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Genüge daraus, daß das Gentilenrecht später unterges gangen ist. Gai. III. 17.

a) Die erste jener drei Stufen hat die Bedeutung, daß dadurch aus der Familie (8. H. von den liberi) des Freigelassenen in die patronatische Familie (Patron und liberi patroni) das redire der bona bewirkt wird. Gerade dies ist es wohl, wovon die uns bruchstückweise erhaltenen (Ziff. 62. Anm. 77. mitges theilten) Worte der 12 Taf.: „ex ea familia in eam familiam“ gesprochen haben. Ueberdies muß, wenn die zweite und dritte Stufe bewiesen wird, nothwendig das ihnen Vorstehen der ersten Stufe vorausgeseßt werden. Die stirps gentilicia und die oberste patricische Gens, zu denen der Patron gehört, stehen dadurch mit den liberi liberti in Verbindung, daß die Stirps libertina sich an die familia patroni anschließt. Danach fann ein gentilicisches Erbrecht der patronatischen Stirps und Gens nur gedacht werden, wenn das verbindende und die Berechtigung begründende Mittelglied, die familia patroni (das, als jene Berechtigung begründend, noth: wendig auch seinerseits berechtigt sein muß), im concre. ten Fall nicht vorhanden ist.

b) Die zweite und dritte Stufe, insoweit sie das Erbrecht gegen die liberi liberti betrifft, wird bewiesen durch die bekannte Stelle von Cic. de or. I. 39. Darin wird von einem Centumviralproceß berichtet, in welchem darüber gestritten wurde, ob in Betreff der hereditas eines filius liberti die stirps der Marceller oder die patricische Claudische gens die berechtigte sei 47).

47) Quid? qua de re inter Marcellos et Claudios patri

cios centumviri iudicarunt, cum Marcelli ab liberti filio stirpe, Claudii patricii eiusdem hominis heredi

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tatem gente ad se rediisse dicerent, nonne in ea causa fuit oratoribus de toto stirpis ac gentilitatis iure dicendum. Das gesammte gentilicische Erbrecht

betrachtete man damals offenbar als höchst verwickelt. 48) Festus v. stirpem (Müller p. 313.; Huschke J. A.

p. 33.). quam Gall[us Aelius sic de]finit: stirps est gent[is propagatio, ut] qui a quoque est pro[gnatus).

sit, eadem lex XII. tab. gentiles ad hereditatem vocat, Gai. III. 17 49).

3) In dem gegen die stirps libertina gerichteten gentilicischen Erbrecht: a) der familia patroni, b) der stirps patroni, c) der patricia gens patroni, — liegt übrigens noch eine civilistische Schwierigkeit. Wohl stehen die Nachkommen des Freigelassenen im gentilicischen Schußverbande, so daß die Gens, activ von sich aus betrachtet, zum Einziehen der bona als berechtigt da: steht. Aber passiv fehlt das civilistische Band. Das Kind des Freigelassenen ist ingenuus (patrem ciet); also es ist nur mit dem Freigelassenen (nicht mit der Gens) agnatisch verbunden. Der Freigelassene selbst ist mithin das alleinige Band, das jenen ingenuus mit der Gens verknüpft. Nothwendig mußte dies allein vors handene Band auch in der Motivirung des Erbrechts zum Ausdruck gelangen. Die Gens (in allen jenen drei Stufen) hat keine directe Rechtfertigung zur Einzieh. ung der bona, sondern nur die indirecte durch die Per: fon des Freigelassenen hindurch. Also man mußte ents weder sich die Güter als zunächst an den Freigelassenen zurückgefallen (rediisse), und diesem Freigelassenen dann die Gens (in jenen drei Stufen) als succedirend den: fen 50), – oder man mußte [was eine künstlichere

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