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litigantes non aliter lis expediri potest, quam si alter pet it or, alter posses sor sit: esse enim debet, qui on era petitoris sustineat, et qui comm od o possessor is fungatur. v. Vangerow a. a. O. S. 710. nimmt bei Erklärung der L. 8. §. 3. D. cit. auf diesen Bezug keine Rücksicht] wer, wenn die Servitus tigni immittendi in Frage steht, als beweispflichtiger Kläger, wer als beweisfreier Beklagter aufzutreten habe, und macht die Antwort darauf vom Servituten-Besitze oder Nichtbesitze des Beklagten abhängig. – Ganz natürlich. – Liegen die Balken bereits in meiner Mauer, so werde ich sie nicht eher wieder los, als bis ich mit der Actio negatoria klage, und dann habe ich das Onus petitoris, mein geläugnetes Eigenthum als Klagegrund zu beweisen; befinden sich dagegen die Balken noch nicht in meiner Mauer, so brauche ich nur der anmaßlichen Beschränkung meines Nachbarn hindernd entgegenzutreten, um ihn zu nöthigen, gegen mich mit der confessoria actio klagend aufzutreten, und dann hat er die Omera petitoris, indem er seine Servitut beweisen muß, und ich das Commodum possessoris, indem ich vom Beweise frei bin, weil er mich durch seine Klage als Eigenthümer anerkennt. Die L. 8. §. 3. cit. handelt demnach nur von den Partheirollen und der damit verbundenen Beweislast, nicht darüber, was zu beweisen und gehört folglich gar nicht hierher. Vergl. Puchta Cursns der Inst. II. § 233. S. 567. Vorles. I. §. 172. 2) L. 15. D. de op. nov. munt. (39. 1.) Africanus: Si, priusquam aedificatum esset, ageretur, ius vicino non esse aedes altius tollere, nec res ab eo defenderetur, partes iudicis non alias futuras fuisse ait, quam ut eum , cum quo ageretur, cavereiuberet, non prius se aedificaturum, quam ultroegisset, ius sibi esse altius tollere. – Itemque e contrario, quum quisageret, ius sibi esse invito adversario altius tollere, eo non defendente similiter, inquit, officio iudicis continebitur, ut cavere adversarium iuberet, nec opus novum se facturum nec aedificanti vim facturum. Eaque ratione hactenus is, quirem non defenderet, punietur, ut de iure suo probare necesse haberet; id enim esse, petitoris partes sustinere. – Die beiden Fälle, welche Africanus hier behandelt, sind folgende: a) A tritt gegen seinen Rachbar B, der Anstalten zum Höher-Bauen macht, mit der Actio confessoria aus der von ihm beanspruchten Servitus altius non tollendi klagend auf: Ius einon esse aedes altius tollere. Der B verweigert aber die Einlassung und wird dadurch indefensus. Wie nun? Es findet zur Strafe des ungehorsamen Beklagten ein Wechsel der Partheirollen Statt, wie wir ihn oben in der Lehre der Rei vindicatio S. 310. 311. bei Gelegenheit der Translatio possessionis und des darauf hinwirkenden Interdictum QUEM FUNDUM bereits kennen gelernt haben. Der Beklagte muß dem Kläger Caution leisten, solange keinen Versuch des Höherbauens machen zu wollen, bis er sich das Recht dazu: Ius sibi esse altius tollere, erstritten. (Von: Sipriusquam

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§ 99.
Anhang: Von der Publiciana in rem actio.

Dig. VI. 2. De Publiciana in rem actione. Inst. IV. 6. De actionibus §. 4. Gaius IV. 36. Reinold de edicto publiciano; in Opusc. iurid. p. 358–380. Massow de Publ. in rem act. Lugd. Bat. 1818. Eckenberg de Publ. in rem act. Lips. 1821. Guy et de publ. in rem act. Heidelb. 1823. O brock de Publ. in rem act. Gott. 1843.

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Schon oben § 13. S. 35. 41. wurde zu zeigen versucht, wie es im vorjustinianeischen Rechte zwei Arten der Publiciana in rem actio gab, eine zum Schutze des In bonis bestimmt, die gleich der Reivindicatio gegen Jedermann, selbst gegen den Dominus ex iure Quiritium angestellt werden konnte, und die andere, zum Schutze der der Usucapion zu Grunde liegenden bonae fidei possessio, welche nur gegen Minderberechtigte gerichtet war *). Seit der Vereinigung des Dominium ex

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