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Lurtim sblstum. Hatte denn nun aber die actio overis sversi in dem gegenwartigen Falle Statt? Alfenus sagt, Nein! und beweißt seine Meinung auf folgende Art. Man kann den Miethcontract, sagt er, wo es auf eine Dienstleistung bey fungiblen Sachen ankommt, auf zweyer« ley Art schließen. Entweder es soll das Nämliche wieder abgeliefert werden, was man vermöge des ContractS zum. Transport oder zur Bearbeitung gab, z. B> ich gebe einem, Sullo Kleider zu waschen, und sie «pieder herzurichten; oder eS soll nur eine Sache von gleicher Gattung Zurückbegeben werden. Z. B. ich gebe einem Goldschmidk reines geschmolzenes Silber (srZenrum pusulacum^), um mir Gefäße, oder Gold, um mir goldne Ringe zu ver, fertigen. In dem ersten Fall bleibt der Conductor Eigen, thümer der Sache; in dem letztem aber geht das Eigen« thum auf den Uebernehmer der Dienste über, und der Besteller derselben bleibt blos ein Gläubiger der Quanti» tat (in creäirum iwr)^). Das Geschäft wird aber darum nicht in ein Darlehn verwandelt, sondern es bleibt ein Miethcontract, woraus die scri« locsti entsteht. Es ist hier gerade so, wie bey dem Depositum. Denn wenn ich Jemandem baar Geld dergestalt in VerwahrunK

gebe,

S7) Bey «LI.I.IVS ^Voct. ^ttic. I.ib. VI. c,p. s. wirb es

x«t«m. genannt. Man sehe auch »v«O«L«.s«»R« Ods. cir. I.ib. VIII. e. 4.

88) Ick e«t, «t ta»t«KÄe« restitustur. G. »v«c«r»Zn«k« e. I. «p 4. psg. 294. Ein Anders wäre, wenn dem Gold, schmidt daS Gold dergestalt wäre gegeben worden, daß er a u s diesem Golde die Ringe verfertigen solle. Hier bleibt der

'Besteller der Arbeit GgenthiZmer des dazu gegebenen GoldeS»

gebe, daß das Geld weder verschlossen noch versiegelt, son« dern blos in gemeinen Münzsorken dargezahlt worden ist; so wird zwar das Eigenthum der körperlichen Sache auf den Depositar übertragen, und dieser braucht nur rsntun. 6em pecumae, d. i. eine gleiche Summe zurückzuzahlen, der Contract geht aber deswegen nicht in ein Darlehn über, sondern bleibt ein Depositum"). Mit dem Schis» ser hatten nun die Befrachter auch so contrahire, daß er Eia/enthümer des Getraides geworden war. Er konnte also auch dem einen Interessenten seinen Antheil mit Recht davon geben. Ein Anders wäre, wenn das Getraide eines jeden Eigentümers abgesondert geblieben wäre, so daß man sogleich unterscheiden könnte, welches einem jeden derselben gehörte. Hier fände freylich keine Vertauschung Statt, d. h. der Schiffer könnte nicht dem Einem das Getraide geben, welches dem Andern gehört, (n«n pocuisse xos°°) permmarionom lacere°') sondern jeder der Eigenthümer würde das Seinige vindi» ciren können^). Aus diesen Prämissen zeigt nun Alfe-

nus

89) S. den 15. Th. dieses Commentars h. 940. S. 166. ff.

90) ^»l. r^nLk in K«ionsl. will statt «05 lieber nsmsm lesen. Ihm stimmt auch Westphal h. 9Zi. S. 697. bey. Allein daß eine solche der Personen in den Frag« menten der alten Röm. Juristen gar nicht ungewöhnlich sey, hat vvnc«LK«noLil cic. loe. c»p. 6. psg. Z04. gezeigt.

Ai) /^'««takw»cm /ace^e ist hier nichts anders als slteri reägere slteriu3 frumentum, wie das Wort auch Ulpian /F. H. 6. /?. />. e. in einem ahnlichen Falle ge> braucht.

92) Cujaz a. a. O. setzt hinzu, daß außerdem auch noch die scki« oneris sversi gegen den nsurs auf das Doppelte habe angestellt werden können.

«US die Unsia'thaftigkeit der actio oneris aver8i in dem gegenwärtigen Falle durch folgendes Dilemma. Das Getraide wurde dem Schiffer entweder dergestalt zum Trans« port überliefert, daß er es an Ort und Stelle nur der Gctt« tung nach restituiren sollte; oder es sollte dasselbe Getraide abgeliefert werden, was dem Schiffer zum Transport gegeben worden. In dem, ersten Falle war ja der Schiffer Eigenthümer des Getraides geworden. Wie konnte er also eine Untreue an feiner eigenen Sache begehen? gewiß eben so wenig, als der Eigenthümer einen Diebstahl an feiner Sache begehen kann^). In dem letztem Falle sinde wegen der betrüglichen Vertaufchung die actio furti Statt, und mache das iucZicium oileris sversi über, flüssig. Allein wie, wenn diese Veruntreuung, weil kein snimus lucri faciendi dabey war, nicht als ein Ki". Nim behandelt werden konnte? Man fetze, der nama habe durch feinen Dolus das Schiff untergehen lassen, um Schaden zu stiften; oder durch ein grobes Versehen desselben feyen die Schiffögüter der Befrachter verwechselt worden. Hier, wo keine actio kurti Statt hatte, sagt Bynkershök^), konnte, statt der actio conckucti, die höchstens nur auf das Interesse ging, die actio oneri8 sversi auf das Doppelte angestellet werden. In dem gegenwärtigen Falle siel nun aber die actio oneris sversi darum ganz )veg, weil, die gegebene Schiffsladung nicht gerade in derselben SpecieS, fondern nur in einer gleichen Gattung abgeliefert werden sollte. Hätte aber deswegen

, . nicht

z>z) I.. 45. §. 7. w ^. AS. D. lie /«7t/5. 54) Odzerv«. c. I. csp. 7. S. auch Westphal vom Kauf zc. 5. 9Zl. a. E. S. 69S.'

nicht vielleicht mit der acri« locati geklagt werden kön» nen? Diese Klage wäre nämlich darauf gegangen, daß der Schiffer den Klagern die Verlohren gegangene Ladung entweder durch eben soviel von derselben Art Getraide, oder, wenn sie sich damit begnügen wollen, durch Leistung des Interesse vergüte. Allein dann hatte er sich irgend einer Culpa müssen schuldig gemacht haben. Auch d,ese ist hier nicht erfindlich. Denn wegen des erfolgten Schiffbruchs wird ihm ja gar nichts zur last gelegt. Dieser wird stillschweigend als ein reiner Unglücksfall angesehen, welcher den Verpflichteten von seiner Verbindlichkeit befreiet. NautraZii periculum, sagt Cttjaz, percinet ad locstores, gj sine 6ow er culpa nsurae naukra. Zium conrizeric *) , et reperers cluntaxar > possum vOctur^, si quas äeäerinc in snrece88um Er müßte also etwa dadurch eine Culpa begangen haben, daß er von dem Haufen des vermischten Gerraideö dem Einen der Befragter seinen Theil gegeben hatte. Allein wie kann ihm das zum Vorwurf gemacht werden, was er mit keinem Recht dem abzuliefern, verweigern konnte, der solches zuerst verlangte? Freylich ist diel) nun ein Glück für den, der auf solche Art das Seinige wieder erhielt, und es dadurch rettete. Wer kann es ihm aber verdenken, daß er vigilanter war, als die übrigen, denen eine gleiche Abforderung freystand? Ihm bleibt daher, was er hat, und den übrigen der erlittene Verlust.

, §. lo55.

95) Man sehe auch Kttn. vui.^^vj, in In5titm. Zur. Oomm. sck princip. K. r. nr. 15. und Schöman kehre vom Schadensersatz «. Th. S. 145. Not.

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