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CivilrechtS, daß die Gefahr sowohl des Untergangs als der Dereriorarion der verkauften Sache auf den Kaufer übergeht/ sobald der Kauf zur Richtigkeit gekommen ist, wenn ihm auch die Sache noch nicht übergeben worden; und diefe Gefahr, welche gleich nach richtig gewordenem Handel den Kaufer trifft, besteht darin, daß der Ver. kaufer, wenn nun die Sache durch Zufall verloren oder zu Grunde geht, oder fönst verdorben wird, ohne daß demselben irgend ein verantwortliches Versehen dabey zur last fällt/ hierdurch von aller Verbindlichkeit befreyet wird, ohne irgend einen Ersatz leisten zu dürfen; der Kaufer hingegen seiner SeitS schuldig bleibt, das Kauft geld zu bezahlen, nicht anders, als wenn die Uebergabe geschehen wäre/ und deshalb actione vencliti belangt werden kann. So belehren uns die Institutionen des Kaisers Iustinian. ,

§. z. /. iis 5m/. et ()uum gutem emtio sc

venclitio contracta sit, (quocl eKci cliximus, simul stqus 6e pretio conveuerit, cum sine scripturs res agitur) ^e^icu/um ^e»^//ae //at/m ac/ em/o^e«/

Itaque si Komo mortuus sit, vel sliqua parte cor» poris laesus kuerit; sut se<les totae vel sliqua ex parte mcenäio consumtae fuerint, aut 5un6us vi iluminis totus vel aliqua ex parte ablatus sir^ sive etiam Znun6atione squas aut arboribus turbins Ze^'ectis lange minor auc clererior esse coeperit: em/ox-i/ akmnum e/t. cu, e/t, /ittt ^em »o»

/üe^it nac/u/, /?^e/k'«m /o/vere. t)ui6czui6 enim /i»e </«/o et cu//?s ve»</ito^/, scciclit, i» eo veM/o^ /ecu.

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prerio convenir, moraque venciitoris in rraäi> tione non intercessit: /?^/eu/o ,m/v«/ ß>tt» «K'//?a» ttam e//e, in 6ubium non venir. ^

2) Disclerian und Maximian I,. 5^(7. eoiKm. l^um speciem ven6icam per violenliam ignis ab. «umtam 6icas: si venäitionem nulla conditio sus> penäerat, ami'//« «-eZ/v^/cu/um tenon säscrinZit.

z) Dieselben Kaiser I,. «//. eoskm. sortis casus snciilae 6istraccse etiam ante tra6!tionem sine mora venäitoris 6!Iatam, non aä ven6itorem,

mi ««/o^m /?e^//»e/.' et nsc non ex praeleriro virio rebus Kumsnis exemts, /o/u/io»«m to^ no» ^er/e «-em/at.

Es ist indessen nicht zu läugnen, daß jener Grund, saß ganz von der Regel abweicht, die sonst Key Bilateral» Controcken gilt, nach welcher kein Theil gegen den andern auf Erfüllung klagen kann, der nicht dem Contract seiner SeitS ein Genüge geleistet hat. Nach dieser Regel würde daher dem Verkäufer, der, ohne die Sache tradirt zu ha« Ken, auf die" Bezahlung des KausgeldS klagt, eigentlich die exceptio non ackmpleti contractu« entgegen sie» hen. Daß die Sache ohne feine Schuld zu Grunde gegan, gen ist, giebt ihm an sich noch kein Recht, auf die Ersül, lung zu klagen. Denn daraus folgt weiter nichts, als daß der Verkäufer nicht auf das Interesse belangt werden kann, wenn die Sache durch einen bloßen Zufall verloren geht, aber keineSwegeS laßt sich hieraus erklaren, warum der Käufer dennoch das Kaufgeld bezahlen müsse, wenn ihm auch die Sache nicht übergeben worden ist. Man sieht hieraus, wie unbefriedigend, ja wie unrichtig es sey.

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