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f) eine Dunggrube (Sterculinium) nicht so nahe an des Nachbars Mauer anlegen, daß diese durch Feuchtigkeit Schaden nimmt. L. 17. §. 2. D. si serv. vind. (8. 5.)

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i) die aus des Nachbars Grundstück herübergewachsenen Wurzeln nicht abstechen, vielmehr hat der Eigenthümer, mit der Negatorienklage auftretend, die Beseitigung derselben durch den Nachbar bewirken zu lassen. L. 6. §. 2. D. arbor. furt. caes. (47. 7.) Pomp. Si arbor in vicini fundum radices porrexit, rccidere eas vicino non licebit, agere autem licebit, non esse ei ius sicuti tignum aut protectum immissum habere. k) einen auf seinem Grund und Boden Beerdigten nicht ohne Erlaubniß des Pontifex oder Princeps ausgraben. Geschieht es gleichwohl, so ist wider den Eigenthümer eine Actio iniuriarum begründet. Dagegen hat dieser eine Actio in factum wider den Beerdiger auf Wegschaffung des Leichnams oder Entschädigung wegen des extra commercium gekommenen Grundstückes. L. 2. §. 2. L. 7. pr. L. 8. pr. D. de religiosis. (11. 7.) l) Schon den XII Tafeln zufolge CFestus s. vv. Tignum und Sar pun tur: Tignum iunctum aedibus vineave sei concapit, ne solvito; – Neque vinea sarpta quandoque, donec dempta erant, tigna vindicito; ex restit. Huschk.) soll der Eigenthümer sein von einem Dritten verbautes oder zur Bestellung von Weinbergen verbrauchtes Material (Tignum iunctum) nicht vindiciren dürfen, ne velaedificia sub hoc praetextu diruantur vel vinearum cultura turbetur. L. 1. pr. D. de tigno iuncto (47. 3.) – Hat der Eigenthümer in den Verbrauch der Baumaterialien eingewilligt, so liegt der Grund des Wegfalls der Rei vindicatio in der Einwilligung. Von diesem Falle sprechen die XII Tafeln nicht. L. 63. D. de don. i. v. et ux. (24. 1.) Wurden dagegen die fremden Materialien ohne Eiwilligung des Eigenthümers verbaut, so kann dies von dem Bauenden wissentlich oder unwissentlich geschehen sein. Die XII Tafeln sprechen dem übereinstimmenden Zeugnisse Ulpian's und Paulus zufolge CL. 1. pr. D. cit. L. 63. D. cit.) von Tignum furtivum, also nur vom ersteren Falle, für den sie die aufs Duplum gehende Actio tigni iuncti gestatten, welche schon vor der Trennung mit der Actio ad exhibendum als wider einen Fictus possessor, qui dolo malo desiit possidere gerichtet, cumulativ concurrirt. L. 1. pr. §. 2. D. de tigno iuncto (47. 3.) L. 23. §. 6. D. de rei vind. (6. 1.) Ist die Trennung erfolgt, so kann selbst dann noch die Rei vindicatio angestellt werden, wenn das Duplum bereits bezahlt worden. L. 2. D. de tign. iunct. C47. 3.) – Durch diese Bestimmungen war für den Fall arglistigen Verbrauchs fremder Baumaterialien hinlänglich gesorgt, nicht aber in gleicher Weise für den freilich seltener vorkommenden, in welchem b on a fide fremde Materialien verwendet wurden. Da auf ihn die XII Tafeln vermöge ihrer Beschränkung auf Tignum furtivum keine Anwendung litten, so würde der bona fide mit fremden Materialien Bauende, wollte er die verlangte Trennung verhindern, den anmaßendsten Forderungen des Eigenthümers preisgegeben gewesen sein, wäre ihm das Recht nicht schützend zur Seite getreten. Und dies geschah denn auch, von dem öffentlichen Interesse gestützt, welches hier gleichfalls ein Verbot des Niederreißens heischte,

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