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letztere, der Titulus pro suo, (Dig. XLI. 10.) so allgemein ist, daß er alle, auch die nicht besonders aufgeführten umfaßt, z. B. den Titulus pro adiudicato, L. 17. D. de usurp. (41. 3.), den Titulus pro noxae dedito. L. 3. §. 21. D. de adq. v. am. poss. (41. 2.) Die einzelnen Hauptitel sollen in Nachfolgendem noch specieller betrachtet werden.

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Auf diesen Titel hin usucapirt derjenige, dem eine Sache in Folge einer auf Eigenthumsübertragung gerichteten Obligatio und zu deren Erfüllung übergeben worden ist, ohne daß er daran fofort Eigenthum erlangte*). Da alle Obligationen durch Solutio getilgt werden, darunter aber diejenigen, bei welchen sich die letztere als Tradition des Gegenstandes der Obligation darstellt, eigene iusti tituli abgeben, so leuchtet ein, daß der Titulus pro soluto ein allgemeiner Titel ist, nebem dem noch speciellere vorkommen können. L. 33. §. 3. D. eod. L. 2. pr. D. pro empt. (41. 4.). Gleichwohl kann es aber auch sein, daß außer ihm kein anderer Titel Platz greift. Dahin gehören namentlich die Fälle der Datio in solutum; (nam) non tantum quod debetur, sed et quodlibet pro debito solutum hoc titulo (pro soluto) usucapi potest; L. 46. D. cit.; und der Fall, in dem Jemandem eine fremde Sache ex stipulatu solvendi causa übergeben wurde. L. 33. §. 3. i. f. D. cit.

§ 37.
2. T it u lus pro e mpt or e.

Dig. XLI. 4. Pro emptore. Cod. VII. 26. De usucapione pro emptore vel transactione.

Hat Jemand einem Anderen eine Sache verkauft, ohne auf ihn, z. B. weil sie eine fremde, oder der Verkäufer nicht dispositionsfähig

27. De usuc. pro donato. VII. 28. De usuc. pro dote. VII. 29. De usuc. pro herede. – Haloander und die Vulgat-Ausgaben führen auch noch den Titulus pro soluto besonders auf; in der Florentine ist er in L. 46–48. D. de usurp. et usuc. (41. 3.) enthalten. *) Wenn Stephan i. Arch. f. civ. Pr. XXXI. S. 354. wegen L. 48. D. de usurp. (41. 3.). [Si existimans debere tibi tradam, ita demum usucapio

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3. Titul us pro d on a t o. Dig. XLI. 6. Pro donato. Cod. VII 27. De usucapione pro donato.

So oft einer gesetzlich nicht verbotenen Schenkung körperlicher Sachen Fehler innewohnen, z. B. von einem Nichteigenthümer geschenkt

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don. i. vir. et ux. (24.1.) Da, wo eine rechtsungültige Schenkung in Frage steht, hat der Inhaber der Sache keine Possessio civilis, L. 26. pr. D. eod, besitzt er nicht pro donato, sondern nur pro possessore. L. 46. D. eod. L. 13. §. 1. D. de her. pet. (5. 3.) L. 16. D. de adq. v.am. poss. G41. 2.)

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4. Titulus pro d er e l i ct o.
Dig. XLI. 7. Pro derelicto.

Solange der Unterschied der Adquisitiones civiles und naturales noch in der Art wirksam war, daß durch letztere überhaupt, und folgeweise auch durch Occupation nur In bonis entstand, vergl. oben S. 49. a. E, diente der genannte Titel unstreitig dazu, das nach vorheriger

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Dereliction und darauf folgender Occupation entstandene In bonis in Dominium ex iure Quiritium zu verwandeln. – Im neueren und neuesten römischen Rechte, in denen der Occupant einer rechtsgültig derelinquirten Sache sofort volles Eigenthum erwirbt, L. 1. L. 5. §. 1. D. h. t., findet obiger Titel da Anwendung, wo der Dereliction ein Fehler inhärirt, indem der Nichteigenthümer oder ein in seiner Veräußerung Beschränkter derelinquirt hat. Ob der Occupant weiß, von wem die Sache derelinquirt wurde, ist für die Usucapion gleichgültig, wenn nur in der That eine Dereliction Statt gefunden hat. L. 4. D. h. t. Paulus: Id quod pro derelicto habitum est, et haberi putamus, usucapere possumus, etiam si ignoramus, a quo derelictum sit. L. 6. D. eod. lulianus: Nemo potest pro derelicto usucapere, qui falso existimaverit, rem pro derelicto habitam esse *).

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