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B. Von per emtorischen Einreden, insbesondere von der Exceptio rei vendita e et tradita c.

Für immer wird der Zweck der Rei vindicatio vereitelt:
1. wenn dem Besitzer ein nicht nur auf bestimmte Zeit

*) Heutzutage läge unter den gegebenen Voraussetzungen ein Fall der f. g. HauptIntervention vor,

beschränktes dingliches Recht, z. B. ein Emphyteutrecht, daran zusteht *); 2. wenn sich der Beklagte auf die Exceptio rei iudicatae berufen kann*); 3. wenn ihm die Einrede der s. g. Erstinctivverjährung der Rei vindicatio zur Seite steht *); 4. wenn er nach dem V in dic anten Eigenthum an der Sache erworben zu haben behauptet +). S. g. Exceptio dominii. Vergl. darüber S. 361. Note *; 5. wenn er, berechtigt dazu, die Exceptio rei vend itae et tradita e ++) vorschützt. Dig. XXI. 3. De exceptionerei venditae et traditae. War im älteren römischen Rechte eine Res mancipi durch Traditio auf einen Anderen übertragen worden, so konnte der Uebertragende, da er auf Seiten des Empfängers nur ein in bonis begründete, also das Dominium ex iure Quiritium noch immer selbst hatte, Gaius II. 41., die Rei vindicatio gegen den Besitzer anstellen. Weil er aber hierdurch seine eigenen Handlungen angefochten, und somit offenbar dolose gehandelt haben würde, so mußte das Civilrecht den Beklagten schützen, und dies mag wohl die erste Veranlassung zu unserer Exceptio rei venditae et traditae gewesen sein +++). Vergl. oben S. 34. – Bereits im

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Up. Marcellus scribit, si alienum fundum vendideris, et tuum postea factum petas, hacte exceptione recte repellendum. L. 2. D. eod. L. 72. D. h. t. A. Succedirt der wirkliche Eigenthümer in die Stelle des Verkäufers als Erbe, so steht nun auch jenem die Exceptio rei venditae et traditae entgegen, wenn er mit der Rei vindicatio auftritt. L. 1. §. 1. D. h. t. (21. 3.) Sed et si dominus fundi heres venditori existat, idem erit dicendum. L. 73. D. de evict. (21. 2.) L. 14. C. de rei Wind. (3.32.) y. Ertheilt Jemand einen Anderen den Auftrag seine Sache zu veräußern, so steht ihm, wenn er sie nach geschehener Veräußerung vindiciren sollte, unsere Erceptio entgegen, er müßte denn darthun, daß er den Auftrag gegeben hat, die Sache nicht vor Zahlung des Kaufpreises zu tradiren, L. 1. §. 2. D. h. t. (21.3.), oder daß die Sache für einen geringeren Preis verkauft worden ist, als er aufgetragen, L. 1. § 3. D. h. t. (21.3.), oder daß ihn der Procurator unter Mitwirkung des Käufers betrogen hat. L. 7. §. 6. D. pro empt. (41. 4.) Im ersten Falle war weder das Pretium bezahlt noch creditirt und daher gar kein Eigenthum übergegangen, L. 19. D. de contr. empt. (18.1.) § 41. I. derer, div. (2. 1.), im zweiten erscheint der Verkauf als wider das Mandat vorgenommen nichtig, L. 1. §. 3. D. cit. verb. res non videtur alienata, und daher wird die der Rei vindicatio opponirte Exceptio rei venditae et traditae hier ebenso durch die Replicatio doli elidirt, L. 1. §. 5. i. f. D. h. t. (21.3.), wie im dritten, in dem Julian unsere Einrede noch besonders als Exceptio rei voluntate actoris venditae bezeichnet. L. 7. §. 6. D. cit. ó. Kaufte Jemand eine Sache, ohne sie tradirt erhalten zu haben, erlangte er aber auf eine sonstige Weise, nur nicht vitiose, den Besitz, so kann er sich durch besagte Einrede gegen den Verkäufer schützen, dieser müßte denn eine iusta causa haben, currem vindicet, z. B. der ganze Kauf ungültig und nichtig sein. L. 1. S. 5. D. h. t. C21. 3.) Ad b. Außer den vorstehend angeführten Fällen, in welchen unsere Quellen ausdrücklich eine Exceptio rei venditae et traditae ertheilen, giebt es noch andere, in denen sie eine Exceptio doli s. in factum gestatten, die ihrem Wesen nach mit der Exceptio reivenditae et traditae zusammenfällt. Und dahin gehören denn folgende:

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