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siück zog nachher der Fiskus ein, ehe es noch dem zwey« ten Kaufer war übergeben worden. Weil hier der Ve» käufer seiner SeikS ausser aller Schuld war, daß er das Grundstück dem Kaufer nicht tradiren konnte; so spreche Afrika« zwar denselben billig von der leistung des Jnter' esse srey, halte ihn aber doch mit Recht für schuldig, das bereits empfangene Kaufgeld dem Käufer zurückzu. geben. Denn die Sache fey hier gleichsam, als mit ei» ncm Fehler behaftet, anzusehen, weil sie, aus einem schon vor dem Contract vorhanden gewesenen Grunde, der Pub' lication unterworffen war, nach der Analogie der actio recZKibitoriä ex aeäilitio Lciicc« '°). Es könne aber auch, sagt Voer, die />. z<. O. Locatt von einem sol. chen kun6u8 sehr wohl verstanden werden, welchen das Römische Volk von den Feinden erobert hatte, und der zwar noch einige Zeit dem vorigen Besitzer war gelassen, nachher aber aus Gründen einer dringenden Noth, oder des gemeinen Wohls war publicirt worden. Ein Fall, der auch in andern Stellen des römischen Gesetzbuches °°), als nicht ungewöhnlich, erwähnt werde. Der Grund der Entscheidung sey aber immer der nämliche. Die Sache sey nämlich, als mit einer gewissen Art von Fehler be. hastet, anzusehen, weil sie 26 rmtum ?riricipis publi» cirr werden konnte. Dieser. Erklärung nähert sich die des Samuel von Cscceji Er sagt nämlich, in der I,. zz. O. Loc. sey nicht die Rede von einer Gefahr,

die

59) I.. i. t?. cke ae^/lt. «ct. i«»cta I. D. cke acl. emti.

60) ^. ik. /). <ie emct. §. z. /). «ke vi«Ä/c«t.

,6. ac?»»>. r??. i^om.

Sl) lur. eiv. eontrav. K. r. Yu. 2.

die erst nach abgeschlossenem Kaufe entstand, sondern de, ren Ursach schon früher vorhanden war. Denn es werde vorausgesetzt, daß der Verkaufer wegen der erfolgten Publikation ausser Schuld sey. Die Ursach, warum die Sache nicht tradirt werden konnte, sey also schon zur Zeit des Contracrs vorhanden gewesen, darum habe der Ver. ka'ufer das Kausgeld billig zurückgeben müssen, wenn er auch übrigens dem Kaufer zu keinem weitern Interesse verpflichtet war. Diese Erklärung nehmen' auch lLmminghaus und Höpfner ") an. Der bescheidenere Theil der Rechtsgelehrten ") gesteht zwar, daß Afrika» lm Falle der Publikation der verkauften Sache von der oben angegebenen Regel des CivilrechtS abgewichen sey; warum aber? davon lasse sich kein befriedigender Grund angeben. Daß indessen dieser DissensuS noch eine Reli» qute der zwischen den Sabinianern und Proculia. nern streitig gewesenen Meinungen seyn sollte, wie ei» nige behaupten wollen, laßt sich nicht wohl annehmen,

weil

62) H<I cocce^i ius. civ. contr. d. k. <)a. 2. 00t. 6. pig. 44k.

6z) Theo?, praet. Commentar über die Heinecc. Institutionen. §. 87s. Not.,.

64) uoromänn Lpit. ?gn^. 6e peric. ec comm. rei ven6» Vsrisr. I.eeriöo. I.ib. III. czp. 11. (in Otto», low. V. p. 964.) /s. /sc. vissLnszc« Oispursr. sä lostitu» Oizpulir. XXXV. ?K. sz. ?o?«ie», ?zn6. lusrin. I. I.oc,li dir. Xl.VllI. 00k. d. und Westphal vom Kaufe. :c. §. 96a. S. 726.

6g) /'e^. Lleckvr. csp. rz. ^«»c. 0is5. eic. «Z«

eo quocl iusrum e»t circa periculum «r cvmmocium rei vev^. d,p. ll. H. 2l. u. 6ottt. v?.k«sr>o»k vizp. cir. «ie periculs et commoäo prieäii venckici »vre reiigoir. iuäic. § >z.

weil selbst Afrika» an einem andern Orte ganz der von

allen angenommenen Regel gemäß lehrt. Es ist die zy. /» /). wo Asrikan sagt: kjis

conscquens esse puto, m, ecismA et emror num> mos, er venciicor rnercem, quo6 invicem psrum 66ei Ksberenr, ciep«5uerinc, et «umM, e«/«n> «-icu/o /i»t; utique ip5e eum, spuä quem 6e. ponerenrur, eleZerit: ec nikilominus merx quo» qus, z««a ^/ec/a Der Sinn des Afrikas! sey nun übrigens, welcher er wolle, so kann doch das, was er nur beylausig Key einer andern Gelegenheit als Argument anführt, einen in so vielen andern Ge« setzstellen so deutlich bestimmten Rechtssaß nicht wankend machen. >

Die beyden andern Stellen 12. 14. /?. 6. sind vom Paulus. Es sind darin zwey Falle enthalten, i) wenn die verkaufte Sache durch die gerechte oder un. gerechte Handlung eines Magistrats vernichtet wird. Die Aedilen, und zwar, wie Everard Oers °°) und Abraham XVielittI gezeigt haben, die ^ecüles munici. pales, von deren Amte papinian />. u». O. «^5 v/a /?uö//c« handelt, mußten vermöge ihres Amts besonders auch darauf sehen, daß nicht Sachen in den öffentlichen Weg gestellet oder gelegt würden, welche die freye Pas» söge hinderten, papinian sagt in der angeführten «n. §. 4. 8m6esnd ^ecZileg, ut sme «Keinas nikil proiectum sir, vel propositum; prserer^usm si

66) ve äegilibu5 colonisr. er municipior. <I«p. IX. j, 7. et Cp. Xlll. §. 5.

67) l»e«ion. iurü eiv. l.lk. II. c»p. lä.

fullo x^esrimentä siccer, auc fäber currus exterius punar. ?onsm äucern er Ki, ur non prokibeanc vekiculum ire. Was sie ausserdem aul/ der öffentlichen Strasse, in den Weg gestellt, fanden, konnten sie weg» nehmen und zerschlagen lassen. Dieß geschähe nun auch in dem Fall, von welchem Paulus in der 12. u. 14. handelt, mit Sachen, welche an Jemanden waren verkaust worden. Es entstand daher die Frage, wer den Scha« den tragen müsse? Paulus unterscheidet, ob die Sachen bereits übergeben waren, oder nicht. In dem ersten Fall trage der Kaufer den Schaden, der Aedll mag Reche oder Unrecht gethan haben. Denn der Käufer war Ei» genthümer der Sache geworden. In dem letzten Falle hingegen war entweder der Kaufer selbst daran Schuld, durch dessen Säumniß der Verkäufer war veranlaßt worden, die Sachen auf die Strasse zu stellen; oder der Verkaufer war Schuld, oder keiner von beyden. In dem ersten Falle geht der Schade wieder über den Kau» fer, in dem andern hingegen über den Verkaufer. Ueber wen aber in dem dritte» Falle? entscheidet das Gesetz nicht deutlich. Nssdr °°) meint daher, der Verkäufer trage auch hier die Gefahr, weil hier die Sachen nicht durch einen Unglücksfall, sondern durch die widerrecht' liche Handlung des Aedils vernichtet worden wären. Dieses dem Verkäufer widerfahr«« Unrecht könne also nur ihm Schaden.

Allein es ist merkwürdig, was Julian iz. t. sagt: Tumque cum ^eckli, « «'«l »o» iu« /e. Kabiturum sctionem. ^u,'/me; aut cerre

cum

6g) Oomm. Ȋ vig. d, t. h. Mmomt. pgg. 416.

cum vencZitore aZen^um es5s, ut 18 actio

nes 8ua8, ^«a^ c«m ^e«K'/e /zn/iuk'/^, ei präestärec. Für den Magistrat streitet zwar die Vermukhung, daß er pflichtmäßig gehandelt habe. Allein daß zuweilen, in« sonderheit die Aedilen, durch unzeikige Hitze, oder unge» rechten Haß verteilet, die Gränzen ihres Amts überschrit» ten, und widerreckklick handelten, lehren mehrere Bey' spiele des römischen Alterthums ^). Ein solcher Fall wird hier von Ulpian angenommen. ^aszistratus municiogleL konnten dann wegen eines solchen widerrechtli» chen Schadens ex I^eZe ^quilis belangt werden ^°). War nun der Schade nach der Uebergabe geschehen, so konnte der Kaufer selbst als Eigenchümer klagen. War hingegen die von dem Aedil widerrechtlich zerbrochene Sache dem Kaufer noch nickt tradirt worden, so stand die Klage des Aquilischen Gesetzes dem Verkaufer zu, der jetzt noch Eigenthümer war; allein der Kaufer konnte ex cmr« gegen den Verkäufer klagen, daß dieser ihm seine Klage gegen den Aedil cedire. Dieß setzt also Er. stenS den Fall voraus, daß der Verkäufer eben so gut, wie der Käufer, ausser oller Schuld war. Nsm nemo ex 8uo äelicto meiioi'ern suam conciitioriem sacere polest. Es beweiset aber auch zwcytenS, daß hier

der

69) S. orro 6e seciilibus colonisr. ei municipior. Oip. XIII. §. 5.

70) 29. tz. 7. D. a5/. /.kF. ^r/ktt/. I.. F2. D. i«k«^. Ob wahrend ihres Amls, oder erst nachher? ist streitig. S. ^Ä. nenkvson pro. Lg. 6a^o»s säversug t?w5«»«m äe iurisiZiclions l^ib. I. (in Mtt^«?,/». I'om. III. psg. 45Z-) *

71) ^. 134. H. k. /). ÄIV.

Glücks ErlZuk. d, Pand. '7- Th. , 'K

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