Abhandlungen der Mathematisch-Physischen Classe der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig, Volume 16

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B.G. Teubner, 1891

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Popular passages

Page 464 - Hier an der oberen Grenze kämpfen Vegetation1 und Dünensand einen ungleichen Kampf; der Wald duldend, ausharrend, so weit die Lebenskraft reicht, der fliegende Sand unaufhörlich angreifend, bis ein Stamm nach dem anderen erliegt. Zuerst wird den Vorposten die alte Rinde, der Panzer, stückweise abgerieben.
Page 438 - Die abwetzende Wirkung1) von den Winden angespülten Sandes scheint zwischen Kosser und Suakin ohne Einfluss zu sein oder wenigstens langsamer zur Geltung zu kommen, wie sich neue Risse bilden. Und die stets scharfkantigen Gestalten selbst der kleinsten Gesteinstrümmer von Basalt beweist, wie gering auch die Wirkung zufälliger Regengüsse ist.
Page 367 - Wüstenpllanzen wirken, wie jeder hervorragende Gegenstand, auch auf steinigem Boden, als Sandfänger und umgeben sich mit einem, in der Richtung des zuletzt herrschenden Windes verlängerten Sandhaufen, der sie allmählich verschütten würde, falls sie nicht die Fähigkeit besässen, sich aus dem Sand hervorzuarbeiten. Durch diesen Vorgang erhöhen sich diese Sandhügel immer mehr, am meisten bei der Tamariske, deren oft 3 — 5 m erreichenden Hügel als Neulinge der Fig.
Page 466 - Strecken eines gleichartigen glasigen, feinkörnigen Sandsteines wechseln ab mit solchen, deren Partikel einen nur losen Verband zeigen, ja mit losem Sand selbst. Eine Stratenbildung ist nirgends zu erkennen, die Richtung der Gliederung ist vielmehr eine perpendicuFig. 75. Djebel Achmar bei Cairo (von Westen). läre. Dieser Umstand hat bei der fortgesetzten Ausbeutung des vorzüglichen Gesteins zu technischen Zwecken, zu einer Verwirrung der ganzen Bergmasse geführt, indem nur die guten Stellen...
Page 180 - Fig. 4), während eine Erzeugung von Vacuolen, und damit von Vacuolenwand, gelang, indem ich die Plasmodien zunächst feste Partikel löslicher Stoffe in gesättigter Lösung aufnehmen liess und dann durch Auswaschen mit Wasser eine partielle Lösung des eingeführten Fremdkörpers einleitete (vgl. Fig. 1, 2, 5, 6). Abgesehen davon, dass mit der Entstehung aus...
Page 397 - Quadrates wie ein ungeheuerer, vom Regen oder Wind ausgefurchter »Zeuge«. Der Gipfel jedes Berges oder Bergzuges ist glatt und alle sind fast von gleicher Höhe, woraus man schliessen kann, dass sie früher ein Ganzes bildeten. Es ist dies überhaupt durchgängig die Natur der Wüstenberge und Wüstengebirge; fast alle haben gleiche Höhe und überragen selten die Hamada. Man kann mit Recht sagen, dass alle Berge und Gebirge in der Wüste »Zeugen« im Grossen, oder grosse Tafelberge sind.«1)...
Page 356 - Rolle spielen kann. Da chemische Verwitterung von der Anwesenheit des Wassers abhängig ist, so kann sie natürlich nur da stattfinden, wo Wasser hingelangt. Aber in der Wüste wird durch die warme trockene Luft und die Wärme der Sonne rasch der gefallene Thau oder Regen wieder abgetrocknet; die Stellen nun, welche am schwersten abgetrocknet werden, haben begreiflicherweise am meisten von der Verwitterung zu leiden. Schattige Wände, die Unterseite von Felsblöcken, vorhandene Hohlräume, Spalten...
Page 517 - Abdrücke undeutlich gemacht.« 5. Äolische Oolithgesteine. Als ich 4 Kilometer vom Strande des Rothen Meeres entfernt im Uädi Deheese einen Sand antraf, der zum Theil aus kleinen Oolithkörnern bestand, die mit Wüstensand gemischt die Gehänge der Thalniederung bedeckten, da war meine erste Vermuthung, dass ein durch Verwitlerung zerfallener oolithischer Kalkstein diese Oolithkörner geliefert habe.
Page 438 - Kieswüste ein zweiter Vorgang, der jenem entgegenarbeitet und seine Wirkung aufzuheben sucht. Infolge der starken Erwärmung der Steine bilden sich Sprünge in denselben, welche immer tiefer dringend, endlich den Stein zersprengen und in scharfkantige Stücke theilen. Es ist leicht...
Page 521 - ... fesseln. Zwischen dieser und dem Kokumen breitet sich ein mächtiger Dünenstreifen aus, dessen Höhe von Nord nach Süd allmälig abnimmt. Der Weg führte uns über eine weite Ebene, deren Lehmboden von einem regelmässigen Netz von Rissen durchzogen ist, worin sich stets die Form eines Pentagon wiederholt. Diese durch Austrocknung entstandenen Figuren findet man sehr häufig in der Sahara, namentlich auf der Hamäda el homra, deren horizontale Flächen ohne die geringste Bodenerhebung oder...

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