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Beziehungen entwickelt Hat Schon diese Bemerkung überzeugt uns, daß Cajus hier ganz bestimmte Rechts, säße/ und keine singulaire Meinungen vorgetragen habe. Es ist aber auch in der That gar kein Grund abzusehen, wärum in dem Falle eine andere cusroäia zu prästiren seyn sollte, wenn etwas unter der Bedingung der noch erst zu erfolgenden Zumessung verkauft worden, 'als in dem Falle, da der Handel unbedingt geschlossen worden ist. Muß nun in dem letztem Falle der,Verkäufer cusrocii« plena prästiren, gleich dem Commodatar; warum nicht such in dem ersten Fall? da ja die UnVollkommenheit des ContractS das Recht des Käufers nicht mindert, , und die Erfüllung der Bedingung, von welcher die Perfektion des. selben abhängt, hier erzwungen werden kann. Wie kann endlich zwischen zwei) Extremen noch ein ^NtttlereS denk, bar seyn, wenn Cajus sagt, der Verkäufer solle bis zum Tage der Zumessung eam MjZemiäm prästuen, /ä/a/e «Km«um, ve/ vi/ magna, e>7cu/a/M«? Soll ihn nur ein unabwendlicher Zufall von der Leistung des Interesse befreyen, so muß er also wohl für jedes, auch das kleinste Versehen, verantwortlich seyn. Es läßt sich daher zwischen Ulpian und Cajus durchaus kein Wider, spruch annehmen. Ist der Käufer säumig sich die Waake, der Verabredung gemäß, zumessen zu lassen; so gehc nun die Gefahr auf den Käufer über, und der Verkauf« sieht nur für äolus und culpa lata'Braucht der Ver»

käufer

zg) S.Göschen Über die Ktt.quoki^snsedcs Cajus; (index Zeitschrift für geschichtlicheRechköw ssenschast, herausgegeben vonSavigny/ Eichhorn und Göschen i. Band >. Heft (Berlin 'Sl5.) «r, !>V, C, 65, ff.)

kaufer seine Fasser selbst, und er muß fremde miethen, so muß ihm der Kaufer das Miethgeld ersetzen, oder hatte er seine Fasser vermiethen können, wenn der Wein wäre gehörig abgeholt worden, so muß dem Verkaufer auch die« ser entgangene Gewinn vergütet werden. Kann er feine Fasser wegen der eingetretenen Weinlefe nicht entbehren, und weil jeder die seinigen braucht, auch keine fremden miethen, fo kann er den Wein an einen Andern Zerkau« fen, und was er jetzt weniger dafür erhalt, muß ihm der Kaufer vergüten. Kann der Verkaufer den Wein auch nicht auf diefe Art anbringen, so ist es ihm sogar erlaubt, den Wein wegzuschütten. Ehe jedoch der Verkaufer zu diefem Extrem schreitet, fo muß er den Kaufer nochmals vor Zeugen auffordern, den Wein abzuholen, und ihm ankün« digen, daß er widrigenfalls den Wein weggießen werde. Es muß aber doch der Wein, ehe er weggegossen wird, ge? messen werden, unstreitig in Gegenwart von Zeugen, da» mit man weiß, wie viel Wein für Rechnung des Kau« fers weggeschüttet worden ist, und ihm nicht mehr angerechnet werde, als der Verkaufer ausgegossen hat ^°).

I.. i. §. z. O. I^icer autem venäitori Vel

essunciere vmum, si 6iem ad merienäum, prsestiMir, nee inrra 6iem scZmensum est: eKun6ere surem n«n sdacim poteric, prius quam tesrancio 6s> nunciet emrciri, «t aut to//a? v/«um, au/ ,«at x-m«, ut vi»«?» e^«?^^«^. Li ramen, cum possel: effunäere, non eKunäic, lau^sncius esc polius: es proprer merceäem quoizus äoliorum poresr exiZS

re;

40) S. Westphal vom Kauf§. 56z. und Oomment,k. eil. j. 10. psg. 26.

periculum interitus und dem periculum deteriora. tionis gemacht wissen wollen, erhellet aus den Anfangs. worten' der L. 1. pr. D. h. t. wo die Fälle, si vinum venditum acuerit, vel quid aliud vitii sustinuerit, und si vinum esset effusum vel vasis contusis vel qua alia ex causa einander gleichgereßt werden. Damit aber doch der Käufer das sich vorbehaltene Zusfosten nicht, zum Nachtheil des Verkäufers, allzulang verschiebe, ro fann nach Ablauf einiger Zeit der Verkäufer den Käu. fer dazu auffordern, und ihm ankündigen, daß wenn er den Wein nicht bald versuchen würde, man dieses für eine stilschweigende Mißbilligung anseben, und den Wein wei. ter verkaufen werde 99). Es kann ihm auch auf Verlan. gen des Verkäufers ein Termin vom Ridster gelegt werden. Denn wenn das Geset sagt: Si dies degustationi adiectus non erit, quandoque degustare emtor poterit, so kann dieses nur unter der Bedingung verstanden werden, so lange nåmlich der Verkäufer sich nicht regt, und den Käufer interpeltirt 10). Hieraus erklärt sich das Ende der L. 4. §. 1. D. h, t. Dies enim degustationi praestitutus, meliorem conditionem emtoris facit. Denn ist eine Zeit zuin Uusproben bestimmt, so muß der Verfäufer diesen Termin abwarten, ohne das Huskosten früher verlangen zu können, und mitlerweile die Gefahr tragen. Man hat zwar bey diesen Worten

12.

viel

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viel Schwierigkeit gefunden. Man glaubt dieser Grund sebe mit dem Vorbergehenden im Wider prudie, weil die Beltimmung eines Degustacionstermins für. den Verkäufer vortheilhafter fery, als für den Fräufer. Cujacius '), dem cud; Anton faber 2) und Pothier 3) beysiimmen, will

Daber entweder 001 praestitutus, oder fiatt emtoris, · venditoris gelesen wissen. Best 4) hingegen, welcher

cane pejus et. angue obscoenam istam atque in- , faustam particulam non, wie er sich ausdrůdt, haße, eignet diese Worte dem Sabinus zu, und glaubt, fie

wären von den erstern Worten des S. 1. der L. 4. Si ".. aversione etc, welche er ebenfalls für Textes Worte des

Sabinus kåle, durch die eingeschaltete Unmerkung des Ulpians, welche mit den Worten: Difficile autem est, etc. angehen soll, getrennt worden. Die ganze Lehre des Sabinuis fey nämlich folgendermaßen, zu fassen: Vino per aversionem vendito solo custodia praestatura venditore. Idem est; si uno eodemque pretio veniit certus vasorum numerus, et emtor expresse pactus non est, ut vinum degustaretur: dies enim degustationi praestitutus amovet periculum rei venditae usque 'ad dici lapsum, ad venditorem, adeoque melio. rem emtoris facit conditionen. Auch M erills) ver. wirft die Cujazische Emendation, und glaubt, es folle durch die angeführten Worte nur überhaupt der Sinn

in aus. 1) Observation. Lib. XXIII. cap. 34. . 2). Rational. in Pand. ad L. 4. S. 1. D. h. e. 3) Pandect. Iustin. Tom. I. h. t. Nr. XIV. not. e. . 4) Ratio emendandi Leges Cap. VIII. 9. 3. et 15. 5) Variant. ex Cujacio Lib. III. cap. 12. ,

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I,. 2. O. eoa'em. rloc its verum est, 'si is est venclicor, cui sine novs vinäemis non sint isra vssä necessäriä: si vero mercaror esc, <zui emers vins, et venöere solet, is 6ies spectsnäus est, quo ex commoäo venäitoris colli possint.

2) Wenn Etwas in genere gekauft worden/ wo« von die zu übergebende Lpecies noch erst durch die Wahl zu bestimmen ist. Hier ist der Verkaufer, als öebitor Zeneris, von feiner Verbindlichkeit nicht frey, wenn vor der Tradition aus dem Zenere einzelne Lpecies zu Grunde gehen; sondern er muß den Schaden tragen. Denn es war ja noch ungewiß, welche Lvecies der Käufer erhalten sollte. Wird aber das ganze genus, ohne des Verkaufers verantwortliche Sckuld, zufällig vernichtet, so wird zwar der Verkäufer von seiner Ver« Kindlichkeit, den Contract zu erfüllen, befreyet, ob aber der Käufer den bedungenen Preis dennoch zu bezahlen schuldig sey, ist zweifelhaft? Herr Hofrath Thibaur") glaubt dieses ohne Bedenken bejahen zu können. Denn man setze, der Kaufer habe dem Verkäufer unbedingt eins von feinen Pferden, die alle von gleichem Schlage und Preife sind, abgekauft. Hier ist ja auch das gekaus» te mit gefallen, wenn sie alle gefallen sind. Er führe

auch

benWein aufdie Erde zuschütten. Allein Ulptan erkennt ja hier selbst an, waS er ^. ^4. ^. «'s ,«7. sagt:

5kov «mne, >zuo6 licer, Konestum est; und lobt den Käu» fer, wenn er eS zu diesem EMem nicht kommen laßt. Man vcrgleiche übrigens noch «O«il.re» ?r,x. iur. Kom. Lxerciltt. XXX. §. 1,7.

4Z) System des Psno. Rechts l. Th. H. 175.' lic L S. »Z5. der 4. Ausgabe.

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