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Es sind nun zwölf Jahre her, seit ein ausgezeichneter Geodät und Geograph, der

russische Generalleutnant Alexander von Tillo, alle diejenigen zu gemeinsamer Arbeit aufzurufen versuchte, welche der rüstig fortschreitenden Aufgabe einer Mappierung der Erdoberfläche ihre Kräfte oder ihr spezielles Interesse widmen. Ihm schwebte als nächstes Ziel die Begründung einer »Association cartographique internationale« vor rach Art der internationalen Organisationen für Geodäsie und Statistik. Die letzten drei internationalen Geographen-Kongresse, deren Forum von Tillo zunächst in London sein Projekt vorlegte, haben sich pflichtmäßig mit der Angelegenheit beschäftigt. Im Grunde jedoch mit einem rein negativen Erfolg, indem man über die Ernennung von kleinen Kommissionen nicht hinauskam. Der Begründer der Idee starb, nachdem er eben auf dem Berliner Kongreß 1899 persönlich seine Anträge vertreten hatte. General Steinmetz, damals Chef der k. preußischen Landesaufnahme, trat nach seinem Ausscheiden aus dieser Stellung zurück. Die Anstrengungen, welche das dritte Mitglied der ursprünglichen Kommission, M. F. Schrader in Paris machte, um die offiziellen Kreise der verschiedenen Staaten für eine solche Assoziation zu gewinnen, scheiterten fast durchweg an den Bedenken, welche diese erhoben. Und der Kongreß in Washington 1904 vermochte bei dieser Sachlage nichts, als eine neue Kommission zu ernennen, welcher außer Herrn Schrader die Herren J. v. Schokalsky in St. Petersburg, Henry Gannett in Washington, Prof. E. Oberhummer in Wien und J. G. Bartholomew in Edinburgh umfaßte. Damit ist wohl zunächst nur bezweckt, die Angelegenheit nicht von der Tagesordnung der Geographenkongresse verschwinden zu lassen und der diesjährige in Genf wird die Frage von neuem aufrollen. Ob sie aber damit irgend einen Schritt vorwärts kommt, läßt sich nach den bisher gesammelten Erfahrungen kaum erhoffen, so lange man an der Begründung einer so allgemeinen Organisation festhält.

Verständigung über Wesen und Aufgaben der bildlichen Darstellung der Erdoberfläche, über die Methoden der jeweiligen Versuche, dieser gerecht zu werden mit Rücksicht auf die verschiedenen Grade der Genauigkeit oder die Fülle des aufzunehmenden geographischen Stoffes; über die verschiedenen Arten der Reproduktionen im Anschluß an die sich täglich vervollkommnende Technik. Ja im Grunde handelt es sich vielfach: erst um eine allgemeine Kenntnis des bereits Geleisteten. Denn es steht fest, daß besonders das kartographische Urmaterial, auch soweit es zur allgemeinen Publikation im Einzellande gelangt, nicht entfernt in weiteren Kreisen des In- und Auslandes so bekannt wird, als die übrige geographische Literatur, für welche es bereits ausgezeichnete Repertorien und Sammelwerke gibt. Unter diesen Umständen erscheint es wünschenswert, daß man die von Tillo'sche Idee in engerem Rahmen aufnehmend, sich zunächst damit begnügt, ein internationales Organ zu schaffen, das die Neuerscheinungen auf dem Gebiete der Kartographie in ihrem weitesten Umfange den Kartographen und kartographisch interessierten Geographen aller Länder schnell und zuverlässig zur Kenntnis bringt. Daß damit einer der Hauptpunkte der geplanten „Association cartographique internationale“ realisiert würde, ist kaum einem Zweifel unterworfen. Denn alle ihre Anhänger haben stets, um mit v. Tillos Worten zu reden, »la publication de répertoires graphiques et de catalogues de la cartographie pour tous les pays et pour chaque région géographique« in den Vordergrund gestellt. Und niemand wird leugnen können, daß es uns trotz der höchst wertvollen Beihülfe, die uns einzelne geographische Zeitschriften, wie vor allem »The Geographical Journal« bieten, gerade an einem solchen kartographischen Repertorium noch fehlt. Die Literatur über Karten ist ungemein viel zerstreuter und schwieriger zugänglich, als die über Geographie im allgemeinen oder über geographische Landeskunde. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, begrüßen die Unterzeichneten den Entschluß der Geographischen Anstalt von Justus Perthes lebhaft, fortan den Petermann'schen Geographischen Mitteilungen einen eigenen »Kartographischen Monatsbericht« beizugeben, der eine möglichst erschöpfende Zusammenstellung der gesamten Kartenliteratur bringen und damit der oben dargelegten nächstliegenden und dringendsten Forderung gerecht werden soll. Die Persönlichkeit des Herausgebers, Dr. Hermann Haack, bürgt uns dafür, daß es sich nicht um den Verfolg einer einseitigen Richtung innerhalb der Kartographie oder die Beschränkung auf Produktionen bestimmten Ursprungs handeln wird. Seine Jahresberichte über die Fortschritte der Kartenprojektionslehre, Karten

lassen ihn als einen Mann von vielseitigen Interessen und gründlichen Fachkenntnissen erkennen und von der Rührigkeit seines Wesens zeugen seine übrigen Publikationen, wie vor allem der »Geographen-Kalender«.

Soll ein solcher Versuch auf verhältnismäßig neuem Feld Bestand haben, so kann dies nur durch allseitige und dauernde Unterstützung der Fachmänner geschehen. Die Unterzeichneten, von der Nützlichkeit des Unternehmens überzeugt, vereinigen sich daher in dem Wunsche, daß demselben eine solche vor allem auch von Seiten der Vorstände und Mitglieder der topographischen Bureaus oder kartographischen Landesanstalten zuteil werde, nicht minder von seiten der geographischen Privatinstitute und Geographen aller Länder.

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