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die andere Begebenheit sich ereignen wird, weil hier keine solche Ungewißheit des Erfolgs denkbar ist, von welcher die Gültigkeit desselben abhangig seyn könnte. Der Vei^ trag, unter einer solchen Bedingung geschlossen, qua« «mnimod« exsmui'ä est, ist also so gut, wie ein un» bedingter 2'). Dennoch wird der Clause!: «ve ,7/«^ /«. ctum /uen'/, tt've no» /uen/ in andern Gesetzen z. B. bey Vermächtnissen, die Wirkung einer Bedingung bey» gelegt °^); und sie wirkt auch bey Vertragen wenigstens soviel, daß nicht eher auf Erfüllung geklagt werden kann, als bis einer von beyden Fallen existirt, wenn auch gleich bey einer etwa schon früher geschehenen Erfüllung keine Zurückforderung Statt findet °^). Demohngeachtet ist und bleibt es gewiß, daß der Kauf, der unter der ge, dachten Clausel geschlossen worden ist, gleich für perfect zu halten sey, mithin die Gefahr auf den Kaufer über» gehe, ehe sich noch einer von beyden Fallen ereignet hat; weil hier der Fall, daß der Kauf für nicht geschlossen gehalten werden dürfte, gar nicht denkbar ist, wie die Worte: Iuomam e//, eam c«»^ac/am, andeu»

ten sollen. Endlich z) wenn sich der Kaufer auöbedun» gen hat, daß er die Sache erst kosten wolle, so ist der Kauf nicht eher gültig, als bis er die Sache gekostet, und nach seinem Geschmack gut befunden hat. Er kann daher auch von dem Contraet wieder abgehen, wenn ihm nach erfolgtem Ausproben die Sache nicht geschmeckt hat.

92) ^. 9. H. /. D. lis «ovat.

9z) I.. i z. H«a»«lo /e^ato^.

?sulo ,6 l. g. §. ,. 0. K. r. und ^»t. «,scionsl, in

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ben in denselben mancherlei? Schwierigkeiten gefunden, welche einige durch Emendation der jeseart, andere durch Unterscheidung der Worte des Sabinus von den Anmer« kungen des Ulpisn, welche Tribonian miteinander ver« Mischt habe, zu heben bemüht gewesen sind. Es wird nämlich in diesen Stellen, welche von dem Verkauft des Weins handeln, ein Unterschied gemacht, ob dabey das Ausproben vorbehalten morden, oder nicht. Von dem letztem Falle handelt die r. p?. O. Hier geht die Gefahr sowohl des gänzlichen Untergangs, als der Dete« rioration der Sache sofort nach geschlossenem Kaufe auf den Käufer über. Eben dlefes wird nochmals in der ^. 4. §. 1. O. /,. wiederholt. Jedoch wird 1. ^. /. eine Ausnahme in dem Falle gemacht, wenn der Verkäufer die Gefahr übernommen hat. Hier entscheidet nun der Vertrag, wie lange er sie trägt. Ist keine Zeit bestimmt, so soll er> sie bis zum erfolgten AuSproben behalten, weil nun erst der Conkract zur endlichen Voll« kommenheit gediehen ist. . Diese Entscheidung ist unbegreiflich. Wie kann, wenn kein Auskosten ausbedungen worden, und der Verkaufer überdem noch die Gefahr der Sache selbst übernommen hat, die Perfection des ContractS erst noch von einem erfolgenden Ausproben abhängen? Um sich dieses Näthsel zu erklären, sagt Wilhelm Lest °°)/ muß man die Worte des Sabinus, über den Ulpian commentirt, von den eingemisch. ten Anmerkungen des letztern unterscheiden. Nun seyen die Worte der !. 8i vinum venöicum, bis yuosä

se

AS) Kscio emenä.näi l«eß«. VIII, §. z. 5IZIZ. u. Osp. IX. § Z» er 4.

8e subiecic, Worte des Sabinus; so wie die Works der />. 4. H. i. ^. t. K«c sppzrec bis omne pericuium sä emtoiem pertiner«. Denn kein Tropfen Wasser könne dem andern so ahnlich seyn, als hier ein Satz dem andern. Nun stelle Sabinus den Grundsah auf: ist eine gewisse Quantität Wein überhaupt und ohne Maas (aversiorie) für einen Preis verkauft, auch we< gen des AuöprobenS nichts bedungen worden, so steht der Verkaufer nur für custodia, der Kaufer hingegen trage den Zufall, wenn der Wein, ohne des Verkaufers Schuld/ verdirbt, oder ganz zu Grunde geht. Denn die Richtigkeit des Handels war hier weder von einer Ad« menfuration noch Degustation abhangig. Dagegen wende aber Ulpian ein/ eS werde wohl Niemand leicht Wein in Quantität kaufen, ohne sich das Versuchen desselben vorzubehalten. Sey daher auch in dem Vertrage nichts davon erwähnt, so müsse man es doch nach der Intention der Contrahenken als eine stillschweigende Bedingung des Han, dels betrachten. Der Verkäufer werde daher die Gefahr bis dahin tragen, da das Ausproben von Seiten des Käufers erfolgt feyn wird. Denn nun erst könne man sagen, der Kauf habe seine Vollkommenheit erreicht. Dem sey nun übrigens, wie ihm wolle, so ist soviel wohl gewiß, daß ohne eine Verabredung wegen des noch zu geschehenden AuökostenS anzunehmen, der Satz des Nlpian, daß der Handel bis zur erfolgten Degustation noch unvollkommen sey, unmöglich wahr seyn könne, zu« mal wenn der Verkäufer sogar die Gefahr der Sache übernommen hat. Wir können auch jetzt in der Verbin. dung, in welcher nun die Worte dieser Stellen aus eti» ander folgen, ohne Widerspruch, den Satz nicht gelten

lassen,

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