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die ursprüngliche Form wieder hergestellt werden kann; z. B. ich fertige aus einem Goldbarren ein Bild. L. 7. §. 7. D. eod. verb. ut ecce vas conflatum ad rudem massam auri vel argenti vel aeris reverti potest. Ist dies dagegen unmöglich, z. B. ich bereite aus fremden Trauben Wein, aus fremdem Saamen Oel, aus fremder Wolle Kleider u. dergl., so steht das Eigenthum der neuen Species dem Specificanten zu, vorausgesetzt, daß hier, wie im Falle der Verwendung theils eigenen, theils fremden Stoffes, (sub Nro. 2.), a. eine wirklich neue Species hervorgebracht worden ist, Gaius II. 79. § 25. I. de rer. div. (2. 1.) L. 7. §. 7. D. cit, was übrigens bei bloßem Zerstören, in Theile Zerlegen, Anstreichen und Färben einer Sache, sollte auch der Erfolg dieser Thätigkeiten nicht wieder rückgängig gemacht werden können, sowenig anzunehmen ist, L. 25. §. 3. D. eod., wie bei der bloßen Hinwegnahme einer Hülle. Unter den letzteren Gesichtspunkt gehört auch das Ausdreschen von Früchten. L. 7. §. 7. i. f D. cit. Videntur tamen mihi (Gaio) recte quidam dixisse, non debere dubitari, quin alienis spicis excussum frumentum eius sit, cuius et spicae fuerunt; cum enim grana, quae spicis continentur, perfectum habeant suam speciem, qui excussit spicas, non novam speciem facit, sed eam quae est detegit. – Zwar scheint § 25. I. cit. einer anderen Ansicht zu huldigen. Quaeri solet, utrum is (dominus sit), qui fecerit, an potius ille, qui materiae dominus fuerit ? ut e cCe si qu is ex alienis . . spic is . . . fr um entum fecerit. Allein gleichwohl unterliegt die hier vertheidigte Auffassung keinem ernstlichen Bedenken, wenn man erwägt, daß derselbe Gaius, welcher in seinen Commentarien (II. 79.) des Ausdreschens als eines Falles der Specification beispielsweise gedenkt, und in der Form in die Institutionen a. a. O. übergegangen ist, in den oben angeführten Worten der aus dem zweiten Buche der Res quotidianae entnommenen L. 7. §. 7. D. cit. die angeregte Frage ex professo behandelt und hierbei denjenigen beistimmen zu müssen erklärt, die es für unbezweifelbar halten, daß die ausgedroschenen Früchte dem Eigenthümer der Garben verbleiben, weil jene nicht als neue Species von diesen betrachtet werden könnten.– Ein ähnlicher Widerspruch der Quellen findet sich in Betreff des Falles vor, in dem Jemand aus fremden Brettern ein Schiff, einen Schrank (Armarium), eine Bank (Subsellium) fertigt. Während die Institutionen § 25. cit. und Paulus, der übrigens zunächst nur vom Schiffe redet, L. 26. pr. D. de adq. rer. dom. (41. 1.), darin, und mit Recht, Fälle einer den Eigenthumserwerb begründenden Specification erkennen, spricht Julian in L. 16. D. de rei vind. (6. 1.) das aus fremdem Materiale gefertigte Schiff, folgeweise auch den Schrank, die Bank u. s. w. dem Eigenthümer des Materials zu. Allein auch dieser Widerspruch erledigt sich durch die Annahme, daß die Entscheidung Julian's, der darin als Sabinianer (Gaius II. 218. vergl. m. 217.) seiner Parthei treu geblieben, nur aus Versehen der Compilatoren in die Pandecten aufgenommen worden ist, was auch noch in anderen, für die entgegengesetzte Ansicht zeugenden Stellen Bestätigung-findet*). – Ob der zur Specification verwendete Stoff bereits verarbeitet oder ein Rohstoff war, erscheint für den Eigenthumserwerb gleichgültig. § 25. I. de rer. div. (2. 1.) L. 26. pr. D. de adq. rer. dom. (41. 1.). ß. Die neue Species muß aber auch für sich bestehen können. Denn im Gegenfalle folgt sie Jure accessionis der Hauptsache; z. B. ich mache aus fremdem Holze einen neuen Boden, neues Tafelwerk in das Schiff, einen neuen Fuß an den Tisch eines Dritten. L. 23. §. 3. 5. L. 61. D. de rei vind. (6. 1.) L. 7. §. 12. L. 26. §. 1. D. de adq. rer. dom. (41. 1.). y. Die Specification muß, damit der Specificant das Eigenthum an der neuen Species erwerbe, suo nom in e d. h. von ihm für sich, nicht alieno nomine, für einen Anderen bewerkstelligt sein. L. 7. §. 7. D. eod. Cum quis ex aliena materia speciem aliquam suo nomine fecerit cet. L. 27. §. 1. D. eod. Quare potissimum existimari, cuius nom in e factum sit, eius esse. ó. Bona fides des Specificanten erscheint im Allgemeinen zu dessen Eigenthums-Erwerbe nicht erforderlich*). Nur muß seiner mit

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fes d. h. kein Furtum vorhergegangen sein, denn ein solches hindert den Erwerb des Eigenthums an der neuen Species allerdings.

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