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Aufsehen. Das Haar schmückten die Wilden auch mit Kämmen; um die Arme hatten sie Bänder aus Muscheln und Früchten gelegt, eben so um die Fussenkel. In die Armspangen stecken sie ihre Messer, die aus Casuar-Knochen verfertigt sind; auch Schweineknochen dienen zur Anfertigung von Waffen. Ihre Werkzeuge erinnern an die Steinzeit; nirgends sahen wir eine Spur von Eisen, jedoch zeigten die Eingeborenen grosses Verlangen danach. Mit Steinäxten von Melaphyr verfertigen sie ihre Kähne; um die Äxte einzutreiben, gebrauchen sie Hämmer von unbequemem Format. Ihre Hauptwaffen sind Bogen und Pfeile; ausserdem haben sie kleine Speere zum Werfen. — Das Betel-Kauen ist allgemein, man trägt das weisse BetelPulver in einem ausgehöhlten Kürbis. Diese Kürbisse sind mit Verzierungen versehen, unter denen die Eidechse eine grosse Rolle spielt; die Eidechse sieht man überhaupt als Verzierung auf allen Gerätschaften.

Von Neu-Guinea fuhr der „Challenger" zu den Admiralität«-Inseln. Die Bewohner derselben nähern sich den Saloraons-Insulanern: sie machen keinen vorteilhaften Eindruck, sie sind magerer als die Papuas und haben mehr jüdische Züge. Am Morgen brachten sie uns eine Menge Sachen zum Tausch, darunter viel Schildpatt. — Die Gruppe besteht aus schönen niedrigen Palmen-Inseln. Der Vortragende beschäftigte sich dort mit anthropologischen Messungen. Das Sammeln von Schädeln ist aber eine heikle Sache; es gelang nur, einen einzigen Schädel zu erwerben. Dag Haar tragen die Eingeborenen lang oder geschoren oder aufgebunden; einige trugen Kämme im Haar, der Häuptling Schildpatt vor der Stirn; häufig waren NasenVerzierungen. Die Arme hatten sie mit Bändern aus Strohfeflecht geschmückt. Um den Leib trugen sie wie die Bewohner von Neu-Guinea einen Gürtel. Die WeibW hatten Tättowirungen, auch trugen sie einen grossen Büschel um die Lenden. Auch diese Insulaner stehen noch ganz in der Steinzeit; sie gebrauchen Muscheläxte. Als wir ihnen aber Eisen gaben, warfen sie sofort ihre Muscheläxte weg. Die Wilden hatten keine Bogen und Pfeile; sie gebrauchten Speere mit federverzierten Obsidianspitzen. Dare Tempel lind kleine Häuser, am Eingange mit einer männlichen und einer weiblichen Figur geschmückt; im Innern sind Menschenschädel und zusammengebundenes Haar aufgehängt. Die Tempel dienen auch als Versammlungshäuser.

Ober die Existenz einer atmosphärischen Ascensions Strömung länqs des Äquators.

Von A. Mühry.

Wenn es im Ocean längs des Äquator-Gürtels eine aus der Tiefe aufsteigende Strömung giebt, welche der bekannten breiten „Grossen Westströmung" oder „Äquator"- oder -Rotutiong-Strömung" zum Grunde liegt, und auf der Oberfläche als solche sich zu erkennen giebt — deren Existenz wird zur Zeit wohl kaum noch bezweifelt, zumal nach den Befunden des Untersuchungs-Schiffes „Challenger" und auch det Deutschen Schiffes „Gazelle", welche die sie beweisende raschere Abnahme der Meeres-Temperatur von der Oberfläche nach der Tiefe hin längs des Äquator - Gürtels in Vergleichung mit den davon weiter entfernten Breiten be

stätigt haben —, dann muss es auch in der Atmosphäre eine äquatoriale Ascensions - Strömung geben. Denn die Theorie hat für beide Elemente gleiche Gültigkeit; wenn daher empirische Beweise für die eine gegeben werden, kommen diese auch der anderen zu Gute.

Der hier in Rede stehende Vorgang, welcher für das System der allgemeinen geographischen Cirkulation in beiden Elementen von grosser Wichtigkeit ist, da er den vertikalen Theil, ja auch das bedeutendste Motiv, dieser Cirkulation bildet, ist, so weit es den Ocean betrifft, in dieser Zeitschrift vor nicht langer Zeit vom Verfasser dieser Zeilen ausführlich besprochen worden (s. „Geogr. Mitth." 1874, S. 371: „Zur Lehre von den Meeresströmungen. Über die äquatoriale oceanische Ascensions-Strömung als Ursache der Grossen West- oder Rotations-Strömung"). Hier mag gestattet werden, nur kurz hinzuweisen auf einige empirische Beweise für die Existenz desselben Vorganges auch in der Atmosphäre, welche einem längeren Aufsatze entlehnt sind, in welchem „die Meteorologie des Kalmen - Gürtels, untersucht auf dem Atlantischen Ocean," auf Grund neuer, sehr zahlreicher und zuverlässiger Schiffs-Beobachtungen zu erkennen und darzulegen versucht worden ist').

Die Theorie muss annehmen, auf der von West nach Ost hin sich umdrehenden Erde werde in der Atmosphäre eine Cirkulation permanent unterhalten, als direkte Wirkung der Axendrehung der Kugel (also ausser der Wirkung der Temperatur-Differenz zwischen Äquator und den Polen), indem längs des Äquators, weil dort die Geschwindigkeit der Drehung auf der Oberfläche und folglich auch die Centrifugal-Kraft am grössten ist und damit im Verhältnis« die Gravitation am meisten gemindert ist, die Luft, auf solche Weise leichter geworden, zwischen den von beiden Seiten her einen Druck ausübenden vertikalen schwereren Luftschichten aufwärts gedrängt werden muss. So entsteht eine beständige langsame Ascensions-Strömung längs des Zwischengürtels der beiden Halbkugeln, in welchem die fundamentalen Luftzüge, welche man die Passate nennt, selber aufsteigen (also wesentlich verschieden von der unter der täglichen Insolation erfolgenden, nur aus erwärmten Partikeln der Atmosphäre bestehenden, thermalen Ascension, dem „courant ascendant", welche in der Nacht aufhört und dann sogar ersetzt wird durch eine Descension kühlerer Partikel). Diese fundamentale Ascensions-Strömung, der Übergang der Passate in die rückkehrenden hohen Anti-Passate, muss aber, im Aufsteigen begriffen, eine schräge Richtung nach West hin annehmen, weil die Luft von unten her eine geringere Drehungs - Geschwindigkeit nach oben hin mitbringen und so in der nach Osten hin gehenden Drehung der Erde zurückbleiben muss. Aus den eben angedeuteten theoretischen Gründen ist anzunehmen, dass in der Atmosphäre (mit gehöriger Unterscheidung ihrer nach oben hin so rasch abnehmenden Dichte), wie im Ocean, eine langsame, unablässige, auch des Nachts fortdauernde Ascension, zunehmend nach dem Äquator hin, erfolge, welche in der Höhe auch eine der oceanischen Äquator- oder Rotations - Strömung analoge „Grosse West

') S. Zeitschrift Ar Meteorologie, 1876, wo aneh die nihereo Belege Ar diese Mittheilang Iu finden sein werden, in den Zahlen-Verhältnissen ausgesprochen.

Strömung" bilde. Aber dafür müssen auch empirische Beweise bestehen und gegeben werden.

Zu den empirischen Beweisen gehört schon die Thatsache selbst, dass die Passate von beiden Seiten her so unablässig nach dem Äquator hinfliessen, auch des Nachts kaum schwächer; denn man muss fragen, wo sollen sie dort bleiben, wenn sie nicht aufsteigen und oben wieder zurückfliessen. Zwar der Akt des Aufsteigens selbst macht sich nicht deutlich bemerklich, wenigstens nicht direkt durch Windartigkeit der vertikalen Luftbewegung. Aber indirekt giebt er sich zu erkennen durch die hydrometeorischen Erscheinungen, durch den bekannten Wolkenring, durch die in grosser Höhe hoch bleibende Saturation, durch die häufigen, fast täglich spielenden Gewitter, welche Erscheinungen dafür sprechen, dass auf diesem Zwischengürtel reichlich Wassergehalt aufwärts in die obere Atmosphäre gelangt, reichlicher als sonst irgendwo vorkommt in gleicher Höhe.

Lange hat man gewünscht, vollständigere und genauere Beobachtungen der charakteristischen Eigenschaften des Kalmen - Gürtels zu besitzen, weil dieser ohne Zweifel die Basis des ganzen meteorologischen Systems der beiden Halbkugeln bildet; und man musste erwarten, sie dereinst zunächst von festen Standorten auf den Continenten oder Iuseln zu erhalten. Indessen hat sich in jüngster Zeit eine maritime Meteorologie sehr rasch entwickelt; diese hat in Schiffen, welche mit guten Instrumenten ausgerüstet waren, gute Beobachtungen aufnehmen lassen, und die Zusammenstellung der so in ambulatorischer und zerstreuter Webe gewonnenen, aber zuverlässigen und hinreichend zahlreichen Beobachtungen hat das überraschende, ja bewunderungswürdige Ergebniss geliefert, dass bei rationeller Ordnung der Thatsachen diese zu einem einheitlichen, Sinn habenden Ganzen sich vereinigen, aus welchem die Gesetzlichkeit klar hervortritt. — In neuester Zeit ist ein, seit etwa 18 Jahren vorbereitetes, grosses Sammelwerk der Art veröffentlicht und der allgemeinen Benutzung übergeben worden, d. i. Charts of meteorological data for Square 3, Atlantic Ocean, extending from the equator 10° N., and from 20° to 30° W. — und Remarks to accompany monthly charts &e. publ. by auth. of the Meteorol. Committee, London 1874. Dieser ausgezeichnete Schatz zahlreicher (gegen 75.000) und zuverlässiger physikalischer Beobachtungen hat die Materialien geliefert, wie man sie erst in später Zukunft für möglich hielt, um schon jetzt zu versuchen , die Meteorologie des Kalmen - Gürtels, oder wie man antecipirend nun auch sagen kann, des AscensionsGürtels, zu untersuchen und mit allgemeiner Gültigkeit darzulegen. Obgleich der bezeichnete Quadrat-Raum, in der Mitte des Atlantischen Meeres gelegen, da, wo die Seefahrt vorzugsweis den Äquator zu kreuzen pflegt, einige Anomalien im allgemeinen geographischen Systeme zeigt — namentlich erweist sich hier, in Folge der ungleichen Temperatur-Vertheilung auf den beiden Halbkugeln, der Zwischengürtel der beiderseitigen Passate und damit die Mittellinie des Kalmen - Gürtels, oder der meteorologische Äquator, anomal im Mittel der jährlichen Schwankung etwa • um 4 Breitengrade zu weit nördlich geschoben, anstatt auf 1° N. , auf 5° N. —, so besteht doch kein Hinderniss, nach Abzug dieser Anomalien, das Ganze der Erscheinungen für den gültigen Ausdruck der normalen physikali

schen Gesetzlichkeit auf dem Äquator-Gürtel rings um die Erde zu halten.

In Bezug auf unsere besondere Frage nun, d. i. die Existenz einer atmosphärischen Ascensions - Strömung und damit einer grossen Westströmung in der Höhe der Atmosphäre längs des Äquators, analog wie sie im Ocean schon anerkannt ist, hat ganz besondere Wichtigkeit und Bedeutung das Zeugniss, das in grosser Höhe die oberen Wolken, d. s. die Cirri, darüber abgeben. Diese findet man hier sehr sorgfältig in ihrem Vorhandensein und auch in der Richtung ihres Zuges beobachtet, so dass, anstatt jener einzelnen Beobachtungen, welche frühere wissenschaftliche Seefahrten darüber schon enthalten, nun eine geordnete Fülle davon dargeboten ist. Wenn man danach das hiesige Verhalten der Cirri in genauere Untersuchung zieht, erkennt man wirklich eine darin enthaltene empirische Bestätigung für die angegebene Theorie. Die Cirri sind hier nicht nur sehr zahlreich vorhanden, sondern auch deren Zug zeigt sich unabhängig von der Richtung der unteren Winde, sowohl der Passate wie der mannigfachen kurzen (meist gewitterhaften) variablen, mit Kalmen vermengten Winde, wovon der Ausdruck gebraucht wird: diess „Chaos der Doldrums". Entschieden zeigen die Cirri die Richtung ihres Zuges als nach Westen hin vorherrschend, so den mathematischen Äquator (nicht aber den bezeichneten, etwas nördlicher liegenden meteorologischen) als ihre Zwischenlinie anorkennend, indem sie in der dem Äquator näheren Hälfte unseres Raumes, auf 0° bis 5° N., fast stetig in der Richtung zwischen NW. und SW. hinziehen, aber in der nördlichen Hälfte jenes Raumes, auf 5° bis 10° N., schon eine überwiegende Wendung nach NW. hin annehmen, worin man den Übergang zum Anti-Passat nach NO. hin angedeutet erkennen darf, ja muss. um so mehr, da einige Monate hindurch, Januar bis März, wirklich diese Richtung der Cirri-Wolken nach NO. hin als vorwiegend sich zeigt. Es ist daher zu erwarten, dass auf der Südseite des Äquators analog eine Tendenz des Cirri-Zuges nach SW. hin sich kund gebe, welche auf noch südlicheren Breiten in die Richtung nach SO. hin übergeht, als dem südhemisphärischen nordwestlichen Anti-Passat schon angehörend.

Guido Cora's zweite Heise nach Albanien.

G. Cora hat Feder und Stift, die er so emsig im Dienste der Geographie zu handhaben pflegt, für kurze Zeit ruhen lassen und den Wanderstab ergriffen, natürlich auch. wieder nur zum Nutzen seiner Wissenschaft. Er kam am 24. April d. J. mit seiner jungen Gattin nach Corfu, Beide machten Ausflüge nach verschiedenen Punkten der Insel und bestiegen am 26. von Glippa aus den Monte S. Salvador (Pantokratoras), bewaffnet mit zwei vortrefflichen, wohlgeprüften Aneroiden. Von Corfu wollten sie am 28. April nach Albanien übersetzen, um die im Jahre 1874 dort von Cora ausgeführten topographischen Untersuchungen zu vervollständigen. Er hatte damals einen Landstrich zwischen dem Gestade von Saiada an der Ostküste des Kanals von Corfu und dem Dorfe Zervates auf dem Wege von Delvino nach. Janina explorirt und die nahezu unerforschten nördlichen Gehänge der Monti Stugara durchwandert. In diesem Landstrich kam er durch eine an "Wasserläufen äusserst reiche Gegend, freilich im November und in der Regenzeit, aber er konnte nicht feststellen, ob diese Wasserläufe einen einzigen Fluss bilden, der in den See von Vutzindro mündet, wie er glaubt, oder zwei Flüsse, wie auf der Kiepert'schen Karte angenommen wird. Die darüber eingezogenen Erkundigungen gaben keine Klarheit und so hat er sich entschlossen , die Zweifel an Ort und Stelle zu lösen. Auch auf andere Punkte wollte er seine Beobachtungen ausdehnen, damit seine auf beiden Reisen in Albanien ausgeführten Aufnahmen, die er nach der Rückkehr herauszugeben gedenkt, etwas Vollständiges bieten.

Geographische Literatur.

POLAR - REGIONEN.

Aragon, 6.: Les cötes d'Islande et la peche de la morue. (Revue des Deux Mondes, 15. Oktober 1875.)

Arctic Expedition (The). I. From Portemouth to the Waigat. — 11. The cruise of the „Valorous". — 111. Latest news and future proceedings. — IV. The cruise of the „Pandora". — V. From Ritenbenk to Upernivik. — VI. Necessity for annual communication. Mit 3 Karten nnd 1 Profil. (Geographical Magazine, Oktober 1875, p. 292 —304; November, p. 327 — 334; Dezember, p. 357—358; Januar 1876, p. 1—3.)

Ausfülirüche Nachrichten über Personal, Ausrüstung und Beginn der Englischen Polar • Expedition mit dem Kurs der Schiffe bis zu den Carey- Inseln am Eingang zum Suilth-Sund und mit den Resultaten der Tiefsee-Lothungen des Begleitschiffes „Valorous", nebst einer Aufnahme des Hafens von Holsteinborg. Üeber die Expedition der »Pandora" ist nur eine vorläufige kurze Notiz gegeben.

Arotio Expedition, News of the ■ . (Extra Supplement to the

Illustrated London News, September 11, 1875.)

Hit Abbildungen von der Insel Disco, der Waigat-Strasse und anderen Punkten Grönlands.

Burton, E. F.: Ultima Thule; or, a summer in Iceland. With historical introduction, maps and illustrations. 2 vols. 813 pp. London, Nimmo, 1876. 32 8.

Campen, S. R. van: The revival of Dutch Arctic exploration. (Geograpiiical Magazine, Januar 1876, p. 23—24.)

Cora, G.: La geografia artica ai nostri giorni ed i piü recenti viaggi tra la Baia de Baffin ed il Mar di Kara. Mit 1 Karte. (Cosmos di Guido Cora, II, 1874, No. X-XII, p. 405—415.)

Daubree: Notes snr la promiere partie du voyage de M. Nordenskiöld sur le Jenisei', et sur le retour de M. Kj eilmann, du Jones«! en Norvege, ä bord du Proeven. (Comptes rendus de l'Academie des sciences, 6 dec. 1875.)

Grad, Ch.: De l'influence de l'ablation sur la debacle des mcrs polaires. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, August 1875, p. 207—212.)

Grönland, Zur Erforschung des Innern von . (Das Ausland,

1876, Nr. 8, S. 155—159.)

Inhaltsangabe der Schrift von H. RInk: „Om Grönlands indland, og muligbeden af at berejse samme", Kopenhagen 1875, welche hauptsächlich den Zweck verfolgt, die Möglichkeit der Bereisung des inneren Grönland'« darzulegen und eine dahin zielende Expedition anzuregen.

Heiland, A.: Om de isfyldte fjorde og de glaciale dannelser i Nordgrönland. 8°, 68 pp. Hellwald, Fr. v.: Professor Nordenskjöld's Fahrt zum Jenissei und

das „Aftonbladet". (Das Ausland, 1876, Nr. 2, 8. 25—29.) Hellwald, Fr. v.: Zur Polarforschung der Gegenwart. (Das Ausland, 1875, Nr. 42, 8. 838—841.)

Vortreffliche Entgegnung auf C. Weyprecht's Vortrag in der Grazer Naturforacherversammlung, der wesentlich mit seinem unten aufgeführten Aufsatz in den Mittheilnngen der Wiener Geogr. Gesellschaft übereinstimmt.

Höfer, Prof.: Lichenen Spitzbergen^ und Nowaja-Semlja's, auf der GTaf Wüczek'schen Expedition 1872. 8°, 7 SS. Wien, Gerold, 1875.

10 kr.

Kneeland, 8.: An American in Iceland. An account of its scenery, people, and history, with a description of the millennial celebration in August, 1874, and notes on the Orkney, Shetland, and Faroe Islands. 8°, 350 pp. Boston, Lockwood, 1875. 2J doli.

Kraus: Über die Treibhölzer der HaU'schen Nordpolar - Expedition. Gr.-4°. Halle, Schmidt, 1876. 0,30 M.

Lamont, J.: Yachting in the Arctic Seas. 8°, 372 pp. London, Chatto & Windus, 1876. 18 s.

Der Name Lamont ist unseren Lesern nicht unbekannt, sein Träger ist einer der ausdauerndsten neueren Polarfahrer, er hat nicht weniger als fünf Reisen nach Spitzbergen und Nowaja Semlja ausgeführt, in 1858, 1859, 1869, 1870, 1871. Die beiden ersten beschrieb er in einem hübschen Buche „Seasons with the Seahorses, London 1861", aus dem wir u.a. der interessanten und werthvollen Beobachtungen über die Strömungen bei Südost-Spitzbergen näher gedachten '); seine uns seiner Zelt In Manuskript gemachten Angaben Über die südliche Küste von Edge-Insei &c. benutzten wir bei unserer neuen Karte jenes Gebietes -); seine letzte Reise endlich brachten wir erschöpfend in einer Karte Are"). Das vorliegende Werk führt uns vornehmlich die Ergebnisse seiner drei letzten Reisen vor, und zwar in Abschnitten geographisch grupplrt, nach den drei Gebieten : Nowaja Semlja und das Karlscbe Meer, Barents Meer (Ost-Spltzberglsches Meer) und Franz Josef-Land, Spitzbergen. Das Buch ist in der beliebten Weise Englischer Reisebücher abgefasst, mit besonderer Betonung der Jagd auf Walrosse nnd anderer jagdbarer Tbiere des hohen Nordens, enthält gelegentliche Exkurse über die Entdeckungsgeschichte jener Gebiete von der ältesten bis auf die neueste Zeit und bildet eiuen beachtenswerthen Beitrag zu unserer Literatur. Das Buch ist mit gegen 30 Holzschnitten und Lithographien geziert , zum Theil von L. Beckmann gezeichnet; ferner zwei ansehnlichen Karten, einer Nordpolarkarte, die bis 60* N. Br. reicht und Hauptdaten der Entdeckungsgeschichte in Rothdruck enthalt, und einer spezielleren Karte der von Lamont besuchten Gebiete, mit Angabe der Kurse seiner Reisen in 1859, 69, 70, 71.

Markham, C. B.: On the progress of the Arctic expedition to the 17th of July, and the return voyage of the „Valorous". (Proceedings of the K. Geogr. Soc, Vol. XX, 1875—6, No. I, p. 55—56.)

Mit den Lothungen der »Valorous" in der Davis-Strasse und dem Atlantischen Meere.

Mason, I.: lce-World Adventures or Voyages and Travels in the Arctic Regions, from the Discovery of Iceland to the English Expedition of 1875. 12°, 466 pp. London, Ward & Lock, 1876.

Nordenskiöld, Prof. A. E.: Kedogörolse för den svenskn polarexpeditionen ar 1872—73. (Bidrag tili kännedom om de arktiska ländernas naturförhällanden &c. II.) 8°, 132 pp., 1 pl. och 1 karta. Stockholm, Norstedt, 1875. 2 kr. 50 öre.

Nordpol-Expedition, Die Österreichisch-Ungarische - 1872—74.

Mit erklärendem Text von J. Payer. 12 Photogr. Qu.-Fol. 70 M., dieselben in Qu.-8° 12 M. München und Berlin, Bruckmann, 1875.

Nordpol-Expedition, Pläne des Vereins für die Deutsche Nordpolfahrt in Bremen bezüglich einer neuen Deutschen Nordpol - Expedition. (Zweiter Jahresbericht der Ueogr. Gesellschaft in Hamburg, 1874 —75, S. 132—146.)

Eingabe des Bremer Vereins an den Bundesrath mit den Motiven zur Fortsetzung der Deutseben Polarforschung und dem Entwurf zu einem Plane für eine dritte Deutsche Nordpolarfahrt. In Folge dieser Eingabe wurde von Seite des Vorstandes und des Beiratues der Geogr. Gesellschaft zu Berlin am S.Januar 1875 eine Resolution gefasst, welche Vorberathungen über Zwecke und Ziele der Expedition, die Mittel zu Ihrer Ausführung &o. empfiehlt. Eine solche Vorberathung unternahm eine vom Reichs-Ministerium ernannte Commission, die am 3. Oktober 1875 in Berlin zusammentrat.

Nordstedt, 0.: Desmidieae aretoae. Mit 2 Tafeln. (Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar, 1875, No. 6, p. 13—43.)

Pandora, The arctic expedition of the , Captain Allen Young.

(Hlustrated London News, 23. Oktober 1875, p. 410—413; 4. Dezember, p. 555—557.)

Auf Kosten des Captain Allen Young, der verstorbenen Lady Franklin, des LIeut. Lillingston und des Eigentümers des New York Herald, Jamea Bennett, ging die „Pandora" unter Leitung des Erstgenannten am 26. Juni 1875 von Portsmouth aus, um in der Gegend von King William Land nach Papieren und weiteren Spuren der Franklln'schen Expedition zu suchen. Sie erreichte nach Berührung von Disco und Upernivik am 21. August den Lancaster-Snnd und am 25. die Beechey-Insel. Das 1850 hier von Capt. Saunders errichtete Vorrathshaus „Northumberland Houae" war von Eisbären erbroohen und von den Vorräthen Vieles zerstört worden, wogegen die Yaoht „Mary", die Sir J. Ross 1850 hier zurückliess, noch in so gutem Zustand befunden wurde, dass sie mit nur geringer Reparatur in segelfertigen Stand gesetzt werden könnte. Das Nordende des Peel-Sundes war wie gewöhnlich durch Eis verstopft. Das Schiri fand aber schliesslich einen Eingang und ging den Peel - Snnd hinauf bis zur Insel De la Roquette (31. August), wo das offene .Wasser an einer quer über den Sund liegenden Packeismasse endete. Nach mehrtägigem Verweilen wurde die Rückreise angetreten, auf der Capt. Young die Carey - Inseln im Eingang zum Smith-Sund anlief und dort Nachrichten von der Nares'scben Expedition bis 27. Juli vorfand. Lleut. Pirie hat eine Karte der Oatküste des Peel-Sundes aufgenommen, Mr. de Wilde hat viele Zeiohnungen, von denen einige hier wiedergegeben sind , zurückgebracht, Dr. Horner magnetische und meteorologische Beobachtungen uud Mr. MaQahan, der 1873 die Russischen Truppen nach Chiwa begleitete, sammelte während der Expedition ausgiebiges Material für die Beschreibung derselben. Die „Pandora" kam am 16. Oktober nach Portsmouth zurück, man hofft aber die Expedition im J. 1876 mit besserem Erfolg zu wiederholen.

') Geogr. Mitth. 1870, S. 226 f.

n-| „ 1871, 6. 181 und Tafel 9.

■) „ Tafel 22, 1871 und S. 470 ff.

Payer, J.: Die Österreichisch - Ungarische Nordpol - Expedition in den Jahren 1872 bis 1874 nebst einer Skizze der zweiten Deutschen Nordpol-Expedition 1869 bis 1870. Mit mehr als hundert Illustrationen und Kunstbeilagen. Wien 1875/6. In 20—24 Lieferungen ä 0,50 M.

Kaum anderthalb Jahre nach der von Jubel begleiteten Rückkehr der vielgeprüften Oesterre Ich Ischen Nordfahrer sind bereits 18 Lieferungen, also der grosste Tbetl des Werkes veröffentlicht. Efn Volksbuch sollte es werden und ist es geworden, da, dem Vernehmen nach, die Zahl seiner Käufer bereits auf 50.000 gestiegen ist. Übersetzungen In sechs fremde Sprachen werden vorbereitet oder sind bereits beendet. Für einen grossen Leserkreis bestimmt, vermeldet die Erzählung die trockene Zeltfolge eines Tagebuchs: „Nur dort, wo die zu schildernden Begebenheiten die Wiederholung Ihrer Eindrücke bis zur Unmittelbarkeit der Empfindung fordert" t glaubte der Verfasser seine Tagebucbsnotizen ungeändert anführen zu müssen. An geeigneten Stellen wird der Gang der Erzählung unterbrochen durch Einschaltung besonderer Kapitel über Bärenjagden, über Nordlichter, über daB Franz Josef-Land, seine Geologie und speziell seine Gletscher, zwei Kapitel über Schlitten reisen und deren Ausrüstung. In Bezug hierauf wird mit dankbarer Anerkennung der Treue und Ausdauer seiner Reisegefährten nicht allein, sondern auch der mitgenommenen Hunde gedacht, die „den glänzendsten Beweis Ihrer Leistungsfähigkeit lieferten. Wir zweifelten nicht daran, dass ein verstärktes Gespann dieser Art die unvergleichlichste Form der Scbllttenreisen sein müsste" (S. 372). — Payer's lebendige Schreibweise ist den Lesern dieser Zeitschrift bekannt. Lebhaft fühlt man die Besorgulss der verwegenen Schllttenrelsenden mit, daa Schiff, ihre einstweilige Heimath, möchte während ihrer Abwesenheit fortgetrieben sein, wie es im Jahr zuvor willenlos, ein Spiel der Winde und Strömungen, im Eismeer umhergeworfen worden war. Lebhafter noch empfindet man die Freude nach, die den unverzagten Führer bei dem endlichen Wiedererblicken des „Tegetthoff" in der Eiswüste ergreift. In seiner Freude verglBst er auch nicht seine vierfüsslgen treuen Gefährten: „Und damit auch die Hunde Theil nähmen an meiner Freude, richtete ich ihre Köpfe nach dem Schiffe und streckte meinen Arm nach dessen Richtung aus" (8. 362). Fast unbegreiflich scheint es trotz Payer's bekannter Energie, wie es ihm bei — 40°,6 R. (der grössten von Ihm gemessenen Kälte am 14. März 1874) noch möglich war, zu zeichnen, bei dem „leichten Zephyr", der, von dem hohen Innern herabstreichend, die unerlässliche Arbeit derart gefährdete, dass Payer, obscbon unter dem Windschutze der Tirolischen Garde, alle Augenblicke genbtbtgt war, die erstarrten Hände, denen das kalte Arbeitsbuch entglitt, mit Schnee zu reiben.

Bis zur 12. Lieferung Ist das Werk bereits an anderen Orten angezeigt und besprochen worden; die 13. beginnt mit dem Verlassen des „Tegettboff" am 20. Mai 1874, „demselben Tage, an welchem einst Kane sein Schiff verlassen hatte". Dieses und die beiden folgenden Hefte erzählen die grossartigen, fast übermenschlichen Anstrengungen und die durch das Entbehren eines bisherigen Trösters, des Tabaks, noch fühlbareren Bedrängnisse auf dem Rückzüge nach Süden bis zu Ihrer Aufnahme bei Russischen Fischern an der Küste von Nowaja Semlja: „Die Stunde der Entscheidung war herangekommen, noch eine Felsecke, und das rettende Schiff konnte vor unseren Augen liegen, oder wir mussten uns der brutalen Uebermacht des Oceans anvertrauen. Es war Abend geworden, als wir unter den schwarzen, verwitterten Wänden von Kap Britwln dahinglitten, deren Gesimse von Vogelschaaren bedeckt waren, die sich im Flugwasser der Brandung ergötzten.

„Da, nm 7 Ubr, wie mit Einer Stimme, erscholl ein Freudenruf aus den vier Booten; ein fünftes kleines, mit zwei Menschen besetztes Boot lag vor uns, die, anscheinend auf der Vogeljagd begriffen, nicht minder überrascht als wir selbst, auf uns zukamen. Es waren Russen, und noch bevor wir uns verständigt hatten, waren wir mit ihnen um eine Ecke gebogen, — da lagen zwei Schiffe.

„Wir hatten unser Boot beflaggt, und Indem wir den fremden Männern folgten, legten wir unter dem Schnoner „Nlkolaj" an, dessen Deck sich sofort mit härtigen Russen füllte, die mit Verwunderung und Tbellnahme auf uns herabstarrten, und dessen Kapitän, Feodor Voronln, wie ein Patriarch unter ihnen stand, uns zu empfangen. Zehn Tage früher und auch unsere armen Hunde hätten den rettenden Boden dieses Schiffes betreten.

„Der Empfang hätte für Mächtige nicht würdiger sein können, als er für uns Verschollene war, denn beim Anblick der beiden Ukase, welche wir aus Petersburg erhalten hatten, und die allen Bewohnern des Russischen Reichs anbefahlen, uns bülfretchen Beistand zu leisten, entblössten diese dürftigen Fischer Jhre Häupter und verbeugten sich zur Erde, — wir hatten ein Bild vor uns, wie man Befehle befolgt Tausende von Meilen, von wo sie erlassen waren" (S. 444).

Die Erlebnisse dieser denkwürdigen Nordfahrt, auf welcher man eine Meerdurchfahrt suchte, und ein noch unbetretenes Land entdeckte, und die Ergebnisse derselben sind in den Haupt umrissen bald nach der Rückkehr der unerschrockenen Reisenden bekannt geworden; Payer'a offizieller Bericht ward auch in diesen Blättern abgedruckt. Der Berichterstatter Ist darum nicht weniger der vorliegenden Erzählung mit wachsendem Interesse und steigender Spannung gefolgt und freut sieh, lebhaft einstimmen zu können In den Ausdruck der vollsten Anerkennung, die das Buch an maassgebenden Stellen überall gefunden Int. Die Schilderung der 812täglgen Expedition gelangt In der 15. Lieferung mit der Erzählung des gastlichen Empfanges in Vardö am 3. September 1874 zum Abschluss.

„Mit der Ueberschreituug des Polarkreises schllesst dieser Bericht von selbst ab. Nur das Verlangen brannte In uns, die Heimath so rasch als möglich wiederzusehen. Norh hatten wir keine Ahnung davon, dass unsere Rückkehr eine Manifestation zur Ehre der Wissenschaft hervorrufen würde, an welcher die gesammte gebildete Welt Theil nahm. Die Huld des Monarchen, die spontane Begeisterung, mit welcher man den Erfolg der Expedition, die liebevolle Theilnahme, mit der man unsere Rettung begrüsste, die Reihenfolge der höchsten Auszeichnungen, welche den Mitgliedern des Unternehmens zu Theil wurden, haben sich unseren Herzen unauslöschlich eingeprägt. Wir empfanden, dass wir weit über unser Verdienst gewürdigt, das Höchste erreicht hatten, was die Erde zu bieten vermag: die Anerkennung unserer Mitbürger."

Obgleich durch das vom Bremer Verein für die Deutsche Nordpolarfahrt herausgegebene Werk, das nach einer Reihe in Zeitschriften erschienener Berichte, die Ergebnisse der zweiten Deutschen Nordpol-Expedition im Zusammen

hange gab, der Zeit nach überholt, bat die nun folgende Skizze dieses Unternehmens nichts von Ihrer Frische und Anziehungskraft verloren. Auf eine Schilderung der Ausfahrt beider Schiffe und des Untergangs der „Hansa", so wie der Schollenreise ihrer Mannsebaft folgt die Erzählung der SchlittenExkursionen zum Fligely- und Tiroler Fjord, welche den Ausfall des Schifffahrtserfolges der „Germania", die bereits im August 1869 vor fest geschlossenem Eise umzukehren genöthlgt war, zu ersetzen suchten. Nach einem Interessanten Kapitel über Jagden und Tili erleben in Ost • Grönland und einer Beschreibung des Innern dieses Landes nnd seiner Gletscher gelangt die Skizze In dem leteterschienenen 18. Hefte bis zur Ueberwinternng au der Sabine-Insel.

Doppelte Anerkennung verdient bei dem geringen Preise die reiche artistische Ausstattung dieses Werkes; ausser 81 in den Text gedruckten Holzschnitten enthalten die vorliegenden 18 Lieferungen 38 grössere Bilder, von denen die meisten von echt künstlerischer Auffassung zeugen. Die Art und Weise, in der es gelangen Ist, Wolkenbildung, Dämmerung, Mondschein, Mitternachtssonne und Nordlicht auszudrücken , mit denen Payer's gewandter Griffel die Bilder jener starren Fels- undEIawüsten so meisterhaft zu beleben weiss, gereicht dem Holzschnitte, der hier die eigentümlichen Lichterscheinungen des hochnordischen Himmels wiederzugeben hat, zur gröSBten Ebre. Besonderen Eindruck macht z. B. das Mondscheinbild „Abschied vom Lande" (S. 378), nicht minder das kleine Bildeben „Verlassen des Eises" (8. 432). Andere wieder sind von unwiderstehlich komischer Wirkung, wie die überraschten und in's Wasser plumpenden Walrosse (S. 550), selbst trotz der höchst gefahrvollen Lage der von einem Eisbären verfolgte vor Schrecken starre Matrose (S. 522). Von den beizugebenden Karten liegen bisher drei vor, alle In klarer, schöner Ausführung: Origlnalkarte des Kaiser Franz Josef - Landes, aufgenommen von Julius Payer, die Schlittenreisen und Etszustände zu Land und Wasser Uberschanlich zeigend; das Nowaja Semlja-Meer mit den Seewegen der beiden Oesterrelchisch-Ungariscben Nordfahrten 1871 und 1872—74, sodann eine Ueberslchtskarte der Nordostküste von Grönland nach Payer's Aufnahmen Im J. 1870. Bghs.

Posthumus, N. W.: De Nederlanders en de Noordpoolexpeditien. Voordraebt gehouden to Amsterdam in de algemeene vergadering van het aardrijkskundig genootechap, den 10 April 1875. 8°, 36 pp. Amsterdam, ßrinkman, 1875. f. 0,50.

Reichscommission, Bericht der zur Begutachtung von Fragen

der Polarforschung. (Leopoldina, Heft Xll, No. 3—4, p. 25—31; No. 5—6, p. 37—47.) Rink, Dr. II.: Tales and traditions of the Eskimo, with a sketch of their babits, religion, language and other peculiarities. Translated from the Danish by the author. Edited by Dr. Robert Brown. 8°, 472 pp. mit Ulustrat. Edinburgh, Blackwood, 1875. Sachot, O.: La Siberie Orientale et l'Amenque rusBe. Le Pole Nord et ses habitants. RScits des voyages. 8°, 377 pp. mit lllustrat. und 1 Karte. Paris, Ducrocq, 1875. 7 fr.

Smith, D. M.: Arctic expeditions from British and foreign shores from the earliest to the expedition of 1875. 4°. Vol. 1. With illustrations and maps. Edinburgh, Jack, 1875. 15 s.

Toula, Dr. Fr.: Eine Kohlenkalk-Fauna von den Barents-Inseln, Nowaja Semlja. 8°, 77 SS., mit 6 Tafeln. Wien, Gerold, 1875.

1 fl. 60 kr.

Tyson, Lieut.: Le Polarie. Le radeau de glace 1870—73. Extraits

d'un traduetion inedite. (Le Tour du Monde, XXX, 2e semestre

de 1875, p. 161—208.)

Watts, W. L.: Snjoland or Iceland; its jokulls and fjalls. 8°. London,

Longmans, 1875. 7{ s.

Weyprecht, C.: Die Erforscbung der Polar-Kegionen. (Mittheilungen

der K. K. Geogr. Gesellschaft in Wien, XV111, 1875, Nr. 8 und 9,

S. 357—366.)

Der Verfasser hat eine sehr geringe Meinung von dem, was die Polarforschung bis jetzt geleistet hat. Ob er dabei z. B. die gesammten Schwedischen Arbeiten über Spitzbergen, die Heer'schen, für die Physik der Erde unschätzbaren paläontologischen Untersuchungen, die auf der zweiten Deutschen Polar-Expedition angestellten Beobachtungen über den Salzgebalt und das spezifische Gewicht der tieferen Schichten des Polarmeeres, die sich unter Dr. liann's kundiger Hand als eine kraftige Stütze der Theorie von der allgemeinen Heeres - Clrkulation erwiesen haben , &c. &c. vergisst oder auch für unbedeutend hält, erfährt man nicht. Geographie und Wissenschaft stehen Beiner Meinung nach in direktem Gegensatz, ja die beschreibende Geographie soll sogar der Wissenschaft (worunter nämlich Physik verstanden wird) bindernd in den Weg treten. Weyprecht empfiehlt daher, Expeditionen zu unterlassen, aber einen Gürtel von meteorologischen und magnetischen Beobacbtungs-Stationen längs der Küsten von Sibirien, Nowaja Semlja, Spitzbergen, Grönland und AlaBka einzurichten. Solche Stationen wären gewiss äusserst wünschenswert!], sie würden aber nicht ausreichen, die Geographie der PolarKegionen zu erforschen, und wir sehen nicht ein, weshalb die Geographie etwaB Geringeres sein soll als die Meteorologie. Gemässigter drückt er sich aus in einer Replik auf Fr. v. Hellwald's Entgegnung, siebe „Das Ausland" 1875, Nr. 46, S. 919-920. vVijkander, A.: Bidrag til kännedomen om vindförhSllandena i de Spetsbergen omgifvande delarne af Norra Ishafoet. (Öfversigt af K. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar, 1875, No. 8, p. 15—29.) Wijkander, A.: Observations meUorologiques de rexpedition aretique suedoise 1872—1873. 4°, 120 pp. avec 1 planche. Stockholm 1875. (K. Svenska Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar, Bd. XII, No. 7.)

(Geschlossen am 6. Mal 1876.)

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