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Traug. Gehler "s), Carl Chaf.von Florencourt ?), und Lud. Berrenschneider *7) bis zur mathematischen Evidenz erhoben. Die Praxis hat sich auch für diese Meio nung schon längst entscheidend erkläre 58), und in den neuern Systemen "S) ist sie durchgehends angenommen. Der Unterschied zwischen benden Meinungen liegt also leo diglich darin, daß nach der erstern Berechnung ein arity. metisdes, nach der legtern aber ein geometrisches Verhältniß zum Maasstabe angenommen wird. Er. wågt man nun, daß keine Größe absolut, sondern nur aus der Vergleichung mit einer Einheit oder einem gemis. sen Gangen erfannt, und folglich nicht nach einem arith.

.. . meti. 15) Commentat. de laesione emtoris ultra dimidium recte

computanda. Lipfiae 1777. 16) Abhandlungen aus der turif. und politischen Rechenkunst.

(Altenburg 1781.) Stap. VII. S. 243. ff. 17) Diss. I. et II. de laesionis 'enormis computatione. Ar- '

gentorati 1784. et 1785. 4.. 18) CARPZOV P. II. Const. 34. Def. 8. MYNSINGER Ceat.

IV. Obs. 73. nr. 3. SCHILTER Prax. iur. Rom, Exerc. XXX. §. 96. et 97. LAUTERBACH Colleg. th. pr. Pand. h. t. fi 10.. STRUV Synt. jur. civ. Ex. XXIII. Th. 86.

Pet. MÜLLER ad Eundem" und Joh. fubm. Schmidt · Hinterlassene Ubhandlungen verschiedener practischer Rechtsma.

terien. 2. Band. Ns. CIX. 6. 385. ff. 19) HOFACKER Princip. iur. civ. Rom. Germ. Tom. III. $.

1937. Westphal vom Kauf f. 308. MALBLANC Princip. iur. Rom, P. II. Sect. II. S. 551. 5 dpfner Commentar über die Heinecc. Inftitutionen §. 870. Shibaut System des Pand. R. 1. Ib. §. 197. GÜNTHER Princip. iur. Rom. priv, novíss. T. II. S. 974.s doweppe Xóm, Privatrechi. 2. Band. 9. 394. i :

Schaßer und Zeugen des Werths, den eine Sache zu el. ner bestimmten Zeit gehabt hat. Bcyde müssen nach ganz verschiedenen Grundsätzen beurtheilt werden und es ist ein großer Jrrthum vieler Rechtsgelehrken / wenn sie die Grundsatze von Kunstverständigen auf die Key diesem Be» weise erforderlichen Zeugen anwenden. Denn Kunstverstan» dige sind kein Geweismittel, sondern es sind GeHülsen des Richters bey der Beurtheilung eines streitigen Gegenstan« des. Daher sind solche Personen insgemein schon össent« lich ernannt,, und auf alle vorkommende Fälle heeidiget, und wo dieses nicht ist, müssen sie von beyden Parkheyen in gleicher Anzahl ernannt werden, und auch der Richter hat eben so viele, als einer der streitenden Theile, zu er, nennen. Allein die Zeugen sind Beweismittel, und wer« den daher bloS von der Parthey ernannt, dem der Beweis obliegt, ohne daß dem Richter dabey eine Wahl zusteht. Diese sollen hier Klos über ein Factum der vergangenen Zeit ihre Wissenschaft erösnen. Auf ihr eigenes Unheil oder Meinung kommt es nicht an. Schätzer hingegen ur. theilen über das, was gegenwärtig ist, nach ihrer Ein. ficht. Ihre Aeusserung ist also nicht wie eine Zeugen. Deposition, sc dern als ein Gutachten anzusehen, welches dem künftigen Urtheil des Richters zur Basis dient. Sind ferner die Kunstverständigen bey Schätzung einer Sache verschiedener Meinung, so treten hier ganz andere Grundsätze ein, als wenn die Zeugen in ihren Aussagen

nicht

6i) Man vergleiche hier die gründliche Abhandlung von Beur, thetlung durch Kunstverständige i» Gönners Handbuche deS deutschen gemeinen Prozesses 2. Band Nr. XI.V. der iweyten Auftage. S. 429> ss.

nicht übereinstimmen. Ein solcher Dtssen/uS ist nach dm Regeln vom Beweis zu beurkheilen. Bey Schätzungen werden nämlich die Summen der verschiedenen Kunstver« ständigen zusammengerechnet, und mit der Zahl der ge» brauchten Schaher dividirt, der Quotient wird dann als das reine Resultat der Schätzung angenommen. Wollten wir nun dieses Verfahren bey den Beweiszeugen anwen» den, welche in dem Werths, den die streitige Sache zur Zeit des darüber geschlossenen ContractS halte, von ein. ander abweichen, so würde daraus eine offenbare Unge« reimtheit entstehen. Denn man setze den Fall, der Kla« ger habe das Grundstück für 40. Rthlr. verkauft, was nach seiner Behauptung zur Zeit des ContractS i«O Rthlrv werth gewesen seyn soll, und er habe drey Zeugen er« nennt/ voO denen der ^. einen Werth von 76 Rkhlr. L von 81 und 0 von 8z Rthlr. angegeben hat. Hier, sprechen zwcy Zeugen für de« Kläger, nach deren Aussa». gen er wirklich eine Verletzung über die Hälfte erlitte« hat. Denn stimmen sie auch in den angegebenen Sum. men nicht überein, fo bezeugen sie doch die iäsion selbst einstimmig. Dahingegen steht die Aussage des Zeugen dem Kläger geradezu entgegen/ als nach welcher keine Verletzung über dle Hälfte vorhanden ist. Es ist also hier zwischen den Aussagen des Zeugen ein solcher Wider« spruch vorhanden, den man eine 8MZulÄMas tescium obgrariva oder aäversätiva nennt. Wollte man nun diesen Widerspruch der Zeugen, wie bey Schätzern, durch Addirion und Division zu heben suchen, so würde der Quotient — «o Rthlr. entscheiden/ und der Kläger^ wel, cher die Aussagen zweyer klassischer Zeugen für sich hat, würde um der Aussage des einen ihm widersprechenden Zeu»

gen

gen willen, der vielleicht nichc einmal vollkommenen Glau, den verdient, mit seiner Klage abgewiesen werden müs. stn. Wie ungereimt^ ja wie gesetzwidrig ") ein solches Erkenntniß sey, leuchtet in die Augen. Diese Ungereimt« heit wird aber noch auffallender, wenn man den Fall an« nimmt, der Beklagte habe einen Gegenbeweis geführt Man setze einmal, der Kaufer klage wegen einer erlitte, nen enormen Verletzung auf Resciffwn des Contracts. Er > glebt vor, das Haus , was er mit 3000 Rthlr. bezahlt habe, sey zur Zeit des Kaufs nicht 1500 werth gewesen. El führt Ven Beweis durch drey Zeugen, von denen der Zeuge ^. den damaligen Werth von 14ZZ Zithlr. der Zeuge ö. von 1426, der Zeuge von 143« angiebt. Der Verkäuferfuhrt den Gegenbeweis ebenfalls durch drey Zeugen, von denen O. den Werth von 1561 Rthlr. L. 1565. und von 1560 erhärtet. Ein jeder sieht hier , daß die Gegen, beweiszeugen den für den Klager sprechenden Zeugen^ aussagen in gerader Richtung entgegenstehen. Es muß also den Rechten nach wider den Beweisführer erkannt werden. Denn wo der Beweis und Gegenbeweis einan. der gleich sind, hebt einer den andern auf, wenn nicht wegen Stärke der Gründe oder anderer Begünstigungen der Beweis den Vorzug verdient Allein welches enc»

gegengesetzke Resultat ergiebt sich, wenn man den Wider» spruch zwischen dem Beweis und Gegenbeweis durch Addi« klon und Division zu heben suchen wollte? Die Total« summe wäre dann — 8975» Diese, mit der Zahl, der

Zeu.

64) S Gönners Handbuch des gemeinen Prozesses. 2. Band Nr. Xl.1. h. 11. S. Z44>

Zeugen ^ 6 dividirt, giebt zum Quotienten die Summ« von 1495 ^ Rthlr. welche aljö als der Damals gültig« wahre Werth heg Hauses angenommen werden müßte. So hätte dann der Kläger gegen alle Regeln des Pro. zesseS aus einem Jrrthum des Richters gewonnen. Wel> che Justiz! Mit Recht laßt sich hier anwenden, was Cicero sagt: Tottu/ ,'»,'u//i//ae »u//a c«/?/la/k07 e//, ^uam eo5-ll»z , 9»/, cum maxime /«//«»^, ^ a^«»/, «/ öoni «uciitt, v,^a»/«^ UebrigenS ist noch zu bemerken, daß wenn die Zeugen in Ansehung der Summe in ihren AuS' sagen differiren, deswegen nicht immer gleich ein abssl», ter Widerspruch (cour.rscij«io «bstkUivs ) vorhanden sey/ sondern nur dann, wenn der eine Zeuge durch Angabe des wahren Werths, den die Sache zur Zeit des Eon« tracts hatte, das Daseyn einer enormen, Verletzung, der andere aber das Gegentheil erhärtet. Weichen sie zwar in den angegebenen Summen des Werths von einander ob, allein sie treffen in der Einheit des Zwecks zvsam« men, indem ihre Aussagen, i„ Äerbindung genommen, entweder die enorme jäston, oder das Gegentheil bezeu» gen; so ist ktin Widerspruch in ihren Aussagen vorhanden, sondern es ist, wie man sagt, bloS eine LiriAuIanras 6lversikZcati'va vorhanden. Dies ist der gewöhnliche Fall. Denn da die Zeugen insgemein von verschiedenen Kaufs Handlungen sprechen, mit deren Hülse der gemeine Werth der damaligen Zeit auSzumitteln ist; so ist es sehr natür» lich, daß dieselbe Sache', öder eine Sache von gleicher Art nicht immer um eben denselben Preis gekauft, oder verkauft worden ist. Durch die Verbindung mehrerer soll Her smgulairer Zeugen, wenn sie an sich klassische Zeugen sind, und der von dem einen Augen bekundete Umstand Glücks Er!ä«t.d.P<md. ,?.TH. E Ver>

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