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Vorrede.

Obwohl der Inhalt vorliegender Schrift den Hauptsachen nach Manchen noch neu erscheinen mag, so hatte doch der Verfasser derselben keineswegs die Absicht, etwas gerade Neues zu sagen, im Gegentheil bescheidet er sich sehr gern damit, wenn er in der wissenschaftlichen Erörterung des Alten und längst Bekannten, zuweilen aber ausser Acht Gekommenen glücklich gewesen ist. Wäre es doch auch ein sehr sonderbares Unterfangen, abweichend von der uralten Ueberlieferung des immer von Neuem sich erzeugenden sittlichen Urtheils etwas Neues aufstellen zu wollen, oder nur zu versuchen den bisherigen Bestand durch neue Zuthaten zu erweitern. Die endgültigen Entscheidungen über gut und böse gehören nun einmal nicht zu den veränderlichen, sondern zu den ewig sich gleichbleibenden Elementen humaner Bildung. Ebenso dürfte es nicht gerade ein sehr günstiges Vorurtheil für eine wissenschaftliche Bearbeitung der Ethik erwecken, wenn sie über das, worauf sich die mannichfachen Urtheile von gut und böse beziehen, also über die eigentlichen Subjecte zu den in verschiedenen Ausdrücken auftretenden Prädicaten des absoluten Beifalls oder Missfallens, ganz etwas Neues zu sagen sich unterfangen wollte. Das hiesse gerade soviel, als ob vor

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