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Uebrigens merke man wohl, daß aus der Nichtigkeit der Veräußerung nicht auch die Ungültigkeit und Wirkungslosigkeit des dieselbe bezweckenden Geschäftes, z. B. des Kaufes, der Schenkung folgt. Alienat um, sagt Ulpian in L. 67. pr. D. de V. S. (50. 16.), non proprie dicitur, quod adhuc in dominio venditoris manet: vend it um tamen recte dicitur. Und in Folge dessen wird denn der die rechtsungültige Veräußerung Vornehmende aus dem ihr zu Grunde liegenden Geschäfte zur Prästation des Interesses sooft verpflichtet, als der Erwerber die Unveräußerlichkeit nicht gekannt hatte. L. 4. 5. pr. L. 34. §. 2. L. 62. §. 1. L. 70. D. de contr. emt. (18. 1.) L. 39. §. 3. D. de evict. (21. 2.) Brandis Ueber absolute und relative Nichtigkeit in der Zeitschr. für C. R. und Pr. VII. S. 180 ff. 2. in einem richterlichen Veräußerungsverbote. Auch hier wirkt die Contravention absolute Nichtigkeit. L. 12. D. de usurpat. (41. 3.) Paulus: Si ab eo emas, quem Praetor vetuit alienare, idque tu scias: usucapere non potes. 3. in einem letzten Willen. Das in einem Testament ausgesprochene Veräußerungsverbot knüpft an ein Zuwiderhandeln nur dann absolute Nichtigkeit, wenn die Sache dem Testator gehörte, und dieser auf den Fall der Veräußerung einem Dritten Rechte daran zusagte. L. 114. § 14. D. de legat. I. (30.) Marcian. Divi Severus et Antoninus rescripserunt, eos qui testamento vetant quid alienari, nec causam exprimunt, propter quam id fieri velint: nisi invenitur persona, cuius respectu hoc a testatorc dispositum est, nullius esse momenti scripturam, quasi nudum praeceptum reliquerint: quia talem legem testamento non possunt dicere. Quod si liberis aut posteris aut libertisaut heredibus aut aliis quibusdam personis consulentes, eiusmodi voluntatem significarent: eam servandam esse. Vergl. L. 3. §. 2. C. comm. de leg. (6. 43.) L. 69. §. 3. L. 77. §. 27. D. de legat. II. (31.) Ist das Veräußerungsverbot zu Niemandes Vortheil beigefügt, so erscheint es als ein nicht zu beachtendes Praeceptum nudum; (L. 114. cit.) und verbietet der Testator dem Honorirten zu Gunsten eines Dritten eine seiner (des Honorirten) Sachen zu veräußern, so besteht die gleichwohl geschehene Veräußerung rechtsgültig fort. Nur von Seiten des Dritten ist eine persönliche Klage wider den Honorirten begründet. L. 1. C. comm. de leg. (6. 43.)

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§ 13.
III. Arten des Eigenthums.

A. Vom Dominium ex jure Quirit ium und von dem In bonis oder von dem Dom inium duplex der Römer.

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Eigenthums durch die Benennung ausgezeichnet werden, so geschah es dadurch, daß letzterem, welches keinen besonderen Namen hatte, der allgemeine des Dominium zugestanden, ersteres dagegen Anfangs durch Ex iure Quiritium rem habere, Ex iure Quiritium resalicuius est, Cic. in Verr. II. 2. c. 12. pro Mur. c. 12. cf. Ulp. I. 16. 23., später durch Dominium ex iure Quiritium, Gaius I. 54. II. 40. Theophilus I. 5. §. 4. CEyvouog öeototeia, Legitimum dominium, vergl. Varro de re rust. II. 10. 4. Dominus legitimus) hervorgehoben wurde. Dem Geiste des alten Civilrechtes gemäß waren die Grenzen für Entstehung dieses Dominium ex iure Quiritium nach mehr als Einer Seite hin sehr enge gezogen. Denn abgesehen davon, daß es nur ein römischer Bürger und Peregrine mit Commercium haben, Theoph. l. c., Agri publici und Praedia provincialia nicht Objecte des römischen Eigenthum's sein konnten, Gaius. II. 7. 27. 31., erschien auch noch, wenigstens bei den in den Augen des alten Römers werthvollsten Sachen, den Res mancipi, Ulp. XIX, I., eine feierliche Uebertragungsform, die Mancipatio und In iure cessio erforderlich, um den Uebergang des Dominium ex iure uiritium auf den Empfänger zu begründen. Boéth. ad Cic. Top. III. 5. 28. ed. Bait. p. 321. Up. I. 16. Gaius. II. 41. 204. Namentlich das letztere Erforderniß war es, das in den wachsenden Verkehr der Römer, insbesondere mit auswärtigen Nationen in hohem Grade störend eingreifen mußte, weil die Fälle, in denen man sich gerade im Augenblicke bei Uebertragung einer Res mancipi jener Rechtsformen zu bedienen außer Stande sah, Gaius. II. 25. i. f., nicht einmal zu den seltenen gehört haben können, und Peregrinen, welche das Ius commercii nicht hatten, überdies von vorneherein der Fähigkeit entbehrten, eine Sache in einer anderen Form als der der Traditio auf einen römischen Bürger zu übertragen. Ulp. XIX. 3. 4. Gaius. II. 50. 65. 66. Fragm. vat. 47. Boéth l. c. Waren aber von einem Römer oder Peregrinen einem römischen Bürger Res mancipi durch einfache Traditio übertragen worden, so begründete dies in keiner Weise sofort einen festen Rechtszustand auf Seiten des Empfängers*), Inam sitibi rem mancipi neque mancipavero neque in iure cessero, sed tantum tradidero, . . ex iure Quiritium mea permanebit; Gaius. II. 41.

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204.] und daher konnte er sich denn auch weder im Besitze der Sache gegen den mit der Rei vindicatio (ex iure Quiritium) auftretenden Tradenten mit einer Exceptio schützen, noch nach verlorenem Besitze denselben von einem Dritten herausverlangen. Aut enim ex iure Quiritium unusquisque dominus erat aut non intelligebatur dominus, Gaius. II. 40, und das Letztere war hier der Fall. – Die einzige rechtliche Folge der Traditio einer Res mancipi bestand darin, daß die ununterbrochene Fortsetzung des auf sie hin erlangten Besitzes den XII Tafeln zufolge nach Einem resp. zwei Jahren die bisherige völlig ungeschützte Possessio durch Usucapio in Dominium ex iure Quiritium verwandelte, und damit also den ursprünglichen Mangel der Uebertragungs-Rechtsform wieder gut machte. Gaius. II. 204. Nam si mancipi rem tantum tradiderit, nec mancipaverit, usucapione demum pleno iure fit (legatarii): finitur autem usucapio mobilium quidem rerum anno, earum vero quae solo teneantur biennio. Vergl. II. 41. 42. Ulp. XIX. 8. Boëth. 1. c. p. 321.322.

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