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reichste Bauer der ganzen Thalschaft (der Nederer) wohnte in dem stattlichsten Hause. All' die Kinder Urgermanen, weisshaarig, azuräugig, treu und neugierig guckend. OberZahre hat 40 Höfe. An einem derselben hielt ich an und befahl der „Diern", die eben in der Thiire stand, gekleidet wie eine ihres Gleichen in Deutschland auch, Grüsse an ihren Bauern von seinem Sohne, dem Pfarrer in Ausserbladen. Ob sie mich verstanden, wusste ich nicht, ich glaubte es aber. Am andern Abend bezweifelte ich es, als ich mich daran erinnerte; während dem hatte ich erst erfahren, wie schwer ein Hochdeutscher verstanden wird.

In Ober-Zahre ist ein Curatus expositus, untergeben dem Pfarrer in Unter-Zahre; ersterer spricht nicht Deutsch; Alles verkehrt er mit seinen Beichtkindern im Wälschen Idiom. Nach alter Germanensitte liegen die Höfe weit auseinander; der Anbau ist äusserst mühsam. Unweit des Stalles waren wir an den ersten Zahrer Arbeitern vorübergekommen; kaum sich umschauend riefen sie, rastlos im Heuwenden fortfahrend, Thomele zu: „Na sind 'r aach do?" Das klang ganz gut Hessisch; aber nachher kam's schlimmer, kam's undeutlicher. Das nächste Mal, als ich Zahrer reden hörte, ging's auch noch gut; ein Hund fiel uns an: „er thut nix", rief der in der Nähe ebenfalls Heu machende Bauer. Als wir durch den jetzt nur noch drei Häuser zählenden Weiler „im Feld" durch waren und auf den Pfarrhof (Wiedem, Widdum) zuschritten, hörte mein Verständniss des Longobardischen auf.

Nur einzelne Worte verstand ich noch: „Ischt er a Walischer?" oder „Der Plbhrharr is in's Biaden" — das Andere, was die alte brave Pfarrjungfer hervorsprudelte, um ihren Bruder mit dem fremden Besuche zu verschonen, verstand ich nimmer. Der Pfarrer Georg Platzer (auf Wälsch Don Georgio Platzero) besuchte mich später und holte mich herauf in den Widdum zu einem gastlichen Trünke; er verstand mich nicht durchweg (obwohl er alle Sonntage Deutsch predigt) und ich ihn auch nicht vollständig; auffallend war mir das Anhängen des ,,e" an Adjectiva mit Consonantauslaut, z. B. „schöne" statt „schön" und „es ist leichte" statt „leicht." Doch hierüber soll an anderen Orten berichtet werden. Unter-Zahre mit der Hauptkirche zählt ebenfalls 40 Höfe; Latteis, ein Filialdorf in südöstlicher Richtung, nur 20 Höfe; ausserdem liegen noch einzelne Höfe ganz abseits; der sämmtlichen Höfe zusammen, bewohnt von Deutschen, sind es 120 mit ohngefähr 800 Einwohnern.

„Nein, wir wollen nach wie vor unserer Sprache treu bleiben; aber schwer wird es jetzt erst recht halten; wir sind halt sehr allein, wir sind sehr arm und vermögen nichts zu thun, unsere jungen Leute auf Deutsche Schulen zu senden; Geistliche und Lehrer, die aus uns hervorgehen, werden nur auf Wälschen Schulen gebildet. An Hülfsmitteln zur Volksbildung fehlt es auch gänzlich" — erfuhr ich von Bauern und Lehrern; der Unterricht wird nach Wälschen Büchern, Karten &c. ertheilt; Deutsche dergleichen fehlen. Da wäre es freilich ein patriotisch Werk, wenn an die Deutsche Schule (Lehrer Benjamin Treuer zu Sauris bei Ampezzo di Carnia, Ober-Italien) von Freunden unseres Volkes Wandkarten, instruktive Lithographien, Volksliederbücher &c. gesandt würden; auch wäre es gut, wenn eben diesem Lehrer ein Abonnement auf die Garten

laube eröffnet oder geschenkt würde; er liest leidlich Deutschen Druck; eben so wäre es ein rühmlich Werk, wenn dem jungen Schulmanne von der Deutschen Schulgesellschaft in Innsbruck oder sonst einem Deutschgesinnten Vereine der unentgeltliche Aufenthalt an einem Deutschen Seminare ermöglicht würde. Würde aber gar ein germanistischer Fachmann oder sonst ein wohlgesinnter Mann unseren Spuren folgen und diese landschaftlich herrlichen und ethnographisch so lehrreichen Dörfchen in den Wälschen Alpen besuchen, es wäre wahrlich ein gutes Werk! Ihm sei dann als Herberge mein Wirth Balthasar Schneider, ein Bauer mit kurzem Fusse, empfohlen. Das Wort Balthasar wird natürlich abgekürzt, und zwar ähnlich wie in Mittel-Deutschland, in ein zweisylbig Wort, nicht aber in Baiser, sondern, da die „f" und die ,,b" meist in „w" abgeschliffen werden, in „Wolfer"; man „riaft" nicht „vier", sondern „wir".

Des Pfarrherrn Neffe studirt eben in dem Wälschen Udine; wäre es den Deutschen Männern in Innsbruck nicht möglich, den vortrefflichen jungen Mann auf kürzere oder längere Zeit in's Deutsche Seminar zu Innsbruck zu nehmen , damit er sich in seiner Muttersprache wirklich ausbilden könne?

Der Karte nach hatte ich gedacht, dass man von Sauris aus dem Bette des Luniiei entlang hinab nach Petsch (Ampezzo) wandern könne; allein ich hatte mich geirrt „Das kann man nur mit Steigeisen und mit Lebensgefahr thun, in den Felsenengpässen", erwiderte mir der schlanke und doch brustkranke Beppo. Ich war bald als Arzt entlarvt und von da an bis zu meinem Auszuge von Morgens bis Nachts konsultirt worden. „Der Walische Doktor unten in Petsch verlangt 1 Napoleon für einen Besuch und das ist ein Deutscher wie wir." Ich fand auffallend viel Gicht mit Herzaffektionen und eben so auffallend viel Tuberkulose (oder chronische Lungenentzündung); das Doktoriren brachte mich schnell den Leuten näher; wir wurden bald Freunde, man verstand mich besser und ich verstand die, sich nun mehr Mühe gebenden Leute besser. — Es war also nicht möglich, das Lumiei-Thal hinabzumarschiren , der Mittagskofel, wie die Zahrener den langen Bergriesen nennen, der sich zwischen Lumiei und Tagliamento erhebt, musste erstiegen sein; es geschah auf einem'Maulthier; wie stolz war wieder der Zahrener Deutsche, der Herr des Thieres, als er mich und ich ihn verstand, „Beppo, er verstiat uns ja ganz guat", sagt der Muli-Herr zu dem Lungenkranken, der rüstig den kolossalen Rücken mit erkletterte, um alle möglichen Arzneien zu holen in der Stadt.

Der Bergpass ist ein unbeschreibliches Hinderniss fir die Gemeinde, freilich auch gut für die Erhaltung der Sprache. „Er ist noch unser aller Tod", seufzte zuletzt doch Joseph. Oben wuchsen Alpenrosen, zu beiden Seiten gleich hoch grosse Schneemassen (der Pass im Jahre bloss 3 Monate schneefrei) und scharfer Wind. Aber ein paar Schritte weiter unten hinter schützenden Felsen. welch' wunderbare Aussicht! Das ganze Gebirgssystem bis zu den Deutschen Bergen in NO. und O. bei Flitsch in der österreichischen Grafschaft Görz lag aufgerollt. Und welch' herrliche Vordergrundsbilder! Lange konnte ich mich nicht trennen. Nach zweistündigem Abstieg stand ich im Albergo der Signora Susana unten in Petsoh und las ihr aus der Sammlung Italienischer Redensarten vor, was ich wollte. Später half Joseph, der Zahrener, nach. Wiederum fiel mir die Seltenheit des Walscben Typus unten in Petsch auf: riefen sich die Kinder, so antworteten sie nie „si", sondern immer , ja ja." Und eben so bejahte andern Tages der Inhaber des grossen Post-Omnibus von Tolmezzo stets

„ja". Schon vom Omnibus war mir die völlig Deutsche Art der Burgruinen zu Venzone (einst Peisseldorf; aufgefallen; als ich mit der Bahn von Gemona aus nach Venedig hinabeilte, fielen mir erst recht die, ganz Deutschen Charakter tragenden, zahlreichen Burgen um Cividale herum auf den Höfen auf. In Cividale liegt ja auch Gisulf, der edle Longobarden-Herzog, begraben.

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König, G.: Spezialkarte des Kriegsschauplatzes in Bosnien, Serbien, Montenegro und der Herzegowina nebst Griechenland, der Wallachei, der Europäischen Türkei und den angrenzenden Theilen ÖsterreichUngarns und Russlands. 1:2.225.000. Farbendruck. Wien, Perles, 1876. 40 Kr.

König, G.: Spezialkarte des Kriegsschauplatzes. 1 : 2.600.000. Chromolith. Qu.-Gr.-Fo). Wien, Perles, 1876. 0,75 M.

Kriegskarte der Europäischen Türkei, nebst Rumänien, Serbien, Montenegro, Griechenland und den angrenzenden Gebieten von ÖsterreichUngarn und Russland. 1 : 2.500.000. Lith. Imp.-Fol. Wien, Hartleben, 1876. 0,20 M.

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Scheda: Generalkarte der Europäischen Türkei. 13 Blatt. Lith. O.U.Gr.-Fol. Wien, Artaria & Co., 1876. 18 M., das einzelne Bl. a 2 M.

Schlacher, Hauptm.: Karte von Bosnien, Herzegowina, Serbien und Montenegro nebst den angrenzenden Ländern (Bl. XI der grossen Generalkarte von Mittel-Europa.) Farbendruck. Qu.-Fol. Wien, Lechner, 1876. 1 fl. 30 Kr.

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Barbot de Marny, Prof.: Die Fortschritte der geologischen Beschreibung Russlands in den Jahren 1873 und 1874. (Röttger's Russische Revue, 1875, 12. Heft, S. 523—557; 1876, 3. Heft, S. 236—267.)

Becker, A.: Reise nach dem Magi Dagh, Schalbus Dagh und Basardjusi. (Bulletin de la Soc. Imp. des Naturalistes de Moscou, 1875, No. 2, p. 116—138.)

H. Reisebericht, b. Verzeichnis der um Actity, auf dem Schulbus Dagh, Magi Dagh und Basardjusi wachsenden Pflanzen, c. Nachtrag zu dem im Bulletin 2 — 1873 enthaltenen Verzeichnis der bei Baku wachsenden Pflanzen, d. Schmetterlinge und Käfer.

Blau, Dr. 0.: Über Volksthum und Sprache der Kumanen. (Zeitschrift der Deutschen Morgenländiechen Gesellschaft, Bd 29, Heft III u. IV, S 556-587.)

Butler-Johnstone, H. A. M.: A trip np the Volga to the fair of Nijni Novgorod. 8°, 158 pp. with a map and 12 illustr. London, Parker, 1875. 5 s.

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Grigorjew, W. W.: Russlaud und Asien. Sammlungen von Untersuchungen und Aufsätzen zur Geschichte, Ethnographie und Geographie. (In Russischer Sprache.) 8°, 575 SS. St. Petersburg, 1876.

Neben historischen finden wir darin noch folgende Aufsätze: Die WolgaBulgaren; Ueber die Lage von Ssarai, der Residenz der Chane der goldenen Horde; Die Tschuktschen nnd Ihr Land.

Grove, F. C.: The frosty Caucasus. An account of a walk through part of the ränge, and of an ascent of Elbruz in the suramer of 1874. 8°, 352 pp. Ulustrations engr. by Edw. Whymper. London, Longmans, 1875. 15 s.

Hobirk, F.: Wanderungen auf dem Gebiete der Länder- und Völkerkunde. 11. Bd. Russiand. 8°. Detmold, Meyer, 1876. 1,50 M.

Hoffmeister: Das Europäische Russland. Militärische Landes- und Volks-Studie. Gr.-8°. Berlin, Mittler & Sohn, 1876. 1,20 M.

Howorth, H. H.: The basins of the Caspian and the Aral. (Geographica] Magazine, April 1876, S. 106 — 107.)

Iswestija der Kaiserl. Russischen Geogr. Gesellschaft. Bd. XI, Nr. 6, 1875 ; Bd. XII, Kr. 1 und 2, 1876. (In Russischer Sprache.)^

Band XI, He/t 6. Sltzungs-Berfchte der Ethnographischen Abtheilung vom

5. April ; dse Conseils vom 4. Okt. nnd 1. Nov.; der General-Versammlung vom 8. Okt., in weicher Herr J. Janson eine allgemeine Uebersicfat über den Pariser Geographischen Congress gab, und der Vice-Präsldent Herr P. Ssemenow die der Russischen Abtheflung zuerkannten Prämien zur Kenntniss der Gesellschaft brachte; und der General - Versammlung vom 5. November, In welcher Prof. Nordenskiöld Über seine Expedition nach der Mündung des Jenisset und Herr Slndesner über seine Reise zur Erforschung der Wasserstrassen Sibiriens berichteten. — In einem Artikel über neue Chinesische und Mongolische Karten hebt Herr M. Wenjukow besonders folgende Kopien hervor, welche Herr Kormasow, Dolmetscher beim Russischen Consulat in Urga, nach Chinesischen und Mongolischen Originalen angefertigt und eingesandt hat und die ein reiches Material für die Geographie der Mongolei liefern: 1. Eine sehr grosse ausführliche Karte des Almaks Tuschetu-Cban's, 1868 im Auftrage der Chinesischen Regierung von Mongolen Im Manssstabe von tl Werst auf den Zoll entworfen, eine Karte, deren Reproduoirung die Geographie der Mongolei, besonders die des Orchnn-Bassins und des südlich von diesem belegenen Theiles der Wüste Gobi wesentlich vervollständigen würde. 2. Eine grosse Karte der ganzen Mongolei, von der neuesten Karte des Chinesischen Reiches im Maassstabe von 65 Werst auf den Zoll copirt. 3. Eine von Mongolen zusammengestellte Karte der Russisch-Chinesischen Grenze im Westen von KJachta, zwischen den Mongolischen Grenzposten Zagen-ussu und Matcbulbum. 4. Eine gleichfalls von Mongolen angefertigte Karte eines anderen, zwischen den Mongolischen Grenzposten Bajan-bulak und Bütis belegenen Theiles der Grenze. 5 Eine Zeichnung aller Karawanenstrassen zwischen Urga und Kaigan mit Angabe alter Strassenkreuzungen und der Grenzen der Choschune.

6. Zwei Skizzen auf einem Blatte mit vielem geographischen Detail über den im Südosten der See'n Dalal und Bulr belegenen und bis zum Chingan reichenden Thell der Mongolei. 7. Eine Ergänzung zur Karte unter Nr. 2 mit Verzeichnung der Wege durch die Wüste Gobi und aller Stationen. — Literatur der Provinzial-Landtage, von welcher besonders die Artikel über die ländlichen Handwerke (knsstarnaja promyschlennost) im Gouvernement Jarosslawl und im Kreise Poscheclionje dieses Gouvernements hervorgehoben werden. — Von den Mlscellen ist die Berichtigung einiger Punkte In der Berech

nung des Areals des Russischen Reiches von Strelblzki bemerkenswert!!. — In der Bibliographischen Abtheilung wird der „Versuch eines Russisch-KoreanlBcben Wörterbuchs von M. Puzillo" besprochen. Den Anhang bildet die Fortsetzung des Katalogs der Publikationen der Gesellschaft.

Band XII, He/t 1. Sltzungs - Berichte der Statistischen Abtbeilung vom 81. Okthr,, der Ethnographischen Abtheilung vom 12. Nov. und 2. Dez. 1875. — Gutachten der Comralsslon Über das Projekt zur Abfassung eines Geographischen Wörterbuches für Central-Asien. — Sitzungs-Berichte des Consetls vom 30. November und 30. Dezember, der allgemeinen Versammlung vom 3. Dezember 1875 und vom 14. Januar 1876. — Ueber die Vertretung der Anthropologie und Ethnographie auf dem Pariser Geographischen Congress, von W. Malnow. — Bericht über die Thätigkelt der Meteorologischen Abtheilnng der Amu-Darja-Expeditlon, von F. Müller. — Verzeichnis* der Höhen, welche durch das Sibirische Nivellement auf der Strecke zwischen Kansk und Irkntsk bestimmt worden sind, von F. Müller, — Ueber die geologischen Forschungen am Tschulyni, von J. Lopatln. — Streifzüge auf der Malaiischen Halbinsel, von N. Mlklucho-Maclay. — Ueber die Materialien zum Studium der Sprache der Golden, von J. Sacharow. — Ueber die Ableitung einiger geographischen Benennungen In der Krim, von A. Garkawi. — Geographische Skizze des Chanats Chokand, von A. Kuhn. — Die landschaftliche Literatur {Materialien zur Feststellung der Wirksamkeit der Russischen Landschaft — serostwo), von P. Hlltebrandt. — In der Bibliographischen Abtheilung wird die Zeitschrift „Materiaux pour I'hlstolre primitive et naturelle de l'homme", 1876,

1. Lieferung, einer Besprechung unterzogen. — Von den Mlscellen sind zu erwähnen: Das barometrische Nivellement der Mongolei, von Paderln. Ausstellung der geodätischen und topographisehen Arbeiten, 1875 im Asiat! cheo Russland ausgeführt. Neue statistische Angaben über Japan, von M. Wenjukow. — Als Anhänge sind die Fortsetzung des Katalogs der der Geographischen Gesellschaft gehörigen Bibliothek und der Rechenschaftsbericht über die Tbätigkeit der Gesellschaft für das Jahr 1875 beigegeben.

Der letztere enthält In seinen acht Kapiteln Folgendes: 1. Nekrologle;

2. Kurze Berichte Über die Resultate der von der Gesellschaft entsendeten Expeditionen (Sibirisches Nivellement, Olenek-Exueditlon, Amu-Darja-Expeditlon, Reisen des Herrn Mikincho -Mactay im Stillen Ocean und Expedition zu den Flüssen Ket und Tschulyin). 3. Mittheilungen Über die Publikationen der Gesellschaft. 4. Nachrichten Über die allgemeinen Versammlungen. 5. Resultate der Beschäftigungen der Abtheilungen. 6. Ueber die Beteiligung der Gesellschaft an dem Pariser Geographischen Congress. 7. Bekanntmachung der ertheilten Preise. 8. Nachrichten Über die Geldmittel und deren Verwendung.

Dazu kommen verschiedene Beilagen.

He/t 2. Bericht der Commlaslon für Gefängnlss-Statisttk an die Statistische Abtheilung. — Sltzungs-Berichte der Commission zur Erforschung der volkstümlichen Rechtsgewohnheiten vom 17. Februar, des Conseils vom 31. Januar, der allgemeinen Versammlung vom 4. Februar 1876, der Statistischen Abtheilung vom 10. Dezember und der Ethnographischen Abtheilnng vom 13. und 18. Dezember 1875, 24. Januar und 22. März 1876. — Eine Mittbelluug des Herrn J. A. Ssosnowski über die von ihm geführte Expedition nach China, welche die Aufgsbe hatte, die Wege von Saissan durch die Dschungarei uacb der Chinesischen Provinz Ssy-tsohuan nnd die Bedeutung der Dtinganen-Bewegung im Interesse des Russischen Handels zu erforschen. — Ueber die Feier der Sswjatki (Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr) von Selten der Kaufleute und Bürger der Stadt Kasan. — Vorläufiger Bericht des Herru A. Tscbekanowskl über die Lena-Olenek • Expedition. — Ethnologie, Geschichte der Geographie und geschichtliche Geographie auf der Geographischen Ausstellung in Paris, von W. Malnow. — Der Weg von der Stadt Akssu über Jarkent nach Ladak , von M. Wenjukow. — Materialien zum Sfudlum der Tbätigkeit der Russischen Landschaften, von P. Hlltebrandt. — Von den Mlscellen Ist der Artikel „Geographische Thätigkelt in Nord - Amerika" von M. Wenjukow zu erwähnen. — Beigegeben wind die Fortsetzungen der Kataloge der Bibliothek der Russ. Geogr. Gesellschaft von Hlltebrandt und Melgunow und der Literatur der Russischen Geographie, Statistik und Ethnographie von W- Meschow.

Iswestija der Kaukasischen Abtheilung der Kaiserl. Russischen Geogr. Gesellschaft, Bd. III, Nr. 4 (1874) und Nr. 5 (1875); Bd. IV, Nr. 1, 2 und 3. (1875). (In Russischer Sprache.)

Band III, He/t 4, enthält folgende Artikel: Das zweite Jahr des Betriebes der PotlTifllser Eisenbahn, von N. Palibln. — Bemerkungen Über die im Kaukasus gefundenen Waffen der Steinzeit, von J. Weidenbaum. — Die Ruhr und deren Hellung in Imeretien (hus dem Protokoll der Medizinischen Gesellschaft). -■ Der Kanal des Generals Kachanow, erbaut zur Ueberrleselung der 10.800 Dessjatlnen messenden Landschaft Arasdajan im Gouvernement Eriwan, voo W. Kamsarakan. — Beobachtung des Venus - Durchganges In Teheran, Ton J. Stehnlzki. — Reise Im Kaukasus und in Trans- Kaukasien, von J- JTscherny. — Hill: über den Atrek. — In der Bibliographischen Abtheilung werden folgende Werke beurtheltt: Geologische Beobachtungen auf Reisen, Im Kaukasus im Jahre 1873, von H. Ablch; Memoiren der Kaukasischen Abtheilnng der Kaiserl. Russ. Geogr. Gesellschaft, Bd. V (1S73/74); Dle Kaukasische Eisenbahn (Moskauer Zeitung); Voyage d'hiver au Caucase (Revue des deux tnondes); Die Flora unserer Central - Asiatischen Besitzungen, von J. Kirejewski; Die statistische Karte des Gouvernements Stawropol, von J. Bentoweki u. a. Eine Beilage bringt den Nekrolog des am IL April l»70 verstorbenen D. J. Kowalenski, Geschäftsführers der Kaukasischen Abtheilung der Russ. Geogr. Gesellschaft.

He/t 5 enthält folgende Abhandlungen: Auszug aus dem Bericht der Kaukasischen Ahtheilung für das Jahr 1873/74, in welchem die Theilnahme der Kaukasischen Truppen an dem Feldzuge nach Chiwa*, die hierbei gewonnenen wissenschaftlichen Resultate und Überhaupt die Leistungen auf dem Gebiete «« Geographie des Kaukasus in gedrängter Uebersfcht hervorgehoben weJj£eFj Weiteres zur Gesabichte der Gletscherlawinen des Kasbek, von J. Weidenbaum. — Ueber den Artikel „Lasistan" in der Iswestija der Kaiserl. »»**■ Geogr. Gesellschaft (Nr. 8, 1874). - Verzeichniss der vom Consul Bakuhn >n der Umgegend von Asterabad gesammelten Pflanzen, von R. Trautvetter. Protokolle der Sitzungen.

Band IV, He/t 1, enthält folgende Beiträge: Rekognosclrung des Usbol (des alten Bettes des Amu-Darja). Aus dem hier mitgetheilten Auszuge aus oe" Bericht des Chefs der Rekognosclrung, des General - Majors Lomakin, giebt sich, dass eine starke Truppenabthellung am 16. Mai 1875 aus Krasnos

wndsk ausrückte, am 30. Mai den Usboi erreichte and längs desselben vor-
rückte. Bis zum Brunnen Bala-Ischem lässt sich deutlich das zwischen hohen
Sandhligelufern belegene Bett eines grossen Stromes erkennen, dessen Wasser
man eben abgelassen zu haben scheint, und das zur Hälfte mit grossen See'n
gesalzenen und süssen Wassers bedeckt Ist. Da das Gros der Abtheilung am
Brunnen Igdy zurückblieb und nur das eigentliche Rekognoscirungs-Detache-
ment welter vorrückte, ist die nachfolgende Beschreibung des Usbai von dem
Topographen Lupandin, der die Aufnahme gemacht, geliefert worden. Oie-
selhe ist nm so interessanter, als der Usbai von Bala-Ischem bis zum See
Sary-Kamysch, in einer Länge von £67 Werst noch unbekannt und eben nur
1820 von N. N. Murawjew und 1863 von Vambery an zwei verschiedenen
Punkten überschritten worden war. Nach dem Bericht des Herrn Lupandin
behält der Usboi bis zur Landschaft Iwanek das bereits geschilderte Ansehen.
Von hier ab erheben sich die Sandufer zuweilen bis zu 20 Faden, und 25 Werst
oberhalb Iwanek's besteht die Sohle theils aus Salzmorast, theils aus Felsen
mit einer Beimischung von BlättergypB und Flussmnscheln. Abgesehen davon,
dass ab und zu fliegender Sand das Bett verwebt hat und die das linke Ufer
begleitenden Sandhügelreihen des Kir mehrmals quer hindurchsetzen, hat Herr
Lupandin den Usboi genau verfolgen können, und er meint, dass in das alte
Bett geleitetes Wasser die ihm entgegenstehenden Hindernisse bald beseitigen
würde. Am 17. Juni gelangte er an eine Stelle, an welcher sich ein ehemaliger
mohammedanischer Kirchhof befand, und 20 Werst weiter zeigten sich Spuren
früherer Ueberrieaelungskanäle. Wie einer der Führer als Augenzeuge ver-
sichert, t>el hier in den 1840er Jahren Wasser gewesen; dasselbe habe jedoch
an den tiefsten Stetleu des Usboi nur einen Faden hoch gestanden. Viele
frische Flussmuscbeln, die auf dem weiteren Wege im alten Flussbette gefun-
den wurden, bestätigten diese Angabe. Schliesslich vereinigt sich der Usboi
mit dem nassen Salzmorast Kapiljarn-kul, der mit dem See gleichen Namens
(auch Betendal - göl, von Vambery Schorgöl genannt) zusammenhängt, der
seinerseits wieder mit dem See Sary-Ktmyuch in Verbindung steht. Die Re-
kognosclrung drang bis zur Landschaft Dektscha vor und kehrte von da auf
demselben Wege zurück. Dem Bericht ist auch eine Kartenskizze beigege-
ben. — Besuch der Ruinen der beiden alten Städte Mestorian und Mesched,
Auszug aus einem Bericht des General-Majors Lomakin (siehe Ausführliches
darüber au* demselben Bericht in „Geogr. MItth." 1876, Heft I, 8. 16). — Un-
richtigkeiten in der durch wissenschaftlich erwiesene Thatsachen begründeten
Ethnographie des Kaukasus in dem Werke des Herrn Rittich »Bestand der
Contingente der Russischen Armee", von L. Sagurski. — Peter Karlo witsch
Uslar, von L. Sagurski. — Von den kleineren Mittheilungen heben wir nur
die statistische Angabe hervor, nach welcher die Stadt Wladikawkas im J. 1874
20836 Einwohner (14.324 Männer und 6512 Frauen) In 2109 Häusern zählte.

Heft 2. Zusammenstellung der Nachrichten über den früheren Lauf des Amu-
Darja In das Kaspische Meer. In diesem Artikel gtebt Herr J. StebnizkI zunächst
eine kurze Beschreibung des ausgetrockneten Amu-Darja-Bettes, das nunmehr
In seiner ganzen Länge — in seinem mittleren Theile erst 1875 — erforscht
Ist, Indem er die bis dahin vereinzelt erschienenen Mittheilnngen zusammen-
stellt. Er Bchllesst hieran eine Kritik der Hypothesen, die von Gelehrten
über die Ursachen der Aenderung des Stromlaufes aufgestellt worden sind,
um hierdurch späteren, gründlicheren und wissenschaftlicheren Forschungen
einen Anhalt zu geben. Für Russland hat die Lösung der Frage, ob das
alte Oxus - Bett wieder mit Wasser gefüllt werden könne, allerdings eine
hervorragende Bedeutung, weil davon die Belebung der Trans -Kasplschen
Wüsten nnd die Herstellung eines kürzeren und besseren Weges aus dem In-
nern Kusslands nach dessen Central-Aslatischen Besitzungen abhängt. Dem
Artikel ist eine Kartenskizze vom alten Bette des Amu-Darja im Maassstabe
von 40 Werst auf den Eng). Zoll beigegeben. — Das dritte Betriebsjahr der
Poti -Tifliser Eisenbahn, von N. Palibio. — Bibliographie: Streifzüge im Kau-
kasus, In Persien und in der Asiatischen Türkei, von Freiherr Max v. Thiel-
mann, Dr. jur. Leipzig, 1875. — Geschichte der Deutschen Kolonien in Trans-
Kaukasien. Zum Gedächtniss des 50jährigen Bestehens derselben bearbeitet
von M. Fr. Schrenk, Pastor in Elisabeththal. Titiis 1869. — Reise-Journal J. J.
Tschlrlkow's, des Russischen Commissars bei der Türkisch-Persischen Grenz-
regullrnng 1849 bis 1852. Herausgegeben unter der Redaktion M. A. Gama-
sow's. St. Petersburg 1875. — Der internationale Orientalisten - Congress in
Russland (Aufforderung zur Theilnabme und Programm).

Als Beilage ist die Broschüre: „Die Kaukasische Abtheilung der Kalserl.
Russischen Geographischen Gesellschaft von 1851 bis 1876" beigegeben, die
bei Gelegenheit der Feier des 25jährigen Bestehens der Abtheilung am 10. März
d. J. erschienen ist und eine kurze Geschichte der Gründung und Thätigkelt
dieser Abtheilung enthält.

Eeft 3. Ueber den Gebrauch des Steins und des Metalls bei den Kaukasischen
Völkern. — Aschurada (Rnss.: Aschlr), Uebersetzung des Artikels des Dr Häntz-
sche Im XIL Jahresbericht des Dresdener Vereins für Erdkunde, 1875. — Erinne-
rungen J. J. Cbodzko's hinsichtlich der Besteigung des Ararat im J. 1850. —
In der Bibliographischen Abtbeilung wird die »Reise in den Kaukasus in den
Jahren 1871 nnd 1872" von C. H, v. Geyersburg und das Werk des Dr. C.
Lange „Die Mineralwasser des Kaukasus" besprochen. — Unter den Miscellen
sind die Beschreibung der Insel Tschetschew im nordwestlichen Bassin des
Kaspl-See's und der der Baku'schen Zeitung entlehnte Artikel Über die vulka-
nischen Ausbrüche auf der Insel Lobs im Kaspl-See hervorzuhebeu.
Jertikale, Die Schlammvulkane bei -. Von Th. v. L. (Aus

allen Welttheilen, Februar 1876, S. 155.)
Kaukasus, Der Weinbau im . (Russische Revue, 1876, 2. Heft,

S. 203-206.)

Nach nicht ganz vollständigen Angaben des Kaukasischen Statistischen Comi-
tö's nehmen die Weinberge im Kaukasus eiuen Flächenraum von 82.230 Dess-
jatinen ein, die jährlich 8.826.812 Eimer Wein liefern. Fügen wir für das
Terek-Geblet andere existlrende Angaben hinzu, so würde die Gesnmmtaumme
des im Kaukasus zum Weinbau benutzten Landes sich auf 92.683 Dessjatlnen
belaufen, mit einem Ertrage von 10.268.634 Eimer.

Ker, l>. . Is it possible to unite the Black Sea and the Caspian? (Geo-
graphical Magazine, Januar 1876, p. 11—13.)

Kohn, A., und R. Andree: Sibirien und das Amur-Gebiet. Zweite
gänzlich umgearbeitete Aufl. 8°, 350 und 258 SS. Mit einer ethno-
graphischen Karte des Russischen Asiens, nach Wenjukow, in
1:24.200.000. Leipzig, Spamer, 1876. 9 M., geb. 11 M.

Kohn, A.: Zur Prähistorie Polens. (Globus, Bd. XXIX, 1876, Nr. 5,
S. 68—83.)

Kropotkhin , P.: Abriss der Urographie von Ost-Sibirien. (In Russi-
scher Sprache.) 8°, 91 SS. St. Petersburg, 1873.

Mit einer „Karte vom südlichen Ost • Sibirien , der angrenzenden Mongolei,
Mandseburei und Sachalin" in 1 :6.720.000.

Kropotkhin, P.: Materialien zur Urographie von Ost-Sibirien. Orogra-
phischor Abriss der Bezirke Minussinsk und Krasnojarsk im Gou-
vernement Jenisseisk. (In Russischer Sprache.) 8°, 48 SS. Mit einer
hypsometrischen Karte. St. Petersburg, 1873.

Kuhn, A. v.: Das Gebiet Ferghana, das frühere Ghanat Ghokand. (Rus-
sische Revue, 1876, 4. Heft, S. 329—364.)

Kuhn, A. v.: Das neue Grenzgebiet unserer Mittel - Asiatischen Be-
sitzungen, der Bezirk Namangan. (Russische Revue» 1876, 1. Heft,
S. 108—110.)

Lankenau, H. v. und L. v. d. Oelsnitz: Das Russische Reich in Asien.
Gr.-8°. Leipzig, Spamer, 1876. 6,50 M.

Lankenau, H. v.: Stremouchow's Reise nach Buchara. (Globus,
Bd. XXIX, 1876, Nr. 5, S. 74—77.)

Latkin: Die Baidaratzky- Landenge und ihre Bedeutung für den Sibi-
rischen Handel. (Globus, 1876, Bd. XXX, Nr. 1, S. 11-12.)

Latkin, L.: Sibirische Zustände. Statistisches. (Globus, Bd. XXIX,
L876, Nr. 3, S. 41 -42.)

Lindheim, W. v.: Russland in der neuesten Zeit. Statistische und
ethnographische Mittheilungen. Gr.-8°. Wien, Gerold's Sohn, 1876.

2,40 M.

Lyoklama ä Nijeholt, Chevalier E. M.: Voyage en Rnssie, an Cau-
case et en Perse , dans la Mesopotamie, le Kurdistan, la Syrie, la
Palestino et la Turquie, execute pendant les annees, 1865, -66, -67
et -68. Tome IV. 8°, 712 pp. Brüssel, 1875. 12 fr.

Michell, R.: Ferghana. Fortsetzung. (Geographical Magazine, Juni 1876,
S. 149 — 152.)

Middendorff, Dr. A. v.: Sibirische Reise. Bd. IV. Übersicht der
Natur Nord- und Ost - Sibiriens. TM. 2, Lfg. 3. Die Eingeborenen
Sibiriens. 4°, 250 SS. St. Petersburg, Verlag der Kaiserl. Akademie
der Wissenschaften, 1875.

Hiermit Ist MlddendorfTs grosses Werk, dessen Anfang vor 30 Jahren er-
schien , vollendet. Die vorliegende Schlusslieferong gliedert Ihren Inhalt fol-
gendermaassen: Allgemeines über die Eingeborenen Sibiriens; Jenis'ej-
Ostjaken; Samojeden mit Elnschlnss der Juraken; Dolganen; Tnngusen; Nigi-
dal-Stamm der Chinesischen Tungusen; Jakuten. Beigefügt sind 16 Tafeln
ethnographischer Abbildungen in Lithographie.

Möller, W.: Abriss des geologischen Baues vom südlichen Theü des
Gouvernements Nishegorod. 8°, 88 SS., mit 1 geolog. Karte. St. Pe-
tersburg 1875. (In Russischer Sprache.)

Nordenskiöld's Expedition nach Sibirien. 1875. (Globus, Bd. XXIX,
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Obi, Über das Thierleben des unteren — -— und einige meteoro-
logische Erscheinungen im Karischen Meere. (Globus, Bd. XXIX, 1876,
Nr. 19, S. 299—302.)

Paquier, J. B.: De Caspiana atque Aralica regione Asiae veteres geo-
graphos cum recentioribus conferendos suseepit J. B. P.—, professor
historiae atque geographiae, ad doctoris gradum promovendus. 8°,
88 pp. Paris, Maisonneuve & Co., 1876.

Schwanebach, P.: Statistische Skizze des Russischen Reichs und Fin-
lands. Nach offiziellen Quellen. St. Petersburg, Röttgor, 1876.

1,60 M.
Separat-Abdruck aus den „Statistischen und anderen wissenschaftlichen Mit-
theilungen aus Russland", IX. Jahrg., 187G.

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Sehlingerowa, J.: Ziemie polskie. Lekcye geograni w poluezeniu z
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Karten.

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Mappa Krölestwa Polskiego z oznaeziem odleglosci na drogach zelaznych, bitych i zwyczajnych, uiozona i litografowana przez M. Götz. 1:1.008.000. 1 Blatt. Warschau 1874. Communlkations Karte ohne Terrain, mit Angabe der Distanzen In Wersten.

Radakoff, B.: Hand-Atlas der geographischen Ausbreitung der im Europäischen Russland nistenden Vögel. 1. Lfg. Qu.-Gr.-Fol. Moskau, Lang, 1876. 6 M.

Seidlitz, T. sen.: Isohypsometrische Karte von Livland. (Sitzungs

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Anderson, J.: Narrative of the Two Expeditions to Western China of 1868 and 1875, under Colonel E. B. Sladen and Colonel H. Brown. Mit 1 Karte. 8°, 470 pp. London, Macmillan, 1876. 21 s.

Baker, Valentine: Clouds in the East: Travels and Adventures on the Perso-Turcoman frontier. 8°, 376 pp. London, Chatto & Windus, 1876. 18 s.

Mit 3 Karten: Sketch map of Central Asia shewing the advances of Russin and gradual absorption of the Khanates of Tnrkestan; Map of the Chief strateglcal lines of route between Iodia and Persla and the ludependent Khanates of Tnrkestan; Map of the north eastern frontlers of Persla, embracing also Khiva and the intervening desarts.

Barth, H. v.: Prschewalski's Reisen in der Mongolei und im TangutenLande. (Das Ausland, 1876, Nr. 5, S. 81—85; Nr. 6, S. 109—113; Nr. 7, S. 131—134; Nr. 8, S. 145—150.)

Bataviaasch Genootsohap, Verhandelingen van het - - van kunsten en wetenschapen. Deel XXXVII. 4°, 325 pp. Batavia, Bruining & Wijt, 1875.

Enthält eine Niederländisch-Indische Bibliographie über den Zeitraum 1659 bis 1870, von J. A. van der Cbija.

Beveridge, H.: The district of Bakarganj. 8°, 500 pp., mit 1 Karte.

London, Trübner, 1876. 21 s.

Bizemont, Vicomte H. de: La Chine meridionale et le voyage de

M. Margary. (L'Explorateur, 1876, No. 74, p. 10—12.) Bocca, P.: L'estremo Oriente; impressioni di viaggio. Gr.-8U. Bosco

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Bohr, Dr. E.: Japan. Fortsetzung und Schluss. (Aus allen Weltthei

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tique. Carte indiquant differents traees projetls et figurant les

principales lignes existantes. Paris, Monrocq, 1876. Borggreve, B.: Nochmals das Federnland Herodot's. (Das Ausland,

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No. CXX1V, April 1876.) Brehat, A. de: Souvenirs de l'Inde anglaise. 12°, 309 pp. Paris,

M. Levy, 1876. 3 fr. 60 e.

Bretschneider, E.: Archaeological and historical researches on Peking

and its environs. 8°, 63 pp., mit 5 Kärtchen. Shanghai, Americ.

Presbyt. Mission Press, 1876.

Enthält ansser einer kurzen Einleitung: Uistory of Peking and its names

at different tlmes (im Jahre 1409, wo der Kaiser Yung-le die Residenz von Nan-klng hierher verlegte, entstand der Name Pei-king. Es ist jedoeb zu bemerken, dass der Name Peking heutzutage kaum von Chinesen gebraucht wird. Die Gebildeten kennen ihn natürlich, aber man nennt die Stadt heute stets King-ch'eng oder King-tu, beides gleloh „Hauptstadt"); The posltlon and the remains of ancient Peking; On tbe water oonveyances oonnecting Peking in anoient times wlth the great rlver System of China; The bridge Lu-kou K'fao and the Uun Ho or Sang-kan river. wlth the road to Shang-tu.

Bretschneider, Dr. E.: Notices of the Mediaeval Geography and History of Central and Western Asia. Drawn from Chinese and Mongol Writings, and compared with the Observations of Western Authors in the middle Ages. 8°, III—233 pp., mit 2 Karten. Shanghai, 1«76. (London, Trübner). 12 sh. 6 d.

Bretschneider, B.: On the Knowledge possessed by the Ancient Chinese of the Arabs and Arabian Colonies, and other Western Countries mentioned in Chinese Books. 8°. London, Trübner, 1876. 1 s.

Bühler's, Dr. Reise nach Kaschmir. (Globus, Bd. XXIX, 1876,

Nr. 9, S. 134—137; Nr. 10, S. 148—151.)

Capitaine, H.: La ville de Mascate. (L'Explorateur, 1876, No. 66, p. 472—474.)

Cee, P.: La Cochincuine (Correspondant maritime, 10 dec. 1875)

Centeno y Garcia, J.: Memoria geolögico-minera de las islas Filipinas. Publicada de Real orden. 4°, VIII—61 pp., mit 1 Karte. Madrid, Manuel Tello, 1876. — Nicht im Handel.

Ceylon. A General Description of the Island; Historical, Physical, Statistical. By an OfBcer late of the Ceylon Rifles. 2. Bde. 8°, 860 pp., mit 1 Karte. London, Chapman & Hall, 1876. 28 s.

Choutze, T.: Pekin et le Nord de la Chine. (Le Tour du Monde, 1876, Ni. 801, 802, 803, 804, p. 305—368.)

Cotard, Ch.: Chemin de fer Central-Asiatique. (L'Explorateur coram. et geogr., 1876, No. 50, p. 25 — 29.)

Bespricht die projektiven Linien i Suedieh bei Aleppo— Euphrat-Thal—Basra; Skutari — Karratschi; Skutari—Erzerum—Teheran—Herat—Kandahar—Tscblckapur; Wladtkawkas— Tiflis—Persien; Saratow—Kbiwa—Amu-Darja; Nischni Nowgorod — Jekaterinburg — Tjumon — Taschkend — Kotschend — Satnarkand— Balkh—Taktapul—Pisohauer.

Climming, Miss. C. F. Gordon: From the Hebrides to the Himalayas; eighteen months' wanderings in Western isles and Eastern bighlands. 2 vole. 8°, mit Illustrat. London, Low, 1876. 42 s.

Cunningham, A.: The ancient geography of India. I. The Buddhist Period, including the Campaigns of Alexander and the Travels of Hwen Thsang. 8°, XX—590 pp., mit 13 Karten. London, 1876.

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