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VORWORT.

Ich habe mich früher nicht entschliessen können auch die Rede für Murena, wie sehr sie auch durch ihre rhetorischen Vorzüge zu einer Bearbeitung einlud, in meine Sammlung ausgewählter Reden Ciceros aufzunehmen, weil der schlimme Zustand des überlieferten Textes fast unüberwindliche Schwierigkeiten einer Bearbeitung für die Schule zu bieten schien.

Aber inzwischen ist die kritische Behandlung der Rede in ein neues Stadium getreten. Durch die Veröffentlichung des Lagomarsinischen Apparats in der Ausgabe von A. W. Zumpt sind zwar wesentliche Verbesserungen verderbter Stellen nicht zu Tage gekommen, auch überhaupt nur wenige neue Lesarten, aber es liess sich jetzt mit ziemlicher Sicherheit erkennen, welche Umgestaltungen das eine Poggianische Exemplar, auf das alle Abschriften zurückgehen, sei es durch Emendationsversuche italienischer Gelehrten oder durch die Nachlässigkeit und Unwissenheit der Abschreiber im XV. Jahrhundert erfahren hat. Was für Handschriften der von Poggio nach Italien gebrachten Abschrift am nächsten stehen, glaube ich in meiner Abhandlung in den Sitzungsberichten der hiesigen Academie (1861 I, Heft 4) richtig nachgewiesen zu haben. Durch diese Feststellung ist für die Verbesserung der Rede, deren Text durch Interpolationen, Lücken und andere Verderbnisse aller Art ganz ungemein gelitten hat, wenigstens eine festere Grundlage gewonnen worden. Des neuen Stoffes haben sich verschiedene deutsche und holländische Kritiker bemächtigt; durch ihre vereinten Bemühungen sind manche der zahllosen Schäden des Textes geheilt worden, in welcher Hinsicht in wenigen Jahren mehr geschehen ist als in der ganzen früheren Zeit. Unter diesen Umständen habe ich jetzt kein Bedenken mehr getragen, der Einladung der Verlagshand

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