns daher nicht wundern, wenn das Buch seinen Platz unter den beliebten, viel gelesenen Reisebeschreibungen einnähme, wem es aber nur um Vermehrung seiner geographischen Kenntnisse zu thun ist, kann sich die Zeit, welche das Durchlesen erfordert, ersparen. Reade ging nicht auf Entdeckungen aus und hat nirgends neuen

Boden betreten, denn wenn er der Erste zu sein glaubt, welcher auf dem Como, dem nordöstlichen Arm des Gabun, bis zu den ersten Kaskaden gekommen ist, so vergisst er die Französischen Aufnahmen und die Reise des Amerikanischen Missionärs Bert. Er vertritt ferner kein spezielles Fach und hielt sich an den einzelnen Punkten viel zu kurze Zeit auf, um etwa tiefere Studien über die Bewohner machen zu können. Allerdings hat er nicht versäumt, besondere Kapitel über den Kannibalismus, den Gorilla, den Sklavenhandel, das Congo-Reich einzuflechten, und am Schluss findet man fünf Abschnitte mit Abhandlungen über das Einhorn und die geschwänzten Menschen, die Bodengestalt Central-Afrika's, die Malaria, die Ethnographie Afrika's, über Forschungsreisen, Handel, Missionen und die zukünftige Theilung des ganzen Erdtheils zwischen Frankreich und England; das Alles ist aber fast durchweg oberflächlich behandelt und unreif. Reade urtheilt meist nur nach dem, was er an der Westküste sah und hörte, ohne sich um das in anderen Theilen Afrika's Beobachtete zu kümmern, und wenn er die Literatur, namentlich die ältere, beizieht, so rafft er gleichsam nur hie und da einen Brocken auf, ohne gründlich darin zu Hause zu sein. Die Behauptung (p. 491), Sir Roderick Murchison habe bei Aufstellung seiner Theorie über die Bodengestalt SüdAfrika's entweder die Werke Buffon's, Lacepède's und Ritter's nicht gekannt (sollte Mr. Reade wirklich C. Ritter's Erdkunde studirt haben ?) oder ein grobes Plagiat an denselben begangen, entspringt aus der ungenauen Kenntniss der Theorien dieser Männer, Murchison hat ganz entschieden das Verdienst, die Mulden-Form Süd-Afrika's nach den geologischen Arbeiten Bain's erkannt zu haben. – Ueber Du Chaillu's Reisen fanden wir zu unserer Verwunderung so gut wie Nichts in dem Buche. Auf S. 557 wird zwar angedeutet, Du Chaillu sei nur 4 Tagereisen über Ngumbi hinausgekommen, im „Athenaeum" vom 22. November 1862 hatte Reade jedoch schon zugegeben, dass jener das Gebiet der Apingi erreicht habe. Was den Gorilla anbetrifft, so fand Reade „nach fünfmonatlichen sorgfältigen Nachforschungen, dass Du Chaillu viel Wahres über den Gorilla geschrieben hat, was aber nicht neu ist, und ein wenig Neues, was aber weit entfernt ist wahr zu sein". In einer Anmerkung auf S. 212 heisst es endlich, Du Chaillu's Buch sei ein Gemisch von Wahrheit und Dichtung, von dem er auf Verlangen eine genaue Analyse geben könne. Eine solche Analyse wäre sehr erwünscht, nur darf man wohl die Erwartungen nicht zu hoch spannen, denn Du Chaillu's Karte zu verbessern ist Reade nicht im Stande gewesen, wie denn auch die Karte zu seinem eigenen Buche nur eine flüchtige Uebersichtsskizze mit Andeutung der Route ist. Sanderson, J.: Notes to accompany sketch-maps of the Zulu and Amatonga countries, and of the country between Aliwal North and Natal. Mit 1 Karte. (Journal of the R. Geogr. Soc. of London, 1862, pp. 335–339.) Auf dieser Karte hat Sanderson verschiedene neuere Reisen im Sulu- und Amatonga - Land nördlich von Natal verarbeitet, nämlich die seines Bruders Septimus Sanderson, des verstorbenen Henry F. Paxton, eines Schiffskapitäns Rider, der sich 1853 5 Monate in der Umgegend der St. Lucia-Bai aufhielt, und eines Herrn Edmondstone. Für die ganze Gegend zwischen der St. Lucia-Bai, der Delagoa-Bai und den Drakenbergen lieferten diese Reisen viel Neues, ganz besonders auch in Bezug auf einen grossen seichten Süsswassersee (Lake St. Lucia) nördlich von der St. Lucia-Bai und seinen Zufluss Mkuzi, den Sanderson für identisch mit dem Kosi hält. Ausserdem enthält die Karte eine Route von Aliwal North, am südlichen Ufer des Orange-Flusses ziemlich in gleichem Meridian mit Smithfield (letzteres nach Moffat in 30" 10 S. Br. und 26° 50“ Oestl. L.) gelegen, über den südlichen Theil der Drakenberge nach dem Kafir-Land und Pieter-Maritzburg. Diese von Mr. William Newling 1860 aufgefundene und bereiste Route passirt die Drakenberge zwischen den Quellen des Mazinyo und Enchanecha ungefähr in 30" 40 S. Br. und der Uebergang ist selbst für Wagen zu benutzen, wie diess später ein Geistlicher Namens Horatio Pearse bewiesen hat. Da man bis jetzt nur den Beer- und den Bezuidenhout-Pass nördlich bei den Quellen der Tugela kannte, so ist die Auffindung dieses südlichen Passes von grosser Wichtigkeit, denn er macht einen viel rascheren Landverkehr zwischen Natal und der Kap-Kolonie möglich. Speke, Capt. J. H.: Journal of the discovery of the source of the Nile. 80, 690 pp. mit 2 Karten und vielen Illustrationen. Edinburgh

& London, Blackwood, 1863. 21 S.

Selten ist die Kritik so unbarmherzig über ein Werk hergefallen, wie über dieses. Zum Theil mögen dabei Persönlichkeiten im Spiel gewesen sein, wahrscheinlich hatte man aber auch die Erwartungen übertrieben hoch gespannt. Auch uns hat das Buch in gewisser Beziehung nicht befriedigt, sein Inhalt ist im Ganzen ziemlich mager, wir vermissen ausgedehntere, Vertrauen erweckende Erkundigungen, gründliche Studien über die, wie es scheint, sehr interessanten ethnographischen Verhältnisse der durchreisten Landschaften; wenn wir von den Appendices, den täglichen Erlebnissen und den Schilderungen der Eigenthümlichkeiten, der Lebensweise u. s. w. der Eingebornen absehen, die übrigens ganz anschaulich und belehrend sind, dürfte der wenige Bogen umfassende Auszug im „Ausland" (1864, Nr. 1–4) so ziemlich alles Bemerkenswerthe wiedergeben. Hat aber Speke es nicht gleich einem Barth verstanden, die Kenntnisse der Eingebornen sich anzueignen, um im Geiste weite Gebiete zu überschauen, konnte er nicht wie jener tief in die historischen und sprachlichen Verhältnisse eindringen, so muss man sich erinnern, dass Barth im Sudan durch einigermaassen gebildete Mohammedaner wesentlich unterstützt wurde und ganz andere Vorkenntnisse mitbrachte, dass Reisende wie er stets vereinzelte Phänomene bleiben werden und dass Speke auf der anderen Seite wieder Au rordentliches geleistet hat, denn die Appendices enthalten die astronomisch bestimmten Breiten von 104 und die Längen von 20 Punkten nebst einer ansehnlichen Reihe von Höhenmessungen, zu denen noch die wichtigen meteorologischen Beobachtungen Grant's (vergl. „Geogr. Mitth." 1863, S. 388) und die Liste der von diesem gesammelten Pflanzen kommen. Die Bestimmung der Lage von Gondokoro allein war für die Geographie der Nil-Länder von grösster Bedeutung, und dass Speke auf seinem ganzen Wege eine so vollständige Reihe brauch/arer Positions-Bestimmungen und Höhenmessungen ausgeführt hat, gereicht ihm zur grössten Ehre, denn nur wenige andere Afrika-Reisende, wie Rüppell oder Vogel, können sich hierin mit ihm vergleichen. Er hat ausserdem sehr kurze Zeit nach der Rückkehr eine ausführliche und vor Allem den Stempel der Wahrheit tragende Beschreibung von dem Verlauf der Expedition und von dem, was er gesehen und erlebt, gegeben; mancher Andere hätte vielleicht effektvoller geschrieben, ob aber auch immer eben so treu? Wir glauben, dass sein Buch allen billigen Ansprüchen vollständig genügt, und erinnern die strengen Kritiker an die in der geographischen Literatur über Australien Epoche machenden Tagebücher eines Stuart, die in rohester Form nur die allerdürftigste Wegebeschreibung enthalten und allen sonstigen wissenschaftlichen Inhaltsbar sind; da steht denn doch das Speke'sche Werk unendlich viel höher und wir hoffen, dass es sich auch in Deutschland viele Freunde erwerben wird, zumal binnen Kurzem eine Deutsche Ausgabe erscheinen soll. Mehr noch als die Abfassung des Buches ist Speke's Karte und die Behauptung, dass er die Quelle des Nil entdeckt habe, angegriffen worden. Wie der Mensch hinter jedem Geheimniss etwas ganz Ausserordentliches vermuthet und die Enthüllung fast immer eine Enttäuschung und Ernüchterung mit sich bringt, so scheinen Viele sich noch nicht hinein finden zu können, dass das geographische Räthsel, welches vor Jahrtausenden schon die Geister beschäftigt hat, auf eine so einfache und nüchterne Weise in der Hauptsache gelöst ist. Manche, wie Miani und seine Nachbeter, suchen die Identität des aus dem Ukerewe-See ausfliessenden Stromes mit dem Fluss von Gondokoro zu bestreiten, ohne indess gegen gesunde Ueberlegung durchdringen zu können; Dr. Beke ging so weit, den Ursprung des Flusses von Gondokoro in dem Tanganyika-See statt in dem Ukerewe-See zu suchen, ohne zu bedenken, dass der Tanganyika nach den vorhandenen Messungen tiefer liegt als Gondokoro und dass mit dieser Behauptung sein Anspruch an seine erste „theoretische Entdeckung" von dem Zusammenhang des Nil mit dem Ukerewe-See, auf die er so grossen Werth legte, in Nichts zusammenfällt; Andere halten die ganze Karte für ein misslungenes Phantasiestück, ohne doch etwas Besseres an die Stelle setzen zu können; die Meisten endlich meinen, der Nil käme zwar aus dem UkereweSee, aber dieser könne nicht als die Öneise gelten, so wenig wie der Bodensee die Quelle des Rheins sei, der Strom durchfliesse nur den See und sein oberer Lauf müsse daher aufgefunden werden. Bei der, wie es scheint, so bedeutenden Grösse des Ukerewe-See's ist es sehr fraglich, ob sich ein ähnliches Verhalten wie beim Boden- oder Genfer-See wird nachweisen lassen, man denke nur an die grossen Nord-Amerikanischen See'n und den St. Lorenz-Strom, will man aber durchaus einen Oberlauf haben, warum setzt man solches Misstrauen in die Angabe Speke's, dass der von ihm entdeckte Kitangule der bedeutendste Zufluss des Ukerewe sei ? Speke's Aufgabe war überdiess nur die Feststellung der von ihm früher vermutheten Thatsache, dass der Weisse Fluss aus dem von ihm 1858 entdeckten Ukerewe-See herauskomme, und diess ist doch in der Hauptsache auch das alte Problem, man wollte doch im Grunde nichts Anderes wissen, als ob Ptolemäus Recht habe oder nicht. Dass Speke's Karte noch die gröbsten Unrichtigkeiten enthält, geben wir gern zu: welche erste Karte eines neu entdeckten Ländergebiets enthielte solche nicht? Dass es noch grosse Anstrengungen erfordern wird, um über die Geographie jener Gegenden ganz ins Klare zu kommen, haben wir ebenfalls an anderer Stelle schon ausgeführt, aber es wäre auch mehr als unbillig, von dem ersten Entdecker eines Landes eine vollständige, alle Zweifel beseitigende Erforschung desselben zu verlangen, die Geschichte der Geographie lehrt deutlich genug, wie nur wiederholte, oft erst eine lange Reihe von Expeditionen über die Beschaffenheit eines neuen Landes Licht verbreiteten. Wer aber insbesondere die Afrikanische Entdeckungsgeschichte kennt und weiss, wie ausserordentlich selten es den Reisenden gelungen ist, ihren ursprünglichen Plan durchzuführen, ihr von vornherein gestecktes Ziel zu erreichen, der sollte mit uns den Muth, die Geschicklichkeit und die unbeugsame Energie eines Speke bewundern, der trotz unsäglicher Schwierigkeiten seine Reise genau in der Weise durchführte, wie er sich vorgenommen hatte, und der jetzt wieder den Wanderstab ergreifen will, um selbst die Lücken seiner Karte ausfüllen zu helfen. Steudner, Dr. H.: Reise von Adoa nach Gondar, 26. Dezbr. 1861– Januar 1862. – Bericht über seine Abessinische Reise. (Zeitschrift für Allgem. Erdkunde, Juli und August 1863, SS. 43–141; Januar und Februar 1864, SS. 83–117.) Es war Dr. Steudner vergönnt, vor seinem Tode den ausführlichen Bericht über seine Reise durch Abessinien bis in die Galla-Länder, von dort über Tschelga, Galabat, Kedaref nach Chartum, über seine Exkursion zum Djebel Araschkol und seine Reise auf dem Weissen Nil und Bahr el Ghasal vollständig abzuschliessen und an Dr. Barth einzuschicken. Dieser veröffentlicht hier die ersten Theile, welche die Reise von Adoa nach Gondar, die Beschreibung dieser Stadt und allgemeinere Notizen über Abessinien, sodann die Reise über Gaffat nach Tanta enthalten, nebst einem letzten Briefe des Verstorbenen mit vorläufigen Nachrichten über den Bahr el Ghasal. Der Bericht ist ausserordentlich reichhaltig, vielseitig und anziehend, er lässt den Verlust des talentvollen Reisenden nur um so schmerzlicher empfinden. Stucklé, H.: Le commerce de la France avec le Soudan. 18%, 38 pp. Paris, Challamel, 1864. 1 fr. Sylva, da: Observaçoes sobre as bocas do Zambeze. (Boletime annaes

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do conselho ultramarino, Lisboa. Nr. 103, Dezbr. 1862.)

Tallavignes: Note sur le Rio Nuñez, côte occidentale d'Afrique. (Annales hydrogr. 3“ trim. 1863, p. 133.) Trémaux, P.: Voyage en Ethiopie, au Soudan oriental et dans la Nigritie. T. II. Le Soudan. 8%, 460 pp. Paris, Hachette, 1863. Trémaux: Eclaireissements géographiques sur l'Afrique centrale et orientale. (Comptes rendus hebdom., 31. August 1863, pp. 468–472.) Erörterung derselben Ansicht von den Quellflüssen des Blauen Nil (Yabus mit Baro und Bago) und der nordsüdlich von Fazogl bis zum Kenia verlaufenden Bergkette (welche den Gibe und Godjab von dem Weissen Nil abÄ9 die auf seiner neuesten Karte dargelegt ist. (S. „Geogr. Mitth." 1862, S. 318. Waillant, A.: L'Afrique équatoriale. (Revue du monde catholique, 10. und 25. September 1863.) Wallon, Capit. A.: La côte occidentale d'Afrique. Mit 2 Karten. (Revue maritime et coloniale, November 1863, pp. 373–394, Dezember pp. 589–606.) Der Verfasser, durch zehnjährige Forschungen mit der Afrikanischen Westküste so vertraut wie wenig Andere, theilt dieselbe zwischen dem Senegal und Congo in 13 „Zonen" oder Strecken, die auf der zugehörigen Uebersichtskarte abgegrenzt sind, und giebt eine kurze Charakteristik jeder Zone besonders in Bezug auf Bevölkerung und Handel. Die 13. Zone, Loango und Congo, schildert er ausführlicher, wie derselben auch eine zweite speziellere Karte gewidmet ist, und die Einleitung ist eine treffliche Darstellung des vergeblichen Kampfes christlicher Missionen an der Westküste gegen den überhand nehmenden Islam. Das heutige Loango ist weit kleiner, als man es noch meist auf Karten angegeben sieht, es beschränkt sich auf den kleinen Küstenstrich zwischen den Flüssen Kilongo und Kacongo und erstreckt sich nur 30 bis 40 Seemeilen landeinwärts. Nördlich stösst die Yumba-Küste an, ein Land ohne Produktion und ohne Industrie. Den König von Loango besuchte Vallon selbst im J. 1859. Wian, L.: L'Algérie contemporaine. 8%, 272 pp. Paris 1863. 1 Thlr. Wanderings in Western Africa: from Liverpool to Fernando Po. By a F. R. G. S. 2 Vols. 89, 606 pp. mit 1 Karte. London, Tinsley, 1863. 21 s.

Karten.

Bight of Benin. Inland water communication between Lagos, Badagry, Porto Novo & Epé, by Lieut. Glover 1858–62. 2 Bl. 1: 73.000. Lith. London, Hydrogr. Office, 1863. (Nr. 445.) 3 s.

Neue Aufnahme der Lagune von Lagos und der damit in Verbindung ste

henden Binnengewässer in der Nähe der Küste, östlich bis Epe, westlich bis Porto Novo.

Madagascar, Carte.de , dressée d'après les documents les plus récents. Paris, Robiquet, 1864.

Mage, E.: Afrique centrale. Croquis des bassins du Niger et du Sénégal et des routes du Sahara. Paris, impr. A. Bry, 1863.

Ravenstein, E. G.: Neueste Karte von Afrika in 3 Blättern. Kpfrst. Hildburghausen, Bibliogr. Institut, 1864. P Thlr.

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(Geschlossen am 31. März 1864.)

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