Page images
PDF
[ocr errors]

zwischen der gesetzlich bestimmten Granze der täston auf Seiten des Verkaufers, und der Gränze der Verletzung auf Seiten des Kaufers gemacht. Wenn also die Sache 10 Rchlr. werkh ist, so ist io nach der arithmetischen Proportion die Mitte zwischen 5 und 15. Die Zahlen 5, 10 und 15 folgen demnach in einer arithmetischen Progres, sion auf einander. Man schließt nach diesem Verhältniß nun folgendermaßen. Ist der Verkäufer, wenn er für eine Sache, welche io Rthlr. werth ist, noch nicht 5 Rthlr. erhalten hat, enorm oder über die Halste verletzt, so muß auf gleiche Weise auch der Käufer enorm verletzt seyn, wenn er für eine Sach«/ die nur 10 werth ist, mehr als 15 bezahlt hat.

II. Die andere Porthey hingegen nimmt auf Seiten des Käufers nur dann erst eine Verletzung über die Hälfte an, wenn das, was er für die Sache befahlt hat, den doppelten wahren Werth der Sache übersteigt. Z. B. der Kaufer hat für die Sache, welche nur ic> Rthlr. werth ist> 21 Rthlr. bezahlt. Man nimmt bey dieser Berech« nungsart ein geometrisches Verhältniß an, so daß also hier der wahre Werth der Sache zur geometrisch proportionalen Mittelgröße zwischen beyden Gränzen der iasion sowohl auf Seiten des Verkaufers als auf Seiten des Käufers gemacht wird. Wenn also die Sache lo Rthlr. werth ist, so sind die Gränzen der !asi»n auf Sei» ten des Verkäufers 5, auf Seiten deS Kaufers 20 / weil 10 die geometrische Mittelgroße zwischen 5 und 20 ist, folglich die Zahlen 5, io, 20 in geometrischer Proportion fortschreiten. Diese Meinung muß schon zu den Zeiten der Glossatoren ihre Vertheidiger gefunden habere, wie man aus der Aeußerung des Accurstus in der Glosse über die 2. (7. ü. t. sieht, wenn er sagt: 5e6 quae esr nuec 6iml6ia? Oic in eMo>-« äecept«, si res vslet 6ecem: emic pro XVI. /«e/ ^//ca»/, «mit ^?^o <zuo6 .

non placer, qui» dune non ch'miciiäm iusci pretiZ, seä äuplum eLreciirur. Allein schon Cynlls ^) hat diesen Grund sehr gut beantwortet. Unter den nachfolgen« den RechtSgelehtten gebührt dem Carl Dü Mslin°°) das iob, den Jrrthum der Gloße zuerst am einleuchtend' sten aufgedeckt zu haben, denn seine ganze Absicht war, semel erroris ra^ices funäitus ita convellere, sc veritätem öcabilire, ur nemo postkac, qui Ksec le» gerir, in noc errsre possit. Cujas°°) versagt ihm selbst dieses iob nicht, er tadelt eö nur, daß er seinen Ge» genstand Lälebrosa nimis et inconäita orstione behan« delt habe. Wie richtig indessen Dü Mo litt die Quelle des Jrrthums entdeckt, und wie leicht aller Jrrthum durch eine deutlichere, obwohl in den Worten der 2. t. liegende Bestimmung hätte vermieden werden können, er. Hellet aus folgenden Worten desselben, lüausa, errori5 prseeipua 5«it, sagt er, mäiscreta proportio et conkusio relarionum, quonism proportionem pretii referunt a6 utrumqus contrakentium, non 5«Ium sä venäitorem, ut in 6. I,. 2. seä etiam 26 emto» rem, quoä esc ineptum. — Nsm licet res er pretium sinr iäem respective, Koc est, esu^em pro? portionem er similem Ksbicuöinem Kabeant pro»

priis

97) lüommenr. in Ooö. K. r. vr. 7» (^«»cs/. 1578.)
SL) 1'rsccsl. Oommercior. « usursrum (Zu. XIV. nr. 17S,
Kj>) Obierv«. l.ib. XVI. e»p. 18.

[ocr errors]
[ocr errors]
« PreviousContinue »