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ergreifung des Procurators ihren Anfang nimmt. – Die Accessio possessionis unterliegt denselben Grundsätzen, wie bei der ordentlichen Ersitzung, L. 8. §. 1. C. cit. L. 14. C. de fund. patr. (11. 61.) L. un. C. de usuc. transf. (7. 31.), dagegen wird die Praescriptio XXX vel XL annorum schon durch die Mittheilung der Klage an den Beklagten, (Controversia mota), gleich der Erstinctiv-Verjährung, unterbrochen, L. 3. 7. pr. C. h. t. L. 3. C. de ann. exc. (7. 40.), und in Bezug auf die Zeit muß zur Vollendung der außerordentlichen Ersitzung der ganze letzte Tag vollständig abgelaufen sein. Arg L. 6. D. de O. et A. (44. 7.) Paulus: In omnibus temporalibus actionibus, nisi novissimus totus dies compleatur, non finit obligationem. – Der Beweis geht, da die außerordentliche Ersitzung keines Titels bedarf, nur auf den Besitz und die gehörige Zeit desselben in der oben §. 62. angegebenen Weise. Die bona fides bildet auch hier keinen Gegenstand eines besonderen Beweises. Die Wirkung der außerordentlichen Ersitzung ist von der bei der ordentlichen als Regel eintretenden nicht verschieden.

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CC. Eigenthums-Erwerb durch einseitige Handlungen des Verlieren den und durch zufällige Umstände,

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terung wegen die Zollzahlung ausgesetzt blieb. L. 16. § 8. D. eod. L. 16. § 12. D. eod. Auch erhält der Unmündige die verfallene Waare wieder, wenn er innerhalb dreißig Tagen den Zoll nachzahlt, L. 7. §. 1. D. eod., und ein Jeder kann von den Zöllnern das irrthümlich gezahlte Indebitum zurückfordern. L. 16. § 14. D. eod. Zur Instruction des die Waare Einführenden ist der Zollbeamte zwar nicht verpflichtet, dagegen hat er sich zu hüten, ne decipiat profiteri volentes. L. 16. §. 5. D. eod. Verleitet er gleichwohl zur Defraudation, so ist diese für den Defraudanten ohne nachtheilige Folge. Das Confiscationsrecht des Fiscus dauert fünf Jahre, ja erlischt mit Untergang der Sache noch früher, infoferne dieser nur nicht arglistig bewerkstelligt worden war. L. 2. C. h. t. Sever. et Anton.: Neque commissum, quod ante quinquennium factum dicitur, si literes anticipata non est, vindicari potest: neque pro re, quae in commissi causam cecidit, si ipsa non existat, nec dolo supprimatur, pretium peti potest. – Die Herausgabe der verfallenen Waare kann übrigens auch von den Erben des Defraudanten verlangt werden. L. 14. D. h. t. B. Eigenthumserwerb wegen nicht erstatteter Reparaturkosten. Unterläßt ein Miteigenthümer eines Hauses dem anderen innerhalb vier Monaten die von diesem, nach vorheriger vergeblicher Aufforderung zur Theilnahme, allein bestrittenen Reparaturkosten nebst Zinsen (12%) zu erstatten, so erhält der sie Aufwendende einer Oratio D. Marci zufolge*) das alleinige Eigenthum an dem Gebäude, wenn er nicht lieber den Ersatz ansprechen will. L. 52. §. 10. D. pro socio. (17. 2.) L. 4. C. de aedif. priv. (8. 10.) C. Daß der Eigenthümer, der sich seiner im Besitze eines Anderen befindlichen Sache mit Umgehung des Richters gewaltsam bemächtigt, sein Eigenthum an den bisherigen Inhaber

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derselben zur Strafe ipso iure verliert, L. 7. C. Unde vi (8.4.), davon war bereits in der Lehre von der Selbsthülfe im allgemeinen Theile ausführlich die Rede. D. Der Fruchterwerb des Possessor bonae fidei und Emphyte uta, der durch bloße, wenn auch zufällige, Separation bewirkt wird, und also dem Systeme nach hierher gehört, hat der leichteren Uebersicht wegen bereits oben beim Fruchterwerbe des Usufructuar's und Pachter’s, vergl. S. 63. CC. – S. 77, seine Darstellung gefunden. E. Der gesetzliche Eigenthumserwerb der Kinder an den Lucris nuptialibus im Momente der erfolgenden Auflösung der Ehe ihrer Aeltern, resp. im Momente des Ueberschreitens derselben zur zweiten Ehe [Nov. XXII. Cap. 23–26. 46. Nov. XCVIII. Cap: 1. 2. vergl. L. 5. 6. § 1. L. 8. §. 1. C. de sec. nupt. (5. 9.) gehört der Darstellung des Familienrechts an. Dasselbe gilt von dem gesetzlichen Eigenthumserwerbe der Verwandten ersten, dann der zweiten Grades und zuletzt des Fiscus im Falle des verletzten Trauerjahres in Betreff dessen, was die dasselbe verletzende Ehefrau von ihrem vorigen Manne erhalten hat, L. 1. 3. C. eod., und von dem gesetzlichen Eigenthumserwerbe des unschuldigen Ehegatten, der Verwandten oder des Klosters im Falle verschuldeter Scheidung in Betreff der Dos resp. Donatiopropter nuptias oder des gesammten übrigen Vermögens des schuldigen Theiles. L. 8. 11. C. de repud. (5. 17.) Nov. XXII. Cap. 18. Nov. CXVII Cap. 5. 8. 13. Nov. CXXVII. Cap. 4. Nov“ CXXXIV. Cap. 10. 11. Anmerkung. Von dem Eigenthumserwerbe durch Zuschlag des Pfandobjectes (Impretatio dominii) ist in der Lehre des Pfandrechts, von dem in Folge einer Missio ex secundo decreto damni infecti nomine [L. 15. § 16. 17. 33. L. 44. §. 1. D. de damn. inf. (39. 2.)] in der Lehre von der Cautio damni infecti im Obligationenrechte, von dem möglichen Eigenthumserwerbe durch Erbfolge, Vermächtnisse, Mortis causa donatio, Mortis causa capio, oder in Folge eintretender Indignität (Ereptitium) und Er blosigkeit (Bona vacantia) in der Lehre vom Erbrechte zu handeln. – Blos noch historisches Interesse hat der mögliche EigenthumsErwerb in Folge nachstehender Successiones per universitatem, der Arrogation (vor Ausbildung der Peculien), der In manum conventio, Causa e probatio, Emptio bonorum, Sectio bonorum, Addictio libertat um conser van dar um causa, und des Cadu cum, wiewohl letzteres auch zu einer Successio singularis führen konnte, wenn der Hinweggefallene Successor singularis war.

§ 66.
B. Eigenthums-Erwerb mit Rücksicht auf das bereits erworbene
Eigenthum an einer anderen Sache.

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Unter Accession versteht man den Erwerb des Eigenthums einer Sache durch derartige Verbindung derselben mit einer anderen, dem Erwerbenden bereits gehörigen, daß jene den Charakter eines Nebenbestandtheiles dieser annimmt. Die Römer kennen das Wort Accessio in der Bedeutung einer Eigenthums-Erwerbart nicht; vielmehr bezeichnen sie damit den Nebenbestandtheil einer Sache selbst, (heutzutage gewöhnlich Res accessoria, Accessorium genannt,) welcher die juristischen Schicksale des Hauptbestandtheiles, des Principale, der Res principalis im Allgemeinen theilt, L. 2. D. de pec. leg. (33.8.) L. 129. §. 1. L. 178. D. de R. I. (50. 17.), und insbesondere auch dem Eigenthume nach von ihm angezogen wird. Der desfallsige römische Grundsatz lautet: Accessio cedit principali; L. 19. §. 13. D. de auro, argento cet. (34. 1.) L. 23. §. 1. D. eod. [verb. quae his accessionis vice cedunt, oder in der Fassung der Neueren: Accessorium sequitur suum principale. – Da Accessiones und Fructus von den Römern ausdrücklich geschieden werden*), und sie auch abweichenden Rechtsgrundsätzen folgen*), so erscheint es mit Sprache und Auffassung der Quellen mehr im Ein

*) L. 2. §. 1. de in diem add. (18.2.) verb. Iulianus scribit, hunc, cui res in diem addicta est, fru ct us et accession es lucrari. L. 61. §. 2. D. de furt. (47. 2.) verb. a ccession es et fr u ct us emptor restituere cogitur, Rubr. Dig. XXII. 1. De usuris et fructibus et causis et omnibus a ccession ibus et mora. **) Vergl. Paulus S. R. III. 6. S. 22. Accessio alluvionum ad fructuarium fundum, quia fructus fundi non est, non pertinet. L. 33. i. f. D. de usufr.

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Die Verbindung mehrerer Sachen zu Einer, wobei der Eigenthümer des Hauptbestandtheils als solcher das Eigenthum des Nebenbestandtheils erwirbt, kann in dreifacher Weise vorkommen, indem entweder: AA. eine unbewegliche Sache mit einer unbeweglichen verbunden wird, oder: BB. eine bewegliche mit einer unbeweglichen, oder endlich CC. eine bewegliche mit einer beweglichen.

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