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2) Wegen des (vorher erklärten) engen Zusammens hanges, den die Römer zwischen hereditas und tutela legitima annahmen, haben sie fein Bedenken getragen, die in Betreff des Patronats unvollständige Gesegesbes stimmung der 12 Tafeln auszufüllen. Die 12 Tafeln hatten nur bestimmt, daß die legitima hereditas „ad patronos liberosque (vgl. aber Anm. 33.] eorum“ pertiniren solle (Gai. I. 165). Rücksichtlich der tutela seitens des Patrons und der Patronsfinder über die Libertä und die unmündigen Liberti war nichts ausdrücks lich gesagt worden. Aber „proinde accepta est per interpretationem, atque si verbis legis introducta esset“ (Gai. l. c.): man schloß aus demn agnatischen Charakter dieses patronatischen Erbrechts. Da das Gesek bei den Agnaten ausdrücklich hereditas und tutela an: erfannt hatte, nahm man an, daß, da es ausdrücklich die Intestat-hereditas des Patrons und der Patrons. finder sanctionirt hatte, es ihnen auch die Tutel habe zuweisen wollen 39).

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deminutione non pereunt, sed illae solae quae ex

lege XII tab. deferuntur; fr. 7. pr. de cap. min. 4. 5. 39) Vgl. noch Ulp. XI. 3.: „per consequentiam“; tit. J.

de legit. patron. tut. 1. 17.

duxit); er wird sein quasi-parens. Lediglich das Ges schebensein dieses Actes fommt in Betracht für die Bes gründung der legitima hereditas, nicht aber die Frage, ob er den Act freiwillig oder durch eine rechts liche Verpflichtung dazu gezwungen vorgenommen habe 4). - So lautet zunächst die alte auf feinere Unterscheid: ungen sich nicht einlassende Auffassung. Aber wir wer: den sehen, daß eingehendere Betrachtung der einzelnen Fragen beim weiteren Ausbau des römischen Rechts denn doch aus dem Momente, ob man sponte oder necessitate die Manumission vornahm, wesentliche Ver: schiedenheiten in Betreff der Rechtsstellung zwischen Patron und Libertus zugelassen hat.

4) Daß das legitime Erbrecht des Patrons und der Patronsfinder speciell als agnatisches von den Rö: mern aufgefaßt worden ist, zeigt sich besonders deutlich bei der Frage, ob der auch für das Hintereinanderstehen der Agnaten geltende Rechtssaß: in legitimis hereditatibus non datur successio (Gai. III. 12.; Paul. sent. IV. 8. §. 23.; Ulp. XXVI. 5.) ebenfalls von Alters her für den Patron und die Patronsfinder ges golten habe. Ich bege fein Bedenken, die Frage, obe gleich sich direct auf sie feine Stelle der früheren Duels len bezieht, zu bejahen. Die Art, wie Justinian in den Institutionen referirt, er habe diesen Rechtssaß für die

40) Fr. 3. pr. de suis et leg. 34. 16. (Ulp.): Intestato

liberto mortuo primum suis deferri verum est; si hi non fuerint, tunc patrono. §. 1. Libertum accipere debemus eum, quem quis ex servitute ad civitatem Romanam perduxit sive sponte sive necessitate, quoniam rogatus fuit eum manumittere: nam et ad huius legitimam hereditatem admittitur.

Agnatenklasse gerade in seinem großen Gefeße über das Patronatrecht abgeändert 41), und wie er in dem uns von diesem Gefeß übriggebliebenen Textesauszuge der Basilifen den Sag für Patron und Patronsfinder aufhebt 42), läßt es sehr prägnant hervortreten, daß man Beides unter den Gesichtspunkt einer und derselben Klasse stellte.

5) Das agnatische Band, welches durch die Frei: lassung zwischen Patron (und Patronskindern) und Freis gelassenem geknüpft wird, ist nothwendig als von Person zu Person gehend zu denken. Also es handelt sich um die intestatorum libertorum hereditas (Ulp. XXVII. 1.), oder m. a. W. es wird der Tod des Manumittirten vorausgeseßt (Valer. Prob. not. (Huschke J. A. p. 142, Krüger p. 147.): S. Q. M. M. M. M. M. = si quis manu missus manumissa moritur), damit die hereditas ad eos pertis

41) §. 7. J. de legit. agn. succ. 3. 2.: placebat autem

in eo genere percipiendarum hereditatum successionem non esse . . . . sed nos nihil deesse perfectissimo iuri cupientes nostra constitutione sanximus quam de iure patronatus humanitate suggerente protulimus, successionem in adgnatorum hereditatibus non esse eis denegandam. cum satis absurdum erat, quod cognatis a praetore apertum est, hoc adgnatis esse reclusum, maxime cum in onere quidem tutelarum et primo gradu deficiente sequens succedit, et quod in onere optinebat, non erat in lucro per

missum. 42) L. 4. §. 20. C. b. t.: admittimus enim successiones

cognatorum (8. h. das was der Prätor für die Cognaten eingeführt hatte) in libertinis .. g. 20a, hoc enim et in ingenuis obtinet (d. h. es soll jeßt auch für die Agnatenklasse bei verstorbenen ingenui gelten).

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