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Leffings Werke.

Sechster Band.

Stuttgart

G. J. Göschen'ide Verlagshandlung.

V

8. vojbuchdruderei zu Guttenberg (Carl Grüninger) in Stuttgart.

Hamburgische Dramaturgie.

1767-09.

Erster Band.

dejling, erte. VI.

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Lefling! Berbindung mit der unglüdlichen Samburgisden beaterunternehmung veranlaßte ihn zur Abfaffung der Dramaturgie, die in einzelnen Stüden, jeden ju einem halben Bogen, ausgegeben, die Borstellungen des neuen Nationale theaters, sowohl in Müdfiøt der Stüde, als auch in Bezug auf die Darstellung, fchrittweise und Abend für Abend begleiten sollte. Anfangø gieng die Sache nach Wunsd, balb aber traten Störungen ein; die Schauspieler wollten aud nicht der. blümt getabelt sein, und der Nachdrud in Leipzig unb Samburg bemächtigte Bilde des Blattes. Dem ersten Bebenten, bem der Sđauspieler, ließ fid leicht abhelfen; Lessing schwieg ganz über die edle Gesellschaft, die nicht wußte, welcher Porjus e$ für fte sein werde, von Leffing erwähnt zu sein. Dem Nadbrude, der freilia Beffings Interesse nicht unmittelbar gefährdete, war idhwerer ju begegnen. Die Sinftellung der wöchentlichen Lieferungen schwächte die Cheilnahme und die lange fame Nadlieferung ganzer Meiben von Nummern, beren legte (83–104) im Mai 1768 bätten erscheinen müssen, aber erst ein Jahr später geraustamen, verwandelte die Zeitschrift in ein Buci, an das man andre Anforderungen macht unb bas lapa felbft andre Aufgaben stellt, als ein Blatt. Daher die ungleiche Behandlung fu Anfang und am Schlusse. Während dort, wenn auch ausführliche, bodo fich immer urmittelbar an das Stüc faltende Beurtheilungen geboten wurden, bertpandelten fide fier die Beurtheilungen zu selbstständigen Abhandlungen, die mit den tritifterten Stüden nur losen Zusammenhang batten. Die Dramaturgie war in diesem Sinne tein Blatt für ihre Zeit, aber ein Bud für alle Seiten, denen es um das Mufter einer fiets fortschreitenden productiven Aritit zu thun ist.

Lefling hatte fico sdon frühe von den Einwirkungen der franzöftigen Bühne su befreien gesucht, selbst da don, als er benfelben, wie in dem jungen Gelehrten, not erlag. Er hatte geschäft, was alle Seitgenossen mit ihm däpten, bie Ileben Franzosen, den großen Voltaire, beffen Geschmad der Gefdmad der Welt bar; aber er hatte doch schon nad englischen Untrieben ein bürgerliches Erauerspiel, son bem die Franzosen damals nodtein Beispiel aufzeigen Lonnten; er Batte ein beute des Luftspiel geschaffen und konnte, als er bie Gamburgische Dramaturgie begann, die lieben mustergültigen Franjojen weder fonderlich mehr lieben, nod ihre Beis ftungen für Mufter ansehen, da er fi tugmischen auch in den fremban Atteraturen

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