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fort: sed et cognatorum, quia et horum ab intestato potuit bonorum possessionem accipere. quid ergo? eis imputatur cur intestati non decesserant? sed hoc nemo apud iudicem potest impetrare: non enim interdicitur testamentifactione. hoc plane ei imputare potest, cur eum heredem non scripserit: [folgen die Ziff. 3. Anm. 27. citirten Worte). simili modo et eum, qui post testamentum matris sactum [factum matris? Mommsen] exsecto ventre extractus est 34), posse queri dico. Der Jurist spricht zunädyst vom postumus eines männlichen Ascens denten; von simili modo an vom postumus einer Muta ter 35). aa) Gegenüber dem männlichen Ascendenten hat der postumus suus, wenn er erschienen ist, die b. p. unde liberi und unde legitimi. Aber es genügt auch wenn er ein postumus alienus ist und nicht ein: mal b. p. unde liberi, fondern lediglich b. p. unde cognati hat [z. B. das Kind einer beim Tode des Erblassers schwangeren bei der Entbindung sterbenden Tochter 36)]. Es besteht nun in Betreff der nachge.

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34) Vgl. fr. 1. g. 5. ad SC. Tertull. 38. 17. (Ulp.): Sed

si matris exsecto ventre filius editus sit, magis dicendum est hunc quoque ad legitimam hereditatem admitti: nam et institutus secundum tabulas et ab intestato unde cognati et multo magis unde legitimi bonorum possessionem petere potuit: argumento est, quod venter in possessionem ex omni parte edicti

mittitur.
35) Indem Ulpian beide Theile der Stelle mit simili modo

aneinanderknüpft, ist es nicht denkbar, daß er auch
noch die inoff. quer. des Geschwisters im Gegensas
zur turpis persona mit im Auge habe. Vgl. auch

Heumann S. 341.
36) Unter diesen Gesichtspunkt fällt auch der von Gaius

borenen Descendenten feineswegs die Anforderung, daß der Testator hätte intestatus sterben sollen. Solchen Sak, sagt Ulpian, würde fein Richter passiren lassen. Früher, ehe postumi instituirbar waren, galt er ja gewisser: maßen, indem der nichtinstituirbare und nichtegheredir: bare Postumus nach seinem Erscheinen das Testament rumpirte, und beim eigentlichen Postumus (dem nach dem Tode Nachgeborenen) auch keine Möglichkeit vor: lag, nach seinem Erscheinen noch wieder ein neues Te: stament zu machen. Also beim eigentlichen Postumus (suus) galt vor dessen Instituirbarkeit (bezw. Erhere: dirbarkeit) der Sap: interdicitur testamenti factione und imputatur eis cur intestati non decesserant. Das hatte sich seit Durchführung der Instituirbarkeit für die postumi sui geändert. Jeßt bestand nur noch die Auffassung: plane hoc ei imputare potest, cur eum heredem non scripserit. Wie aber bei einem postumus alienus, und namentlich einem solchen, von dem Ulpian hier spricht, nämlich dem Descendenten eines Mannes, gegen den er kein formelles Notherbenrecht, sondern lediglich die b. p. unde cognati als Basis der inofficiosi querela hat? Ein solcher postumus alienus war ja civilrechtlich noch immer nicht instituir: bar. Uin für ihn den Saß zur Geltung zu bringen: hoc ei imputare potest cur eum heredem non scripserit, muß er erst prätorisch instituirbar sein. Und das ist in der That, wie unsere Stelle mit voller Sicherheit befundet, hergestellt worden. Der Prätor bat auch für diese Gruppe der postumi alieni Bestim:

(II. 241) erwähnte Fal: item qui in utero est eius quae iure civili non intellegitur uxor, extraneus postumus patris intellegitur. (Anm. 31.).

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Worten: jedenfalls hat solch ein Postumus auf Grund seines legitimen Erbrechts die b. p. unde legitimi (multo magis). Aber auch secundum tabulas und unde cognati ist ihm zuzusprechen, denn der Prätor hat allgemein ex omni parte edicti die missio ventris nomine (zum Schuß des postumus alienus) zu: gesagt. In dieser Zusage liegt auch die Zusage der adäquaten b. p. sec. tab. bezw. unde cognati für den Geborenen. Leştere bonorum possessiones müssen wir daher auch für unseren nicht wahrhaft Geborenen, aber aus dem Mutterleibe ausgeschnittenen Frauenpostumus, bei dem eine vorgängige missio ventris nomine nicht denkbar ist, annehmen.

6. – B) Nach dem Bisherigen sind unter den Schuß der missio ventris nomine gestellt worden: die postumi sui, die mit formellem Notherbenrecht begabten postumi alieni, die blos mit materiellem Notherbenrecht versehenen postumi alieni eines Mannes; daneben steht dann noch der eben besprochene Fal des eigenen postumus alienus einer Frau, bei dem wohl b. p. des Geborenen aber nicht missio ventris nomine flattfin: den fonnte.

Alle diese Gruppen fassen sich zusammen unter dem Besichtspunkte: es handelt sich um nachgeborene Des scendenten des Erblassers. Ist, das fragt sich, das römische Recht, rücksichtlich der Instituirbarkeit der postumi alieni (bezw. der Immittirbarkeit des Venter) hiebei stehen geblieben? Mühlenbruch S. 376. ff. Bat dies verneint, und Heimbach hat der ,,erschöpfenden Aug. führung" Mühlenbruch's zugestimmt (S. 13.); aber Şeumann hat vier Jahre früher schon (S. 338. ff.) dargethan, daß Mühlenbruch8 Argumente insgesammt uns

beweisend sind. Dennoch halte ich. Heumann's eigene Ansicht nicht für richtig.

aa) Zur Darlegung dessen, was m. E. das Rich: tige ist, muß ich zunächst auf die Rechtsstellung der postumi alieni im Intestaterbrecht eingehen. Oben Biff. 3. a. E. ist bereits erwähnt worden, daß: optinuit Galli sententia alienos quoque postumos legitimos nobis heredes fieri. Ohne Zweifel sind hier unter den als legitimi heredes zugelassenen postumi alieni nicht bloß Descendenten, sondern alle überhaupt im Kreise der legitimi Stehenden verstanden. Also die Ab: hängigkeit der sonstig Berufenen von einem zu erwar: tenden postumus suus (fr. 30. §. 1. de adq. her. 29. 2.) hat schon das Civilrecht auch für sonstige Agna: ten angenommen [Bd. II. dieser Serie S. 196.); fr. 3. §. 9. de suis et legit. 38. 16. (Ulp.): Utique et ex lege XII. tab. ad legitimam hereditatem is qui in utero fuit admittitur, si fuerit editus. inde solet remorari insequentes sibi adgnatos, quibus praefertur si fuerit editus: inde et partem facit his qui pari gradu sunt, utputa frater unus est et uterus, vel patrui filius unus natus et qui in utero est. Nothwendig mußte dies dazu führen, daß der Prátor diesen schon civilrechtlich Berechtigten postumi alieni (sowohl wenn sie vorstehende, als wenn sie nebenstehende sind) nach ihrem Geborensein auch die b. p. unde legitimi gewährte, und auf Grund dessen zum Schuß des Ungeborenen den Venter in possessionem immits tirte. Aber erklärlich ist, daß der Prätor weiter ging, und für alle seine Intestatklassen ein für allemal, im Fall er dem Geborenen eine b. p. ab intestato ges währte (Biff. 3. Anm. 30.), schon im Voraus dein Venter das Immissionsrecht zusagte; fr. 7. pr.

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