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Arg. L. 33. D. de cond. ind. (12. 6.) L. 14. D. de dol. mal. exc. (44. 4.) – Besitzt er dagegen die accessorisch verbundenen Sachen, und der Eigenthümer, welcher sie iure accessionis erworben, stellt die Rei vindicatio auf Herausgabe wider ihn an, so kann er nun als Regel unter Vorschützung der Exceptio doli mali bis zu erfolgter Entschädigung Retention üben*), vorausgesetzt jedoch, daß er die Adjunction bona fide vorgenommen. § 33. I. de rer. div. (2. 1.) Sed si petas tuos libros tuasque membranas, nec impensas scripturae solvereparatus sis: poter it se Titius defen der e per exception em doli mali, utique si earum chartar um membrana rum v e possessionem bona fide nanctus est. Vergl. § 30. i. f. §. 32. I. eod. L. 7. § 12. D. de adq. rer. dom. (41. 1.) L. 37. D. de rei vind. (6. 1.) L. 16. C. eod. (3. 32.) L. 5. C. de aed. priv. (8. 10.) – Werden die accessorisch verbundenen Sachen, die sich nur um den Preis der Vernichtung oder Unbrauchbarkeit trennen lassen, zerstört, so fallen die einzelnen Theile nun nicht wieder an ihren früheren Eigenthümer zurück und können daher auch von diesem nicht vindizirt werden. L. 23. §. 5. D. de rei vind. (6. 1.) Paulus: Dicit enim, si statuae suae ferruminationi iunctum brachium sit, unitate maioris partis consumi, et quod semel alien um factum sit, etiam Si inde abruptum sit, redire ad priore m domin um non posse. – Ist dagegen eine das Wesen und die Brauchbarkeit der ein

einer Sache, wo es jenen Klagen an den gesetzlichen Voraussetzungen fehlt, und doch das Interesse an der Exhibition von Seiten eines Dritten klar am Tage liegt. Interdum aequitas exhibitionis efficit, ut, quamvis ad exhibendum agi non p0ssit, in fact um tamen actio detur, ut Iulianustractat. Servus, inquit, uxoris meae rationes meas conscripsit: hae rationes a te possidentur: desidero eas exhiberi. Ait Iulianus, si quidem in mea charta scripta sint, locum esse huic actioni, quia et vindicare eas possum, nam cum charta mea sit et quod scriptum est, meum est. Sed si char ta me a non fu it, quia v in dic are non poss um nec ad exhibend um experiri. In factum igitur mih i action em competer e.

*) Daß die oben §. 74. geschilderten Grundsätze über das Verhältniß der Entschädigungspflicht zum Ius tollendi und umgekehrt im Falle eines fremdem Boden errichteten Gebäudes auch hier analog zur Anwenduug kommen, unterliegt keinem Bedenken.

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Während unsere Quellen Confusio, Confundere und Commixtio, Commiscere abwechselnd in gleicher Bedeutung gebrauchen*), verstehen

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die Neueren unter Confusio nur die Vereinigung flüssiger oder flüssig gemachter, verschiedenen Eigenthümern gehöriger Substanzen, die sich wechselseitig durchdringen, wie wenn zweierlei Weine zusammengegossen oder Massen von Silber und Gold zusammengeschmolzen werden. Und Commixtio ist ihnen dann die Vermengung trockener, sich nicht wechselseitig durchdringender Körper, insoferne sie verschiedenen Eigenthümern gehören, wie wenn das Getreide Zweier auf Einen Haufen zusammengeschüttet wird. - I. Wird eine Confusio oder Commixtio in den angegebenen Bedeutungen auf vorherige Einwilligung bei der Theile hin ins Werk gesetzt, so entsteht an der vereinigten Substanz, ohne alle Rücksicht, ob die Stoffe gleichartige oder verschiedenartige, ob sie trennbar sind oder nicht, ob durch die Confusion eine neue Species entsteht oder im Gegentheile, ein Miteigenthum nach ideellen Theilen, (Condominium pro indiviso), und zwar bei gleichartigen Stoffen je nach der Quantität des von jeder Seite dazu gelieferten Stoffes, bei ungleichartigen nach dessen Werthe. L. 7. §. 8. D. de adq. rer. dom. (41. 1.) Gaius: Voluntas duorum dominorum miscentium materias commune totum corpus efficit: sive eiusdem generis sint materiae, veluti vina miscuerunt, vel argentum conflaverunt: sive diversae, veluti si alius vinum contulerit, alius mel, vel alius aurum, alius argentum, quamvis et mulsi et electri novi corporis sit species. L. 3. §. 2. L. 4. D. de rei vind. (6.1.) §. 27. 28. I. de rer. div. (2. 1.) Quod si frumentum Titii frumento tuo mistum fuerit: si quidem ex voluntate vestra commune est, quia singula corpora, idest, singula grana, quae cuiusque propria fuerunt, ex consensu vestro communicata sunt. L. 5. pr. D. de rei vind. (6. 1.) – Die Fälle, in denen auf vorherige Verabredung hin die Vereinigung bewerkstelligt wird, gehören übrigens dem Systeme nach gar nicht hierher, da der Grund des entstehenden Miteigenthums nicht die Vereinigung an sich, sondern der darauf gerichtete Wille beider Theile ist. § 27. I. cit. verb. ex voluntate dominorum . . id corpus quod ex confusione fit, utriusque commune est. Il. Die Rechtsgrundsätze, welche in den Fällen zufälliger oder von einem Theile ohne Einwilligung des anderen oder von einem Dritten bewirkter Vereinigung zur Anwendung kommen, sind für die Confusio und Commixtio nicht dieselben, und daher ist denn auch deren Darstellung getrennt zu halten. A. Was zunächst die Confusio betrifft, so sind 1. die Fälle auszuscheiden, in welchen ein Dritter ohne Einwilligung der beiderseitigen Eigenthümer, oder der eine Eigenthümer ohne Einwilligung des anderen durch die Vereinigung eine neue Species hervorbringt. Denn Fälle der Art gehören dem Gebiete der Specification an und sind daher nach deren Grundsätzen zu behandeln. L. 5. §. 1. D. de rei vind. (6. 1.) Ulpian. Idem Scribit, si ex melle meo et vino tuo factum sit mulsum, quosdam existimasse, id quoque GOIMMUl= nicari. Sed puto verius, utet ipse significat, eius potius esse, qui fecit: quoniam suam speciem pristinam non continet. Vergl. oben § 20. S. 96–109. 2. Werden dagegen Verschiedenen angehörige, flüssige oder flüssig gemachte Stoffe von dem einen Eigenthümer ohne Einwilligung des anderen oder von einem Dritten ohne die Einwilligung beider in der Art vereinigt, daß dadurch keine neue Species entsteht, so kommt es nun darauf an, ob eine Trennung der vereinigten Stoffe möglich ist oder nicht. Im ersteren Falle entsteht gar kein Miteigenthum, sondern die bisherigen Eigenthumsverhältnisse bleiben unverändert bestehen, und daher kann denn ein Jeder mit der Rei vindicatio auf Ausscheidung und Herausgabe seiner Sache dringen, z. B. seines Silbers, das mit Blei vermischt ist, und umgekehrt. L. 12. §. 1. D. deadq. rer. dom. (41. 1.) Callistratus: Siaere meo et argento tuo conflato aliqua species facta sit, non erit ea nostra communis: quia cum diversae materiae aes atque argentum sit, ab artificibus separari et in pristinam materiam reduci solet. – L. 5. §. 1. D. de reivind. (6.1.) Ulpian. Si plumbum cum argento mixtum sit, quia diduci possit, nec communicabitur nec communi dividundo agetur, quia separari potest. Agetur autem in rem actio. Ist dagegen eine derartige Trennuug nicht möglich, wie bei zusammengegossenen Weinen*) der Fall, so entsteht nun an der gemischten

*) Die Römer rechnen zu den Fällen, in denen keine Ausscheidung möglich ist, auch den der Verbindung von Kupfer und Gold. Sed si diduci, inquit, non possit, ut puta, si aes et aurum mixtum fuerit, pro parte esse vindicandum. L. 5.

Substanz Miteigenthum nach ideellen Theilen und zwar auch hier bei gleichartigen Stoffen nach der dazu gelieferten Quantität, bei ungleichartigen nach deren Werth. Die Klagen, welche den einzelnen Miteigenthümern zu Gebote stehen, sind die Actio communi dividundo, oder die Rei vindicatio auf Herausgabe ihres Antheils an der gemischten Substanz (eines Drittels, Viertels c.), selbst wenn sie diesen zum Voraus nicht kennen sollten. Wurde die Confusion dolo m a lo bewerkstelligt, so concurriren mit vorgedachten Klagen electiv auch noch die Actio ad exhibendum und Condictio furtiva. Die Actio furti als reine Pönalklage wird durch die siegreiche Durchführung einer der beiden letzteren reipersecutorischen Klagen in ihrer Anstellung nicht behindert. L. 9. D. de furt. (47. 2.) L. 3. §. 2. D. de rei vind. (6. 1.) Ulpian. Pomponius Scribit, si quid, quod eiusdem naturae est, ita confusum est atque commixtum, ut diduci et separari non possit: non totum, sed pro parte esse vindicandum, utputa meum et tuum argentum in massam redactum est: erit nobis commune et unusquisque pro rata ponderis, quod in massa habemus, vindicabi mus, etiamsi in cert um sit, quant um qu is que p on de r is in massa habet. L. 4. D. eod. Paulus: Quo quidem casu etiam communi divid un do agi poterit. Sed et furti et a d exhib end um tenebitur, qui dolo malo confundendum id argentum curavit: ita ut in ad exhibendum actione prctii ratio haberi debeat: in vindicatione vel communi dividundo actione hoc amplius ferat, cuius argentum pretiosius fuerat. L. 5. §. 1. c. f. D. eod. 3. Ist die Confusio durch Zufall hervor gebracht worden, so machen sich dieselben Rechtsverhältnisse geltend, wie wenn sie in Folge wechselseitiger Uebereinkunft beider Eigenthümer bewirkt worden wäre, und daher entsteht denn auch bei zufälliger Vermischung ein nach Quantität und Werth der Stoffe der Einzelnen wie dort zu bemessendes Miteigenthum nach ideellen Theilen, ohne Rücksicht darauf, ob die vereinigten Stoffe gleich- oder verschiedenartige, auf ihre frühere Gestalt reducirbar

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