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Darnach unterliegt es keinem Bedenken, daß nach neuestem römischen Rechte ein der Uebertragung deS EigenthumS beigefügter vies «6 quem der Forldauer desselben ein Ziel setzt, und zwar immer nur ex nun«. Ob aber dieser Erfolg schon ipso iure eintritt, oder erst mittelst einer ^«>i« 1^. 3. O. ue llon. q.». m. (8.55.) resp. Lxveptio zu bewerkstelligen ist, hängt von der Fassung der Uebertragungs-Worte ab*). Nur soviel läßt sich im Allgemeinen sagen, daß bei Endterminen im Zweifel für Letztere« zu vermuthen ist, also gerade umgekehrt wie bei Resolutiv-Bedingungen.

KK. Inwiefern können Iura in re »lieua durch Eintritt einer Resolutiv - Bedingung, eines Endtermin'« aufh ören?

Daß auch Personalservituten, die Superficies, Emphyteuse und daS Pfandrecht durch Eintritt einer Resolutiv-Bedingung, eines Endtermins im Allgemeinen nach den vorgetragenen Grundsätzen der Erlöschung deS Eigcnthum's ihr Ende erreichen, ist außer Zweifel. Abweichend erscheint dabei nur, daß dieses Ende selbst im Falle eines hinzugefügten vies ack quem regelmäßig schon ipso iure eintritt.

Q. 16. §. S. v. kam. er«. (lll. S.) VIp. Ilsuskruvtus et ex eerto tempore et »<l «ertum tempuset slternis aimis »lliumoari potest. Vut. krsAm. 5s. Ilsumtruetum «<Z «erlum tempus eonslitulum «um adieetione temporis vinlli««ri cledere. Q. S. lS. pr. O. de usutr. (3. 33.) I.. 96. §. 1. I). lle eourlit. (35. l.) 1^. 3. 0. si «Zer vveliS. (6. 3.) I«. 6. pr. v. quid. mock. pign. (20. 6.) HIp. llem liberulur piAuus, sive solutum est <ieKitum, sive eo nomine suiistsotum est. 8e<l et si tempore kinitum pignus est, iriem clioere äebvmus. Gerade umgekehrt verhält es sich mit den Prädialservituten, die durch Hinzufügung einer Nesolutiv-Bedingung, eines Endtermins niemals ipso iure aufhören. Vielmehr ist der nach ihrem Eintritte mit einer Via6ic»lio Servitut!« (^«tio «ontessoris) austretende bisherige Inhaber derselben mittels einer Exceptio pscti s. tioli zurückzuweisen.

4. pr. v. lle serv. (8. l.) ?spi„. Servitutes ipso quickem iure neque ex tempore, ueque all tempus neque sub ««Qliitiovs,

l) Durch singulare Bestimmung »«. 0. <ie iure ckut. s. lS.) soll das Eigen» thum der vo, im Momente der aufgelösten Ehe ip«„ iure auf die Frau übergehen. Allein siehe dagegen v. Löhr Mag. IV. S. 72.

neque »«j oertsm «onrlitionem... «oustitui possunt: seä tamen, si K»eo »tliioiantur, vsoli vel per doli exeeptionem oovurretur ««ntra plsoita Servitute« vinclioanli. l)f. l^. l. i. f. 0. 6e re. rliv. (1. 8.) Loclem numer« sunt et iura praerliorum u,b»n«rum et rustioorum, qu » e etism Servitutes vo « « ntur.

8- 6.

Fortsetzung.

O. Inwiefern erlöschen dingliche Rechte durch Veräußerungen des FiscuS, des Regenten und der Regentin?

Während durch ein Kciiotum vivi HIsroi festgesetzt war, daß, wer vom Fiscus eiue fremde Sache erwerbe, nach fünf Jahren den Eigentümer durch eine Lxoeplic, solle zurückschlagen können, Z. 14 l. cls uscap. (2, ö.), ging darin Zeno noch weiter, indem er verordnete, der vom Fiscus eine Sache Erwerbende solle gegen jegliche wider ihn alS Besitzer gerichtete Klage eines Dritten, sei es eine persönliche oder dingliche, sofort, nicht erst nach fünf Jahren, auch ohne vorherige Lxvepti«, sicher gestellt sein 1^. 8. lle «usririeiinii prsesoript. (7. 37.), und als Folge davon erscheint denn auch, daß alle früher darauf lastenden Iura in re slieu» erlöschen. Dagegen steht dem, der durch die Veräußerung des FiscuS in gedachter Weise seines Eigenthums oder seiner Iura in re »lieva verlustig ging, innerhalb vier Jahren (yuaäiiennii prsesvripli«) ein Entschädigungs-Anspruch gegen den veräußernden Fiscus zu. — Justinian dehnte die soeben vorgetragene Singularität zu Gunsten des FiscuS auch auf den Regenten und dessen Gemahlin aus. l^. 3. 6. eocl.

8 7.

Fortsetzung.

v. Weitere gemeinschaftliche Gründe des Endes dinglicher Rechte, deö Eigenthums wie der Iura in re aliens, sind der Untergang deS

*z Von Evictionsleistung des Fiscus gegenüber dem Käufer kann demnach keine Rede sein; indessen wird, damit dies so sei, r<-«p Eigenthum sofort auf den Käufer übergehe, vorausgesetzt, daß der Kauf auch vorschriftsmäßig erfolgt sei, denn sonst hat allerdings der Fiscus einfache Eviction zu präftiren. s. pr. v. 6e iure «so! (4S. 14.) vgl. m. li. S. 8. t. e«ll. und 1. 8- 10- <i« pro«. l?»es. (1. I» ).

Objects oder die Verwandlung desselben in eine Kes extr» «ommoroium,

Q «3 0 quid. m. ususfr. »m. (7. 4.) 1^ I. §. 7. i. 5. 0. cl s «um. (43. IS.) §. 16. I. 6« IsKltt. (2. 20). Vergl. I.. 7. z. 5. v. 6e sllq. rer. 6«m. (41. 1.) lisius: Huoäsi tot« nstursli slveo relioto tlumeu «Ii«s tluere «neperit, prior qui6em »Iveus eorum est, qui prope ripsm prsellis poss!6eot; oovus sutem »Iveus eius iuris «sse incipit, «uius et fIumen ^ i6 est publious iuris gentium Verzicht und Erbeutung im Kriege wiewohl an gewissen Sachen Iu,e postlimiiiii das untergegangene Recht wieder aufleben kann. 1^. IS. pr. v. cie «sptiv. (49. 13.) Vergl. unten §. 19.— An wilden Thieren erlöschen die dinglichen Rechte, wenn sie die Freiheit erlangt, an gezähmten, wenn sie aufhören, zu ihrem Herrn zurückzukehren. S. 12 — 15. I. oe ror. lliv. (2. I.) l.. 3. §. 2. 1^. 4. 5. pr. §.^4. 5. 0. äs säq. rer. clom. (41. I.) — Sämmtliche Iura iu re slien» erreichen ihr Ende durch Confusion, d. h. Vereinigung derselben und des EigenthumS in Einer Person.

V. Wirkungen dinglicher Rechte.

Wenn auch nicht alle Rechte, welche dingliche Klagen erzeugen, dingliche oder Sachenrechte sind, so erzeugen doch umgekehrt alle dinglichen oder Sachenrechte als solche ihrer Natur nach dingliche Klagen*), deren Eigenthnmlichkeiten an einschlagender Stelle werden betrachtet werden. Was die andern Wirkungen der einzelnen dinglichen Rechte außer den Klagen betrifft, so sind diese bei jedem verschieden, und daher gleichfalls hier nicht zu untersuchen.

*) Man halte uns nicht das Pfandrecht an einer Forderung (pigvus oomioi«) entgegen, das allerdings keine dingliche Klage erzeugt. Denn dies gehört gar nicht zu den dinglichen Rechten. Wenn es gleichwohl mit dem Pfandrechte an körperlichen Sachen weiter unten zusammen abgehandelt wird, so geschieht dies nur des methodologischen Vortbeils wegen, im Systeme des römischen Privatrechts das ganze, in allen seinen Theilen in> «igst zusammenhängende Institut des Pfandrechts auch zusammen zu behandeln. Erste Abtheilung.

Lehre vom Gigenthume.

L»iu». II. 1—S7. IIIpi»u. Vit. XIX. De äomiuii» et »6quisiti«»iKus rerum. lust. II. I. De rerum rlivisioue. §. 11—4?. v. Xl^I. I. ve »quir. rer. 6«m. X. De «aus. poss. et prapr. (II. 12.) OI«m. ll. I. e«c>. D«„eIIus Komment, cle iure «iv. I^ib. V. Osp. 8. Westphal Arten der Sachen S. 261—7S4. Reinhard Versuch einer systematischen Einleitung in die Lehre vvm Eigenthumsrechte. Frankfurt und Leipzig 18l)l>. Gesterding Darstellung der Lehre vom Eigenthume und solcher Rechte, die ihm nahe kommen. Greifswalde 1817. Pütter Die Lehre vom Eigenthume. Berlin. 1831 SinteniS Das practifche gemeine Civilrecht. Leipzig 1844. I. «. 47.

8 s

I. Begriff und Rechte des Eigenthums.
Unter Eigenthum*) versteht man die rechtliche Möglichkeit

*) Was die römische Benennung des Eigenthums betrifft, so sind dafür die Worte Dominium wie propriet», in gleicher Weise geläufig. I>. 13.0. cke »ckq. rer. ckoi». (4l. 1.) Xerstius: 8i proeurstor rem midi emerit ex mnncksto meo, eique »it trnckitus meo oomioe, ckomioium midi, ick est, proprietns »ckquiritur, etiam igooräuti. Q. l. K. S. v. uti poss. (43. I?.) Vgl. S»iu,. II. 7. Neben dieser gleichen Bedeutung haben aber die Worte Dominium und l>roprie>»s auch noch besondere, und zwar Dominium eine umfassendere, über den Begriff des Eigenthums weit hinausgehende, proprietss seiner Bedeutung des vollen Eigenthums gegenüber eine engere. Durch vomioium bezeichnen nämlich die Römer sogar häusig eine jede rechtliche Herrschaft, insbesondere die aufs l„» eivile gestützte, im Gegensätze der durch das vrätorische Recht cruittooe p,»etori«) verliehenen. Q. s. o. »i usustr. pet. (7. «.). Und daher erklären sich denn Ausdrucke, wie die folgenden: Uereckitstis ckominus, 1^. 48. pr. v. cke der. inst. (LS. S.) K. 7. I. cke der. quäl. (s. >9.)> vominium ususkruvtu», l^. 3. O. «it. l^. 8. pr. 0. cke red. »uot. i. poss. (4L. S.), Dominus oootr»ctus, Q. L. O. per qu»» per«nn. (4. L7.1, Dominus lilis, 1^. 4. K. S. i. k. D. cke »ppell. (49. l.), Dominus negotiorum, K. I. l. cke oKI. z. e. o. (3. L7.) Ok. Lie. pro »»Ivo. e. IS: sui iuris.. dominus. In D. 70. 8 I. lt. cke V. ». (s«. tu.) wird von Paulus die Erbschaft (vel iure «ivili vel iure prsetorin) durch Universum ckomioium bezeichnet. — rropriets» dient nicht selten dazu den Inbegriff

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