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der Fall billig auszunehmen, wenn die Niehfeudie fo all. gemein gewesen seyn sollte, daß der Pådster dadurdy an der Bestellung und Nußung der Padhtfelder (dylechterdings wäre behindert worden 48).

. III) Daß der Edade an den Friichten vor der Perception geschehen sey. Darauf deuten alle die oben angeführten Geseke nach einer richtigen Erklärung derselben hin. Dieß lehrt auch schon die Natur des Pachtcontracts. Dieser verpflichtet den Verpåchterblos dafür zu pieben, daß der Pachter die Früchte ungehindert percipiren könne. Unter dieser Bedingung verspricht auch der Päditer das Pachtgeld zu bezahlen. Nun machen die Früchte, fo lange sie von dem Grundstück noch nichi abgesondert sind, einen Theil desselben aus 49), woran der Pachter erst durd; die Perception, D. h. durch Apprehension des Beçikes, das Eigenthum erwirbt *°). Ganz natürlich stehen also aud, die Früchte der Pachtung“ vor der Perception nicht auf der* Gefahr des Pachters, sondern der Verpåchter muß, als Eigenthümer, den Schaden tragen. Damnum do

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48) S. Aug. de BALTHASAR. Diss. de remissione mercedis

in locatione praediorum rusticor. ob ingens damnum ex

lue pecorum conductori contingens. S. 8. . 49) L. 44. D. de rei vindicat. L. 13. §. io. D. de 'act.

emti et vend. 50) S. 36. 1. de Rer, divis. L. 13. D. Quib. mod. Ususfr.

L. 78. D. de Rei vindicat. L. 26. §. 1. et L. 61. 8 8. D. de furtis, wo u fritan sagt: Fructus , quam diu solo cohaereant , fundi esse, et ideo colonum, quia voluntate domini eos percipere videatur , suos fructus facere. S. von Savigny Recht des Besiges. $. 22. a, S. 257. Der 2. Aufl. und Em. MERILLIUS Observat. Lib. VIII, cap. 27.

c«»^««/o^l, Zi/ VIEs ist daher ganz der Natur des zweyseitigen Contracks gemäß, daß wenn der Pachter die Früchte, für deren Peremption ihm der Verpächter stehen muß, nicht erhalt, derselbe auch das m Rücksicht der Früchte versprochene Pachtgeld nicht zu be» zahlen schuldig sey"). Ein ganz anderes RechtSverhält« niß tritt nach erfolgter Perception ein./ Der Ver, Pachter hat nun seiner Seits den Contract erfüllt, für mehr, als die Perception der Früchte, darf er dem Pach» ker nicht haften. Der Pachter ist nun Eigenthümer der Früchte, er muß also auch billig die Gefahr derselben übernehmen. Sollten die schon erhobenen Früchte noch ferner auf der Gefahr des Verpächters stehen, so wäre dieses gercide eben fo consequent, als wenn der Pachter für das Pachtgeld auch noch nach der Zahlung haften müßte. So wenig also der Verpächter, wenn er das ihm von dem Pachter vorausbezahlte Pachtgeld durch einen unabwendbaren Unglücksfall verliert, dem Pachter deswegen die Früchte, wenn dieser sie noch nicht erhoben hat, vorenthalten kann, eben so wenig kann der Pachter, welcher die Früchte contractSmäßig percipirt hat, Erlaß des Pachtgeldes verlangen, wenn ihm ein Unglücksfall nach der Perception die Früchte geraubt haben sollte.

So

6i) ^. §. s. i» /?». K. t.

S>) Es ist also nicht nöchig, mit Westphal von Kauf. §. 972. den Grund der Ansprüche des Pachters auf Erlaß deö Pacht. geldeS/ wegen zufälligen Verluste? der Früchte vor der Per« «plion, in einer besondern Begünstigung deö Pachters zu setzen. Man sehe vielmehr ««,^rrr «it. §. 9. el §. 20. syy..

So lehrten auch feit Cujaz 5*) fast alle sowohl theores rische 54) als practische 5s) Rechtsgelehrten. Doch wollen mandie 5) die Früchte nicht eher für percipire balten, als - wenn sie eingefahren, und in die Scheune, gebracht find.

Eo lange sie also noch auf dem Felde liegen, wenn sie aud) idon von dem Grundstück abgesondert sind, habe der Pàcter noch Anspruch auf Erlaß des Pachtgeldes, wenn die Ftůdce ohne seine Schuld verunglückt wåren. Diese Meis

nung 53) Observat. Lib. XXVI, cap. 32. 84) voet Comm. ad Pand. h. t. $ 24. LAUTERBACH Colleg.

th. pr. Pand. h. t. §. 88.' Sam de cucceji iur. civ. con. troy: Tom. II. h. t. Qu. 34. BOEHMER Introd. in ius

Dig. h. t. S. 16. SCHAUMBURG Compend iuris Dig. h, t. $. 11. Mich. God. WERNIER Lectiss Commentat. in Pand, ht. §. 16. lud God MADIN Princip. iur. Rom. P. II. $. 195. Car Frid. WALCH Introd. in controv. jur. civ. Sect. III. Cap IV. Subs. II. $ 6. MALBLANC Princip, iur. Rom. P. II. S. 559. RIEDESEL ab EISENBACH Diss. cit, S. 24. KRAFFT Diss citNum conductor obstrictus sit ad solvendam mercedem etc, S. 27. sqq. ALBRECHT cit. Diss. de mercedis remissione. S. 22. HOFACKER Princip. iur. civ. Rom. Germ. Tom. III. §. 1990. Thibaut Sult. des Pan : Richis 2. Band, S. 863. Dugo kehrbuch der Pandecten 8. 180. Nor. 3. & 140. ( nach der 4. Aun. Berlin 1810), $ucher Recht der Forderungen §. 75. Ferd. Mateloen Lehrbuch der Institutionen des beut. Rom. Prt.

vatrechte. (Gießen 1814.) S. 558. Hi Q. m.. 55) Gaill Observat, pract. Lib. II. Obs. 33. nr. 113. STRYK

de cautelis contract. Sect. II. Cap. 9. . 29. 1. a. m. 56) Ant. FABER Cod. definit. for. Lib. IV. Tit. 42. Def. 21.

STRUV Synt: iuris civ. Exerc. XXIV. Th. 17. Alb, wesel - Tr. de remissione mercedis. Cap" 6. KAHN ad Wesene

bec, he t, nr. 16. BRUNNEMANN Comm. ad 1. 15. D. h, i

nung hat sich durch ihre Billigkeit besonders in der Praris empfohlen 57).. Offenbar gehen hingegen diejenigen zu weit, welche den Saß aufstellen, daß die Früchte erste, nachdem sie ausgedroschen, und auf den Boden gebracht worden sind, auf des Pächters Gefahr verlohren gin. gen $8); ja daß auch dann der Verlust dem Pachter anders nicht zur {ast falle, als wenn er nach der Perception noch so viel Zeit gehabt hat, als erfordert wird, um solche ins Geld zu regen 59). Man glaubt, die Gleid, heit, welche nach

der 57). CARPZOV P. II. Const. 37. Def. 20. nr. 8. WERNHER Se.

lect. Observ, for. Tom. II. P. VI. Obs. 14. Struben

rechtliche Bedenken 1. Ch. Bed. 95. 58) Ge. FRANTZKIUS Comment in Pand. h. t. ar. 130. BER

GER Oecon. iuris Lib. III. Tit. 5. 8. 23. not. 5. 59) Dav. MEVIUS Resolut. singular. quaestion. iuris in

causa proprietarii et pensionarii. Cap. I. r. 191. , sqq. LEYSER Meditat. ad Pand. Vol. XI. Supplem. Spec. CCXVII. meditat. 9. 89. pag. 198. 199. lo. Steph. Pütter Praefac, ad RIEDESEL ab EISENBACH Diss. de eo quod. iustum est circa remissionem mercedis in locat. cond, S. Immo, CariGottfr. von Winkler rechtliche Abhandl, von Kriegs. robåden der Machter und Miethleure. 1. Abfon. 3. Hauptstück. nr. 98. ff. S. III, ff. Ge. Lud. BOEHMER Diss. de obli. gat. locatoris ob impeditum rei locatae usum. Cap. I. S. 20. 899. Westphal vom Kauf 26. S. 977, Franz Jo. rep 6 Bodmann theor. pract. Erdrterung der Grundfäßer wornach die Kriegsschäden jeder Art festzustellen, zu erstatten und zu perequiren sind. S. 28. S. 175. Gebr. Overbed. Meditationen über verschiedene Rechtsmaterten. 3. Band. Me. ditat. 147. EMMINGHAUS ad Cocceji ius civ. controv. h. t. Qu. 34 Not. m. pag. 478. sq. Chr. Aug. GÜNTHER Princip. iuris Rom. priv. novissimi. Tom. II. 8. 989. pag. 696. und Albrecht S do weppe Rom. Privatrecht 2. B. g. 419:

der Billigkeit des ContractS zwischen dem Pachtgelds und dem Nutzen der gepachteten Sache in jedem Falle müsse beobachtet werden, so weit nicht durch Vertrag ein An« derS bestimmt worden sty, erlaube nicht, zwischen erho» denen und noch nicht erhobenen' Früchten zu unterscheiden. Denn der Pachter entbehre in dem einen Falle, so gut, wie in dem andern, die Nutzung der Sache. Es streite al,o in beyden Fällen gleiche Billigkeit für ihn. Zwar müsse er allerdings, als Eigenthümer der erhobenen Früchte, den Zufall übernehmen; allein daraus folge nur so viel, daß er deshalb von Niemand Ersatz fordern könne,; kei. neswegeS aber fey daraus zu erweisen, daß er das Pacht« gelo bezahlen müsse, wenn ohne seine Schuld die Früchte durch.einen Unqlücksfall verlohren gegangen sind. Denn der ErlaK des Pachtgeldes müsse nach Vorschrift der Ge, setze °°) bloß nach der Billigkeit beunheilt werden. Indem nun der Pächter die Früchte percipirt, um durch ihre Versilberung sich sowohl den Pachtzins, als einen erlaub, ten Vortheil zu verschaffen; so werde man ökonomisch juristisch die volle Peremption billig darauf zu setzen haben, daß der Pächter auch soviel Zeit gehabt habe, um seine Früchte auSzudreschen, und mit einigem Vorcheile verkauf, n zu können, wozu ihm der Richter den Zeitraum bis zu Ende des PachtjahrS und den Anfang des neuen gestatten und offen lassen müsse. Daß freylich der Ver. Pachter nicht für die Gefahr der Früchte stehen dürfe, welche der Pächter entweder aus Wucher oder Nachläßig. keit von mehreren Jahren her aufgeschüttet und aufbewahrt hat, verstehe sich von selbst. Billig aber hafte er von , einer

60) I.. 5. 5oa'. «ke /ocat«. ..„,,. .

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