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Gipban ) diese Meinung mit Recht. Es hatte jedoch fchon der Kaiser Alerander die Constitution des Kaisers

Marcus auch auf geschenkte Sclaven ausgedehnt. L. J. - Cod. Si mancip. ita fuerit alienat. etc. .. .

.: War dem Verkauf einer Sclavin der Vertrag anges þångt worden, ne prostituatur, und sie wurde dennoch dem Vertrage zuwider zur Hureren Preis gegeben, so kam es darauf an, ob auf diesen Fall die Freywerdung der Sclavin, oder die eigenmächtige Zurücknahme derselben

(manus iniectio, seu abducendi potestas) war aus: - gemacht worden 93). Hatte sich der Käufer beym anders

weiten Verkaufe der Sclavin dieselbe Bedingung ausges macht fo gieng im Falle der Contravention der erste Ver. fäufer (qui auctor fuit legis ) dem zweyten vor 94). Es konnte überdem auch eine Conventionalstrafe Statt fins den 95)....

Zu den Vertragen, die dein verkauften Sclaven jur Strafe dienen sollten, gehörte z. B. der, daß der Sclave nidye manumittirt werden, oder daß derselbe erportirt wer: den sollte. Das pactum, ne servus manumitteretur, Tiefe jedoch keine Conventionalstrafe auf den Contraventions: fall zu, sondern die demselben zuwider unternommene Manus mission war ungültig %). Denn da die Frenlassung ohne

Effect

92) Lecturae Altorphin, in Tit. 1. Libri XLV. Dig, de Verb.

obligat, ad L. 121. g. 2. D. h. t. pag. 966. DO et 2. Cod. Si mancipium ita venierit, ne prosti:

tuatur. S. W eftpbal vom Kauf S. 753. 4. 5. 756. 9) L. 9. D. de Servis exportand. 6. Weftipbal S. 65t. 95) L. 6. pr. D. h. t. W eftpbal $. 650.

Effect war, To'fonnte der Fall der vorbehaltenen Strafe gar nicht eintreten. Daher sage Papinian Li 6. pr. D. h. t. Sed ratio faciet, ut iure non teneat stipula. tio, si, ne manumitteretur, exceptum est. Nam in. credibile est, de actu manumittentis, ac :"42011 potius de effectu beneficii (i. e. manumissionis) cogitatuni. In Absicht auf das andere pactum, ut servus exportetur, konnte ausgemacht werden, daß sich der Sclave nicht in Der Stadt aufhalten dürfe, wo sein Herr wohnte. Diefe Wusschließung begriff denn auch die Entfernung derselben aus Rom in fich, nam Roma communis omnium in orbe Rom. viventium patria censebatur, War im Vertrag, ausgemacht worden, daß sich der Sclave nicht in einer bestimmten Proving aufhalten sollte, po war auch die Ausschließung aus Graften: mit darunter begriffen 97). Wurde nun in dem einen oder andern Falle der Bedine gung entgegen gehandelt, fo konnte sid) der Verkäufer ent weder des Sclaven wieder bemachtigen, oder auf eine Geldstrafe klagen, je nachdem entweder das eine oder das andere auf den Contraventionsfall ausdrücklich war ftie pulire worden. Jedoch fiel in dem legtern Falle der Sclas De dem Fiskus anheim 9), · War keine Geldstrafe ftipus liet, sondern blos durch ein pactum adjectum verspro. .::;;, ! i

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06) L. 5. Cod. Si mancip. : ita fuerit alienutum, ut manu.

mittatur. L. ult. Cod Qui non poss. ind libertatem i pervenire, L. 4. S. 9. Io. 9. D. de manumission. Westo wpbal vom Kauf 9.752. . 97) L. 5. Cod. Si servus exportand. veno : other i 98) L. 2. Cod. codem.

chen worden, fo entftand die Frage, ob nicht auch actione venditi geklagt werden könne? Papinian war an. fangs der verneinenden Meinung, weil eine, actio bonae fidei nicht auf Befriedigung einer bloßen Riache gehen dürfe. Er nahm nur den Fall aus, wenn- der Verkäufer selbst auf den Fall der nicht erfolgenden Erportation eine Geldstrafe an Jemand zu bezaḥlen fich verbindlich gemacht şåtte. Denn nun gelte es nicht mehr der. Befriedigung einer bloßen Rache, fondern der Abwendung einer eigenen Tonft zu befürchtenden; Geldstrafe. Eben fo fónne die auf den entgegengesekten Fall, nåmlich ne servus poenae causa exportaretur, bedungene Geldstrafe ohne allen Zweifel mit der actio venditi, gefordert werden. Cum beneficio adfici hominein, intersit hominis. Enizzivero poee nae non irrogatae indignatio solam duritiem conti. net. So dachte Papinian im 10. Buche seiner Duå. ftionen, woraus die L. 7. D. h, t. genommen ist. :. Er ånderte aber seine Meinung nachher wieder in der L. 6. S. 1. D. eodem, welche aus dem 27. Buche seiner Quio stionen entlehnt ist." Hier sagt er frenmüthig, er ren zwar ebema!8" anderer Meinung gewefen; allein nun nehme er die Meinung des Sabinus an, welcher ihn vom Gegen. thell durch den Grund überzeugt babe, daß ja - Der Käus fer, welcher sich eine solche Bedingung hat gefallen lassen, deshalb auch ein geringeres Kaufgeld bezahlt habe. Der Verkäufer babe dager allemal ein pecuniåres Interesse, indem er für den: Sclaven mehr bekommen gåtte, wenn jene Bedingung nicht wåre bengefügt worden. Die auf den Contraventionsfall bedungene Strafe ergånje also gleichsam das Kaufgeld, und fen als ein Theil desselben

angus

anzusehen 99). Ein nachahmungswürdiges Beyspiel einer bescheidenen Retractation, welches uns hier einer der große ten Rechtsgelehrten, die je gelebt haben, hinterlassen hat "o). Es ift der Mühe werch, den Papinian selbst reden zu lassen. Si quid emtor, contra quam lege venditionis cautum est, feciset aut non fecisset; nobis aliquando placebat, non alias ex vendito pro. pter poenam homini irrogatam agi posse, quam, si pecuniae ratione venditoris interesset, veluti quia poem nam proniisisset: caeterum viro bono non convenire, credere, venditoris interesse, quod animo sae. vientis satisfactum non fuisset.' Sed in contrariun me vocat SABINI sententia, qui utiliter agi ideo ar.... bitratus , est, quoniam hoc minoris homo venisse via deatur. Man hat den Tribonian deshalb tadeln wola ten, daß er beyde Stellen aus den Duftionen des pas pinian in seine Pandecten und zwar in der ronderbaren Ordnung aufgenommen, daß er die Retractation der ål. tern von Papinian widerrufenen Meinung habe vorause, gehen lassen. Everbard Otto ') glaubt gar, es stecke ein' arcanum dahinter. Quo magis enim verba L.

ult,

99) POTHIER Pandect.' Iustin. T. I. h. t. Nr. IX. not. a.

pag. 515. Westphal vom Kauf. §. 652. 100) S. Em. Merillius Observation, Lib. I. cap. 9. Ant. MORNACIUS Observat. ad Dig. p. 469. Ger. Noodt de pactis et transact. Cap. XI. Ev. Otto Papinianus. Cap. XV. §. 5. et 6. und lo. Sal. BRUNQUELL Prolus. de retractationibus' veterum ICtor. quorum fragmenta in Diges

stis supersunt. . 7. in Opuscul, pag. 351. sq. 1) Cit, vita Papiniani Cap. XV. &. 6. init. . · Glidi Erläut. d. Pand, 17.0h. D

ult. §. 3. Cod. de furtis perpendo, sagt er, eo veri. similius mihi videtur, IUSTINIANUM inconstantiae et oblivionis notam tacite impingere voluisse PAPINIANO, quod in eodem opere Quaestionum muta. verit sententiam, nec deleverit et omiserit, quod in commentariis prioribus erronee scriptum esse agnoscebat. Allein id kann ihm hierin nid)t Riedit ge. ben, sondern glaube vielmehr, daß Tribonian die Stele fe aus Papinians Quaflionen, welche die erstere Meinung dieses Ved;tsgelehrten enthielt, zur Erläuterung der Li 6. 6. "1. D. h. t. beygefügt habe, um beyde Stellen mit ein. ander vergleiden zu können, weit aus der L. 6. nicht deutlich zu ersehen ist, von weldier Lex venditionis eje'gentlich die Rede war, bey der Papinian feine Meinung geändert habe?),

S. Ulr. HUBER Eunom. Rom. ad L. 6. S. 1. et L. 7. D. h. t. pag. 691. sq.

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