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9) Nothwendig ist davon die Folge, daß über den in causa

mancipii Stehenden durch die Freilassung das Patro

natrecht begründet wird. 10) Collat. II. 3. (Pap.): Per hominem liberum noxae

deditam si tantum adquisitum sit, quantum damni 2) Der ernstlich für Geld ausgeführte Verkauf des Hausfindes ist nicht nach der Frage der Uebertragung eines Rechts, das der Uebertragende selbst schon hat, zu beurtheilen. Die Mancipation ist Eigenthumsan: tretung seitens des Erwerbers, auf Grund des vom Mancipanten stillschweigend angenommenen aes (Civ. Stud. IV. S. 146.). Darin liegt bei der Eigenthumsver: äußerung allerdings die Transmanation des Eigenthums. Hier aber bei der Kindesmancipation liegt darin, da der Hausherr sein väterliches Recht nicht übertragen fann, nur: daß der Mancipant sein Recht der patria potestas verliert 11). Das Recht des Mancipiumsherrn erklärt sich selbständig aus dem Wesen der Mancipation. Er wird nicht Eigenthümer, da das mancipirte Kind nicht Silave wird. Er hat ihn sich „genommen“ (est mihi emptus) pro pecunia (hoc aere aeneaque libra), und zwar unter denselben Mancipations worten wie servi mancipirt werden. So wird er also – nidit dominus servi, da das bei einem ingenuus nicht mögs lich ist – aber „servi loco eum habens“ 12). Sein

dedit, manumittere cogendus est a praetore, qui noxae

deditum accepit. 11) Gai. I. 132.: mancipatione exeunt de parentum po

testate . . eaque mancipatione desinit in potestate patris esse, etiamsi nondum manumissus sit sed adhuc in causa mancipii duret. Ebenso bei der manus, Gai. I. 137.: mancipatione desinunt in manu esse. . . 137a: nibilomagis potest cogere quam et filia patrem. sed filia quidem nullo modo patrem potest cogere, etiamsi adoptiva sit. haec autem (virum) repudio misso proinde compellere potest, atque si ei nun

quam nupta fuisset. 12) Gai. I. 123.: mancipati mancipataeve servorum loco

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constituuntur . . . cum a parentibus et a coemptionatoribus iisdem verbis mancipio accipiantur quibus servi. 117. (eodem modo) quo etiam servi manci

pari possunt. 13) Deßhalb kann man auch sagen, daß er hinterdrein den

Unterthänigen nicht „ex causa mancipii“, sondern:

„ex mancipationes manumittire, Gai. I. 137. 14) Ueber die spätere Behandlung des ernstlichy (pro pecu

nia) vorgenommenen Kindesverkaufes l. 1. 2. C. de

patribus qui filios. 4. 43. 15) Gai. I. 113.: Coemptione vero in manum conve

niunt per mancipationem i. e. per quandam imaginariam venditionem. nam ... emit is mulierem cuius in manum convenit. Gaius gebraucht hier qemere“ nicht im ursprünglichen Sinn = sumere,

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ben denn auch bei dieser Coemtionsmancipation über der mancipirten Frau nicht die den Räufling als Sklaven be. handelnden Worte gesprochen, wie sie bei dem vom pater oder vom coemptionator mancipirten Kinde oder Der filiae loco Stehenden das Stehen in causa mancipii bewirken 16). Eine völlig andere Rechtsstellung ist davon die Folge. (Ea] quidem quae coemptionem fac[it, non deducitur in servilem condicionem (Gai. I. 123. Fuschfe); aber sie erleidet eine capitis deminutio minima 17), da sie einer status mutatio unterliegt. Die Frau, ohne durch die servilis condicio hindurchgegangen zu sein (also ohne erst bei ihrem Manne in causa mancipii gestanden zu haben), tritt zu diesem ihrem Manne in Tochterstelle (eo modo filiae loco esse incipit et quasi sua, Gai. II. 139). ES ist, als wenn dem Hausvater ein Kind geboren wäre. Daher ist denn auch die Frage, wie sie aus dem Zus ftande der Hausmacht wieder austritt, eine ganz andere wie bei dem in causa mancipii Stehenden: wer in

sondern = mercari (Civ. Stud. IV. S. 144.). - Die Coemption ist dann, außer der matrimonii causa facta, noch als zu anderen Zwecken brauchbares Geschäft ver: wendet worden: alterius rei causa oder fiduciae causa facta coemptio Gai. I. 114. Auf diese habe ich hier

nicht einzugehen. 16) Gai. I. 123. fügt den Worten in Anm. 12. noch bei:

quod non similiter fit in coemptione. 17) Gai. III. 83.: cum ... mulier in manum convenit,

omnes eius res . . coemptionatori acquiruntur, exceptis his quae per capitis deminutionem pereunt. 84.: ne ipsa quidem . . quae in manum convenit maneat . . obligata, quia scilicet per capitis deminutionem liberetur.

mancipii causa ist, wird wie ein servus (vindicta, censu, testamento) manumittirt; wer in manu ist, muß remancipirt werden, und tritt dadurch, wie ein mancipirtes Kind, erst in die causa mancipii, aus der dann die manumissio befreit (Gai. I. 117–118a 137).

B) Der Gegensaß zwischen der Frau in manu und dem an Sklavenstelle Gehaltenen tritt besonders in den erbrechtlichen Befugnissen Beider hervor. Die in manu stehende uxor beerbt, weil sie filiae loco ist, den Ehemann ab intestato; sie wird sua heres, nicht bloße necessaria. Indem sie durch das coemtionem facere in die manus trat, hat sie eine status (familiae) mutatio, also eine capitis deminutio minima erlitten, Gai. III. 83. Aber da bei dieser coemptio über sie nicht die Worte wie über einen servus gesprochen wur: den, so kann sie in keinem Augenblick zu ihrem Manne in den Zustand der servilis condicio getreten sein, ebensowenig wie sie in Folge der von ihrein Manne ausgeführten Coem: ptionalmancipation 311 Anderen in den Zustand der servilis condicio gekommen sein kann (worin der Beweis liegt, daß - da die in manum fommende Frau eine cap. dem. min. erleidet und doch nicht die servilis condicio durchschreitet, das Wesen der cap. dem. min. nicht im Durchgang durch die servilis condicio liegen kann). Dagegen der in causa mancipii (= servi loco) Stehende, d. h. der a parente vel coemptionatore Mancipirte, ist, eben wegen seiner servilis condicio, nie suus, sondern nur necessarius heres 18). Er fann

18) Gai. I. 123.; . . mancipati mancipataeve servorum

loco constituuntur, adeo quidem, ut ab eo cuius in mancipio sunt neque hereditatem neque legata

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