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MARTIN HERTZ

IN BRESLAU

ALS ZEICHEN

INNIGER VEREHRUNG UND DANKBARKEIT

ZUGEEIGNET.

Vorrede zur siebenten Auflage.

Es sind gerade funfzig Jahre, dass ich, Student zu Leipzig, als Mitarbeiter und nach Lünemann's Ableben als alleiniger Vollender der siebenten Auflage des Scheller-Lünemann'schen lat.-deutschen Handwörterbuchs meine lexikalische Laufbahn begann. Mit von Jahr zu Jahr erweiterten Kenntnissen habe ich dem genannten Werke bei jeder neuen Auflage eine bessere Gestalt zu geben versucht, bis ich endlich die dreizehnte Auflage als von mir herausgegebene sechste in einer fast ganz neuen Bearbeitung erscheinen liess. Diese sechste Auflage hat nicht blos in der Schule, sondern auch in der Gelehrtenwelt Beifall gefunden, wovon schon der Umstand zeugt, dass bereits nach sechs Jahren gegenwärtige siebente Auflage im Druck begonnen werden musste. Obgleich während dieser Zeit vielfach anderweitig, theils durch Herausgabe der dritten Auflage meines kleinen Handwörterbuchs, theils durch die Ausarbeitung eines Schulwörterbuchs, in Anspruch genommen, habe ich doch stets dieses grössere Handwörterbuch im Auge behalten und auf dessen Vervollständigung abzielende Studien gemacht. Namentlich sind es Plautus, Terentius, Livius, Vellejus, Celsus und die beiden Seneca, welchen ich eine grössere Berücksichtigung habe zu Theil werden lassen.") Unterstützt wurde ich durch Forcellini's Lexicon in der nun vollendeten neuen Ausgabe von De-Vit, durch den Thesaurus der classischen Latinität von Georges und Mühlmann und durch den Antibarbarus von Krebs in der fünften von Dr. Allgayer besorgten Ausgabe, sowie durch schriftliche Mittheilungen vieler namhafter Gelehrten. Herr Professor Dr. Hertz in Breslau, der erste unter den

1) Für Plautus und Terentius wurden besonders die Ausgaben einzelner Stücke mit erklärenden Anmerkungen von Brix, Lorenz, Spengel und Wagner benutzt, für Livius die Ausgaben mit erklärenden Anmerkungen von M. Müller, Weissenborn und Wölfflin, sowie Kühnast's Liv. Syntax, die Abhandlungen von Hildebrand über den Sprachgebrauch des Livius und M. Müller's Beiträge zur Kritik des Livius und Zum Sprachgebrauch des Livius I (haud und haud quaquam); für Vellejus die Abhandlungen von N. Oestling (de elocutione M. Vellei Paterculi commentatio. Upsal. 1874) und die gediegenere meines Sohnes H. Georges (de elocutione M. Vellei Paterculi. Lips. 1877), für Seneca rhet. die Abhandlung von Max Sander (Der Sprachgebrauch des Rhetors Seneca. Berlin 1877), für Seneca phil. die Abhandlungen von Ad. Fr. Rosengren (de elocutione L. Annaei Senecae commentatio. Upsalae 1849), von A. Hoppe (Ueber die Sprache des Philosophen Seneca. I und II. Lauban 1873 u. 1877) und von Rauschning (de latinitate L. Annaei Senecae philosophi. Regimont. Pruss. 1876), für Celsus von C. A. Brolén (de elocutione A. Cornelii Celsi. Upsal. 1872). — Auch die grössere Zahl der in den Jahren 1873—1878 erschienenen Monographien über den Sprachgebrauch anderer Schrifsteller (über welche ich in Bursian's Jahresbericht referirt habe) sind von mir nicht unbeachtet geblieben; sie völlig auszunutzen gebrach es an Zeit.

Professoren deutscher Hochschulen, der mein Wörterbuch der Beachtung werth gehalten hat, hatte nicht nur die Güte, mir seinen mit Nachträgen reichlich versehenen Forcellini zur Benutzung zu senden, sondern mich auch fortwährend mit gelehrten Nachträgen zu erfreuen. Mein theuerer Freund, Herr Rector Ott in Rottweil, hat eigens für mein Handwörterbuch höchst schätzbare Sammlungen angelegt und mir zur Benutzung überlassen.) Herr Rector Dr. Vogel in Leipzig hat mir eine reichhaltige Sammlung von lateinischen Verben, welche mit dem Infinitiv verbunden werden, mitgetheilt *), und die Herren Oberschulrath Dr. Marquardt in Gotha, Oberstudienrath Wagner in Darmstadt, Oberbibliothekar und Prof. Dr. Zangemeister in Heidelberg, Prof. Dr. Paucker in Dorpat, Director Dr. Draeger in Aurich, Rector Dr. Allgayer in Kocherthürn (in Württemberg), Prof. Dr. Geers in Chur, Prof. Dr. A. Koch in Leipzig, Justizrath Hirsch in Goslar haben mir je zuweilen werthvolle Notizen zugehen lassen. Sämmtlichen Herren fühle ich mich für ihre gütige Mitwirkung zu innigem Danke verpflichtet.

Das in dieser siebenten Auflage Geleistete besteht nun wesentlich in Folgendem:

1) Eine grosse Menge Artikel ist neu aufgenommen worden, und zwar: a) Wörter, die schon in ältern grössern Wörterbüchern stehen, aber von mir in den frühern Auflagen übergangen waren. - b) Wörter, welche als neuere und bessere Lesarten in den neuesten Ausgaben der lateinischen Schriftsteller gelesen werden. c) Wörter, welche ich bei der Lectüre der lateinischen Grammatiker, namentlich der neu entdeckten, gesammelt und, da sie selbst in den grossen Thesauren fehlen, nachgetragen habe. - d) Wörter, welche von Quicherat in seinen Addenda lexicis Latinis (Paris. 1872), namentlich aber von Paucker in seinen Addenda lexicis Latinis (Dorpat 1872), in seinem Spicilegium addendorum lexicis Latinis, (Mitav. 1875), sowie in seinen zahlreichen Beiträgen zur lateinischen Lexikographie (im Bulletin de l'Académie impériale des sciences de St. Pétersbourg und in der Zeitschrift für das Oesterr. Gymnasialwesen) als fehlend nachgewiesen sind. Auch Rönsch's Itala und Vulgata (Marburg 1868) ist von mir nicht unbenutzt geblieben.

2) Einer Reihe Artikel, welche die neueste Texteskritik als entschieden unrichtig verworfen hat, ist die Aufnahme versagt worden. 4)

3) Mehrere Wörter und Wortbedeutungen, welche bisher in der lateinischen

2) Ausserdem sind des Herrn Rector Ott „Beiträge zur latein. Lexikographie I u. II (Rottweil 1868 u. 1869)“, sowie dessen gediegene Recension der sechsten Auflage in der Zeitschrift für das Oesterr. Gymnasialw. 1871. S. 140 ff., dessen Abhandlung „Die Substantivirung des latein. Adjectivum durch Ellipse (Rottweil 1874)" und dessen das lateinische Lexikon vielfach ergänzende und bereichernde Aufsätze über Bibellatein u. dgl. in Fleckeisen's Jahrbüchern vollständig für das Handwörterbuch benutzt worden. Auch die schätzbaren Beiträge zu meinem kleinen lat.deutschen Handwörterbuch von Herrn Conrector Peters in Osnabrück (I, 1868. II, 1872) sind von mir in das grössere Werk hinübergenommen worden.

8) Auch hat Herr Rector Dr. Vogel in einer Recension der sechsten Auflage in der Berliner Zeitschrift für das Gymnasialwesen (Bd. 24. S. 822 ff.) beachtenswerthe Winke zur Verbesserung des Buches gegeben. Wenn die von Herrn Dr. Vogel gerügte theilweise mangelhafte Bearbeitung der Partikeln auch in dieser Auflage sich noch zeigt, so möge der Mangel an Zeit entschuldigen. -- Herrn Dr. Vogel's Abhandlungen 'De A. Gellii copia verborum (Zwickau 1860)' und 'Symbolae ad linguae latinae thesauros. Part. I. (Misenae 1867) sind nicht ganz unbenutzt gebieben

*) zB. asseco, bipensilis, buccularius, collatatus, convivio, dilatura, dilaxo, dilucido, disunio, incommeabilis.

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