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blkfuss Wasser per Sekunde"; ea ist Also deutlich ausgedrückt, dass Ich nur das Minimum suchte, nur dieses brauohte ich für meine Beweisführung, und ich will gern glauben, dass die ££ Millionen Kubikfuss, die Capt. Burton an* nimmt, der Wahrheit näher kommen. FUr die Belehrungen über die genaueren Schwellzelten des Congo bin ich dem Verfasser dankbar, sie ändern lndess nichts an den Schlüssen, zu denen ich kam, denn zu meiner Freude erklärt lieb anch Capt. Burton für die Wahrscheinlichkeit, dass der Lualaba zum Congo gehört. — Zweitens soll ich die Tanganjika-Frage willkürlich entschieden haben , indem ich den See nach dem ungenügenden Zeugnlss eines Gorilla und einer Oelpalme vom NU-System getrennt hätte. Wenn Capt. Burton nicht nur den ersten , sondern auch den zweiten Theil des Aufsatzes („Geogr. Mitth." 1873, S. 21) gelesen hätte, würde er erkannt haben, dass loh die Abtrennung des Tanganjlka vom NU - System einzig und allein durch die Untersuchungen Livingstone'H und Stanley's begründete; da Cameron seitdem den Abfluss des See's entdeckt und mit dem Lualaba in Verbindung gebracht bat, Ist dieser Punkt zudem erledigt. — Endlich soll eine absichtlich»? Entstellung von Dr. LIvlngstone's Aussagen In Betreff des sogenannten Victoria Nyanza in den Worten meines Aufsatzes enthalten sein: „Die Erkundigungen Llvingstone's, ohne Kenntnlss der vorhandenen Literatur eingezogen, sprechen eher für als gegen die Einheit des Victoria Nyanza (Ukerewe, Ukara), indem sie neben ihm nur solche See'n nennen, die bereits als getrennt von ihm bekannt waren.1* Dr. Livingatone's Erkundigungen über den Viotoria Nyanza sind In seiner Depesche an den Earl of Clarendon vom I. November 1871 enthalten (Despatches addressed by Dr. Livingstone to H. M.'s Secretary of State for Foreign Affairs. Presented to Parliament. London 1878, p. 8); er sagt; „Der Missgriff des armen Speke war eine vorgefasste Meinung. Als er den Victoria Nyanza entdeckte, sprang er sofort zu dem Schluss, dass darin die Quellen des Flusses von Aegypten lägen, „20.000 Engl. Q.-Meilen Wasser" verwirrten durch anermessllche Grösse. Ptolemäus' kleiner See Coloe stellt die wirkliche Grösse von dem einen der drei oder vier See'n, welcher allein seinen Ausfluss nach Norden sendet, richtiger dar; sein Name ist Okara. Der See Kavlrondo Ist von Ihm 3 Tagereisen entfernt, aber durch einen schmalen Arm mit ihm verbunden. Der See NaibaBh oder Neibash liegt 4 Tagereisen von Kavlrondo. Baringo ist 10 Tagereisen entfernt und entsendet einen Fluss, den Nagardabasb, gegen Nordosten. Diese drei oder vier See'n, welche von verschiedenen inteUIgenten Suaheli, die viele Jahre an Ihren Ufern wohnten, beschrieben worden sind, bat man zu einem einzigen riesigen Victoria Nyanza verschmolzen." Der Naivasha, schon auf Krapf's Karte angegeben, wird von Wakeneid (Routes of native oaravans from the coast to the inferior of Rastern Africa, In Journal R. Geogr. Soc, Vol. XL, 1870, p. 316) als ein 18 Engl. Meilen langer und 13 Engl. Meilen breiter, östlich vom Ukara gelegener See erwähnt und der Baringo ist nach Wakefield ein 128 Engl. Meilen langer, 56 Engt Meilen breiter, selbstständiger See (p. 324), den Kavlrondo bezeichnet Livingstone als einen Theil oder Anhängsel des Ukara, wie es nun auoh von Stanley bestätigt worden Ist. Wo liegt da eine absichtliche Entstellung? Der Naivasha und Baringo waren nicht mit dem Ukara verschmolzen worden, ja der Speke'sehe See hatte sogar eine Verkürzung erlitten durch die Abtrennung des Baringo, der nach Stanley's Darstellung, übereinstimmend mit Speke's Erkundigungen, nur eine nordöstliche Ausbuchtung des Victoria Nyanza bilden soll. Sachlich Ist nun Übrigens auoh diese zweite Frage, die Grösse und Einheitlichkeit des Victoria Nyanza, duroh Stanley entschieden. — Am Schluss citlrt Capt. Barton den Satz meines Aufsatzes (S. 411): „Speke's Darstellung hat sich glänzend bestätigt, die Angriffe seiner Gegner, seines ehemaligen Reisegefährten Bnrton voran, fallen in Nichts zusammen", und sagt darüber: „Diese unverantwortliche Art der Behauptung kann man wohl von den „Mittheilungen" erwarten, Ist aber nicht ehrenhaft für einen Mann der Wissenschaft." Dass meine Ansicht keine unbegründete war, haben die späteren Forschungen gezeigt, anch kann ich keine Unehrenhaftigkelt darin sehen, dass Ich die Darstellung Speke's Im Wesentlichen von jeher vertheidtgt, entgegenstehende Ansichten bekämpft und mit unverhohlener Freude Bestätigungen der ersteren und Niederlagen der letzteren verkündet habe. E. Behm.

Cavelier de Cuverville: La peche du corail sur los cötes de l'Algerie. 8°. Nancy, Berger-Levrault, 1875. 3,2 M.

Central-Afrika, Die neuesten Forschungen und Entdeckungen in - -.
CDae Ausland, 1876, Nr. 1, S. 9—13; Nr. 2, S. 32—37.)
Miani, Baker, Gordon, Long, Kemp, Marno, E. Llnant de Bellefonds.

Chambeyron, Capit: Un mois a Cape-Town, Mossel-Bay et Fort Elizabeth. (Revue maritime et coloniale, Dezember 1875, p. 775—804.) Die Blapkolonle, Natur des Landes und Reisen«, Produkte, Handel, die Häfen,

Chenery, Lieut. L.: The West coast of Africa. Part II. From Sierra Leone to Cape Lopez. 8°, 321 pp. United States Hydrographie Office. No. 47. Washington 1875.

Hanptsächllch nach De Kerhallet und Le Gras.

Chippendall, Lieut. W. H.: Journey beyond the cataracts of the Upper Nile towards the Albert Nyanza. (Proceodings of the B. Geogr. Soc., Vol. XX, 1875—6, No. I, p. 67—69.)

Duffle" (Dufllö) am 26. Februar 1875 verlassend gelangte Lieut. Chippendall von Col. Gordon's Expedition Über Faloro am 4. März an einen Punkt des Nil gegenüber dem Koschl - Dorf Fasebora. Die Lage dieses Punktes ist ungijwUH, die durch Gissung berechnete Brette von K* 30' scheint eine viel zu südliche zn sein. Durch List verschaffte man sich Kähne zum Uehersetzen Ober den 450 Yards breiten, ca. 2 Knoten per Stunde fliessenden Strom. Der Häuptling Wadlay von Koschl sagte aus, sein Gebiet erstrecke sich bis an die Ufer des See's, den man In drei leichten Tagemärsohen erreiche. Der Fluss, der bei Fasebora viele Krümmungen macht und südlich davon einen selchten, bei niedrigem Wasserstande grossentheile trockenen See bildet, soll sich weiter oben in zwei Arme spalten, deren einer von Magungo kommend unter Kaba Rega's Herrschaft steht, während der andere aus dem grossen See kommt; auf letzteren könne man stets In den See einfahren. Nach Chippendall's Meinung handelt es sich vielleicht um eine Inselbildung. Eine BlatternEpidemie In Koschi Hess die Umkehr räthlioh erscheinen, so dass die Erforschung des Flusses unvollendet blieb.

Cohen, Dr. K.: Erläuternde Bemerkungen zu der Routenkarte einer Reise Ton Lydenburg nach den Goldfeldern und von Lydenburg nach der Delagoa-Bai im östlichen Süd-Afrika. Mit 1 Karte. (Zweiter Jah

resbericht der Geographischen Gesellschaft in Hamburg, 1874 — 75, 8. 173—286.)

Die hier beschriebene Reise wurde im Auftrag der Hamburger Firma D. Lippert vom 31. Mai bis 10. Juli 1873 ausgeführt. Dr. Cohen bat seine Routen aufgenommen, eine lange Reihe von Höbenbestimmungen mittelst des Anerotd zur Construktion eines Profils verwendet, und Beides finden wir nebst einer Anzahl Skizzen von Bergformen auf der von L. Friederichsen bearbeiteten Karte in 1:300.000 wieder, die einen namhaften Beitrag zur Kenntnlss von Südost- Afrika bildet. Der Text hat den Umfang eines massigen Buches und enthält eine ausführliche Beschreibung der in Rede stehenden Gegenden, wenn such nur In Anknüpfung an die Routen des Verfassers. Von allgemeinerem Interesse möchten dabei die Nachrichten Über die Goldfelder Im Nordosten von Lydenburg, die Bemerkungen über die Tsetse, die Dr. Cohen eben so wie Ersklne von den allgemein angenommenen mörderischen Eigenschaften freizusprechen geneigt ist, und die Notizen über Lourenco Marques und die Delagoa - Bai sein; in wissenschaftlicher Beziehung aber geben die eingehenden petrograpbiscben und geognostischen Mitthellungeu der Arbeit ihren Hauptwerth, wie sie auch räumlich die erste Rolle darin spielen. Dr. Cohen Ist Geolog von Fach, In dem neuen Jahrbuch für Mineralogie &c, 1873 und 1874, Bind mehrere seiner geologischen Arbeiten über Süd-Afrika veröffentlicht, so konnte er mit Sicherheit urtheilen, wo Ersklne, Mauch &c. als Dilettanten nur andeuteten und vermutheten. Er verliert übrigens über dem Detail seiner fachmännischen Forschung durchaus nicht den Ueberbllck, wie der nachstehende Auszug beweist: „Man kann in dem Gebiet zwischen Lydenburg und der Delagoa-Bai drei Plateaustufen unterscheiden, und zwar um so passender, als mit den Niveau-Veränderungen auch Verschiedenheiten bezüglich der Bewässerung, des Baumwuchses, Wlldreiohtbums und der geognostischen Zusammensetzung Innig verknüpft sind. Diese drei Plateaustufen sind 1. das durch Schluchten und Thaler vielfach zerrissene Hochgebirgsland zwischen Lydenburg und dem 5 Kilom. vom Spitzkop gelegeneu Stellrand, In gerader Entfernung 42 Kilom. breit. Es besteht aus einer äusserst mächtigen Formation von Thonschlefern mit eingelagerten Sandsteinbänken, die stellenwelB von Dolomit überlagert wird, ist wild- und bolzarm, aber reich an messendem Wasser. Nur in der näheren Umgebung von Lydenburg trifft man Farmen in nicht allzu grosser Entfernung von einander; das übrige Gebiet ist zum Theil ganz, zum Theil fast unbewohnt — 2. Das In vier untergeordneten Terrainstufen abfallende Gebirgaland zwischen dem Hoch gebt rgsraod nnd dem Ostrande der Lobombo-Berge. Man trifft fast nur kristallinische Gesteine, zumeist Granit, am Östlichen Rande Melapbyr und Quarzporpbyr. Ein grosser Theil des Gebiets ist sehr reich an Wild und an mächtigen Bäumen , welche sich hie und da zu einem Hochwald zusammendrängen. Das vorhandene Wasser ist meist fllessendes; neben Bächen und kleineren Flüssen hat man zwei bedeutende Ströme , den Ingwenya uud den Umkomati zu passlren. Vom Ingwenya an nehmen Abtheilungen der Amaswazl das Gebirgsland ein; westlich von diesem Fluss ist dasselbe ganz unbewohnt. Die ganze Zone besitzt In der Richtung des Wegen eine Breite von 120 Kilom. — 3. Das Küstenland zwischen den Lobombo-Bergen und dem Indischen Ocean. Nur auf der westlichen Hälfte treten noch niedrige Höhenzüge von Porphyr oder Melapbyr auf. Das sonst sehr ebene Land ist zum Theil mit schwarzem, moorigem Boden (dem Turfboden der Transvaal-Bauern), zum Theil mit recentem Meeressand bedeckt. Es treten zuerst Palmen auf, wodurch die Vegetation einen tropischen Charakter erhält; sonst ist das Land nicht dicht, aber gleichförmig mit massig hoben Bäumen bewachsen, wie sie das sogenannte Busohfeld auf den Plateaux im Innern Süd-Afrlka's bilden. Man trifft sehr wenig Wild nnd (im Winter wenigstens) nur stehendes Wasser. Der Küstenstrich Ist frei von der Tsetse. Die Luft Ist selbst Im Winter von drückender Schwüle, und der klimatische Unterschied nach dem Herabsteigen von den nur wenige hundert Meter hohen Lobombo-Bergen sebr auffallend. Diese letzte Terrainstufe ist etwa 63 Kilom. breit und wird besonders von den Amatonga bewohnt."

Compiegne, Marquis de: L'Afrique äquatoriale. Gabonais, Pahouins,

Gallois. 8°, 364 pp., mit 1 Karte. Paris, Plön, 1875. 4 fr.

Compiegne, Marquis de: L'Afrique äquatoriale. Okanda. Bangouens.

Osyeba. 18°, 372 pp., mit 1 Karte. Paris, Plön, 1875. 4 fr.

Compiegne, Marquis de: Notes sur le commerce dans l'Afrique äquatoriale. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Lyon, I, 1875, No. 2,

p. 127—136.) Cooper, H. T. M.: On a proposed trade route from the Gambia to

Timbuctoo. (Proceedings of the R. Geogr. Soc, Vol. XX, 1875—6,

No. I, p. 78—79.)

Die hier vorgeschlagene und der näheren Erforschung empfohlene Route

gebt von BathurBt den Gambia hinauf bis Fattatenda (230 Engl. Meilen, mit

Dampfer 2, Tage), dann zu Fuss 3 Tage nach Senudebu, 3 Tage nach Kasso

Madina, 10 Tage nach Guematuru und 10 Tage nach Jamina am Niger, von

wo Timbuktu zu Boot in 18 Tagen erreicht wird. Derrotero de las costas occidentales de Africa, redaetado en la Direc

cion de Hidrografia con presencia de las publicaciones mas recientes;

comprende desde Cabo Espartel hasta Sierra Leona. 4°, 300 pp. und

12 Tafeln. Madrid, imp. de T. Fortanet, 1875. 48 r.

Dewulf, Gommandant Ed.: Note sur un manuscrit de Djellal-cd-din-es

Soiouti. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, Mai 1875, p. 449

—459.)

Nachrichten über die zahlreichen Schriften des 1445 In Slut geborenen,

1505 gestorbenen Arabischen Gelehrten mit Auszügen, welche die Nil-Quellen

und den alten Sues-Kanal betreffen. Douvre, A.: Etablissement penitentiaire de Lambessa ou Lambese,

pres Batria, province de Constantine, AlgeVie. 8°, 16 pp. Gonstantine,

Arnolet, 1875. Duponchel, A.: Projet de chemin de fer dans l'Afrique centrale. (L'Ex

plorateur geogr. et commercial, 1875, No. 31, p. 222—224; No. 32,

p. 267; No. 34, p. 293—294; No. 37, p. 365—367 ; No. 39, p. 416

—417; No. 45, p. 569—573.)

Duveyrier, H.: Premier rapport sur la mission des Chotts du Sahara de Constantine. (Bulletin de la Soe. de geogr. de Paris, Mai 1875, p. 482—603.)

Faidherbe, General: Essai sur la langue poul, grammaire et vocabulaire. 8°, 131 pp. Paris, Maisonneuve, 1875.

Finotti, Avr. G.: La reggenza di Tunisi. Geografia, statistica, coramercio ed agricoltura. 8°, 110 pp. Florenz, tip. della Gazzetta d'Italia, 1875. 3j fr.

Fournel, H.: Les Berbers. Etüde sur la conquete de l'Afrique par les Arabes, d'apres les textes arabes ixnprimes. T. 1. 4°, 635 pp. Paris, Leroux, 1875.

Fournier, A.: Le Mozambique. (L'Explorateur göogr. et commercial, 1875, No. 34, p, 294—296.)

Frere, Sir Bartle: The Sultan of Zanzibar. — Zanzibar a commercial power. (Macmillan's Magazine, Juni und Juli 1875.)

Geographie generale. DeBcription physique, politique, administrative, geographie historique, topographie deB lieux celebres, histoire naturelle, caracteres physiques des peuples, mceurs, coutumes, religions. Afrique. 2 Toi. 8°, 1111 pp. Bar-le-Duc 1875.

Gordon, Lady Duff: Last letters from Egypt; to which are added letters from the Cape. With a memoir by her daughter, Mrs. Rosa. 8°, 386 pp. London, Macmillan, 1875.

Gordon, Progress of Colonel -'s expedition. (Proceedings of the

R. Geogr. Soc, Vol. XX, 1875—6, No. 1, p. 50—54.)

Diese Nachrichten reiohen bis 16. September 1875, wo Oberst Gordon den Dampfer auf dem Nil bis nach Labore gebracht hatte.

Gordon, Yoyage sur Io haut Nil, par le colonel -——. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, November 1875, p. 514—520.)

Details Über die Beschaffenheit des Nil-Bettes von Lado aufwärts bis Kerrl (25 Engl. Hellen von Regaf)* Bei Biddin (13 Engl. Meilen von Regaf) scheinen hiernach die bedeutendsten Stromschnellen vorzukommen, von dort bis zur Asua-Mündung hielt Gordon den Fluas für schiffbar. Er hat in Kerrl einen Militärposten errichtet.

Grandidier, A.: Histoire physique, naturelle et politique de Madagaskar. Vol. 6. Histoire naturelle des mammiferes, par MM. Alph. Müne-Edwards et Alf. Grandidier. T. 1, livr. 1. 4°, 192 pp. Paris, Hachette, 1876. 12! fr.

Das ganze Werk soll 28 Bände umfassen.

Grant, Colonel J. A.: Speke's Nile — LiviDgstone's Congo. (Blackwood's Edinburgh Magazine, Juli 1875, p. 100—111.)

Veranlasst durch einen Artikel der Quarterly Review (April 1875), worin als Livlngstone's Verdienst die Entdeckung der wahren NU - Quellen genannt wird, zeigt Speke's Reisegefährte an einer Reihe von Auszügen aus Jahresberichten, RelBewerken und Abhandlangen, dass die Kenner der Afrikanischen Entdeckungsgeschichte und Geographie durchweg die Hypothese von dem Zusammenhang des Lualaba mit dem Nil verwerfen. Zugleich weist er darauf hin, wie sich Speke's Aussagen und Ansichten mehr uDd mehr bestätigt haben , und glebt zu verstehen, dass es ungerecht Ist, Speke den Ruhm der Nilquellen-Entdeckung vorzuenthalten.

Grant, Lieut. - Colonel J. A.: On Mr. H. M. Stanley's eiploration of the Victoria Nyanza. (Proceedings of the B. Geogr. Soc, Vol. XX, 1875—6, No. I, p. 34—50.)

Güssfeldt, Die 'sehe Expedition. (Correspondenzblatt der Afrikanischen Gesellschaft, Nr. 12, S. 199—214; Nr. 13, S. 215—230.) Die hier abgedruckten Briefe und Nachrichten gehen bis zum S. Juni 1875 und geben Aufschluss Über die Vorgänge, welche zu Dr. Güssfeldt's Rückkehr nach Europa führten. Ausserdem enthalten sie die Aufzeichnungen Dr. Fslkensteln's über einen Besuch, den er In den letzten Monaten des Jahres 1874 der Hauptstadt Loanda und anderen KUstenorten der Portugiesischen Besitzungen abgestattet hat.

Güssfeldt: Dr. P.: Bericht Über seine Reise an den Nhanga. Mit 1 Karte. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 2. Heft, S. 142—159; 3. und 4. Heft, S. 161—181.)

Knch einer zweiten, durch das Desertlreu vieler Träger verunglückten Qulllu- Reise im Juli 1674 begab sich Dr. GUssfeldt Anfangs August nach Coango -Mayuroha, der nördlichsten Holländischen Faktorei an der Küste (3* 28',l S. Hr.) und Ende des MonatB von dort nach der Mündung des Nhanga (sprich Nyanga), eines bisher unbekannten bedeutenden Flusses, der bei 2* oG',8 S. Br. In den Atlantischen Ocean steh erglesst, nachdem er während der letzten Stunde dem Seestrand parallel gegen Nordwest gelaufen ist. Bei Mongo Nhanga, etwa 50 Engl. Meilen vom Meere, tritt er aus dem Gebirge, Katarakten bildend, aber U Tagereisen weiter oben wird er wieder schiffbar und dort bei Cassoche Ist einer der Hauptmärkte für Gummi. Dr. Güssfeldt besuchte von Cassoche aus die In der Umgegend liegenden anderen Scblmbeks Europäischer Händler und entfernte sieh In gerader Linie circa 16 Deutsche geogr. Meilen von der Küste. Die eine Hälfte der Reise ging durch das Gebiet der Balnmbo, die andere, ferner von der Küste ab , duroh das der Bajaka-Neger, welche beide Stämme In dem Bericht ausführlicher geschildert werden. Ein Schiff brachte den Reisenden von der Mündung des Nhanga südwärts nach Coango (Mayumba) und von da gelangte er längs der Küste am Ui*. Oktober nach Cblncboxo zurück. Güssfeldt, Hr. P.: Bericht über die von ihm geleitete Expedition an der Loango-Küste. (Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1875, Nr. 8, S. 195—218.)

In klarer ü eh ersieht führt uns dieser, am 9. Oktober 1875 in der Berliner

Gesellschaft für Erdkunde gehaltene Vortrag den Verlauf der Giissfeldt'schea Versuche, von der Loango-Küste aas in das Innere von Aequatorial • Afrika einzudringen , vor Augen, besonders Ist auch die zweite Qulllu - Reise t von der bis jetzt wenig bekannt geworden war, eingehender darin behandelt. Dr. Güssfeldt bestätigt, dass die Trägerfrage die Hauptsache ist, um die es sieh bei etwaigen ferneren Versuchen handeln muss, mit den Eingeborenen der Loango-Kttste sei lu dieser Beziehung nichts anzufangen; anch bekennt sich Dr. Güssfeldt zu der, öfter von uns ausgesprochenen Ansicht, dass du westliche Aequatorial-Afrika leichter von Osten als von Westen her erforscht werden wird.

Hann, Dr. J. : Klima von Senegambien. (Zeitschrift der Österr. Gesellschaft für Meteorologie, 1875, Nr. 24, S. 373—381.)

Nach Dr. Borlus' Recherches sur le climat du Senegal, Paris 1875.

Headley, J. T.: The land of the Pharaohs. Egypt and Sinai, lllustrated by pen and pencil. 8°, 220 pp. London, Bei. Tract Soc, 1875. 8 s.

Heuglln, M. Th. v.: Ornithologie Ost- Afrika's. 57. (Schluss-) Lief. Cassel, Fischer, 1875. a Lfg. 2,5 M.

Hildebrandt, J. M.: Ausflug von Aden in das Gebiet der Wer-Singelli-Somalen und Besteigung des Ahl-Gebirges. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 3. und 4. Heft. S. 266 —295.)

Wie Gruttenden 1848 und Speke 1854 machte Hlldebrsndt 1873 eine Exkursion von Lasgori an der nördlichen Somali-Küste auf das Ahl-Gebirge (siehe v. Heuglln's Karte mit den Routen von Cruttendeu und Speke in „Geogr. Mitth." 1860, Tafel 18}. Er schenkte der Vegetation besondere Aufmerksamkeit und hat einen lebensfrischen Bericht gegeben.

Homeyer, Die v. 'sehe Expedition. Auszüge aus zwei Briefen

des Major v. Homeyer an den Vorstand der Deutschen Afrikanischen Gesellschaft. (Correspondenzblatt der Afrikanischen Gesellschaft, 1875, Nr. 15, S. 258—262.)

Körner, Fr.: Bilder aus Abessinien und Äthiopien. (Aus allen Welttheüen, Oktober 1875, S. 10—14; November, S. 36—38.)

Largeau, Les explorations de M. -. (L'Eiplorateur geogr. et

commercial, 1875, No. 26, p. 101—104.)

Ueberaicbt der Largeau'schen Reisen In der Algerischen Sahara und bis Ghadnmes 1874—5 nebst Angaben Über die Organisation der Karawane, die er Im Herbst 1875 nach Ghadsmes führen wollte.

Largeau, V.: Rapport ä Monsieur le Präsident et a Messieurs les Membres de la Societe de Geographie de Geneve. Mit 1 Karte. (Le Globe, Journal geographique, XIV, 1875, p. 25—68.)

Mit einem Bericht über seine Reise von Biskra nach Ghadames in den ersten Monaten des Jahres 1875 erhalten wir hier zum ersten Mal Largeau's Karte, In 1 :1.000.000. Während sein Rückweg von Ghadames über El Wad mit Duvevrler's Route von 1860 zusammenfällt, Ist sein Weg nach Ghadames zum grossen Thell neu. Er ging von Tuggurt nicht, wie Dournaux-Dupere' am Igharghar hinauf, sondern auf einem gerade nach Uargla führenden Wege bis 32£* N. Br. und dann südlich, wobei er gleich Jenselt der von Duveyrier begangenen Karawanenstrasse zwischen Uargla und El Wad einen bis jetzt unbekannten Arm des Ighargbar antraf. Dieser Arm scheint sich beim Blr el Aschia [3\J" N\ Br.) vom Igharghar abzuzweigen, verläuft mit vielen Krümmungen gegen Nordnordwest und wendet sich an dem lang gestreckten Höhenzug, der auf der Südseite der Karawanenstrasse Östlich von Uargla entlang läuft, ostwärts gegen das Hauptbett des Igharghar zurüok. Etwas oberhalb Blr el Aschia verlless Largeau dieses Flussbett und schlug die von Europäern noch nicht bereiste, wasserarme Route über den Bir Bottln nach Ghadames ein. (Vergl. Duveyrier's Karte in „Geogr. Mitth." 1861, Tafel 13.)

Largeau, V.: Voyage ä Ghadames, 1875. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, November 1875, p. 505—513.)

Largeau, V.: Voyage ä Ghadames. (L'Eiplorateur geogr. et commercial, 1875, No. 44, p. 542—543; Nr. 48, p. 641 — 645.)

Ausführliches Tagebuch über seine neue Reise nach Ghadames von Biskra bis El-Oued, November —Dezember 1875.

Leared, Dr. A.: Morocco and the Moors. Being an aecount of travels, with a general description of the country and its people. 8°, mit 1 Karte. London, Low, 1875. 18 s.

Lenz, Dr. 0.: Reise auf dem Okande in West-Afrika. Bericht an den Vorstand der Deutschen Afrikanischen Gesellschaft in Berlin. Mit 1 Karte. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 8. und 4. Heft, S. 236—265.)

Im Dezember 1874 und Januar 1875 reiste Dr. Lenz den Okanda (oder, wie er schreibt, Okande), den Hauptarm des Ogowe bis IS* Oestl. L. v. Gr. hin* auf, d. h. bis etwas über Lope hinaus. Er kehrte alsdann zurück, um sich für eine nochmalige Okande-Reise mit Waaren, Provisionen und Dienern zu versehen. Die Gegend von Lope liegt nach ihm ca. 400 Fuss Über dem Meere, besteht ans Granit und wird westlich von niedrigen Hügelreiben aus krystallinlschen Schiefern begrenzt, die von Nord nach Süd einander parallel laufen. Vulkanische Erscheinungen oder Gesteine wurden nicht beobachtet. Die Abongo (Obongo Duchalllu's) halt auch Dr. Lenz für den Rest eines früher weit verbreiteten Volkes, das sich zu seiner Umgebung verhalt wie die Süd-Afrikanischen Buschmänner zu den Kaffern &c oder wie die Akka zu den Mouhuttu, doch mahnt er zur Vorsicht beim Gebrauch des Wortes „Zwergvolk". Er sah zwar nie eine grosse und kräftige Gestalt unter den Abongo, maass aber verschiedene Männer von 1,76 Meter. Am Scbluss seines Berichtes fügt er ein Vokabular von 100 Deutschen Wörtern In 10 Negenprachen bei. Seine Karte des Okande stimmt mit Walker's Positionen (siehe »Geogr. Mitthell." 1874, 8. 427), wonach Lope in 0* 6' 45" S. Br. and 11* 55' Oestl. L. liegt, aber Im Detail stimmt sie durchaus nicht mit dem Text. Eine Tagereise lang Tob Mbr-mbi a. B. soll der Flosa häufig starke Krümmungen bilden , so dass die ßchiffiahrt dadurch erschwert wird; die Karte zeigt den Fluas aber auf jener Strecke eben so gerade wie anderwärts. Zwischen Lope und Ashuka beschreibt der Flusa nach dem Text einen halbkreisförmigen Bogen, nach der Karte wiederum eine gerade Linie; kurz, wenn wir die zum Vergleich gegenüber gestellte Karte des Okanda von Marquis de Compiegne und Marche in ihrer Orientirung nach dem Gradnetz fOr fehlerhaft halten, so scheint sie uns doch in Bezog auf die Flusskrlitnmungen verlässlicher alB die Lenz'ache. Kelnenfslls Ist eine von beiden Karten eine ordentliche Aufnahme. — Derselbe Bericht mit der Karte, aber ohne die Sprachentabelle, iet im Correspondenzblatt der Afrikanischen Gesellschaft, 1875, Nr. 14 und 15, abgedruckt

Lenz, Dr. 0.: Reisen in Afrika. Aus einem Schreiben an Herrn Hofrath T. Hauer, d. d. Gabun, 1. März 1875. (Verhandlungen der K. K. Geolog. Reichs-Anstalt, 1875, Nr. 9, S. 149—152.)

In diesem kurzen Bericht Über seine Reise auf dem Okande im Dezember 1674 nnd Januar 1875 bezeichnet Dr. Lenz die parallelen Gebirgsketten, die von Cameruns bis Angola und Benguela sich erstrecken und den Rand eines grossen Plateau'a zu bilden scheinen, als West-Afrikanisches Schiefergebirge. Er beobachtete überall ein Streichen der Schichten N.-S. und ein Fallen nach Osten. Blaue und rothe Tbonschiefer, phyllitartfge Schiefer, Gnelsse, echte granatenrelcbe Glimmerschiefer, Quarzit &o. wechseln beständig ab bis hinauf nach Okande, wo wirkliche Granite auftreten. — Dr. Lenz wollte nach der Regenzeit eine grössere Reise In'a Innere versuchen und womöglich Schweinfurth'e Uelle erreichen. „Wenn ich nur während der Reise gesund bleibe, denn Ist Alles gut und Ich habe gewiss Erfolg. Alle anderen Schwierigkeiten lind zu überwinden, nur das Klima Ist so schlecht und heimtückisch; loh glaube, ich habe In klimatischer Hinsicht eine der schlechtesten Stellen Afrika'» als Ausgangspunkt für meine Reisen erwählt."

Leutemann, H.: Der Afrikanische Thierhandel. (Mittheilungen des Vereins für Erdkunde zu Leipzig, 1874, S. 3—6.)

Liberia, La republique noire de — . (I/Explorateur geographique

et commercial, 1875, No. 47, 8. 617—818.)

Livingstone, David . A populär account of Dr. Livingstone's

ezpedition to the Zambesi and its tributaries, and of the discovery of lakes Shirwa and Nyassa, 1858—64. Abridged from the larger vork. 8°, 428 pp. London, Murray, 1875. 7$ s.

Livingstone, Le dernier Journal de — , 1866—1873. (Le Tour du

Monde, XXX, 2e semestre de 1875, p. 1—96.)

Long, Colonel G. Chaille: Voyage au lac Victoria Nyanza et au pays Xiam-niam. Mit 1 Karte. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, Oktober 1875, p. 350—364.)

Neu ist in diesem Bericht, dass Oberst Long auf der Rückreise von Gondokoro den Sobat eine Strecke weit hinauf gefahren ist, wie er sagt, gegen 300 Engl. Hellen weit bis Maosblale; 9 Tagereisen weiter hinauf soll ein Dorf Kam Korn liegen, bis zu welchem Abesslnisohe und Galla - Händler kommen.

Lorral, E. de: Tlemcen, 1875. Mit Karten und Plänen. (Le Tour du Monde, XXX, 2e semetjtre de 1875, p. 305—368.)

Mahmud Bei: Le recognizioni della stato maggiore egiziano nel bacino di Nilo, sulle coste del Mar Rosso e Qolfo d'Aden, e nel Deserto Libico, 1871—giugno 1875. — Rapporto sulla spedüione del colonnello Purdy da Vecchia Dongola a Fascer o Tendelti. — Relazione del maggiore Prout. (Cosmos di Guido Cora, LU, 1875, No. II—III, p. 55—60.)

Manning, Rev. S.: The land of the Pharaohs. Egypt and Sinai, lllustrated by pen and pencil. 8°, 224 pp. London, Bei. Tract Soc, 1875. , 8 s.

Mariette-Bey, A.: Karnak. Etüde topographique et archeologique. 4°, mit 57 Tafeln in gr.-Fol. Leipzig, Hinrichs, 1875. 150 M.

Mariette-Bey, A.: Les listes geographiques, des Pylönes de Karnak. Comprenant la Palestine, l'Ethiopie, le pays des Somäl. 4°. Leipzig, Hinrichs, 1875. 30 M.

Markham, Cl. R.: Discovery of the course of the Congo. (Geographical Magazine, AugUBt 1875, p. 225—228.)

Einem Re'sume' der Entdeckungsgeschichte des unteren Congo folgt die Aufforderung zu einer neuen Englischen Ezpedition dabin, welche zunächst die Aufgabe hatte, Lieut. Cameron zu unterstützen. Markham berechnet die Kosten einer solchen Expedition auf 4000 Pf. St. (900 für Waaren, 400 für Waffen und Munition, 224 für ein PoDton - Floss, 320 für Ueberfahrt und Ausrüstung von zwei Europäern, 650 für Ueberfahrt von 60 Trägern, einem Anführer und Dolmetscher von Sierra Leone nach dem Congo, und 1507 Pf. St. für deren Löhnung}.

Marno, £.; Reisebriefe vom oberen Nil. Reise von Ladö am Bahr el Gebel nach Morü, Mundo und Makrakä. Mit 2 Karten. (Mittheilungen der K. K. Geogr. Gesellschaft in Wien, XVIII, 1875, Nr. 6 und 7, S. 291—304.)

Siehe »Geogr. Mitth." 1875, S. 429 nnd Tafel 22.

Matteucci, P.: La spedizione italiana all' Africa equatoriale. Considerazioni. 8°, 32 pp. Bologna, tip. Felsinea, 1875. 50 c.

Mazet, Du: Ghemins de fer dans d'Afrique centrale. Mit 1 Karte. (L'Explorateur geogr. et commercial, 1875, No. 41, p. 470—471.)

Mercier, E.-. Histoire de Tätablissement des Arabes dans l'Afrique septentrionale selon les documente fournis par les auteurs arabes et

notamment par l'histoire des Berberes d'Ibn Kaldoun. 8°, 418 pp. avec 2 cartes. Alger, Juillet Saint-La^er, 1875. Merensky, A.: Eine neue Karte der Süd-Afrikanischen Republik. Mit 1 Karte. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 5. Heft, S. 366—379.)

Der Superintendent der Berliner Transvaal-Mission, einer der besten Kenner der Transvaal - Bepublik, der schon 186S im Ergänzungsheft Nr. 24 der „Geogr. Mittheilungen" mit Jeppe eine Karte derselben In 1:1.850.000 veröffentlicht hat, benutzte die vielfachen seitdem vorgenommenen Untersuchungen und Messungen von Reisenden wie Manch, BaineB, Mohr <fec., die zum grossen Theil in den „Geogr. Mitteilungen" publicirt wurden, so wie seine eigenen, über ausgedehnte Landschaften der Republik reichenden Kenntnisse zu einer Neu-Bearbeltnng der genannten Karte, die denn aueb in den Positionen , wie im Detail der Zeichnung viele Veränderungen, Berichtigungen nnd Bereicherungen enthält. Seinen eigenen Erläuterungen zur Karte bat die Redaktion einige Notizen aus seinem Buche „Beiträge aur Kenntniss SÜd-AfrikaV (Berlin 1875) und aus Mohr's Reisewerk beigefügt.

Meyners d'Estrey, Comte: Les Hollandais en Afrique, les Achantis,

les Fantis et les Elminois. (L'Explorateur g^ogr. et commercial, 1875,

No. 41, p. 466—469.)

Zur Vorgeschichte des Aschauti-Krieges. Mitchell, Rev. G.: Some account of the Barolong — a South African

tribe. (The Mission Field, London, August 1875, p. 233 — 242;

September, p. 265—273.) Monteiro, J.: Angola and the River Congo. 2 vols. 12ü, 654 pp. with

map and illustr. New York, Macmillan, 1875. 21 s.

Die meisten Bücher über Afrika sind Reisebeschreibungen, wir erwarteten daher auch in dem vorliegenden Buche, bevor wir es zu Gesicht bekamen, Beobachtungen und Erlebnisse auf Reisen, Erweiterungen unserer geographischen Kenntniss von den Hinterländern Angola's und den Gegenden am Congo hinauf, zumal der Name des Verfassers als identisch mit dem des Portugiesischen Majors, der mit Gamitto den Cazembe besucht hat, halb unbewußt an Entdeckungsreisen denken Hess. Der Verfasser ist aber, wie es scheint, kein Portugiese oder doch in England naturalislrt, auch hat er keine Entdeckungsreisen gemacht, wohl aber brachte er von 1858 bis 1873 mit geringer Unterbrechung In Angola zu nnd lernte als naturwissenschaftlich gebildeter Mann die verschiedenen T heile des Landes so gründlich kennen wie wohl wenig Andere. Nachdem er 1858 und 1859 dem Kupferbergbau In Bembe vorgestanden und nach kurzem Aufenthalt In Europa 1861 bis 1863 Kupferminen bei Benguela und Cuio bearbeitet hatte, führte er seit 1865 seine Erfindung', aus der faserigen inneren Rinde des Baobab (Adansonia digltata) Papier herzustellen, praktisch aus, gründete In Ambriz und dessen Umgegend eine Anzahl Faktoreien , wo die Rinde gesammelt und zur Verschiffung nach England prftparlrt wird, und hob diesen Industriezweig im vorigen Jahre so, dass 1874 von Ambriz 1500 Tonnen Adansonia - Fasern verschifft wurden und diese Waare mit Ausnahme der Erdnüsse den bedeutendsten Ausfuhr-Artikel des genannten Hafens bildete. Zwischendurch finden wir Ihn auf Exkursionen, 1866 war er Passagier auf dem ersten Dampfschiff, das den Qnsnza befuhr, 1873 befand er sich zugleich mit Grandy wiederum in Bembe und in demselben Jahre fuhr er den Congo bis Borna hinauf. Diese drei Exkursionen hat er ziemlich ausführlich beschrieben , aber die Beschreibungen Bind nur eingefügt in die systematisch von Norden (dem Congo) nach Süden (bis MosBamedes) fortschreitende Schilderung des ganzen Landes. Diese kann nun zwar nicht den In der Vorrede ausgesprochenen Anspruch erheben, der erste ausführliche Beriebt über diesen interessanten und reichen Thell des tropischen Afrika zu sein, denn wir dürfen Travassos Valdez' „Slx years of a traveller'a llfe In Western Africa" (2 Bde, London 1661) nicht vergessen, aber sie schlieast sich der Zelt nach so ziemlich an das letztere Buch, ea fortsetzend und er* gänzend, an und sie würde auch bei viel stärkerer Konkurrenz den wärmsten Dank und die aufrichtigste Anerkennung verdienen. Ueberall spricht ans Monteiro die eigne Anschauung und Erfahrung und trotz des langen Aufenthalts Im Lande hat er doch den Sinn für das Fremdartige und Eigentümliche beibehalten, so dass er bei ungemeiner Mannigfaltigkeit des Erzählten in dem Leser das Interesse rege erhält und deutliche Vorstellungen erweckt. Wir wüssten wenige Bücher zu nennen, die In ähnlicher Anschaulichkeit Vegetation , Thierleben und Menschen von einem Thell Afrika's schilderten. Ea kommen dem Verfasser wie dem Leser dabei des Ersteren geologische und zoologische Kenntnisse zu Gute, er Ist Mitglied der Englischen Royal School of Mines und von seinen neuen Entdeckungen in der Ornis berichtete Dr. Hartlaub schon in der Zeltschrift „The Ibis" vom Jahre 1862; besonders ist aber auch die Schreibart bei aller Einfachheit fast eben so fesselnd wie eine gute mündliche Erzählung. Wir möchten daher Alle, die des Englischen hinlänglich mächtig sind und Schilderungen fremder Länder lieben, auf dieses hübsche, Unterhaltung mit Belehrung verbindende Buch aufmerksam machen. Das Kärtchen dient nur zur Auffindung der vorkommenden Namen und bat an sich keinen Wertb, aber die Illustrationen sind ganz nett, charakteristisch und zum Theil sehr interessant, so namentlich das Bild von der Wüste bei Moasamedes mit dem wunderlichsten aller Baumgebllde, der tischförmigen Welwitschia mlrabllis. Zu bedauern ist, daas der Verfasser nicht versucht bat, seinen langen Aufenthalt Im Lande zur Sammlung bevölkerungsatatistlsoher Notizen zu benutzen, denn trotz der Vernachlässigung, deren sich die Portugiesischen Besitzungen in Süd - Afrika von Seiten der Regierung Im Allgemeinen und Im Einzelnen zu erfreuen haben, Hegt dort nichts so sehr im Argen als die Statistik, nicht einmal die Gesammtsnmme der Bevölkerung Ist auch nur annähernd bekannt, vielmehr begnügt man sich mit beständiger Wiederholung einer offenbar sehr unrichtigen runden Summe, die vor langen Jahren einmal willkürlich angenommen worden Ist. — In Bezug auf Grandy's Versuch, nach dem oberen Congo vorzudringen, äussert Monteiro: „Ich bin überzeugt, daas der unüberwindliche Widerstand gegen Lieut. Grandy's Reise In's Innere hauptsächlich aus der Furcht der Eingeborenen entsprang, die Portugiesen möchten seinen Schritten folgen nnd das Land annektiren, ans dem sie ihr Elfenbein erhalten." — Ans dem Umstand, dass südlich vom Congo kein grosser Fluss dem Atlantischen Meere zufällt, scbllesst der Verfasser, dass der Congo oder sein Hauptarm aus südlicher Richtung kommt und die Gewässer der östlich von Angola &c gelegenen Länder in sich aufnimmt

Nun, man weiss ja In der That, dass der Qoango im Osten von Angola von SUd nach Norden strömt, und bestreitet wohl Niemand dessen Zugehörigkeit zum Gongo, aber Letzterer kann trotzdem auch von Osten her eben so bedeutende oder noch bedeutendere Zuflüsse erhatten, so dass Montelro's Aeusserung sicherlich nicht bei der Frage über die Identität des Lualaba mit dam Congo in's Gewicht fallen kann. — Von der Bildungsfähigkelt des Negers bat der Verfasser keine günstige Meinung, er glaubt vielmehr, dass die geistigen Fähigkeiten desselben von Grund aus anders geartet seien als die des Europäers, auch hält er gleich den meisten Geschäftsleuten die Mtssloua-Thätlgkelt unter den Negern für hoffnungslos und die Schulbildung sogar für schädlich, wenn man nicht die Negerkinder den Einflüssen ihrer Heimath entziehen könne. In Angola gebe es bis tief in's Innere viele des Lesens nnd Schreibens kundige Neger, aber sie würden von den weissen Händlern nicht In ihren Gomptolrs verwendet, weil man früher oder später üble Erfahrungen in Bezog auf Ihre Ehrlichkeit oder Treue rauche. — Dr. Horton führt In Belnem werthvollen Buche Über das Klima der Afrikanischen Westküste (Physical and medical climate and meteornlngy of the West coast of Afrlca. London 1867) als Beispiel von dem erschlaffenden Einfloss desselben an, datis die naob Loanda transportirten Verbrecher dort frei umhergehen oder sogar als Soldaten verwendet werden , ohne dass Gewalttätigkeiten und Gefahr von ihrer Seite zu befürchten wäre. Montelro erwähnt zwar in seinem Kapitel über das Klimm ebenfalls den erschlaffenden Efnfluss, glebt aber für die Harmlosigkeit der Verbrecher doch zugleich aoeh eine andere Erklärung. In Portugal ist die Todesstrafe abgeschafft, aber In Angola besteht sie noch, und zwar meist In der furchtbaren Form des Peltschens. Nun Ist es ganz richtig, dass Mörder In Angola Trinkstuben und dergleichen halten, sich bisweilen Wohlstand erwerben und sogar eine Art von Respektabilität gewinnen, auch dass selten schwere Verbrechen unter den Deportirten vorkommen , aber nach Montelro's Ansioht wirkt die Aussicht auf das Todtgepeitcchtwerden bedeutend mit zu Ihrer Besonnenheit, während sie in Portugal höchstens die Strafe der Deportation vor Augen hatten.

Müller, C.: Musci Schweinfurthiani in itineribus duobus in Africara centralem per annos 1868—1871 collect!, determinati et expositi. 8°. Berlin, Friedlander, 1875. 5 M.

Nachtigal, Dr. O.: Die Länder im Süden Wadai's. Mit 1 Karte. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 2. Heft, S. 110—117.)

Es ist diess wieder eine der höchst werthvollen Karten Dr. NuchUgal's, die einen The.il seiner ausgedehnten Reiserouten und Erkundigungen enthaltend für ein grosses Gebiet Inner-Afrikas vollständig Neues, ja dasselbe zum ersten Mal kartographisch zur Darstellung bringt. Sie umfasst ganz Wadai, Dar-For zum grössten Theil und das südöstliche Baghirml, während diese aber nur skizzenhaft den Hauptzügen nach eingetragen sind, werden die südlich angrenzenden Länder, namentlich Runga, Kutl, die Banda - Länder &c. südlich bis zum Bahar Kuta mit den von Dr. Nachtigall Erkundigungen herrührenden Details vorgeführt. In dem Text erhalten wir Spezielleres über Runga und Kutl nebst den hauptsächlichsten Nachrichten Über die Flüsse, Produkte &c. der südlicheren Länder. Dr. Nachtigal bezweifelt nicht, dass Babar Kuta Identisch Ist mit dem Kubanda Barth's und dem Uelle Schwelnfurth's, lässt es aber dahingestellt, ob er der obere Lauf des Scbari ist. »Es wäre ja auch möglich, dass der Fluss von Logon trotz meiner Erkundigungen ein besonderer Strom sei, wofür die Unglelchzeltlgkelt oder Ungleichartigkeit seiner Schwellung und der des Schar! sprechen könnte." Von grosser Wichtigkeit für die weitere Erforschung Inner-Afrlka's Ist die am Schluss wiederholte Bemerkung, daas etwaige Reisen südlich von Wadai' mit vollständiger Sicherbelt bis zum Bahr el Ardhe, und mit Geduld und einem geringeren Grad von Sicherbelt wohl auch bis zum Bahar Kuta ausgeführt werden könnten.

Nachtigal, Dr. G.: Näheres über den Tod Moritz v. Beurmann's. (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, X, 1875, 2. Heft, S. 159—160.)

Nachtigal, Dr. G.: Übersicht seiner Reisen und der auf denselben gewonnenen Resultate. (Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, II, 1875, Nr. 4 und 5, S. 109—136.)

Vortrag In der ausserordentlichen, zu Ehren Dr. Nachtlgal's am 8. Juni 1875 gehaltenen Sitzung der Berliner Geogr. Gesellschaft

Nachtigal, Dr. G.: Über Hofstaat, Gerichtspflege, Administration und Heerwesen in Wadai. (Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, II, 1875, Nr. 6 und 7, S. 143—155.)

Nachtigal's trarels in Africa. Hit 1 Karte. (Geographical Magazine, Juni 1875, p. 178—179.)

Noble, J.: Descriptive handbook of the Cape Colony, its condition and resources. 8°, 310 pp. with map and illustr. Cape Town, Juta, 1875.

10 8.

Ollive, Dr. C.: Climat de Mogador et de son influence sur la phthisie. Mit 1 Plan. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, Oktober 1875, p. 365—416.)

Unter Mlttbellung der Resultate meteorologischer Beobachtungen von 1866 bis 1874.

Ostküste, Beschreibung der — von Afrika von der Pangani-Bucht bis Ras Kimbiji. (Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 1875, Nr. 17 und 18, S. 323—334; Nr. 19 nnd SO, S. 366 —374.)

Nach den In der „Hydrographie Notice, Nr. 16", London 1875, publlcirten Arbeiten des Vermessungsschiffes „Shearwater".

Pirona's fünfjährige Beobachtungen zu Alezandrien. (Zeitschrift der österr. Gesellschaft für Meteorologie, 1875, Nr. 19, S. 305—306.)

Pollen, Fr. P. L.: Recherches sur la faune de Madagascar et de ses däpendances. 4^ partie. Poissons et peches par P. Bleeker et Fr. Pollen. 4°, 205 pp., mit 21 Tafeln. Leyden, Brill, 1875. 18,60 fr.

Raffray, A.: Voyage en Abyssinie, ä Zanzibar et aux pays des Ouanika. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, September 1875, p. 291—313.)

Auf einer für zoologische Zwecke unternommenen Reise ging Raffray im Winter 1873—4 von Massauab über Adoa, Sokota, die Agao-Länder nnd Begemeder nach Godscham, von da an der Ostküste des Tsana - See's nordwärts nach Gondar und durch Woggara und westlich um Simen herum nach Aium, Adoa und Massanah zurück. Nach einem Besuch des Dahlak - Archipels und Aden's landete er am SO. Juni 1874 in Zanzibar, hielt alch auf der Insel und bei Bsgamoyo eine Zeit lang auf, besuchte von Mombas aus die Schimbs« Berge, die dem Meere parallel das Wanlka-Land durchziehen, und kehrte über Pemba, Zanzibar und Aden im April 1876 nach Paris zurück. In dem vorliegenden Aufsatz skizzirt er nur den Verlauf dieser Reise.

Ramseyer and Kühne: Pour years in Ashantee. Edited by Urs. Weitbrecht. With introduetion by Rev. Dr. Gundert, and preface by Prof. Christlieb. 8°, 334 pp. London, Nisbet, 1875. 6 i.

Ravenstein, E G.: Stanley'« exploration of the Victoria Nyanza. Mit 4 Karten. (Geographical Magazine, Dezember 1875, p. 369—373.)

Seinen Auszügen ans Stanley'» Briefen glebt Ravenstein zwei Karten mit den nötfaigen Erläuterungen bei. Die erstere stellt den Victoria Nyanza nach der Skizze Stanley's, aber mit Zugrundelegung von Speke's Positionen und mit Verwerthnng von Speke's und Graut's Routen dar, die zweite umfaait das obere Nil-Gebiet von Gondokoro südwärts und bringt die Stanley'schen Angaben mit denen der anderen Reisenden In Verbindung. Besonders interessant ist das Ostufer des Victoria Nyanza, wo KrapPs, Rebmann's und Wakefleld's Erkundigungen den Stanley'schen Forschungen angepasBt werden and der Bnrtngo-See nun doch, wie Speke wollte, als nordöstlicher Theil des Victoria Nyanza erscheint, nicht als abgesonderter See, wie nach Wakeneid.

Ravenstein,£.&.: The Western Sahara. Mit 1 Karte. (Geographical Magazine, Januar 1876, p. 13—16.)

Eine nützliche Karte der ganzen westlichen Sahara von Insalsb an In 1:5.000.000 , mit den Routen der Reisenden, unter denen die von Bu-el-Moghdad neu construlrt Ist Der Text glebt als Memoire zur Karte eine gute Ueberslcht der wesentlichsten Grundlagen und tritt, wenn auch nur mit wenigen Worten, den schwindelhaften Projekten einer Eisenbahn von Algler nach Tlmbuktu und einer Unterwassersetzung der westlichen Sahara entgegen.

Rodriguez, Beschreibung der Insel im Indischen Ocean. (Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 1875, Nr. 17 und 18, S. 334—338.)

Arbeiten des Vermessungsschiffes „Shearwater" 1874, publicirt aus ttHydrographio Notice, Nr. 81", London 1875. ■

Rohlfs, G.: Beiträge zur Entdeckung und Erforschung Afrika'?. Berichte aus den Jahren 1870—1875. 8°. Leipzig, Dürr, 1875. 4,5 M.

Rohlfs, G.: Drei Monate in der Libyschen Wüste. 8°, 340 SS., mit 1 Karte und 23 Tafeln. Cassel, Fischer, 1875. 3 M.

Diese Schrift bildet den ersten, gewisBermaassen einleitenden Theil des Berichtes Über die Ergebnisse der vom Khedive ausgesandten Rohlfs'schen Expedition in die Libysche Wüste, dem die übrigen, vorläufig auf drei Bande in Royal-Quart berechneten wissenschaftlichen Spezial -Berichte nachfolgen werden. Die vorliegende Arbeit, ein stattlicher Oktavband, enthält den für ein grösseres Publikum berechneten Reisebericht, von Rohlfs, mit Beitragen voa Ascherson, Jordan und Zittel. Obwohl die eigentlich geographischen Ergebnisse der Expedition unseren Lesern In den Hauptsachen schon bekannt sind, so können wir dennoch diesen Reisebericht allen nur auf das Wärmste empfehlen. Es ist doch ein Unterschied zwischen den vorläufigen, Isollrten Angaben über eine Reise, wie wir sie in den Zeitschriften zerstreut finden, und der zusammenhängenden, lebendigen Erzählung des ganzen Zuges I Gera und dankbar werden alle Freunde Afrikanischer Geographie der gewandten und lebhaften Darstellung des Führers folgen, dessen treffliches Erzählungs-Talent uns die Reise im Geiste mitmachen lässt. Bekanntlich hat die Expedition Kufara nicht erreicht; nichts desto weniger sind ihre Ergebnisse so befriedigend, dass sie dennoch nicht eine mlsslungene genannt werden darf. War ja doch das Gebiet der Reise der unbekannteste Theil von Nord-Afrika, »von dem nur die Ränder geographisch elnlgermaassen genau bekannt waren", der aber sonst in naturwissenschaftlicher Hinsicht eine reine terra incognlta bildete; ob dieses Land Über, ob es unter dem Meeres - Niveau lag — darüber wusste Niemand etwas. Die Frage der etwaigen Depression und Ihrer Ausdehnung, die Babr-bela-ma-Frage — das waren Punkte vom höchsten Interesse für die Geographie jener Gegenden; diese vor allen mnsste die Expedition zu lösen suchen, und sie hat sie gelöst. Rohlfs fasst das rein geographische Ergebnis« der Reise am Schlüsse des Buches kurz dahin zusammen: »Der Bahr-bela-ma, wie er als contlnuirliches leeres Flussbett zwischen Siut, Dacbel und Farafraa, so wie in Dachel selbst, und östlich von Beharieh auf allen Karten figurlrt, exlstirt nicht; die Depression bei Ammonium exlsttrt, und kann die Tiefs von Sluab unter dem Meeresspiegel zu 29 Meter angenommen werden; die Libysche Wüste bis zu dem äussersten Punkte, der von uns erreicht worden, nimmt nicht Theil an dieser Elnsenkung, nnd höchst wahrscheinlich trilt du auch für den nicht von uns durchforschten Theilen der Libyschen Wüste." Auf Seite 14—16 giebt Rohlfs eine interessante Skizze der Bahr-bela mn-Theorie, die ursprünglich aus einer missverstandenen und einer unrichtigen Angabe Herodot's hervorgegangen zu sein scheint, indem von Andreossy, als er den Bahr-bela-ma im Westen der Natronsee'n besuchte, einige Stellen Im Herodot so gedeutet wurden, dass Herodot einen westlicheren Lauf dea Nil durch die Libysche Wüste angenommen habe. Von allgemeinerem Interesse sind die Schilderungen, die Rohlfs von dem Entstehen, der Ausrüstung nnd dem Reiseantritt der Expedition giebt; in der Technik iler Sahara-Reisen Ist er wohl ohne Zweifel der grösste Meister. Auch können wir nicht umhin, dem Führer der Expedition an dieser Stelle unseren Dank für die Bevölkerung«-Angaben auszusprechen, die er In diesem Bande mehrfach bringt: wie wenig« Reisende haben sich, leider, bis jetzt gemüsslgt gefunden, solche Verhältnis»massig leicht zu erlangende und doch ao wichtige Angaben zu sammeln! Noch erheblicher als die topographischen sind vielleicht die Übrigen Ergebnisse der Reise , die ja In den Efnzelberichten detaillirt zur Veröffentlichung gelangen werden; aber auch In dem vorliegenden Bande finden wir schon Interessante Angaben darüber. So In den aus Ascherson's Feder herrührenden Abschnitten (Kapitel 9: Asclierson's and Remelä's Stillleben und Ausflüge in der Oas« Paehel, und Kapitel 10: Ascherson's Marsch nach Farafrah, Aufenthalt danlbtt und Rückkehr nach Dachel). Derselbe bespricht hier z. B. die aufteilende Verwandtschaft der Oasen-Vegetation mit der Medlterran-FIora. Die meisten and unter ihnen gerade die häufigsten und auffallendsten der Unkräuter des kultivirten Bodens gehören der Mittelmeer-Flora an ; bei Siut und Eaneb wurden dieselben nicht bemerkt, „wogegen umgekehrt mehrere der häufigsten Arten des NIl-Thales in den Oasen entweder ganz fehlen oder nur vereinzelt und sichtlich verschleppt vorkommen." Ascherson zieht, wie Schweinfurth, hieraus den Schluss, dass die erste ßesledelung der Oasen nicht vom Nil-Thale, sondern von der Nordküste aus erfolgt sein müsse. Damit übereinitimmend hat auch Brngsch in der beim Empfang der Rückgekehrten abgehaltenen Sitzung des Aegyp tischen Instituts erklärt, dass, nach den Dokumenten zu urtbeilen , die Oasen ursprünglich von einer nicht - Aegyp tischen Bevölkerung bewohnt gewesen. Es ist hier nicht der Ort, auf die interessanten Einzelheiten einzugehen, an denen das Buch reich ist, wie z. B. die Vergleiche zwischen den Arabern am linken und denen am rechten Nil - Ufer einerseits und zwischen diesen Aegyptiscben Arabern im Allgemeinen und den Fellahin andererseits. Oder wie die Frage eines der Diener, der aus Tripolltanlen gebürtig, und der an Roblfs die Frage stellte, ob er auch zum Lande der Garamanten gekommen; sonst ist bekanntlich dieser antike Name nie einem Reisenden in Afrika aufgestoßen. Die dem Buche beigegebenen charakteristischen Photographien müssen als eine vortreffliche Ergänzung des Textes angesehen werden; überhaupt lässt die äussere Ausstatuug nichts zu wünschen übrig.

Rohlfs, Dr. 0.: Zustände in Berberien. (Zweiter Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft in Hamburg, 1874—75, S. 164—172.)

Den Grund von dem Dai niederliegen alles Culturlebemi In den Berber Staaten ■leht der Verfasser in dem Festhalten an den Fesseln der mohammedanischen Religion, eine Besserung erwartet er nur von der Besitznahme jener Staaten durch Europäische Mächte. Er räth den Franzosen, die Araber aus Algerien zn vertreiben, und den Italienern, Tunis in Besitz zu nehmen. In einer Anmerkung heisst es: Wenn uns Strabo sagt, Artemldorus tadele den Erato■thenes, weil er vorgebe, alle Vormittagsstunden herrsche eine dicke und nebelvolle Luft im Lande der hesperischen Ethioper, so kann ich in dieser Beziehung die Wahrheitsliebe des Kyrenlschen Geographen retten; denn an der SUdweitküste Marokko'« herrscht in der That während des grÖSBten Theils des Jahres Morgens dichtester Nebel, der sich erst gegen Mittag zu verlieren pflegt.

Roudaire, Capit. E.: La mission des Ghotts du Sahara de Constantine. Hit 1 Karte. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Paris, August 1875, p. 113—125.)

In der Pariser Geogr. Ausstellung war die interessanteste der Neuigkeiten In der Französischen Abtheilung eine in grossem Maassstab gezeichnete Manu■kript-Karte der Schotts im Süden des Djebel Aures, die Kapitän Roudaire in ein Binnenmeer zu verwandeln vorgeschlagen und mit einer Gesellschaft von Geodäten und Gelehrten 1874—75 vermessen und nlvellirt hatte. Eine Reduktion Jener Karte auf den Maassstab von 1: 800.000 bringt das Bulletin der Pariser Geogr. Gesellschaft, mit Profilen, lieb erst chtsBkizze und einem Text von Roudaire, der die Arbeiten der Expedition kurz bespricht. Das Areal der unter dem Meeresspiegel liegenden Partie der Algerischen Sahara schätzt Roudaire auf 6000 Q.-Kilometer, wozu im Osten die Depression der Tunesischen Sahara mit 10.000 Q.-Kilometer kommen würde. Die Tiefe der Algerischen Depression beträgt 20 bis 27 Meter. Die Roudaire'schen Arbeiten brachen an der Grenze von Tunis ab und die Untersuchungen von Fuchs, Stäche und der Antinori'sehen Expedition am Golf von Gabes haben ergeben, dass ohne sehr bedeutende Kosten eine Unterwasser Setzung der Schotts vom Meere aus nicht möpüch sein würde.

Roumeguere, C.: Correspondance de Broussonet avec Alex, de Humboldt an sujet de rhistoire naturelle des lies Canaries. 8°, 14 pp. Cberbourg. (Extrait des Memoires de la Societe nationale des sciences naturelles de Cberbourg, t. 18, 1874.)

Sin Javier, Vizconde de: Tres anos en Fernando Pöo. Viaje aAfrica. 8°, 272 pp. Madrid, Manini, 1875. 4 r.

Schlagintweit-Saktinlünski, H. T.: Angaben zur Charakteristik der Kro-Neger. (Sitzungs-Berichte der mathem.-phys. Classe der K. Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Juni 1875, S. 178—201.)

Die Vorlage ethnographischer Gegenstände, welche Dr. Wittstein auf der astronomischen Expedition nach Kerguelen (1874) an verschiedenen Küatenpnnkten Afrika's gesammelt hat, gab Herrn v. Schlag! ntwelt-SakUnlünski Veranlassung, seiner eigenen Beobachtungen über die Kru-Neger und seiner plastischen Racen-Typen (Gesichtsmasken) zu gedenken. Das plastische Abformen der Gesichter lebender Personen in Verbindung mit genauen, nach bestimmten Grundsätzen durchgeführten Messungen bietet selbstverständlich ungleich mehr als die Photographie, Ist aber auch mit viel Mühe und oft mit Schwierigkeiten terbanden. „Sich abformen zu lassen, entschlossen sich die Leute stets sehr tebwor, wegen des unangenehmen Gefühles bei Aufliegen und Erhärten des Gypses, auf das man sie sogar vorher aufmerksam machen musste, sollten sie ausharren. Ungestörtes Athmen läset sich durch Einstecken von genügend festen Röhren in die Nase sichern, die aber am hinteren Ende stumpf oder weich sein müssen, wie nasses Papier, um nicht zum Niessen zu reizen. Das Abnehmen des Gypses ohne Adhäsion an Haaren oder an der Epidermis wird durch vorsichtiges Befetten und Einölen möglich gemacht. Menschen auf niederer Bildungsstufe, wie diese, fanden meist auch das Gemessenwerden sehr wlastlgend, oder gar ominös zu deuten." Trotzdem haben die Brüder v. Schlagintweit über 400 Individuen aus Indien und Hochasien und 30 aus den Nachbarländern detaillirt gemessen und 275 Vorderköpfe, SO Hände und 7 Füsse Jon Asiatischen Individuen abgeformt. Dazu kommen 4 Neger-Masken, 96 Vor«rköpfe, 9 Hände und 5 Füsse von Afrikanern , die Eduard v. Schlagintweit g Marokko, und 9 Vorderköpfe von Indianern, die Robert v. Schlagintweit In Kord-Amerika hergestellt hat. Es ist zu bedauern, dass diese werthvollen 8en«n vollständig nur in fünf Museen, zu London, Paria, St. Petersburg, Cal•Jtta und Madras, aufgestellt sind, nnd wenn sich kleinere Gruppen davon in I^len Museen befinden, so fehlen sie doch z. B. noch ganz in Berlin und Wien, wir maehen zugleich darauf aufmerksam, dass J. B. Obernetter in

München, mittelst seines neuen , Seite 53 der „Geogr. Mitthell." d. J. erwähnten Verfahrens, sehr gute photographische Abdrücke von den in Metall ausgeführten plastischen Originalen herstellt,

Schweinfurth, Dr. G.: Au cceur de l'Afrique, 1868—1871. Voyages et decouvertea dans les regions inexplorees de l'Afrique centrale. Traduit par Mme H. Loreau. 2 vols. 8°, 954 pp., 2 cartes, 139 grav. Paris, Hachette, 1875.

Schweinfurth, Dr. G.: Artea Africanae. Abbildungen und Beschreibungen von Erzeugnissen des Kunstfleisses Central-Afrikanischer Völker. (Mit Deutschem und Englischem Text.) Fol., mit 21 Tafeln. Leipzig, Brockhaus, 1875. 24 M. Auf Sl Folio-Tafeln haben wir hier in guten lithographischen Abbildungen 333 Gegenstände, als Waffen, Geräthe, Schmucksachen, Bekletdungttgegenst&nde , Wohnungen, Kornspeicher und dergl., die Dr. Schweinfurth bei zehn verschiedenen Volksstämmen Inner-Afrika's gesehen , abgezeichnet und in ihrem Gebrauch beobachtet hat. Diese Volksstämme sind die Dlnka (16 Gegenstände), Djur (21 G.), Bongo (86 G.), Mittu (40 G.), Nlamniam (72 G.), Heiland* (4 G), Monbuttu (72 G.), Sere (9 G.), Golo (11 G.) und Kredj (2 G.); sie sind In Dr. Schweinfurth's Reisewerk des Näheren beschrieben, aber auch die Erläuterungen der Tafeln enthalten kurze Notizen über ihren Wohnsitz, Beschäftigung, Verwandtschaft <fec., so wie eine Menge Interessante Nachwelse Über Anfertigung und Gebrauch der einzelnen Gegenstände, Über den Stoff, aus dem Hie bestehen, und über Analogien bei anderen Völkern. Wie in der Einleitung ausgeführt wird, „droht die destruktive Gewalt der Europäischen, sich allen Völkern des Erdballs aufdrängenden Industrie über kurz oder lang auch in Afrika mit dem letzten Rest autochthoner Kunst aufzuräumen. In einem Zeitraum von wenigen Mensclienaltern sind in diesem Welttheile ganze Reihen von Völkern in dieser Hinsicht unproduktiv geworden. Die Hottentotten und Kaffern, welche noch vor wenigen Jahrzehnten eine Menge der zierlichsten Kunstprodnkte erzeugten, bieten diesem Zweige der ethnographischen Forschung bereits ein ganz verödetes Feld dar, und den grössten Thell ihrer ursprünglichen Waffen und Geräthe hat der Forscher heut' zu Tage gleich archäologischen Gegenständen In den so unvollständigen Museen Europa'« aufzusuchen. . . Je grösser die Fortschritte gewesen, welche hin und wieder In unserer Zeit ein Afrikanisches Volk auf der Bahn der äusseren Gesittung gemacht, um so geringfügiger gestaltete sich die eigene Produktionskraft, um so grösser wurde die Abhängigkeit in allen Bedürfnissen eines verfeinerten Lebens von der Europäischen Industrie; denn diese schliesst von vorn berein jede inländische Conkurrenz aus und erstickt jede Regung eines angeborenen Nachahmungstriebes. Die Wohlfeilheit der dargebotenen Artikel auf der einen und die guten Preise, die für robe Naturprodukte gezahlt werden , auf der anderen Seite erklären zur Gentige dieses Verhältnis. Wie könnte man einem Negerschmiede zumutheu, sich an die für ihn so zeitraubende und mühevolle Herstellung eines gewöhnlichen Messers zu machen, wenn ihm ein Dutzend derselben Im Tausche gegen einen Kautschuk - Klumpen geboten werden, den er spielend Im Walde gesammelt." In Hinsicht auf die Beziehungen zur Aussenwelt, auf die Berührungen mit dem Welthandel unterscheidet Dr. Schweinfurth drei Culturkrelse In Afrika. »Zunächst der Küste haben wir das besonders auf der nördlichen Hälfte des Continents tief eingreifende Gebiet der Feuerwaffen, welches mit Europa einen mehr oder minder direkten Handelsverkehr unterhält. Tiefer im Innern betreten wir eine Region, welche der Europäische Markt durch Veriulttelung des eingeborenen Handels nur noch mit Baumwollzeugen zur Kleidung der Bewohner zu versorgen vermag. Im innersten Centralkerne des Continents schliesslich breitet sich das von jeder mittelbaren oder unmittelbaren Berührung mit der Europäischen Welt fast noch gänzlich Intakt gebliebene Gebiet aus, In welchem die geringe Kleidung der Eingeborenen sich auf selhstvei fertigte Rindenzeuge und Felle beschränkt." Umgekehrt nun wie bei historischen Völkern vernichtet die Berührung mit der Aussenwelt die einheimischen Künste der Afrikaner, anstatt sie zu befruchten und zu heben; es Ist daher die höchste Zelt, die ureignen Kunstprodukte der Central-Afrikanischen Völker zu sammeln, wie Schweinfurth es in Bezug auf sein Reisegebiet gethan hat.

Senegal (Le) et nos Etablissements de Saint-Louis ä Sierra-Leone. (L'Explorateur geogr. et commercial, 1875, No. 37, p. 375—380; No. 38, p. 394—396; No. 41, p. 474—475; No. 43, p. 517—521.)

Soleillet, F.: Observations meteorologiques dans le Sahara central. (Bulletin de la Soc. de geogr. de Lyon, 1, 1875, No. 2, p. 169 —171.)

Die hier mitgethellten Beobachtungen beziehen sich nur auf den nördlichsten Tbell der SolsiUet'schen Route, von Algier über Medea und Bogbari nach Dschelfa, Dezember 1878 und Januar 1874.

Southworth, A. S.: Four thousand miles of African Travel. A personal record of a journey up the Nile and through the Soudan, to tne confinea of Central Africa, embracing a discussion on the sourcea of the Nile and an examination of the slave trade. 8°, 390 pp., mit 2 Karten. New York, Baker, 1875. 3J doli.

Stäche, Bergrath Dr. G.: Die projektive Verbindung des AlgerischTunesischen Chott-Gebietes mit dem Mittelmeere. (Mittheüungen der K. K. Geogr. Gesellschaft in Wien, XV1U, 1875, Nr. 8 und 9, S. 337—351.)

Der Verfasser hat im Juli 1875 den Küstenstrich der Kleinen Syrte besucht und ist wie der Geologe E. Fuchs zn der Ueberzeagung gekommen, dass dem Roudaire'schen Projekte keine Verwirklichung in Aussicht steht. Der alte Chott-See oder Chott-Flusa kann in keinem Fall der Triton-See des Herodot and Scylai gewesen sein, seine Verbindung mit dem Meere noch in historischer Zeit ist unwahrscheinlich. Der 60 bis 100 Meter über den Meeresspiegel sich erhebende Querrlgel oder Bergdamm, welcher den jetzigen Golf von Gabes von dem grossen Chott-Gebiet trennt, besteht ans Gesteinen verschiedenen Alters, von abwechselnd mürberer und festerer Beschaffenheit: Süsswasserkalke, Quarzsandsteine, Kalksteine der unteren Gruppe, marine Kalksandsteine, Gypssandstelne, Kalktuff)agen, Tegel, Lehm, LÖbs, feinere und gröbere Sande. Der Damm ist keineswegs durch blosse Versandung und Sandanschüttung ent

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