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ihren Conimissär ernannt oder man keines ßegierungsCommissärs beuöthigt hätte. Es sei fern von uns, ruhmredig die geographischen Leistungen Deutschlands hervorheben zu wollen, aber sicher wäre es für uns Deutsche weniger beschämend gewesen, wenn sich unser Land überhaupt nicht bei der Ausstellung betheiligt hätte. Hoffentlich werden sich die Deutschen Behörden das nächste Mal um so eifriger bemühen, der Wiederholung einer solchen Beschämung vorzubeugen, denn abgesehen von der Bestellung eines Commissärs, muss die Regierung ihren Staatsanstalten wenigstens die Betheiligung erlauben und ihnen die dazu nöthigen Mittel gewähren, wenn eine künftige Ausstellung für Deutschland befriedigend ausfallen soll; unmöglich können wir glauben, dass die Reiehsregierung irgend ein Bedenken tragen sollte, die offiziellen Karten in einem anderen Lande auszustellen, ein solcher beschränkter iStandpunkt machte sich in längst vergangenen Zeiten allerdings überall geltend, kann aber heut' zu Tage nur bei Unkundigen bestehen '), die nicht wissen, dass die offiziellen Karten aller Länder käuflich, mithin in den Händen aller derer sind, die sie brauchen. Von allen Deutschen StaatsAnstalten hatten nur das neue Geologische Institut in Berlin , die Statistischen Bureaus von Preussen und Bayern und die Ministerial-Commission zur wissenschaftlichen Untersuchung der Deutschen Meere ausgestellt; der einzige Vertreter Deutscher topographischer Aufnahme-Karten war ein Band mit Messtischblättern des Königreichs Sachsen, wie sie zum Zweck der geologischen Aufnahme dieses Landes zur lithographischen Vervielfältigung gekommen sind.

Nicht besser, ja im Verhältniss zu seinen thatsächlichen Leistungen noch dürftiger war England auf der Ausstellung vertreten. Neben der glänzenden Französischen und der reichen, interessanten Russischen Abtheilung musste die Englische auf den unkundigen Beschauer den Eindruck machen, als ob die Geographie in dem Weltreiche, das dem Areal nach dem Russischen Länderkoloss gleichstehend, an Bewohnerzahl ihm dreimal überlegen ist, einen höchst kümmerlichen Boden gefunden habe, als hätte sich England um die Erforschung seiner weitläufigen Besitzungen und der übrigen Welt wenig bekümmert; Verlags-Anstalten und Private hatten sich fast gar nicht betheiligt, nur die Anstrengungen des Indischen Amtes, der Gesellschaft zur Erforschung Palästina's, der Londoner Geographischen Gesellschaft und des Hydrographischen Amtes bewahrten die

') In einem Artikel der National-Zeitung vom 14. August 1875, der nur die Ansichten des Verfassers, aber schwerlich die irgend eines anderen Congress-Mitgliedes wiedersieht, heisst es: „Dass der Deutsche Oeneralstab mit seinen musterhaften topographischen Aufnahmen auf einer Pariser Ausstellung nicht vertreten sein konnte, liegt allerdings auf der Hand'.'

Englische Abtheilung vor gänzlichem Mangel, denn auch die topographischen Landesaufnahmen waren nur andeutungsweise vertreten. Nun ist es aber bekannt genug, dass England seit lange und immer noch bei weitem die grössten Verdienste um die Erforschung der Erdoberfläche sich erwirbt, seine Vermessung der Küsten und Häfen aller Erdtheile, seine Erforschung der Meere blieben bis in die neueste Zeit fast ohne nennenswerthe Conkurrenz, seine Entdeckungsreisenden haben unbestritten die meisten Erfolge aufzuweisen, seine Geographische Gesellschaft ist das unerreichte Muster für alle anderen, die Anstrengungen zur Erforschung und detaillirtA kartographischen Darstellung des Landes in Indien und Hochasien, in Australien, SüdAfrika , Nord-Amerika geben den Russischen, auf ein einheitlicheres Gebiet gerichteten Thaten auch in der Jetztzeit nichts nach, und die Topographie, Geologie, Meteorologie des Mutterlandes werden entsprechend der alten Kultur mit einer eingehenden Sorgfalt gepflegt, wie sie in Russland zur Zeit noch unmöglich ist. Für die wenigen Engländer , die den Congress besucht haben, mochte übrigens das Zurücktreten ihrer Ausstellung gegenüber der anderer Länder weniger schmerzlich sein, als uns Deutschen, die ganze Welt kennt und schätzt Englands unvergleichliche Leistungen auf dem Felde der Geographie, es steht zu hoch, als dass sein Renommee durch eine mangelhafte Betheiligung an einer Ausstellung leiden könnte, während die Leistungen Deutschlands wohl bei den Fachgenossen, aber ungleich weniger allgemein bekannt sind. Englands Seekarten befinden sich in den Händen aller Seefahrer, die Namen Cook, Franklin, Livingstone sind den Schulkindern aller Nationen geläufig;

Eben so würde man den Vereinigten Staaten von NordAmerika sehr unrecht thun, wollte man ihre geographischen Leistungen nach den wenigen Publikationen beurtheilen, die sie zu der Pariser Ausstellung entsendet hatten. Das Signal Office als ein noch junges Institut legte seine schönen meteorologischen Arbeiten vollständig vor, einige ältere Staats-Anstalten begnügten sich mit Proben' ihrer Thätigkeit, Private waren nur durch Walker's bewundernswerthen statistischen Atlas und eine Übersichtskarte "der Vereinigten Staaten vertreten, die Lücken an den Wänden des kleinen Zimmers mussten deshalb mit Abbildungen des Kapitols von Washington, von Postgebäuden und dergleichen ausgefüllt werden. Hätte Amerika seine grossartigen topographischen und geologischen Staatsaufnahmen, die prachtvollen Publikationen über die Rekognoscirungs-, Nivellirungs-, geologischen und naturhistorischen Expeditionen im Westen seines Gebietes, die seit einer langen Reihe von Jahren alljährlich dort "mit grossem Aufwand an Kräften und Geld thätig sind, in annähernder Vollständigkeit ausgestellt, seine Abtheilung würde der Russischen Nichts nachgegeben haben. Fort und fort erhält die Perthes'sche Anstalt aus den Vereinigten Staaten eine stets mehr anschwellende Fülle des vorzüglichsten Kartenmaterials, und wir sind überzeugt, dass wenn sich Amerika bei einer späteren Geogr. Ausstellung in würdiger Weise repräsentirt, man eben so über die ungeahnte Höhe seines geographischen Standpunktes staunen wird, wie in Paris über Russland.

Wir nehmen Russland zum Vergleich sicherlich nicht, um den Werth seiner Ausstellung herabzusetzen, sondern weil es nächst Frankreich nach allgemeinem Urtheil den ersten Rang auf der Ausstellung einnahm und weil in verschiedenen Berichten die Überraschurg, das Erstaunen über seine geographischen Leistungen ausgesprochen wird. Dieses Erstaunen bekundet, dass die Berichterstatter vorher wenig Gelegenheit gehabt hatten, die grossartigen Anstrengungen, die Russland in neuester Zeit für die Erforschung des eigenen Landes und der angrenzenden Gebiete Asiens gemacht hat und fortdauernd macht, kennen zu lernen. Dank der Gefälligkeit Russischer Behörden und Privaten, die seit lange viele ihrer Kartenwerke an die Perthes'sche Anstalt schenken, war uns die grosse Produktivität Russlands schon bekannt und es konnte uns nicht verwundern, mehr auch für uns Neues in der Russischen Abtheilung zu finden als in jeder anderen, und obwohl manches Alte, sofern es nicht von speziellem Interesse für die Geschichte der Geographie war, ohne Schaden hätte wegbleiben können, so muss doch im Allgemeinen die Art, wie Russland ausgestellt hat, als Muster bezeichnet, werden. Namentlich ist auch anderen Ländern für künftighin zu empfehlen, werthvolle Neuigkeiten schon im Manuskript vorzulegen, ihre Karten nicht in Atlanten zusammen zu binden, sondern so viel als möglich an die Wand zu hängen und bei den Vorbereitungen wie beim Aufstellen eben so wenig mit Geld zu sparen wie Russland und Frankreich.

ffist&rüch-geographisches Kartenmaterial. — Eines wichtigen Punktes möchten wir hier nur mit wenigen allgemeinen Worten Erwähnung thun. Wer, wie wir, mit der stillen Hoffnung nach Paris gegangen war, in der Ausstellung neues historisch-geographisches Kartenmaterial, d. h. also: kartographische Darstellungen verschiedener Perioden der Landesgeschichte, und speziell für das Mittelalter und die neuere Zeit, kennen zu lernen, — der wird sich bitter getäuscht gesehen haben. Der Mangel an derartigen Erzeugnissen der Kartographie war in der That auffallend und ganz dazu angethan, uns in der, bei Neubearbeitung des grossen v. Spruner'schen histor.-geographischen Hand-Atlas gemachten Erfahrung zu bestärken, dass in dieser Richtung überhaupt, und in fast allen civilisirten Ländern, noch ausserordentlich viel zu thun bleibt. Der oben er

wähnte Atlas ist und war auch auf der Ausstellung der einzige, welcher diese Lücke hisher auszufüllen bemüht war, welcher die Geographie der für die moderne Kultur so ungemein wichtigen Periode des Mittelalters und der neuen Zeit darzustellen versucht. Wenn die Geographie der Alten Welt Feder und Zeichnenstift vieler der bedeutendsten Gelehrten in Bewegung gesetzt hat — wir erinnern nur an die bewunderungswürdigen sauberen Manuskript-Zeichnungen des Altvaters historischer Geographie d'Anville und die Karten Vivien de St. - Martin's in der Französischen, — oder an die berühmten Atlanten und Karten Heinrich Kieperts und Th. Menke's in der Deutschen Abtheilung der Ausstellung, — so ist für eine einheitliche kartographische Darstellung zum Studium der erwähnten Perioden eigentlich noch gar nichts geschehen. Ausser Deutschland haben nur die Niederlande, die Schweiz und Schweden gute Original - Atlanten zur Geschichte ihres Volkes aufzuweisen und mit diesen Arbeiten, wie in dem spezielleren Bericht unten gezeigt werden soll, auch die Ausstellung beschickt, — die gesammten Romanischen Lande dagegen, ja selbst GrossBritannien und das im Übrigen so glänzend vertretene Russland und Österreich-Ungarn, begnügten sich bisher nur mit. Reproduktionen des „grossen Spruner" in SchulAtlasform, oder brachten selbstständige Erzeugnisse von untergeordnetem , meist zweifelhaften Werth und waren auf der Ausstellung mit diesen oder ein paar historisch-geographischen Skizzen einzelner kleiner Gebiete und Städte von speziellstem wissenschaftlichen Interesse, vertreten.

Wenn man also nicht laut, genug seine Freude darüber äussern kann, dass die Geographie, als Erkenntnisswissenschaft der gesammten Erdoberfläche und des modernen Völkerlebens, sich so ungemein rasch und energisch selbstständig gemacht hat, wie Leporello „nicht länger Diener sein will", so werden doch Viele in unser Bedauern mit einstimmen müssen , dass sie gerade auf dem Gebiet der comparativen Territorial-Geschichte, wo sie immer als Dienerin betrachtet wurde und auch ferner betrachtet werden muss, noch unverhältnissmässig weit hinter den Anforderungen zurückbleibt, welche die gleichfalls so mächtig an Umfang und Tiefe zunehmende Geschichtserforschung des Mittelalters mit Recht an sie stellen kann. Möchten doch nach Vorgang eines Meyer von Knonau in der Schweiz, Mees in Holland, Piot in Belgien, v. Spruner, Menke, Böttger u. A. in Deutschland, so auch in Frankreich, England, Italien und Russland sich bald Gelehrte bereit finden, eine den Grundsätzen der heutigen historischen Kritik und Methode entsprechende kartographische Klarlegung der verwickelten politischen, kirchlichen, dynastischen Veränderungen derselben in den verflossenen Jahrhunderten zu versuchen, möchten sich zu dem Zweck aber auch — und das scheint uns freilich die Hauptsache — in diesen Ländern Verleger finden, die wie Justus Perthes in Gotha bereit wären, nicht unbedeutende Opfer an Zeit, Mühe und Geld zu bringen, welche derartige, von allen Historikern unserer Tage sehnlichst gewünschte Kartenwerke allerdings vorerst erfordern würden. •

Prämiirung. — Wie bei anderen Ausstellungen fand auch bei dieser eine Preisverteilung Statt. Die zu diesem Zweck gebildete Jury war zusammengesetzt aus 21 Französischen Mitgliedern, die von der Exekutiv-Commission der Pariser Geogr. Gesellschaft (Vice - Adrairal Baron de la Ronciere Le Noury, Präsident der Gesellschaft und des Congresses, Delesse, Präsident der Central - C'ommission der Gesellschaft, Levasseur, Vice-Präsident derselben, de Quatrefages, Ehrenpräsident der Gesellschaft und Vicepräsident des Congresses, William Martin, Vorsitzender der Rechnungs-Sektion, Maunoir, General-Sekretär der Gesellschaft und des Congresses, Baron Reille, General-Commissär des Congresses) ernannt waren, aus fremden Mitgliedern, die von den Regierungen der ausstellenden Länder ernannt die Zahl 7 für jedes Land nicht überschreiten durften, ferner aus dem General-Sekretär der Pariser Geogr. Gesellschaft, Hülfssekretären der Central-Commission, dem General-Commissär des Congresses, Special-Commissären, Gruppen-Commissären der Ausstellung und den fremden RegierungsCommissären. Sie zerfiel gleich dem Congress in 7 Gruppen oder Sektionen, dereu jede drei Französische Mitglieder, je einen Vertreter jedes ausstellenden Landes, nebst einem Gruppen-Commissär zählte und an deren Sitzungen auch die fremden Commissäre theilzunehmen berechtigt waren.

Dem Reglement gemäss mussten die sieben Gruppen ihre Arbeiten in dem kurzen Zeitraum von Montag den 26. Juli Mittags bis Freitag den 30. Juli Abends beendigen, eine fast unlöslich scheinende Aufgabe, wenn man die Masse der ausgestellten Gegenstände bedenkt. In der That mussten durchschnittlich fünf Länder täglich durchgenommen werden. Eine eingehende Prüfung an Ort und Stelle war unter solchen Umständen unmöglich, die Aufgabe wurde aber durch die Organisation der Jury und das eingeschlagene Verfahren sehr erleichtert. In jeder Landes-Abtheilung machten die Vertreter des betreffenden Landes die Jury-Gruppe auf die zu ihrem Ressort gehörenden Gegenstände aufmerksam, erläuterten deren Wesen und Bedeutung und machten dann in der Sitzung Vorschläge hinsichtlich der Prämiirung. Da die meisten Mitglieder Fachmänner waren, kannten sie schon viele der ihrer Beurtheilung unterstellten Objekte, auch wurde die Zahl derselben dadurch wesentlich vermindert, dass in der Regel nur seit 1870 publicirte oder entstandene Objekte berücksichtigt wurden. Diese Beschränkung auf die letzten Jahre ist ge

wiss auch für künftighin festzuhalten, wogegen eine Befolgung des Vorschlages, überhaupt nur ganz Neues auf die Ausstellung zu schicken, schon um deswillen zu bedauern wäre, weil die Gelegenheit fortfallen würde, die für die Geschichte der Geographie so interessanten älteren und ältesten Werke, wie sie namentlich Holland, Frankreich und Schweden beigebracht hatten, zu sehen, und weil man kein Bild mehr von der Gesammtthätigkeit einer Anstalt bekäme.

Die schlimmste Klippe, an der die wünschenswerthe Unparteilichkeit in der That auch wiederholt scheiterte, war die höfliche Rücksicht der Nationen gegen einander. Die Staatsanstalten zumal bekamen, wenn sie nur einigermaassen ausgestellt hatten, die höchste Auszeichnung (lettre de distinction), einerlei, ob sie bereits viele Jahre segensreich gewirkt oder ihre Thätigkeit kaum begonnen, ob sie Bedeutendes oder Unbedeutendes geleistet hatten. So erhielt z. B. der Türkische Generalstab für seine Karten von Montenegro und der Türkisch-Griechischen Grenze dieselbe höchste Auszeichnung wie das Depot de la guerre von Frankreich, das Hydrographie Office von England, das • Kriegsministerium von Russland &c. für ihre grossartigen Kartenarbeiten. Hatte ein Land nur wenig ausgestellt, so bekam es unverhältnissmässig viele Preise, um es doch in der Preisliste nicht gar zu sehr zurückstehen zu lassen; Hawaii erhielt für ein paar unbedeutende Sachen, darunter photographische Ansichten und Briefmarken, eine lettre de distinction, damit dieser kleine Staat nicht leer ausgehe, und eine zwar elegante, aber mit ihrem doppelten Bahrbela-ma in der Libyschen Wüste, einem grossen See oben auf dem Marra-Gebirge in Darfur und anderen phantastischen Erfindungen an die famose Miani'sche Karte erinnernde Übersichtskarte des Nilgebietes von Dumas Vorzet wurde durch eine Mention honorable ausgezeichnet, weil Ägypten nur durch diesen Gegenstand vertreten war. Diese ängstliche Rücksichtnahme auf die verschiedenen Nationalitäten wurde natürlich durch die Anwesenheit der RegierungsCommissäre erhöht, von denen noch dazu einige ohne Sachkenntniss und einzig auf den Nutzen ihres Landes bedacht waren. Indess kam die nationale Eitelkeit nur selten an die Oberfläche, ein höfliches Entgegenkommen war die Regel, das Verlangen und Fordern die unangenehm berührende Ausnahme. Besonders zeichneten sich auch in der Jury die Französischen Mitglieder durch Zurückhaltung des eigenen nationalen Interesses aus und in der That haben die Französischen Aussteller im Verhältniss zu ihrer Zahl nur einen massigen Theil der Prämien davongetragen, wie die nachstehende, aus der offiziellen Liste zusammengestellte Tabelle sowohl in den Prozentsätzen als namentlich bei Betrachtung der höheren Auszeichnungen beweist.

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Ausser den in der Tabelle summirten Prämien vertheilte die Exekutiv-Commission ohne Zuthun der Jury eine Lettre de distinction an das Museum von Alterthümern aus Khmer in Cambodja, die von Doudart de Lagree, Fr. Garnier und Delaporte nach Frankreich gebracht und in Compiegne aufgestellt sind — bis jetzt ein Unicum in Europa — und eine goldene Medaille an Payer und Weyprecht. Vielfach wurde bedauert, dass sich die Commission nicht veranlasst gesehen hat, auch einem der anwesenden grossen AfrikaReisenden, namentlich Nachtigal, eine gleiche Auszeichnung zu Theil werden zu lassen.

Es Hesse sich wohl die Frage aufwerfen, ob nicht die Prämiirung in Zukunft ganz fortfallen könnte. Der Geographische Congress soll ein wissenschaftlicher sein, die Ausstellung soll dem Fachmann Gelegenheit bieten, Arbeiten und Publikationen in Augenschein zu nehmen oder von ihnen Kenntniss zu erhalten, die er unter gewöhnlichen Verhältnissen kaum je oder nur mit einem grossen Kostenaufwand zu sehen bekommt. Der Aussteller wird seinen Lohn in der Anerkennung der Fachmänner aus allen Ländern finden, die, wie es sich doch bereits beim Pariser Congress gezeigt hat, sich beeilen werden, ihre Landsleute auf interessante und wichtige Erscheinungen aufmerksam zu machen. "Welchen "Werth kann es für die grossen Institute und Staatsanstalten haben, eine lettre de distinction davon zu tragen, wenn, wie oben angedeutet, der Courtoisie der einzelnen Nationen gegen einander die Objektivität des Urtheils im wissenschaftlichen Sinn geopfert wird? Was kann dem einzelnen Forscher oder Gelehrten an einer Medaille oder Ehrenerwähnung gelegen sein, wenn er sich sagen muss, dass Männer von gleichem Verdienst lediglich aus dem Grunde leer ausgegangen sind, weil nicht sie selbst, sondern die Verleger ihre Werke ausgestellt haben. Ein Preis, wie er hier ertheilt worden ist, kann also nicht entfernt in Vergleich gestellt werden mit der Prämiirung von Seiten einer geographischen oder anderen wissenschaftlichen Gesellschaft, die unter der Zahl der scheinbar Gleichberech

Petermann's Oeogr. Mittheilungen. 1876, Heft I

tigten, mit Sorgfalt die Leistungen der Einzelnen abwägend, die Auszuzeichnenden auswählt.

Soll aber dennoch das bisherige System beibehalten werden, so dürfte es sich wenigstens empfehlen, der Jury einen längeren Zeitraum zu ihrer Arbeit zu gönnen.

(Fortsetzung folgt.)

Anhang.

Verzeichnisi der in Pari» versammelt gewesenen Mitglieder. — Das nachstehende Verzeichniss hat zur hauptsächlichsten Grundlage eine durch die nie ermüdende freundliche Gefälligkeit des General - Sekretärs des Congresses, Ch. Maunoir, uns zugegangene Zusammenstellung in Manuskript, eine die Reglements und Commissariate enthaltende offizielle Schrift „Congres international des sciences geographiques, Paris 1875" und die Liste der Jury-Mitglieder in der „Liste des recompenses accordees par le jury international, Paris 1875". Es kann noch keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit und Correktheit machen. Bei den Namen der Französischen Mitglieder ist der Wohnort nur beigesetzt, wenn er nicht Paris ist.

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Manceaux, H., Mons.

Michel, Capit.

Tan Raemdonck, Dr. J. St. Nicolas, Waes.

de Kasse, Baron II , Paris.

Ruelens, Bibliothekar Ch . Brüssel.

van Ryssclberghe, Fr., Prof. an der Navigations-Schule, Ostende.

de Schontheete, Chevalier, President du Cercle de Waes, St. Nicolas, Waes.

de Selys, Edm., Senator, Lüttich.

de Selys, Dr. W., Lüttich.

Chile.

Pissis A., Chef der Landesaufnahme Santiago de Chile.

Columbien. de Gogorza. Uricoechea, Dr. E.

Costa Rica. Peralta, M., Geschäftsträger in London.

Dänemark.

Borring, Prof. L. E. St., Kopenhagen.

Krslev, Prof. Edm., Kopenhagen.

Hoffmeyer, Capit., Direktor des Meteorol. Instituts, Kopenhagen.

Reck, Premier-Lieut. A. B., Kopenhagen.

Schmidt, Prof. Dr. W., GeneralSekretär des Congresses, Kopenhagen.

Wroblewski, Dr. med. J., Kopenhagen.

Deutsches Reich.

Arnesc, V., Repräsentant des Krakauer Alpenklub, Uscikowo, Posen.

Baumann, Major, Berlin.

Behm, E., Gotha.

Deutsch, Prof. Dr. 0., Leipzig.

Doergens, Ingenieur R., Berlin.

Engel, Geh. Ober-Reg.-Rath, Direktor des Preuss. Statist. Bureau's, Berlin.

Faucher, Dr. J., Berlin.

Fischer, Dr. Th., Bonn.

Friederichsen, L., General-Sekretär der Geogr. Ges., Hamburg.

Gerth, C. F. G., Oberlehrer, Freiberg.

Glogau, Dr. H., Präsid des Vereins für Geographie, Frankfurt a. M.

Grad, Ingenieur Ch., Logelbach im Elsass.

Grisebach, Hofrath Prof. Dr. A., Göttingen.

Hanemann, Fr., Gotha.

Harms, Direktor, Hamburg.

Hassenstein, Br., Gotha.

Hauchecorne, Oberbergrath W., Direktor derGeolog. Anstalt, Berlin.

Hellwald, Fr. v., Redactcur des Ausland, Cannstadt.

Henning, Ingenieur-Hauptmann A., Berlin.

Hepke, Dr. R. F., Geh. Legationsrath, Berlin.

Holinski, AI., Paris.

Karsten, Prof. De. G., Kiel.

Kiepert, Prof. Dr. H., Berlin.

Kieport, Dr. R., Berlin.

Krauss, Oberstudienrath Prof. Dr.,

Stuttgart.
Künne, Buchhändler C-, Berlin.
Laubert, Schuldiroktor Ed.
Laubort, Schuldirektor K., Frank-
furt a. 0.
Lindau, Dr. R., Kaiserl. Botschaft,

Paris.
Meitzen, Geh. Reg.-Rath Prof. Dr. A.,

l.Rath am Kaiserl. Statist.Amt,

Berlin.
Meyer, Dr. A B., Direktor desZool.

Museums, Dresden.
Mitscher, Landgerichtsrath G.,

Strassburg.
Nachtigal, Dr. med. G , Berlin.
Neumayer, Prof. Dr. G., Hydrograph

der Admiralität, Berlin.
Orth, Prof. Dr. A., Berlin.
Pfeiff, Ingenieur B., Sekretär des

Vereins für Geographie, Frankfurt a. M. Prutz, Dr. H., Berlin. Ravenstein, E. G., London v. Richthofen, Freiherr F., Präsid.

der Ges. für Erdkunde, Berlin. Rohlfs, Hofrath G., Weimar. Roth, Generalarzt Dr. W., Dresden. Rüge, Prof. Dr. S., Dresden., v. Schlagintweit-Sakünlünski, H.,

München,
v. Schrikler, Frhr. F., Paris.
Schweinfurth, Dr. G., Präsident der

Geogr. Ges., Cairo.
Seitmann, C. H., Lehrer, Annaberg.
Semper, Prof. Dr. K., Würzburg.
Siebeking, Dr. H., Oberlehrer,

Dresden.
Stuht, J., Kaiserl. Botschaft, Paris.'
Theobald, Dr. A. W., Hamburg.
Ule, Dr. 0., Präsident der Geogr.

Ges., Halle.
Wagner, Prof. Dr. H., Gotha.
Waldeck, Dr. M., Berlin.
Wappäus, Prof. Dr., Göttingen.
Warnka, Dr. St., Leipzig.
Wilmanns, Prof. Dr. G., Strassburg.
Winkler, Prof. Dr. G., München.

Frankreich.

d'Abbadie, A., de 1'Institut, vicepresident de la Soc. de geogr. de Paris, Abbadia prfcs Hendaye, Basses-Pyrenees.

Adam.

Ameline, H., avocat.

Andre, Ch., astronome adjoint a l'observatoire de Paris.

Andre, Ed., botaniste.

d'Andre, J.-H.-M., delegue de la Soc. d'Ethnographie.

Angot.

Anquetin, M., horloger.

Ans:trt du Fiesnet, Edm., conseiller general du Pas-de-Calais.

Artaud, E., Algerie.

Assezat, J., homme de lettres.

d'Avril, Baron Ad., consul general.

Aymard, A., archiviste du dept de la Haute-Loire.

Babinet, Ch., conseiller ä la cour de Cassation.

Badin, Ad.

Bainier, P.-Fr., sous-directeur de

l'6colo de commerce de Marseille.
Ballay, N.-E.
Banderali, ingenieur.
Barbae du Bocage, A.-L.-V.
Baudouin, IL, comraissaire.
Bazaine, A.-G , ingenieur.
Beaufort, ingenieur, commissaire.
Beauvisage, G.-E.-Ch , etudiant en

med.
de Beauvoir, Marquis L., secretaire

d'ambassade, commissaire.
Beguycr de Chancourtois, A.-E.,

Prof. ii l'ecole des mines.
Bertrand, A., editeur.
Bertrand, G., ingenieur.
Bionne, Dr. H.
Blanchard, E., de l'Institut, Prof.

au museum d'histoire nat.
de la Blanchere.
Blanchet, A.-P., ingenieur.
Boissay, Ch.

de Boissy, P., lieutenant.
Bonnal, E.-M.-G., avocat.
Bonneau, AI.
Bonnefont, Prof.
Bontemps, G., ingenieur.
Boselli, Fr.-L.-T., juge hon. au
. tribunal civil de la Seine.
Bouche, J.-E., frere missionaire,

ä la Preas, Puy-de-Döme.
Boulay de la Meurthe, Vicomte,

avocat, commissaire.
Bouley, de l'Institut.
Bouquet de la Grye, ingenieur-hy-

drographo.
Bourjos, A.-Al., Dr. en mii., S<

Maur les fosses.
Brau de S' Pol-Lias, X., redactcur.
Brault, L.-L., Heut, de vaisseau.
Breton de Charaps, P.-E., directeur

adjoint du Depot dos cartes du

Ministers des travaux publics.
van den Broek, E., commissaire.
de Broglie, Fr., officier d'infanterie,

commissaire.
Brossolard, Ch., prüfet hon.
Brouty, architeetc.
Brunet de Preslc, de l'Institut."
Bugnot, chef d'escadron d'ßtat-

Maj or.
Bureau, Prof. de geogr. ä S'Cyr.
du Burguet, G., vice-president de

la Chambre agricole de Riberac.
du Burguet, Mme L.-O., Riberac.
Burthe, P.-L.
Busson Leblanc, J.
de Carcy, Fr., ancien officier d'Etat-

Major, Nancy.
Cartailhac, E., conservateur au mu-
seum de Toulouse.
Castonnet, H.-L., avocat, Angers,
de Cessac, J.L., voyageurnaturaliste.
Challamel, editeur.
de Champlouis, Baron A.-V.
Chanoine, chef d'escadron d'Etat-

Major.
Chaper, M.-A., ingenieur.
de Charencey, Comte H.
Charton, Ed., depute.
Chatin, Prof. a l'ecole depharmacie.
Chevrier, M., magistrat, Vervins.
Choppin, H., lieutenant.
Codine, J., ancien bibliuthecairo,

Nogent-sur-Marne.

de Compiegne, Marquis.

Corbin, lieut.-colonel.

Cordicr, R., enseigne de vaisseau.

Cornudet, Comte.

de Corny, Chr., avocat, commissaire.

Cortambert, E., bibliothecaire de la sect. geogr. de la Bibliothcque nat.

Cortambert, R.

Cosson, Dr., de l'Institut.

Cotard, Ch., ingenieur.

Courtois, IL, licencie des sciences.

Crivelli, L., President de la Soc. des sciences et arts de l'lle de la Reunion.

Crosnier de Varigny, ancien ministre des affaires etrangeresdu royaume Havaiien.

Daubree, de l'Institut, directeur de l'ecole des mines.

Dttuzats, G.-V., ingenieur.

Debize, Fr.-A., lieut.-colonel, vicepresident de la Soc. de geogr. de Lyon.

Delagrange, P., capit. de fregate.

Delagrave, editeur.

Delaire, A., secretaire de la Soc. gen!, de France.

Delalain, P.-A., imprimeur-libraire.

Dolatnarche,ingenieur-hydrographe.

Delamarre, Casimir.

1 Messe, ingenieur en chef des mines, President de la Commission centr. de la Soc. de geogr. de Paris.

Delesse, H., attache au Ministere des travaux publics, commissaire.

Deloche, J.-E.-M., de l'Institut, directeur de la statistique au Ministere de l'agriculture et du commerce.

Demarquay, Dr.

Demersay, Alfred.

Derrecagaix, chef d'escadron d' Etat-
Major.

Desgodins , Ch.-H., inspecteur des
forets en retraite, Nancy.

Desjardins, E., de l'Institut, Prof. a l'ecole normale superieure.

Dcsnoyer, J., de l'Institut, bibliothecaire du museum d'histoire nat.

Dhere, H., Prof. de geogr. ä l'association polytechnique.

Didelot, Baron, vico-amiral.

Digeon, Vicomte, secretaire d'ambassade.

Donon de Gannes, A.-Ch.-A., ingenieur des mines.

Doublet, E., negociant.

Drapeyron, L., Dr , Prof au Lycee
Charlemagne.

Dubois, L., employe au Ministere
de la marine.

üufet, H., agregi ä l'ecole normale
superieure.

Duhil de Benaze, 0., ingenieur,
Toulouse.

Dumas, L., ingenieur.

Dumas Vence, capit. de vaisseau.

Dupaigno, A., Prof. de 1'Universite.

Duperre, capit. de vaisseau.

Duprat, P., deputÄ.

Durand, Ed. -J., pretre vicaire, bibliothecaire de la Soc. de geogr.

Durny, V., de l'Institut.

Duveyrier, H., secretaire du Congres, Sevres.

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