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kein Nudum ex iure Quiritium correspondirte, da das letztere ja, wie wir sahen, mehr ein Schein, als ein reales Recht war, und daher nehmen denn auch unsre Quellen auf diese dritte Gestaltung gar keine weitere Rücksicht.

5. Verhältniß des I n bonis zur Bonae fidei possessio.

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L. 1. pr. D. eod. Ulpian, Ait Praetor: SI ouis ID 9Uod TRA-
DITUR EX IUSTA CAUSA NON A DOMINO ET NONDUM USUCAPTUM PKTET
IUDICIUMI DABO.

L. 17. D. eod. Neratius: Publiciana actio non ideo com

*) Eine Ausnahme von dieser Regel tritt in den Fällen ein, in welchen der mit der Publiciana in rem actio gegen den besitzenden Dominus klagend auftretende Bonae fidei possessor des ersteren Exceptio dominii mit der Replicatio dol (z. B. rei venditae et traditae) zurückschlagen kann. L. 4. S. 32. D. de exc. doli (44. 4.) L. 2. D. de exc. rei vend. (21.3.) L. 72. D. derei vind. (6. 1.) L. 28. D. de nox. act. (9. 4.) In Fällen der Art genießt die Bonae fidei possessio im Resultate ganz denselben Rechtsschutz wie das Eigenthum, und darin mag denn auch der Grund liegen, warum die Basiliken in der Paraphrase der L. 72. D. cit. die Klage des Bonae fidei possessor gegen den Dominus geradezu durch Vindicare Gvöxö adröv) bezeichnen. Bas XV. 1. L. 71.

parata est, ut res domino auferatur, . . . sed utis, qui bona fide emit, possessionemque . . . ex ea causa nanctus est, potius rem habeat. Hiernach kannte also das ältere römische Recht eine doppelte Art der Publiciana in rem actio, die eine zum Schutze des In bonis, die andere zu dem der Bonae fidei possessio. Beide beruhten auf der Fiction der vollendeten Usucapion, die noch nicht vollendet war, nur mit dem Unterschiede, daß sie sich bei ersterer stets auch dem Dominus ex iure Quiritium gegenüber, bei letzterer als Regel nur gegenüber von Minderberechtigten geltend machte.

6. Von der Ausbildung des I n bonis zu einer Unterart des Dom in ium unter Hadrian. – Entstehung der Bezeichnung Dom in ium d up 1 ex. So wie bisher geschildert, war in Betreff des Dominium ex iure Quiritium, In bonis und der Bonae fidei possessio der Zustand der Dinge bis zur Zeit Hadrians. Als unter diesem Kaiser die beiden Edicte des Praetor urbanus und peregrinus zu Einem Ganzen vereinigt, Eutrop. VIII. 9. 7. Aurel. Vict. de Caess. c. 19. Const. Iust. De confirm. Dig. 4éöoxev (Dedit nobis) § 18. Vergl. C. Sell Quellenkunde des römischen Rechts §. 11., und dadurch das Ius gentium Quelle des römischen Civilrechts ward, konnte eine ächt römische Erwerbart zur Entstehung römischen Eigenthums strenge genommen nicht mehr erfordert werden. Trotzdem warf man die Adquisitiones iuris civilis und naturales, so wie die nur mit Bezug hierauf verschiedenen Res mancipi und necmancipi (Boéth. ad Cic. Top. III. 5. 28. ed. Bait. p. 321.322. Gaius II. 18. 19. 31. I. 120.) ebensowenig zusammen, als das Dominium exiure Quiritium und In bonis. Vielmehr bestanden auch die beiden letzteren noch nebeneinander fort, nur subsumirte man von jetzt an das In bonis als Unterart des Eigenthums unter Dominium im Allgemeinen. Und daher kann erst von jetzt an gesagt werden, die Römer hatten ein doppeltes Eigenthum, Gaius I. 54. Ceterum cum apud cives Romanos duplex sit dominium, nam vel in bonis .vel ex iure Quiritium, vel ex utroque iure cuiusquam servus esse intelligitur. Id. II. 40. wiewohl das In bonis immer noch nicht Dominium bonitarium, naturale

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7. Von der Vereinigung des Inbon is und Dominium ex iure Quiritium unter Just in i an. Nachdem das In bonis bis zu dem Grade der Ausbildung vorgeschritten, daß es nicht nur erceptionsweise geschützt war, sondern auch gegen jeden Dritten mit dinglicher Klage verfolgt werden konnte, stand es in Wirksamkeit dem Dominium ex iure Quiritium ganz gleich. Nur in der Art der anzustellenden Klage waren sie verschieden, indem, wie gezeigt, zur Publiciana in rem actio [quae ad instar proprietatis respicit, L. 7. §. 6. D. de act. in rem Publ. (6. 2.)] eine Formula fictitia des Prätors erforderlich war, Gaius IV. 34., zur Rei vindicatio nicht. Als aber unter Diocletian der Ordo iudiciorum privatorum wegfiel, mußte auch noch dieser Unterschied verschwinden, weil nun gar keine Formula mehr ertheilt zu werden brauchte. – Wenn gleichwohl noch nachher das Dominium und In bonis als getrennte Institute aufgeführt werden, so waren sie dies doch nur dem Namen nach, aber auch die Verschiedenheit des Namens verlor sich, als Justinian, nach vorheriger Gleichstellung der Res mancipi und nec mancipi, L. un. i. f. C. de usuc. transform. et de sublat a differentia rerum mancipi et nec m an cipi. (7. 31.) verordnete, beide Institute sollten zu Einem vereinigt werden, L. un. C. de nudo iure Quiritium tollendo (7. 25.): Antiquae subtilitatis ludibrium per hanc decisionem expellentes nullam esse differentiam patimur inter dominos, apud quos vel nudum ex iure Quiritium nom en vel tantum in bonis reperitur; . . . sed sit plenissimus et legitimus quisque dominus (Vergl. Varro de re rust. II. 10.4.) sive servi, sive aliarum rerum ad se pertinentium. so daß es also im neuesten römischen Rechte wieder ebenso wie im ältesten nur Ein römisches Eigenthum giebt, Gaius II, 40., und daneben den durch die Publiciana in rem actio gegen jeden dritten Minderberechtigten geschützten Uuscapionsbesitz. L. 17. D. de act. in rem Publ. (6. 2.) Zu merken ist schließlich, daß die Juristen in der historischen Auf

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B. Neuere E in theilungen des Eigenthums. 1. Vom Condominium +) *), Miteigenthume. War es auch, wie wir sahen, in Betreff derselben Sache sehr wohl möglich, daß der Eine das Dominium ex iure Quiritium, der Andere das In bonis hatte, weil hier der Kreis der rechtlichen Befugnisse eines Jeden genau abgegrenzt und folgeweise eine Collision Beider unmöglich erschien, so konnte doch wegen der im Begriffe des Eigenthums liegenden Ausschließlichkeit von jeher zweien oder mehreren Personen an derselben Sache nicht dasselbe Eigenthum zu gleicher Zeit ganz zustehen, sowenig wie derselbe Besitz. L. 5. §. 15. D. comm. (13. 6.) Ait (Celsus): duorum (vel plurium) quidem in solidum dominium vel possessionem esse non posse, nec quemquam partis corporis dominum esse. L. 3. s. 5. D. de adq. vel amitt. poss. (41. 2) Denken wir uns dagegen das Verhältniß Mehrerer in Bezug auf eine Sache so geordnet, daß sie ihnen ohne reelle Theilung gemeinschaftlich nach ideellen (intellectuellen) Theilen zusteht, z. B. dem A zu Einem,

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