Page images
PDF
EPUB
[merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small]

Wir flohen hinweg mit aufgeblasenem Segel längs der Küste von Mahata, wo wir eine so dichte Bevölkerung, Gruppen so grosser Dörfer sahen, wie wir sie nirgends sonst angetroffen hatten. Wir wollten versuchen, von den Eingeborenen die Namen einiger dieser Dörfer zu erfahren, und steuerten deshalb nach einer Einbuchtung am westlichen Ufer von Mahata, ankerten 50 Yards vom Lande und Hessen so viel Ankertau ablaufen, dass uns nur noch ein Paar Fuss tiefen Wassers von dem Strand trennten. Etwa ein halb Dutzend Männer, die kleine Landmuscheln über den Ellbogen und einen Reif davon um den Kopf trugen, kamen bis an den Rand. ' Wir eröffneten mit ihnen eine freundliche Unterhaltung und dabei erfuhren wir den Namen des Landes als Mahata oder Maheta in Ugeyeya; mehr wollten sie nicht sagen, bevor wir landeten. Wir trafen Anstalten dazu, aber die Menge vergrösserte sich am Ufer so rasch, dass wir wieder wegrudern mussten, bis sie ihre Aufregung gemässigt und Platz gemacht hätten. Sie schienen zu glauben, wir wollten ganz fortrudern, denn plötzlich kamen aus dem Gebüsch zu beiden Seiten der Stelle, wo wir hatten landen wollen, eine solche Menge Speere zum Vorschein, dass wir unser Segel aufzogen und sie verliessen, um ihre Verrätherei an einem anderen Boot oder Kahn mit unvorsichtigerer Besatzung versuchen zu lassen. Wir sahen die getäuschten Leute auf einer kleinen Anhöhe hinter dem das Ufer einfassenden Gebüsch Berathung halten und ohne Zweifel dachten sie, wir würden dicht an einer kleinen Spitze am Nordende der Einbuchtung vorbeikommen, denn sie schrieen vor Freude über die Aussicht auf einen Preis; aber das Segel herablassend ruderten wir gegen den Wind, weit ausser dem Bereich ihrer Bogen oder Schleudern und hielten am Abend auf eine kleine Insel zu, wo wir unser Boot vor Anker legten und in Sicherheit die Nacht zubrachten.

Am folgenden Tag setzten wir unsere Reise fort, segelten an dem Ufer von Nduru und Wangano entlang und in eine Bai, welche das nordöstliche Ende des Victoria Niyanza bildet. Manyara an der Ostseite der Bai ist ein Land mit kühnen Bergen und Rücken, während das Nordost-Ende selbst, durch das der Fluss Yagama in den Niyanza einmündet, flach ist. Dem Ufer von Manyara gegenüber liegt das von Muwanda und das Vorgebirge Tschaga, während die grosse wurmähnliche Insel Usuguru 2), von West nach Ost

') Den Anfang des Aufsatzes mit der Karte siehe Geogr. Mitth. 1875, S, 455 und Tafel 23.

*) Auf der Karte ist eine Halbinsel Wenguru an Stelle dieser Insel Usuguru gezeichnet.

über die Mündung der Bai laufend, sie fast ganz einschliesst. In Muwanda versuchten wir nochmals unser Glück mit den Eingeborenen und wurden diessmal nicht getäuscht, so dass wir uns mit einem ganzen Vorrath von Vegetabilien und Provisionen zu billigem Preis versehen konnten. Sie gaben uns jede gewünschte Auskunft. Baringo, sagten sie, ist der Name, den die Leute von Ugana dem Distrikt Nduru von Ugeyeya und der Bai, auf der unser Boot fuhr, dem äussersten Ende des See's, geben; sie kannten keinen See, gross oder klein, ausser dem Niyanza, und hatten von keinem solchen etwas gehört. Ich habe das Ufer von Muwanda bis Uganda und meinen Besuch bei Mtesa nebst meiner glücklichen Begegnung mit Colonel Linant de Bellefonds von Gordon's Stab ziemlich ausführlich beschrieben und brauche es nicht zu wiederholen.

An dem Tage, nachdem ich meinen letzten Brief geschrieben hatte, traf ich ein Übereinkommen mit dem König von Uganda, wonach er mir 30 Kähne mit ca. 500 Mann leihen wollte, um den in Usukuma zurückgebliebenen Theil der Expedition nach dem Katonga-Fluss zu bringen. Mit diesem Versprechen und 10 grossen Kähnen als Handgeld darauf reiste ich am 17. April von der Murchison-Bai ab. Wir blieben bis zum Katonga-Fluss beisammen, hier erklärte aber der oberste Kapitän der Waganda, er müsse nach Sasse, der 12 Engl. Meilen vom Festland entfernten grössten Insel des Victoria Niyanza, hinüberfahren, um die übrigen 12, von Mtesa versprochenen Kähne zu holen. Der Kapitän gab mir zwei Kähne, mich zu begleiten, und das Versprechen, dass mich die ganze Flotte in wenigen Tagen eingeholt haben würde. Ich war ungeduldig, meine Aufnahme des See's fortzusetzen und wieder nach Usukuma zurückzukommen, denn ich war von der Expedition schon lange Zeit abwesend, während dessen vieles meinem Erfolg und dem Frieden meiner Seele Nachtheilige hatte passiren können.

Ich machte zweimal täglich Beobachtungen mit dem Wasserhorizont, Mittags für Breite und Nachmittags für Länge, und es thut mir leid sagen zu müssen, dass, wenn meine Beobachtungen richtig sind, Speke in seiner Breite für die ganze Küste von Uganda um 14 Minuten im Irrthum war. Die Mündung des Katonga-Flusses z. B. -liegt nach seiner Karte etwas südlich vom Äquator, ich habe sie mittelst Meridianhöhe, am 20. April beobachtet, zu 0° 16' N. gefunden. So ist es mit fast allen seinen Breiten. Seine Längen dagegen differiren mit den meinigen nur wenig, aber diess erklärt sich leicht. Die Länge einer Position kann mit einem Chronometer, Sextant oder künstlieben Horizont mit derselben Genauigkeit zu Land wie auf dem Meer bestimmt werden. Kommt eine Differenz vor, so hat sie ihren Grund sehr wahrscheinlich in dem Fehler der Chronometer. Was für Instrumente Speke zur Beobachtung seiner Breiten benutzte, weiss ich nicht, aber wenn er die Höhe der Sonne über 65° fand, konnte er sie nicht mit einem gewöhnlichen Sextanten bekommen ausser durch doppelte Höhe, und diese Methode ist nicht so genau als wenn man eine einfache Meridianhöhe auf einem ruhigen See mit weitem Wasserhorizont nimmt. Es giebt jedoch verschiedene Methoden zur Breitenbestimmung und Speke war mit vielen vertraut '). Meine Positionen rings um den See sind mit einem See-Horizont bestimmt. Wenn die Mittagszeit nahe war, suchte ich bei rauher Oberfläche des See's die nächste Insel oder ein ruhiges Kap am Ende einer Bai und machte dort meine Beobachtungen so bedachtsam, als hinge mein Leben von ihrer Genauigkeit ab. Aber diese Arbeit war in der That ein Vergnügen für mich, ich fand reiche Entschädigung für meine Leiden und das stürmische Leben auf dem See, wenn ich auf die hübsche Ausdehnung meiner kartographischen Arbeit über den weissen Baum meiner Karte mit allen Biegungen, Krümmungen, kleinen Häfen, grossen und kleinen Buchten, Vorgebirgen, Flussmündungen, was Alles jetzt sicher bekannt ist unter dem Namen Victoria Niyanza, blickte. Etwaige Fehler, die sich in meine Berechnungen eingeschlichen haben, werden bei meiner Eückkehr aus Afrika oder nach der Ankunft meiner Papiere in Europa von competenten Autoritäten entschieden werden.

Der Katonga ist kein grosser Fluss und hat nur Eine Mündung. Etwa 8 Engl. Meilen WSW. vom Katonga ergiesst sich der Amionzi-Fluss in den Niyanza. Ugunga erstreckt sich bis zum Kagerah, der in 0° 40' S. Br. liegt. An der Südseite dieses Flusses beginnt TJsongora, das sich bis 1° S. Br. ausdehnt. Südlich von 1° S. Br. liegt Kamiru, das bis 1° 15' S. reicht. Dort beginnt TJwya, desBen Volk an Unternehmungsgeist mit den Leuten von Ukerewe Ähnlichkeit hat. Jenseit Uwya liegt Uzinja oder Uzinza, das die Wanyamwesi mit dem Namen Mweri bezeichnen. Uzinja dehnt sich bis an Jordan's Nullah aus und östlich von diesem kommen wir wieder nach Usukuma. Eine Tagefahrt bringt uns von Jordan's Nullah nach Muanza, das 1858 von Speke erreicht wurde, und nach Kagehyi in unser Lager, wo wir freudig begrüsst werden von denen, die noch am Leben sind, denn wir haben arme Burschen zu beklagen, die während unserer Abwesenheit durch Krankheit einem frühzeitigen Grabe zugeführt wurden.

Ich muss mich kurz fassen in dem, was ich noch zu sagen habe; ich hatte die Absicht, einen langen Brief zu schreiben, aber Singoro's Sklave, der ihn mitnimmt, hat Eile, da seine Karawane schon aufgebrochen ist. Mein nächster Brief muss diesen Bericht vom Kagerah-Fluss an, der in Karagwe Kitangule genannt wird, fortsetzen und er

') Capt. Speke bediente sich achtzölliger Sextanten und seine Original-Beobachtungen sind Ton Mr. E. Dunkin auf der Greenwicher Sternwarte berechnet. Die wenigen in den vorliegenden Briefen Stanley's angeführten Positionen stimmen übrigens nicht zu seiner Karte. Kagehyi am Südufer des See's liegt auf der Karte '/« Breitengrad, die Katonga-Mündung ca. 8' zu weit nördlich. Auf Tafel 23 des Jahrgangs 1875 sind die Positionen der Stanley'schen Karte beibehalten.

wird einige böse Abenteuer beschreiben, die wir durchmachen raussten und die Schuld waren, dass wir in erbärmlichem Zustand zu unserer Expedition zurückkamen. Trotzdem war unsere Lage nicht halb so schlimm, als sie gewesen sein würde, wenn wir zwei Tage später zurückgekehrt wären, denn ich bezweifle sehr, dass ich in diesem Falle überhaupt noch über eine Expedition zu befehlen hätte. Ich war zu lang abwesend gewesen und unser Gefecht mit den Wavuma war durch die Gerüchte der Eingeborenen so vergrössert und erweitert worden, dass Wolseley's Sieg bei Ardahsu nichts gegen den unsrigen war, denn es hiess, wir hätten eine ganze Flotte von Kähnen zerstört, kein einziger sei entkommen, und ein anderer Stamm oder mehrere hätten eine Streitmacht zusammengezogen, uns eingeholt und in ähnlicher Weise vernichtet — eine unglaubliche Geschichte, die aber auf einen Theil meiner Soldaten solchen Eindruck gemacht hatte, dass sie entschlossen waren, nach Unyanyembe und von da nach Zanzibar zurückzukehren. Aber Gott ist hier mit uns gewesen und auf dem See, und obgleich wir Einiges gelitten, hat er uns doch vor grösserem Missgeschick bewahrt.

Wir waren 58 Tage vom Lager abwesend gewesen und hatten in dieser Zeit auf unserem braven kleinen Boot über 1000 Engl. Meilen Seeufer aufgenommen; nur ein Theil des südwestlichen Ufers bleibt noch zu erforschen und wir werden den Niyanza nicht verlassen, bevor wir unsere Arbeit vollendet haben. Bei der Rückkehr musste ich erfahren, dass einer meiner übrig gebliebenen weissen Begleiter, Frederick Barker vom Langham Hotel in London, am 23. April, 12 Tage vor meinem Wiedererscheinen in Kagehyi, gestorben war. Seine Krankheit bestand, so viel ich aus Frank Pocock's Beschreibung erfahren kann, in einem entzündlichen Fieberfrost (congestive chill), so nennt man es wenigstens in den Vereinigten Staaten. Pocock nennt es kalte Anfälle (cold fits), ein Ausdruck, der bis aufs Kleinste eben so passt. Ich habe Mehrere gekannt, die an diesen kalten oder Fieberfrost-Anfällen gestorben sind, es sind die Vorläufer - Symptome sehr schwerer Anfalle von intermittirendem Fieber und tödten den Patienten bisweilen, bevor noch das Fieber, das meist darauf folgt, sich wirklich eingestellt hat. Die Lippen werden blau, das Gesicht sieht aus wie das eines Erfrorenen, das Blut wird wie geronnen, der Puls hört auf und es erfolgt der Tod. Es giebt jedoch verschiedene Methoden, den Blutumlauf zu beschleunigen und den Patient wieder zu beleben; von vortrefflicher Wirkung ist, wenn man ihn in ein Dampf- oder heisses Wasser - und Senf- Bad bringt und restaurirende Getränke, Branntwein, heissen Thee &c. anwendet; Pocock war aber in diesem Fall nicht erfahren, obwohl er Barker etwas Branntwein gab, als er sich zuerst legte und etwas Üblichkeit und Frost empfand. Wie es nach dem Bericht seines Kameraden scheint, hat er darauf nur noch eine Stunde gelebt. Frederick Barker litt bereits in Urimi an einem solchen heftigen Fieberanfall, aber Branntwein und heisser Thee führten damals rasch wieder die Reconvalescenz herbei.

So sind nun zwei von meinen vier weissen Leuten todt. Ich bin neugierig, wer zunächst daran kommt? Der Tod ruft, Wer nun? und vielleicht fragen auch einige unserer Freunde besorgt und gütig: Wer zunächst? Einerlei wer es ist. Wir könnten uns nicht verbessern, wenn wir versuchten, aus diesem gefährlichen Lande zu fliehen, denn zwischen uns und dem Meere liegen 700 Engl. Meilen eines so ungesunden Landes wie irgend eines in Afrika. Besser ist die Aussicht vor uns, obgleich wir in dieser Richtung ca.

3000 Meilen mehr zu marschiren haben. Uns winken aber dort neue, unbekannte, wunderbare Landstriche, deren Geheimnisse und Merkwürdigkeiten eine Arznei sein sollen, die uns über Fieber und Tod lachen macht, H. M. Stanley.

Geographische Literatur.

Griechenland, Türkisches Reich in Europa und Asien.

Arconati Wisconti, G.: Diario di un viaggio in Arabia Petrea (1865). 89, 396 pp. Torino, tip. Bona, 1875. Baedeker, K.: Palästina und Syrien. 8". Leipzig, Baedeker, 1875. 15 M. Berg, W. Frhr. v.: Aus dem Rhodope-Gebirge in der Europäischen Türkei. (Globus, XXVII, 1875, Nr. 20, S. 309–311; Nr. 21, S. 325–328; Nr. 22, S. 341–343; Nr. 23, S. 356–358.) Bischoff, A.: Bemerkungen über Homerische Topographie (Pylos, Ithaka und Schiffskatalog). 49. Schweinfurt, Giegler, 1875. 1,25 M. Bliss, O. J.: Three months in the Orient; also, life in Rome, and the Vienna exposition. 129, 200 pp. Chicago, Griggs, 1875. 1 doll. Bosnien und die Herzegovina. (Aus allen Welttheilen, Oktober 1875, S. 6–10.) Burton, Isabel: The inner life of Syria, Palestine, and the Holy Land, from my private journal. 2 vols. 8°, 710 pp., mit 1 Karte. London. King, 1875. 24 s, Cegani , G.: L'Erzegovina. 8", 20 pp. Venezia 1875. (Estratto dalla Gazzetta di Venezia del 7 e 8 ottobre NN. 268–269.) Classen, Dir. Dr.: Über das alte Olympia in geographischer und historischer Beziehung. (Zweiter Jahresbericht der Geogr. Gesellschaft in Hamburg, 1874–5, S. 98–106.) Clermont-Ganneau, Ch.: Observations sur quelques points des côtes de la Phénicie et de la Palestine d'après l'Itinéraire du Pèlerin de Bordeaux. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris, Juli 1875, p. 43 –54.) Conder, Lieut.: The cave of Adullam. (The Athenaeum, 8. Mai 1875, p. 621–622.) Cora, G.: Viaggio nella Bassa Albania ed a Tripoli d'Africa. Mit 1 Karte. (Cosmos di Guido Cora, 1875, I, p. 16–22.) Die „Geogr. Mittheilungen" meldeten im Herbst 1874, dass Herr Cora im Bjiff stehe, eine Reise in die Türkei zu unternehmen. Diese Reise ist denn auch zur Befriedigung ausgefallen, sie hat sich zwar auf Albanien beschränkt, dort aber mehrfache, nicht unwesentliche Berichtigungen und Bereicherungen der Karten zum Resultat gehabt. Bis jetzt liegt nur ein Uebersichtskärtchen und ein vorläufiger, kurzer Bericht vor, aber schon daraus lässt sich erkennen, dass die speziellere Bearbeitung von hervorragendem Werth für die Geographie Albaniens sein würde. Bei Valona bestieg Cora den 1910 Meter hohen Kudusi-Berg, ging von da nach Berat, nahm den Lauf de? Lumi Beratit auf, explorirte das Gebiet der oberen Voiuzza und wandte, nach Janina gekommen, seine Aufmerksamkeit besonders dem See daselbst zu, der schmaler ist, als er auf den Karten dargestellt erscheint, in zwei, während der trockenen Zeit durch ein breites Sumpfland getrennte Theile zerfällt und nach Cora's Messungen meist nur 5, im Maximum 9 Meter Tiefe hat. Eine Reise nach Corfu und auf anderem Wege zurück nach Janina gab ihm wiederum zur Mappirung wenig bekannter Distrikte Gelegenheit, bevor er den Gouverneur von Janina

auf dessen Einladung nach Tripoli begleitete und von dort im Januar 1875 nach Turin zurückkehrte.

Creagh, J.: Over the borders of Christendom and Eslamiah, a journey through Hungary, Slavonia, Servia, Bosnia, Herzegovina, Dalmatia and Montenegro, to the North of Albania, in the summer of 1875. 2 vols. 8", 670 pp. London, Tinsley, 1875. 25 s. Deyrolle, Th.: Voyage dans le Lazistan et l'Arménie, 1869. Fortsetzung. (Le Tour du Monde, XXX, 2e semestre de 1875, p. 257 –288.) Dozon, Consul A.: Excursion en Albanie. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris, Juni 1875, p. 598–621.) Anfangs auf der von Cora bereisten Route ging Consul Dozon von Janina über Kalibaki und Laskoviki nach Ersek, von dort über Gortscha, Okrida,

Elbassan, Tirana, Kroya, Alessio, Skutari und Antivari nach Corfu. Er giebt ausser beschreibenden Notizen auch statistische.

Farenheid, F. v.: Reise durch Griechenland, Klein-Asien, die troische
Ebene, Constantinopel, Rom und Sicilien. 8°. Königsberg, Hartung,
1875. 8 M.
Fonclayer, M. de: Artésia. (Bulletin de la Soc. de géogr. de Paris,
Juni 1875, p. 622–640.)
Haeckel, Prof. E.: Brussa und der Asiatische Olymp. (Rodenberg's
Deutsche Rundschau, Oktober 1875, S. 41–54.)
Handbook of scripture geography. 16%, 16 maps. New York, Putram,
1875. 75 c.

[merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

Mit Verweisung auf das, was die „Geogr. Mittheilungen" schon früher über Kanitz' Reisen in Bulgarien und dem Balkan, zum Theil aus des Reisenden Feder, gesagt haben, brauchen wir hier nur den Inhalt und seine Anordnung in diesen ersten Bande des Reisewerkes anzudeuten, ohne auf die Wichtigkeit dieser fundamentalen Arbeit des bei weitem gründlichsten Kenners näher einzugehen. Der auf das Eleganteste ausgestattete, mit künstlerischen Illustrationen geschmückte Band zerfällt in zwei Bücher, wovon das erste unter dem Titel Staat und Gesellschaft die Geschichte und Ethnographie der Bulgaren behandelt und ihre politischen und kirchlichen Verhältnisse eingehend erörtert. Es kommt somit diese Abtheilung dem nächsten Bedürfniss nach Orientirung über die nationale Bewegung der Bulgaren in willkommenster und vortrefflichster Weise entgegen. Eine Fortsetzung dieses allgemeineren, zusammenfassenden Abschnittes wird für den Schluss des Werkes in Aussicht gestellt, und zwar sollen dort in geschlossenen Kapiteln die geographischen, administrativen, volkswirthschaftlichen, kulturellen und statistischen Verhältnisse Donau-Bulgariens und des Balkans behandelt werden. Das zweite Buch enthält die Reisestudien zwischen Nišava, Donau, Lom und Timok aus den Jahren 1860–70, während die Ausarbeitung der grossen Reisen zwischen Lom, Donau, Pontus und Balkan in den Jahren 1871–74 der Fortsetzung des Werkes vorbehalten bleibt, wie denn auch die äusserst werthvolle grosse kartographische Aufnahme im Maassstab von 1:288.000 erst später zur Publikation gelangen kann und der vorliegende Band mit der kleinen Uebersichtskarte der Kanitz'schen Reisen aus den "Geogr. Mittheilungen" sich begnügt. Dem Reiseabschnitt folgen noch lebhafte, auf eigenen Anschauungen beruhende Schilderungen der Bulgaren- und Tataren-Kolonisation in der Krim und an der Donau, der Einwanderung der Tscherkessen in den Balkan, und ein werthvolles Kapitel über ältere und neuere Karten. Den Schluss bildet eine Anzahl Höhen, die der Verfasser im Herbst 1870 im westlichsten Bulgarien und südlichen Serbien zwischen Donau, Timok , Lom, Nisava und Morava mittelst Aneroid hestimmt hat. Sie mögen hier folgen:

[ocr errors]
[ocr errors]

an der Nisava: Meter

Koilova, im Knnetenhaus . . . . Ortshöh h N 275 jÄé östl. Höhe hinter d. Ort 225 kosejka kj Ä Ä 75

Jasenovac, nordöstl. Höhe . . . 265 schen Bela-Palanka und Nis . . 474 Ärocko, Äe - - - - - - - Ä Poča - Karaula, Strasse zwischen Tupan, Karaula . . . . . . . 290 Bela-Palanka und Nis . . . 527

Gola-Manova, Karaula . . . . . 328 Nis, Jeni Han, erstes Stockwerk . 176 Vrska-Öuka, Türkisches Zollamt 332 „ Ortshöhe nach Nagy . . . . 175 am Vidbol und Arcer: -Kula, am Fusse der Röm. Castell- Süd-Serbien. 234 An der Morava:

ruine . . . . . Rakovica, Karaula 326 Alexinac, Han, erstes Stockwerk . 148

Rabis, Plateau 1 St. Nw. des orts 338 Filip Han, Strasse zwischen Banja
Belogradèik, im Mudirhaus . . . 532 und Knjazevac . . . . . . . 594
Sveti Nikola-Balkan:
412 am Timok :

Cupren, am Posthan . . . . . .
Sveti Nikola-Balkan, Passhöhe an Knjazevac, im Spitalhof . . . . 208

der Karaula . . . . . . . . 1348 Zaićar, im grossen Han . . . . Berilovce, Kmetenhaus im Dorfe 443 Negotin, neuer Han, erstes StockTemska-Karaula, Wasserscheide an werk . . . . . . . . . . . 25 der Poststrasse . . . . . . . 571 Radujevac, Quarantainegebäude . 66 Löher, Fr. v.: Kreta-Fahrten. (A. Allgemeine Zeitung, 2., 16., 29. August; 10., 11. September; 3., 4., 31. Oktober; 1. November 1875.) Lombard, Al.: La Terre de Bassan et les villes des Réphaim. (Le Globe, journal géographique, XIII, 1874–5, Livr. 3 et 4, p. 25 –43.) Lombard, Al.: Identification présumée de l'Autel Hed, Josué XXII, 10–34. (Le Globe, journal géographique, XIV, 1875, p. 75–83.)

Luynes, Duc de: Yoyage d'ezploration a la mer Morte, ä Pera et sur la rive ganche du Jourdain. Oeuvre posthume public par ses petitsfila, Boua la direction de M. le comte de Vogue. T. 1 et 2. 4° 626 pp. Paria, Bertrand, 1875.

Mercier, A.: Herzegovine. Notice geueral. Regime agraire. Mit 1 Karte. (L'Explorateur geogr. et commercial, 1875, No. 32, p. 250 —252.)

Nasse, It.: Ein Ausflug nach Samos. Mit 1 Karte. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 3. und 4. Heft, S. 222 —236.)

Schilderung einer 1872 zum Zweck bergmännischer Untersuchung vorgenom. menen Reise auf der Insel Samos mit einer viel Neues enthaltenden Karte.

Pauli, G.: Drei Wochen auf Creta. (Das Ausland, 1875, Nr. 18, 8. 345—349; Nr. 19, S. 380—384 ; Nr. 20, S. 392—395.)

Picot, E.: Les Roumains de la Macedoine. 8°, 47 pp. Paria, Leroux, 1875. (Extrait de la Revue d'anthropologie, 1875, No. 3.)

Prime, E. D. G.: Forty yeara in the Turkish Empire. Memoire of Rev. Wro. Goodell, late missionary at Constantinople. 12°, 450 pp. New York, Carter, 1875. 2J doli.

Rasch, G.: Vom Schwarzen Berge. Montenegrinische Skizzen, Bilder und Geschichten. 8°. Dresden, Baensch, 1875. 4,5 M.

Reinach, J.: Etudes sur les peuples slaves et l'Europe Orientale. IX. Serbie et Montenegro. 8°, 195 pp. Coutancea, imp. Salettes, 1875.

Rockstroh, E.: Reiseskizzen aus Dardanien und Albanien 1874. (XII. Jahresbericht des Vereins für Erdkunde zu Dresden. Wissenschaftlicher Theil. S. 40—58.)

Beschreibung einer Reise von Ueskuep (Skopta) nach Kalkandelen und weiter am Vardar hinauf und über die Wasserscheide nach Dlwra am Schwär* zen Drin und nach Ochrida

Romain, L. de: Cent jours en Orient. Impressions et Souvenirs. Le Caire. Le Nil. Thebes. Assouan. Port Said. Jerusalem. Beyrouth. Athene». Corfou. 18°, 262 pp. Angers, Barasse, 1875. 3 fr.

Runge, Oberbergrath Dr. W.: Reisebriefe aus Serbien. 16°. Dortmund, Koppen, 1875. 0,75 M.

Sainte-Marie, E. de: L'Herzegovine, etude geographique, historique et statistique. 8°, 169 pp. et carte. Paris, Baer, 1875.

Auszüge daraus siehe in »L'Explorateur geogr. et commerc", 1875, Nr. 30, p. 800-202; Nr. 31, p. 234-236; Nr. 35, p. 317—321.

Samte-Marie, E. Pricot de: Description du cours de la Miliaska et de la vallee de Serajovo. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, August 1875, p. 184—199.)

Saint-Martin, Vivien de: L'llion d'Homere. L'llium des Romains. Memoire lu a l'Academie des Inacriptions et Belles-Lettres au mois de juilletl874. Extrait de la Revue areheologique. 8°, 31 pp. Paris 1875. Mit unerBcblltterter Ueberzeugung versichert der Verfasser, dass Lechevalier Recht und Schliemann Unrecht hat, dass Homer's Troja bei Bunarbasoh), nicht bei Hissarlik gestanden habe.

Sepp, Prof. Dr.: Baalbeck und der Krieg am Libanon. Damascus. (Vierter und fünfter Jahresbericht der Geogr. Gesellschaft in München, 1875, S. 123—166.)

Sepp, Prof.: Jüngste Palästinafahrt. (Das Ausland, 1875, Nr. 20, 8. 385—388; Nr. 22, S. 428—432; Nr. 24, S. 469—473; Nr. 26, S. 509—513 ; Nr. 28, S. 550 -555; Nr. 30, S. 597—600.)

Ton Tiberias nach dem Tabor; Ueber Kmlor und Jezrael n;.ch Samaria; Saroaria und Sichern oder Sebastieh und Nablus; Bei den Samaritern; Chan Luban, neu entdeckte Geburts* und Qrabstätte Samuels; Jerusalemer Entdeckungen; das Praetorium auf Slon und die wahre Via dolorosa.

Thomson, G.: L'Herzegovine. Geographie. Histoire politique et militaire des populations revoltees. Moeurs et legendes. Insurrection actuelle. La question d'Orient. La politique des puissances europeennes. 18°, 126 pp. et carte. Paris, Lib. illustree, 1875. 1 fr.

Tobler, T.: Bibliographia geographica Palaestinae ab anno CCCXXXIII usque ad annum M. 8°. Dresden, Schönfeld, 1875. 1 M.

Tozer, H. F.: Notes of a tour in the Cyclades and Crete. Schluss. (The Academy, 29. Mai 1875, p. 556—557; 19. Juni p. 634—635; 25. September p. 332—334.)

Triebel, A. v.: Die Bedeutung der Länder am Euphrat und Tigris für den Verkehr. (Globus, XXVIII, 1875, Nr. 9, S. 138—140; Nr. 10, 8. 151—154.)

Valette, E.: Souvenirs de voyage en Turquie, dans la mer Noire et en Grece. 8°, 91 pp. Marseille, imp. Barlatier-Faissat, 1875.

Vämbery, Prof. H.: Bosnien und die Herzegowina oder die Slavischen Onterthanen der Pforte. (Rodenberg's Deutsche Rundschau, November 1875, S. 242—256.)

Villard, Dr. F.: Impression» de voyage. Lettres sur l'Attique. 8°, 62 pp. Gueret, imp. Dugenest, 1875.

Warren, Ch. : Another site for Pisgah. (The Athenaeum, 8. Mai 1875> p. 621.)

Bosnien, Kriegskarte von — mit der Herzegowina, Serbien, Monte

negro und Dalmatien. 1: 1.750.000. Leipzig, Bibliogr. Institut, 1875.

0,6 M.

Gaultier, J.: Palestine, dressee soua la direction de M. G. Meissas. 4 flle. Paris, Hachette, 1875.

Geyersburg, C. H. v.: Meine Reise in den Kaukasus in den Jahren 1871 und 1872. 8°. Mannheim, Schneider, 1875. 2 M.

Handtke, F.: Generalkarte der Europäischen Türkei und Montenegro. Lith. Imp.-Fol. Glogau, Flemming, 1875. 1 M.

Handtke, F.: Specialkarte der Europäischen Türkei 1 : 600.000. Sektion 7, 8, 11 und 12. Lith. und kolor. Glogau, Flemming, 1875.

ä 1,6 M.

Hansford, R., et Ch. Kühl: Carte du Danube et de ses embranohements entre Bra'ila et la mer. Levee en 1870 — 71. 7 Bl. Lith. Leipzig, Brockhaus, 1875. 16 M.

Hartley, Sir Ch.: Carte du Danube et de ses embranchements entre Bra'ila et la mer, levoe en 1870 — 1871 par R. Hansford, arpenteur de la Commission europeenne du Danube, et Ch. Kühl, ingenieur civil. 1 : 73.000. 7 Bl. Leipzig, Brockhaus, 1875. 16 M.

Johnston, W. and A. K.: The Bible Atlas. To illustrate the Old and New Testament. 4°, 16 maps. Edinburgh, Johnston, 1875. 1 s.

Johnston, W. and A. K.: The Scripture Atlas to illustrate the Old and New Testaments, and physical maps of Egypt, Sinai and Palestine; plans of ancient and modern Jerusalem. 4°, 16 maps. Edinburgh, Johnston, 1875. 5 B.

Kozenn, B.: Wandkarte von Palästina in Kroatischer Sprache. (Palestina izradio B. Kozenn, Hrvatski poredio Dr. P. Matkoric.) 4 Bl. Gr.-Fol. Farbendruck. Wien 1875. 3 fl. 40 Kr.,

auf Leinwand 5 fl. 40 Kr.

Meissas, A.: Petites cartes murales ecrites, & l'usage des Etablissements d'instruction publique. Palestine. Chromolith. Paris, Hachette, 1875. 6 fr.

Scheda, J. v.: Karte von Bosnien, Herzegowina und Albanien &c. Photolith. Imp.-Fol. Wien, Artaria, 1875. 1,5 M.

Steinhauser, A.: Ortskarte von Türkisch-Croatien, Bosnien, der Herzegowina, nebst Serbien, Montenegro und den angrenzenden Ländern. Chromolith. Wien, Artaria, 1875. 1,2 M.

Russisches Reich in Europa und Asien.

Abioh, H.: Geologische Beobachtungen auf Reisen im Kaukasus im Jahre 1873. Schluss. (Bulletin de la Soc. imp. des naturalistes de Moscou, 1874, No. 4, p. 243—272.)

Amu Darya (The) expedition. (Geographical Magazine, September 1875, p. 262—264.)

Andrejew, A. P.: Der Ladoga-See. 8°, 398 SS., mit 4 Karten und 9 Tafeln. St. Petersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

Arbeiten der Sibirischen Expedition der Kaiser!. Russischen Geographischen Gesellschaft. Physischer Theil. Bd. III. Geognostische Abtheilung, 1. Lfg.: Kreidefoasilien von der Insel Sachalin. Von F. B. Schmidt. 4°, 40 pp., mit 8 Tafeln Abbildungen. St. Petersburg 1873. (In Russischer Sprache.)

Bälinth, 0. ; Jelentese Oroszorszäg-es Äzaiaban tett utazasaröl es nyelveszeti tanülmanyairöl. 1874. (Bericht über seine Reise in Rnssland und Asien und über seine sprachwissenschaftlichen Studien.) 8°, 31 pp. Budapest, Eggenberger, 1875. 30 Kr,

Bernoville, R.: La Souanetie libre, episode d'un voyage ä la chaine centrale du Caucase. 8°, 181 pp., 1 carte et 7 pl. Paris, Mosel, 1875.

Bogdanowitsch, Colonel E.: Expose de la question relative au chemin de fer de la Siberie et de l'Asie centrale. 8°, 14 pp. (Lu par l'auteur au Congres international des sciences geographiqueB, le 6 aoüt 1875.) Paris, imp. Dupont, 1875.

Caucase, Precis des travaux publica au sur la geographie de

ce pays, presentä au Congres International des Sciences geographiques siegeant a Paris, par la Section Caucasienno de la Societe imp. russe de geographie. 8°, 40 pp. Tiflis 1875.

Eichler, W.: Einige vorläufige Mittheilungen über das Erdöl von Baku.. (Bulletin de la Soc. imp. des naturalistes de Moscou, 1874, No. 4, p. 273—296.)

Fedtschenko, A. P.: Eine Reise nach Turkeatan. 2. Bd., 6. Lfg. Zoogeographische Untersuchungen. III. Theil. 1. Heft. 8°, 70 SS., mit 13 Tafeln. St. Petersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

Häntzsche, Dr. J. C.: Aachurada. (XII. Jahresbericht des Vereins für Erdkunde zu Dresden. Wissenschaftlicher Theil. S. 80—88.)

Iswestija der Kaiserl. Russischen Geogr. Gesellschaft. Bd. XI, Nr. 2 (1875). (In Russischer Sprache.)

Sltzunga-Berichte der Statistischen Abtheilung vom 17. Dezember, des Conseils vom 19. und 27. Dezember 1874, der General-Versammlung vom 8. Januar und der Statistischen Aufhellung vom 28. Januar 1S75. — Mittheilungen Über ein Manuskript des Kapitäns Andrejew Über die mittlere Kirgisenhorde, geschrieben im Jahre 1785, von G. N- Potanln. — Ueber die geologischem Forschungen im Amu-Darja-Gebiet. (Vorläufige Uebersicht, gelesen In der General-Versammlung vom 5. März.) — Ueber die Arbeiten der meteorologischen Abtheilung der Amu-Darja-Expedltlon, von F. IS. Dorandt. — Einige Worte Über die meteorologischen Beobachtungen, welche Herr Dorandt vom 1. Juli bis zum 3o. November 1874 in Nukus ausgeführt hat, von M. A. Itykatschew.

— Ueber den Handel und die Industrie Kaaan's, statistische Skizze von J. T. Ssolowjew. — Von den Miscellen sind folgende hervorzuheben: Die Olenek-Expedition (aus einem Briefe des Herrn Tschekan<-wskl); Der Berg Bo-chun-schAn in der Umgegend von Peking (nach einer Mittheilung des Dr. Bretschneldor); Reise A J. Wojelkow's In Central-Araerika (aus einem Briefe des Reisenden); Reise J. A. Ssosnowski's in China. — Ausserdem werden in dieser Nummer verschiedene Materialien zur Kenntniss der Thätigkeit der Landschaft und der Beziehungen dieser letzteren zur Statistik mitgethellt. — In der blbllogrsphtschen Abtheilung bespricht Herr N. Ssewerzow das Werk: »Die Aralo-Kaspl-Niederung und ihre Befunde im Lichte der Lehre von den säkularen Schwankungen des Seespiexels und der Wärmezonen", von Prof. Dr. J. H. Schraick . Leipzig. 1874. — Als Bellagen werden die Fortsetzung des Katalogs der Bibliothek der Geogr. Gesellschaft und die »Literatur der Russischen Geographie, Statistik und Ethnographie für 1872", von W. J. Meshow gegeben.

Kiepert, R.: Die geographischen Expeditionen der Kaiser]. Russ. Geographischen Gesellschaft im Jahre 1874. (Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, II, 1875, Nr. 6 und 7, S. 157—172.)

Kohn . A. :• Die mohammedanischen Tataren in Nord-Asien. (Globus, XXVII, 1875, Nr. 23, S. 363—366; Nr. 24, S. 380—382.)

Kohn, A.: Die Tschetschna und die Tschetschenzen. (Aus allen Welttheilen, Juli 1875, S. 312—315; August, S. 334—337.)

Leublfing, Th. Graf von: Wanderungen im westlichen Russland. 8°, 192 SS. Leipzig, Duncker & Humblot, 1875. 3,6 M.

Erweiterte Buchausgabe der im „Ausland" veröffentlichten Aufsätze „Aus dem Zarenreiche".

Liwanow, Th. W.: Reiseführer durch die Krim, nebst einer historischen Beschreibung der dortigen Merkwürdigkeiten. 8n, 477 SS. Moskau 1875. (In Russischer Sprache.)

Ludwig, R.: Die Gegenden am, Ssuna- und Semtsche-Fluss im Olonezer Gouvernement. Mit einer geolog. Karte. (Bulletin de la Soc. impßr. des naturalistes de- Moscou, 1874, No. 3, p. 108—127.)

Michell. R,. Russian trans-caspian manoeuvres. (Geographical Magazine, August 1875, p. 231 — 232.) General Lomakln Ist mit 1000 Mann Im Juni 1875 von Krasnowodsk nach den Brunnen von Igdy marschfrt und bat von dort eine Geometer-Abtheilung längt) dem Laufe des Usbol nach dem Sary-Kamy.sch abgeschickt.

Moynet, E.: II Volga, il Mar Caspio e il Mar Nero. 8°, 240 pp. Milano, Treves (Biblioteca di viaggi), 1875. 3 lire.

Neumann's (K. v.) Expedition nach den Bären-Inseln vor der Sibirischen Küste. (Globus, XXVIII, 1875, Nr. 3, S. 43—46; Nr. 4, S. 55—58; Nr. 5, S. 74-77.)

Populäre, Im Touristenstyl gehaltene Beschreibung einiger 1870 und 1872 von N'isclmij Kolymsk aus unternommener Exkursionen nach der Mündung der Kolyma und bis zu den Bären-Inseln, wo der Verfasser der erste wissenschaftliche Besucher seit Wranpel war.

Olena, The — expedition, 1873—74. Mit 1 Karte. (Geographical

Magazine, August 1875, p. 228—231.)

Kurzer Bericht und vorläufige Karte über die Olenek-Expedition von Tschekanowski und Müller nach den Publikationen der Russischen Geogr. Gesellschaft.

Pfeiff, B.: Reiseerinnerungen aus Süd-Russland. (Jahresbericht des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik, 37. u. 38. Jahrg., 1872—4, S. 65—87.) 1. Von Moskau nach Sarepta; 2. Die Kalmücken zwischen Wolga und Don.

Rahkonen, A.: Der Wuoksi und dessen Wasserfall lmatra, der bedeutendste in Finnland und in ganz Europa. Aus dem Finnischen übertragen von E. Elfström. 8°, 60 pp. Wiborg 1874.

Sapiski der Kaiserl. Russischen Geogr. Gesellschaft, Sektion für allgemeine Geographie. Bd. V. St. Petersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

Allgemeine Uebersicht über die .Urographie Ost-Sibiriens, von P. Kfopotkin.

— Materialien zur Urographie Ost-Sibiriens: Orographische Skizze der Bezirke Mlnussinsk und Krasnojarsk des Gouvernements Jenissei, von P. Kropotkin (mit Karten). — Hypsometrische und geographische Bestimmungen von Punkten, gegründet auf die Beobachtungen, welche In den Jahren 1868—1872 auf zwölf verschiedenen Reisen von dem Archiraandriten PulUdius , dem Kapitän Przewaluky, den Herren Lomonossow, Mossin und Dr. Fritsche gemacht worden sind. Bearbeitet und kartographirt von Dr. Fritsche. — Materialien zur

Geographie des Thlan-Schan, gesammelt auf der Im Jahre 1869 gemachten Reise vom Baron A. W. Kaulbars {mit Karte). — Bericht über die Expedition nach Butun tochoi, von Kapitän S^osnowski (mit Karte).

Sapiski der Kaiserl. Russischen Geographischen Gesellschaft. Statistische Sektion. 4. Band. Unter Redaktion des Prof. I. E. Janson. 8°, 737 SS. St. Petersburg 1874. (In Russischer Sprache.)

Zwei grosse, für die speziellere Kenntniss der Central-Aslatischen Besitzungen Russlands wichtige , ja unentbehrliche Arbeiten füllen diesen starken Band. Der erste von M. A. Terentjew „Statistische Skizzen des Central - Asiatischen Russlands" behandelt in drei Abschnitten die Syr-Darja-Linie In 1862—64, die Syr-Darja-LInle in 1870 und den Kreis Kurama, und zwar giebt der Verfasser n neu topographischen und ethnographischen Notizen auch eingehende Auskunft über die natürlichen und industriellen Kräfte der Gebiete, über die Bewegung der Bevölkerung, die gesellschaftliche Organisation , Sanitätswesen, Volksbildung, Steuern und Abgabeu, und In den Beilagen findet man viele spezielle Zahlenbelege, so u. A. eine Tabelle über die Bevölkerung des Syr-Darja-Kreises im Jahre 1870, die Resultate der Volkszählung in der Stadt Taschkent am 28. Mai/9. Juni 1871 &c. Die zweite ArbRit, ein umfangreiches Buch, bringt unter dem bescheidenen Titel „Geographische und statistische Nachrichten über den Serafschan'schen Kreis mit der Liste der bewohnten Orte des Bezirks, von L. N. Sobolew" eine bis ins Detail eingehende, dM Material in grosser Vollständigkeit zugleich mit vorlegende statistische Beschreibung der Russischen Besitzungen am Serafschan. Wir haben da u. A. eine so vollständige Ortsbevölkerung mit ethnographischen Notizen und dergleichen, wie sie nur von wenigen Theilen Europa'» existirt, freilich sind nur die Häuser oder Hofe gezählt, nicht die Menschen, deren Zahl, pach der gewöhnlichen sehr hypothetischen Annahme, durch Multiplikation der Häuserzahl mit 5 gewonnen wird. So ergiebt sich für den ganzen Serafachan'schen Kreis für 1871—2 die Einwohnerzahl 280.950, während die Stadt Samarkand 32.500 Häuser, mithin 162.500 Einwohner zählt.

Saratow, Materialien zu einer Beschreibung des - 'sehen Gouver

nements. Herausgegeben vom dortigen Statistischen Comite, unter der Redaktion von N. Woskoboinikow. 1. Lfg. 4°, 112 SS. Saratow 1875. (In Russischer Sprache.)

Schiern, Prof. Fr.: Lc pays des plumes. Remarques sur quelques passages du 4* livre d'He>odote. 8°, 16 pp. Copenhague 1875. i.Extrait du Resume du Bulletin de l'Academie R. Dan. des sciences et des lettres pour 1875.)

Die Erkundigungen Herodot's bei den Scythen über die jenselt ihres Gebietes gelegenen Länder hat Prof. Schiern in dieser Abhandlung Schritt für Schritt verfolgt. Das an die fruchtbaren Ebenen der Scythen angrenzende felsige, unebene Land von grosser Ausdehnung und die daran stossenden hohen Berge identificirt er mit dein Obtschel Syrt zwischen Ural und Wolga und mit dem Ural-Gebirge. Die Bewohner dieser Berge, welche den aaxv genannten schwarzen Saft einer Frucht mit Milch vermischt trinken, bind die Baschkiren im südlichen Ural, die noch heute die Beeren des Prunus Padus „atschui" nennen und in derselben Weise benutzen. Die nördlicher am Ural-Gebirge wohnenden Menschen mit ZiegenfUssen mögen die Ostjaken sein, welche ihre Küsse mit Ziegenfell bekleiden. Namentlich kommt es aber dem Verfasser darauf an, darzuthun, dass sich das „Land der Federn" auf die Gebiete der Tschuwaschen und Tscheremisaen bezieht, welche noch jetzt den Gebrauch haben, Federn des massenhaft geopferten Geflügels vor dem Säen auf die Aecker zu streuen. Die von Herodot selbst herrührende künstliche Erklärung, dass die Scythen mit dem Worte Federn Schneeflocken bezeichnet hätten, wäre somit nicht ferner nöthig.

Sievers, R.: Ein Besuch auf Hochland, (Röttger's Russische Revue, IV, 1875, 9. Heft, S. 240—251.)

Schilderung der Lebensweise auf der Insel Hochland im Finnischen Meerbusen.

Smirnow, S. lt.: Die Amu-Darja-Expedition in der Aralo-Kaspischen Gegend. Botanische Untersuchungen. 8°, 30 SS. St. Petersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

Vämbery, A.: Kulja. (Geographical Magazine, Juni 1875, p. 175—176.) Statistisches nach Kharoschkln.

Vämbery, H.: Der Russische Amu-Darja-Bezirk. (Das Ausland, 1875, Nr. 35, S. 695—697.)

Wood, H.: The Attrek bed of the Oxus. (Geographical Magazine, Oktober 1875, p. 304—305.)

Wood, H.: The Separation of the Aral and the Caspian. (Nature, a weekly illustrated Journal of science, 19. August 1875, p. 313—314.)

Zvrfina, Fr.: Aus den Steppen Süd-Russlands. (Globus, XXVII, 1875, Nr. 21, S. 330—332; Nr. 22. S. 345—348.)

Karten.

Bornhaupt, C. : Karte von Liv-, Est- und Kurland. Gr. Fol. Chromolith. Riga, Brutzer, 1875. 1 M.

Gulf of Finland. 1: 456.470. London, Hydr. Office, 1875. (Nr. 2191.)

2} s.

Kittari, M.: Karte der Leder - Industrie in Russland. Zusammengestellt nach Angabe der Haupt-Intendantur-Verwaltung. 4°, 76 SS. und 1 Karte. St. Petersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

[blocks in formation]
« PreviousContinue »